LeTinou hat geschrieben: 03.06.2026, 22:53
"Der Westen" hat gar nichts "geholt", die Leute dieser Ländern konnten sehen, wie man im Westen lebt, und wie man in Russland "lebt". Die Russenfaschisten wollten sie halt mit Zwang und Gewalt "fressen", um sie in ihr kleptokratisch-faschistisches System zu ziehen. Bei den genannten Ländern ist es vielmehr Russland, der wie immer seine Interessen mit Gewalt durchsetzen will. Dann hat man noch die Serben, die sind ja die gleiche genozidale Brut. Die müssen erst mal ein paar Evolutionsstufen nehmen.
Wenn man von einer weltweit wirksamen Friedenspolitik absieht, stimmen deine Argumente voll. Weil aber in der Welt nicht alles so läuft, wie es soll (und es leider niemals so sein wird), sind deine Ausführungen zu sehr oberflächlich.
Ein richtiger Frieden nach dem Kalten Krieg hätte bedeutet, dass beide Militärbündnisse (NATO + WAPA) aufgelöst worden wären. Man hätte Russland in die Weltgemeinschaft einbinden sollen, zumal es in den 90er-Jahren demokratisch regiert wurde. Dabei spielt es keine Rolle, dass der damalige Präsident Jelzin regelmässig über Gebühr Alkohol konsumiert hatte. In dieser Zeit war es der Westen, der Russen nur mit Visa einreisen liess. Nur deshalb brauchte es auch umgekehrt ein Visa.
Die Welt wäre viel friedlicher, würde jedes Land mit jedem Land selbstbestimmt Handel treiben können. Der Fakt, dass der Westen mit seiner wirtschaftlichen und militärischen Macht die Menschen in den Ländern, deren Regierung er verurteilt, mit seinen Boykotten noch viel ärmer macht, mag aus Sicht des moralischen und wirtschaftlichen Überlegenheitsgefühl des Westens korrekt sein, ist es aus Sicht des globalen Friedens aber überhaupt nicht.
Stellvertretend hier eine Aussage in einer TV-Sendung eines deutschen Senders vor etwa 3 bis 4 Jahren, getätigt von einer Dame, die in der Ex-DDR aufgewachsen ist und deshalb den Russen gegenüber kritisch eingestellt ist: "Mir müssen die Russen nicht sympathisch sein, aber ich will auf keinen Fall mit ihnen im Krieg sein". Von mir aus müsste der Westen nach diesem Motto handeln.
Ich bin überzeugt davon, dass die massgebenden Machthaber in den NATO-Ländern im Hintergrund darauf hingearbeitet haben, dass die Welt im Moment so ist wie sie ist. Deshalb wird wieder massiv aufgerüstet. Mit Aktien von Waffenproduzenten konnte man in den letzten 5 Jahren sein Vermögen mehr als verzehnfachen. Daher bin ich keiner, der dem Westen eine gute Moral attestiert. Der Westen bietet dafür einen hohen Lebensstandard (inkl. hohem Co2-Fussabdruck). Das ist der Trumpf des Westens. Deshalb wird die Moralkeule geschwungen.
In dieser Sache wird aber China "gefährlich". Mit der kontrollierten Einführung des Kapitalismus und dem fleissigen Grundwesen der Ostasiaten hat es China geschafft, trotz Abwesenheit demokratischer Wahlen einem grossen Teil seiner Einwohner einen so guten Lebensstandard zu ermöglichen, dass sie als Touristen auch in solch teuren Ländern wie die Schweiz Ferien machen können. Sollte die Regierung in China clever genug sein, dafür zu sorgen, dass der Handel mit den anderen Ländern eine Win-Win-Situation ergibt, besteht die Möglichkeit, dass sich weltweit mehr Länder auf die Seite Chinas statt auf die Seite des Westens schlagen. Der Westen mit seinen auf eine gute Work-Life-Balance fixierten Menschen unter 40 (6 Wochen Ferien, 35 Stunden Arbeit, alle 5 bis 10 Jahren eine monatelange Auszeit, vorzeitige Pensionierung) wird dann mit den aufstrebenden Ländern, in denen 45 bis 50 Stunden bis 70 Jahre gearbeitet wird, kaum noch dem Trumpf des hohen Lebensstandards ausspielen können.
PS: Damit wir uns richtig verstehen: Meine Meinung über Putin ist die gleiche wie deine. Jedoch meine Ansichten, wie eine dauerhafte Friedenspolitik für die Welt wirksamer wäre, unterscheidet sich von deinen.