Pro Sportchef bim FCB hat geschrieben: 18.05.2026, 16:54Erstmal danke für die Antwort. Finde den Austausch spannend.Aficionado hat geschrieben: 18.05.2026, 09:11 Vorweg, auch ich finde die SVP Initiative als nicht zielführend.
Ich verstehe ja gerade diesen Punkt nicht. Betr. Rahmenabkommen gibt es Bedingungen für ausländische Dienstleister. Wenn ich also einen Wintergarten in D bestelle, dann muss diese Firma den Auftrag anmelden und Mindestlöhne bezahlen. Spesen sind diejenigen vom Auftragsland zu verrechnen, um den Wettbewerb nicht zu verzerren. Profiteure dabei sind Kleinere Handwerksbetriebe in der Schweiz. Wenn nun aber Novartis einen "neuen" Bereich eröffnen möchte und dazu 50 Grenzgänger einstellt, muss die gar nichts belegen, dass die Fachkräfte nicht in der Schweiz erhältlich sind. Löhne kann sie frei gestalten, denn es gibt keine klar geregelten Mindestlöhne für die einzelnen Berufe. Sie kann auch einen Bereich outsourcen und zwei Jahre später mit jungem günstigen Personal wieder aufbauen. Dieses Vorgehen gehört zur gängigen Praxis. Inwiefern kann ich davon profitieren und wie kann dagegen vorgegangen werden? Deshalb würde eine Steuer für ausl. Arbeitnehmer, welche selbstverständlich der Arbeitgeber zu tragen hätte, unerlässlich. Warum also gibt es einen Lohnschutz für Handwerksbetriebe im Rahmen des Rahmenabkommens, nicht aber für den Schweizer Arbeitnehmer? Erkläre es mir!
1)
Das ist dann wohl die wirtschaftliche Freiheit der Novartis. Sie können anstellen, wen sie möchten. Die Bedingungen des Inländervorrangs müssen sie erfüllen, mehr aber auch nicht.
Aber halt auch hier wieder, was willst du tun und was erwartest du von Links? Und warum nicht mehr von Mitte-Rechts, die die gesamte Politik in der Schweiz beherrschen (Parlament, Bundesrat)?
Beispiel Mindestlöhne: Ein Thema, das praktisch nur von Links gefördert wird. Gar viel schlimmer: Unser bürgerliches Parlament bekämpft demokratiefeindlich (vielleicht sogar gesetzeswidrig) die kantonalen Mindestlöhne!
2)Warum gibt es keine Bemühungen Seitens der Linken/Gewerkschaften, einen Kündigunssschutz für 50+ wenigstens nur mal anzuvisieren? Oder die Unternehmen allgemein mehr in die Pflicht zu nehmen?Warum gibt es keine Umschulungsangebote seitens der Unternehmen. Die ziehen sich permanent aus der Verantwortung und Links schaut zu. Situation heute: Jobverlust mit 55, zwei Jahre RAV, dann folgt die Sozialhilfe und vorher lebst du noch von all deinen Ersparnissen und musst ggf. dein Haus verkaufen, obwohl du eigentlich arbeiten MÖCHTEST!!! Nur findest du halt mit 55 in einzelnen Branchen keinen Job mehr. Du hast dein Leben lang gekrüppelt und siehst, wie alles sich in Luft auflöst.
Solltest du denn noch einen Job finden, darfst du deine Schulden aus der Sozialhilfe zurückbezahlen. Die Motivation, wieder was zu finden, muss riesig sein.
Ich verstehe deinen Frust absolut. Aber ich verstehe wieder nicht, warum du hier auf den Linken herumhackst!
Die Linken setzten sich für finanzielle Absicherung der älteren Arbeitnehmer ein. Stichwort Überbrückungsleistungen! Diese wollten die Linken auch schon ab 58. Man musste mit den Bürgerlichen den Kompromis auf auf 60 festlegen. Die Linken möchten auch die Taggelder bei der ALV verlängern. Ja, beides eine Symptombekämpfung, aber wichtig für die finanzielle Absicherung und damit Betroffene nicht ihr Haus, Säule 3a, etc. auflösen müssen
Auch Massnahmen für Wiedereinstieg werden von Linken gefordert. Staatliche Weiterbildungsfonds und Umschulungen. Ein Kündigungsschutz. Quoten in Staatsunternehmen.
Bürgerliche sagen, mit tieferen Mindestlöhnen und flexibleren Arbeitsverträgen werden die älteren Arbeitnehmer attraktiver für den Arbeitsmarkt, das ist deren Lösung.
Tja, was soll ich dazu sagen? Wenn das Volk keinen Systemwechsel will und die Parteien weiterhin am meisten wählt, die genau das System des unbegrenzten quantitativen Wachstums fordern und fördern, warum soll sich dann was ändern?Systemwechsel klar, aber nicht realistisch. Das wissen auch die SP/Grünen. Dann kommen die Gegner mit dem steigenden BiP obwohl die genau wissen, dass die Kohle nur auf wenige Köpfe verteilt wird - das BiP aber ein Durchschnittswert ist.
Was wird gegen quantitatives Wachstum unternommen? Ich höre nur immer, dass wir Wachstum brauchen, um den Wohlstand aufrecht zu erhalten (stimmt nicht einmal, wenn sich Wohlstand nur über Geld definieren lässt). Das ist natürlich Blödsinn. Wir brauchrn es, damit die Reichen und Kantone/Gemeinden noch reicher werden (wobei die Infrastruktur hauptsächlich von der Allgemeinheit bezahlt wird. Beispiel Stein/Sisseln im Aargau).
Den 5er und das Weggli gibt es nunmal nicht.
Ich persönlich wäre auch für weniger quantitatives Wachstum. Ich bin auch dafür, dass wir die Wirtschaft nicht nur am BIP und Wachstum messen, sondern auch soziale Kriterien, Umweltverträglichkeit, Lebensqualität der Bevölkerung, etc. Mit dieser Meinung gelte ich wohl bei mindestens 2 Parteien (und damit bei 45% der Bevölkerung die dadurch vertreten ist) in der Schweiz als "woke".
1) von Mitte-Rechts erwarte ich naturgemäss gar nichts. Die werden ja bezahlt von der Wirtschaft. Von Links erwarte ich viel mehr Druck gegen Lohndumping und Altersdiskriminierung, denn das ist es. Und nicht Hand in Hand mit der FDP in wirtschaftlichen Fragen.
Es geht um die höheren Sozialbeiträge, welche gewisse Firmen nicht mehr bezahlen wollen. Um nichts anderes. Um die Alten loszuwerden, macht man dann halt eine Restrukturierung. Aber wenn meine Vertreter selber in einer Bubble leben, in der ältere weisse Männer verpönt sind, kann man auch nichts erwarten von dieser Bubble diesbezüglich.
2)
Zudem erhält nur ÜL, wer über ein Vermögen von weniger als 50'000 Franken (Alleinstehende) bzw. 100'000 Franken (Ehepaare) verfügt. Selbstbewohnte Liegenschaften werden dabei nicht berücksichtigt, hingegen Vor0sorgeguthaben der beruflichen Vorsorge, welche einen bestimmten Betrag übersteigen.
https://www.bsv.admin.ch/de/uel-im-deta ... ssetzungen
Ein schlechter Scherz aus meiner Sicht. Derjenige der spart (fürs Alter) ist wie immer der Dumme.
Ist halt ein Teufelskreis. Wenn du mit 40 aus wirtschaftlichen Gründen entlassen wirst, findest du auch wieder einen Job. Du brauchst i.d.R. keine Unschulung oder Weiterbildung. Und mit 55 bringt dir auch eine Umschulung nichts mehr, da sie dich bei der Bewerbung automatisiert aussortieren werden. Und nach einem Studium gehst du nicht im Fust Staubsauger verkaufen.
Leute entlassen und im gleichen Atemzug wieder neue einstellen, dürfte es gar nicht erst geben in Zeiten von“ Fachkräftemangel“. Ist ja schon total widersprüchlich. Unternehmen sollen mehr in die Pflicht genommen werden betreffend Weiterbildungen, sicher nicht die Allgemeinheit/Steuerzahler. Mehr Verantwortung ggü. von Angestellten.
Aber klar, das kostet die Unternehmen was und dafür möchten sie kein Geld mehr ausgeben. Die haben auch gemerkt, dass sie die Fachkräfte exakt mit den Skills die sie sich vorstellen, aus dem europ. Fachkräftepool bekommen werden.
Man könnte Initiativen lancieren. Für einmal vielleicht nicht von der Juso oder SVP. Es ist ihr Job, sich damit auseinderzusetzen und sich Gedanken über mögliche Lösungen zu machen. Dafür weden die (noch) von mir gewählt. Und so mancher SVP Wähler würde den Weg zur SP wieder finden. Siehe 13.AHV. Die stehen ja nicht unbedingt auf der Seite der Unternehmen. So schlau sind die schon auch.
Ich persönlich erkenne keinen Benefit betreffend Zuwanderung, sondern nur Nachteile, auch wenn ich meine ausländischen Kollegen sehr schätze. Der Wettbewerb auf dem Stellenmarkt ist aber riesengross. Ganz Europa bietet sich an.
Die Linken sehen in allen Argumenten, die gegen die Zuwanderung sprechen, Fremdenfeindlichkeit. Da liegt der Hund begraben.