Taratonga hat geschrieben: 27.04.2026, 12:41
Ich kenne mich mit LA recht gut aus, Marathon ausgenommen. Ich weiss, 42km und mehr, aber sind 1 Minute unter dem WM nicht gar viel?
Ja, eine Minute ist auf diesem Niveau schon viel. Und ja, gerade Kenia ist in Sachen Doping schon das eine oder andere Mal negativ aufgefallen, daher kann ich irgendwo schon verstehen dass manche Leute jetzt skeptisch sind. Aber andererseits gibt es in ganz Ostafrika einen abartigen Pool an potentiellen Weltklasseläufern, so dass es tatsächlich vorkommen kann, dass von dort ein Weltrekordler "aus dem Nichts" auftaucht.
Und der Zweitplatzierte wäre ebenfalls auch noch WR gelaufen? Huere fies: 1 Mio futsch obwohl Du selber den WR geknackt hast.
Sogar der Dritte ist noch unter dem alten WR geblieben, nur halt nicht unter den 2 Stunden.
Stobologyth hat geschrieben: 27.04.2026, 13:18
Da gibts doch noch viele externe Faktoren, wie Rückenwind, Steigungen, Temperatur etc.. Wie wird das bei Marathon-WR berücksichtigt?
- Rückenwind: Die entsprechende Regel sagt, dass Start und Ziel maximal die Hälfte der Laufdistanz (beim Marathon also 21 km) Luftlinie auseinander liegen dürfen, d.h. eine gerade Strecke entlang der häufigsten Windrichtung ist nicht möglich. Faktisch sind die meisten Rennen ja Rundkurse. Wenn der Wind im Laufe des Rennens so ändert dass man mehr Rücken- als Gegenwind hat, dann hast Du als Läufer halt Glück gehabt.
- Steigung: Erlaubt ist in Summe ein Gefälle von max. 0.1%, d.h. beim Marathon darf das Ziel max. 42m tiefer liegen als der Start. Positive Höhendifferenz ist nicht reglementiert, da ja ein Nachteil für die Läufer.
- Temperatur: Wird reglementarisch nicht berücksichtigt. Aber es ist nicht ganz zufällig dass die grossen Marathons praktisch alle im Frühling oder im Herbst stattfinden und der Start am Morgen ist. Interessant übrigens: Für Spitzenläufer beträgt die ideale Temperatur 4 bis 8°C, für Hobbyläufer eher 10 bis 15°C.