harry99 hat geschrieben: 09.08.2026, 10:14GaLuEl hat geschrieben: 09.08.2026, 09:56 Hier über Frick zu diskutieren finde ich unangebracht:
- offizielles Thema „Stephan Lichtsteiner“ nicht „Mario Frick“ oder „Wen wollt ihr als FCB - Trainer“
- über mögliche Nachfolger im Faden des aktuellen Trainers zu diskutieren, finde ich irritierend (ist das neutralste Wort, das mir gerade einfällt).
Es gäbe sicher viel Diskussionsthemen die direkten Bezug zu SL haben und nicht indirekt (was wäre wenn er Geschichte ist)
also starte ich ein solches Thema:
ich habe irgendwie das Gefühl, dass sich SL an der Seitenlinie etwas gesitteter aufführt.Täuscht der Eindruck, weil ich die Spiele am TV schaue und die Kameras ihn schonen? Was habt ihr mitbekommen im Stadion? Falls mein Eindruck nicht täuscht, was könnten Gründe sein?
Ich finde es auch unangebracht . SL hatte bei vielen nie eine Chance, gewinnt er heute sind wir voll dabei? Muss er gehen kommt auch nicht die perfekte Lösung…
Ok, mal abgesehen der schlechten Leistung des Teams:
Ich fand seine ersten Interviews und Medienkonferenzen erfrischend interessant und authentisch. Da kamen nicht nur überdurchschnittlich detaillierte taktische Erklärungen, sondern auch mal ein trockener Spruch („Wieso, willst du mir eine Wohnung vermieten?“) oder eine Gegenfrage („Wieso denkst du, habe ich das gemacht?“) statt des üblichen 0815-Gelabers.
Natürlich dauerte es nicht lange, bis ihm unsere selbstgefälligen Low-Testosterone-Sportjournalisten genau diese Ecken und Kanten negativ auslegten: „verbissen“, „arrogant“ (dies zwar eher von Fan-Seite), etc. Halt das übliche Vokabular, sobald jemand nicht brav die üblichen Floskeln herunterbetet.
Also hat sich SL angepasst. Und jetzt bekommen wir glattgebügelte Antworten und dieselben Plattitüden wie von praktisch jedem anderen Trainer zu hören.
Für mich liegt genau da das Problem: Eine Sportjournalisten-Blase, deren Vertreter in ihrem eigenen Leben vermutlich nie auch nur annähernd über Jahre hinweg an mentale und physische Grenzen gegangen sind wie Persönlichkeiten à la Alex Frei, Lichtsteiner oder Xhaka, spielt sich permanent zum Charakterrichter auf. Jede Abweichung vom Durchschnitt wird aufgebauscht, moralisiert und kleingeistig problematisiert.
Und danach wundert man sich, warum es hier keine Figuren wie Klopp oder Mourinho gibt.
Man kann nicht bei jeder eigenwilligen Persönlichkeit sofort nach „Verbissenheit“, „Arroganz“ oder irgendeinem anderen vermeintlichen Charakterfehler suchen und sich gleichzeitig über fehlende Typen im Fussball beklagen.
Das Resultat dieser permanenten Gleichmacherei sind weichgespülte Experten wie Huggel und Marc Schneider sowie angepasste Trainer, die gelernt haben, dass Persönlichkeit medial vor allem unnötiges Risiko bedeutet.
Also sagen alle dasselbe. Ja keine pointierte Aussage. Total langweilig.
