Stobologyth hat geschrieben: 08.06.2026, 19:04
GAV Spitäler Kanton Bern :
Assistenzärzt:innen (Lohnband 21)
gültig ab 1. April 2026Einstiegslohn
Regionale Spitalzentren und Psychiatrien: CHF 7'321.10 / Inselgruppe AG: CHF 7'273.60
2. Weiterbildungsjahr
Regionale Spitalzentren und Psychiatrien: CHF 7'539.95 / Inselgruppe AG: CHF 7'490.30
3. Weiterbildungsjahr
Regionale Spitalzentren und Psychiatrien: CHF 7'758.80 / Inselgruppe AG: CHF 7'707.00
4. Weiterbildungsjahr
Regionale Spitalzentren und Psychiatrien: CHF 7'977.70 / Inselgruppe AG: CHF 7'923.70
5. Weiterbildungsjahr
Regionale Spitalzentren und Psychiatrien: CHF 8'196.55 / Inselgruppe AG: CHF 8'140.40
6. Weiterbildungsjahr
Regionale Spitalzentren und Psychiatrien: CHF 8'415.45 / Inselgruppe AG: CHF 8'357.15
ab 7. Jahr
gemäss GAV-Kriterien
Oberärzt:innen (Lohnband 24)Einstiegslohn
CHF 9'584.25
7'273.60 / Monat für jemanden ohne Berufserfahrung direkt ab Studium. Sollarbeitszeit 50 Stunden. Bern ist schweizweit eher mittel. Ich weiss dass ZH, BS und GE wesentlich mehr zahlen. Aber Bern ist meines Wissens der einzige Kanton mit GAV, der die Löhne offenlegt.
Käppelijoch hat geschrieben: 08.06.2026, 12:13
Eine Bekannte arbeitet als Fachärztin Neurologie mit Sprechstunde in einem mittelgrossen Krankenhaus. 50%. Sie verdient mehr als das Doppelte als der Kollege, welcher 100% als Hausarzt arbeitet.
Das ist das Problem an dem ganzen Drama um den neuen Tarif. Die Hausärzte fühlen sich als arme Schlucker, weil bei den Kollegen in den Spezialpraxen das Existenzminimum erst bei einer halben Million anfängt, während die Hausärzte bei eigener Praxis mit 150-250k haushalten müssen. Aber wehe man will am Tarif etwas runterschrauben, dann kommen die Kardiologen und Gastroenterologen und drohen mit Arbeitsverweigerung. Verstehe ich ja, wenn du dich an den Porsche gewöhnt hast, willst du den nicht mehr hergeben. Das macht dann natürlich dem Ottonormalbürger Angst, der irgendwann mal auf eine Herz-OP angewiesen ist. So war es in den letzten 20 Jahren grad bei den Spezialisten, wo die Technologie massive Fortschritte machte, ein race to the top. Und die Politik schaute nur zu. Der neue Tarif sei zwar auch eher Murks, wie man hört, aber immerhin geht mal was. Berset hatte nie den Mumm dazu, das anzufassen.
Du steigst nicht bei Null ein, Du hast im Studium die Zeit als Unterassistenzarzt.
In Kantonen wie Graubünden etc. ist der Lohn eher bei der unteren Grenze wie von mir geschrieben.
Und eben...für das, dass es gerade die Assistenz- und Oberärzte sind, welche den Laden 24 Stunden 7 Tage die Woche am Laufen halten, sind sie eigentlich mässig bezahlt.
Ja will man bei den Hausärzten, Kinderärzten und Kinderspitälern den Tarif hochschrauben, wird schnell das Bild des golfenden Arztes im Porsche bemüht. Willst etwas am Tarif bei den Spezialisten schrauben, wird das Bild der zusammekrachenden Versorgung bemüht. Und es ändert sich am Schluss: nichts.
Physios erhalten seit 20 Jahren keinen Teuerungsausgleich - stattdessen sollen ihre Tarife gesenkt werden. Dabeiu verhindert jede richtig rehabilitierte Person die Gesundheitskosten, da weniger Folgekosten entstehen.
Man will die Kompetenzen der Apotheken erweitern und diese auch krankenkassenfähig machen (Impfen z.B.) wird das Bild der geldgierigen Pharma bemüht. (Welche ausser, dass sie Apotheken mit Medikamenten beliefert mit dem heutigen Apothekenalltag nicht viel am Hut hat). Dafür werden gerne Medikamentenpreise kontinuierlich gesenkt, was am Schluss das Ende der Nahrungsskette am Meisten trifft: Die Apotheken, welche als einziger Player im Gesundheitsbereich ihre Kosten nicht erhöht haben. Sollen die schauen, wie sie mit den vom Staat verordneten Preise und immer kleineren Margen bei diesen vom Staat kontrollierten Medikamenten umgehen.
Kurzum: Die Grundversorgung: Hausärzte, Kinderärzte, Physios und Apotheken werden ausgehungert, abkassiert wird oben: Chefärzte (Stichwort Privat-Honorare, teilweise im Millionenbereich zum Chefarzt Lohn dazu), Krankenkassen-VRs, Krankenkassen benennen Stadien nach sich und und und...und bezahlen tun wir das und die Grundversorgung.