Somnium hat geschrieben: 30.12.2025, 17:54
Man muss kein Befürworter des Sozialismus sein, wenn man den (Hyper)-Kapitalismus kritisiert. Und Kritik nicht gleich Forderung nach „Abschaffung“.
Niemand, der bei Sinnen ist, will den „real existierenden Sozialismus“. Tatsache ist aber auch, dass Steuerkonstrukte, willige Politiker und Lobbyisten den Kapitalismus zu etwas machen, das langfristig nicht überleben kann.
Hat mit Gier und „den Hals nicht vollkriegen“ zu tun.
Dass viele den Hals nicht vollkriegen, ist auch im Sport festzustellen. Und auch damals bei den Machthabern im "real existierenden Sozialismus". Offenbar wurde dies den auf der Erde lebenden Wesen von Natur aus zugeteilt, um zu überleben. Einige sind weniger gierig als andere, weil von der Zivilisation so geformt. Bei anderen hat das nicht so sehr angeschlagen.
Dass Zustände wie im Frühkapitalismus soziale Not verursachen, ist unbestritten. Das Gegenteil (Sozialismus) funktioniert auch nicht. Daher braucht es eine gute Mischung, die in den westlichen Ländern zumindest halbwegs bis gut funktioniert. Wenn man den Abgehängten alles wegnimmt, riskiert man Unruhen. Wenn man den Machern zu viel wegnimmt, wird das System träge. Wenn man zu vielen Profiteuren ohne Gegenleistung auf Staatskosten ein gutes Leben finanzieren will, kollabiert das System, denn irgendwann wird die Staatsschuldenwirtschaft unbezahlbar.
Daher ist es absoluter Unsinn, wenn eine SP die "Überwindung des Kapitalismus" propagiert. Das Motto sollte "Verbesserung des Kapitalismus" heissen.
Es ist nun mal so, dass der Mensch vor allem durch Belohnung motiviert ist. Selbst die Delphin-Therapien für Behinderte funktionieren nach diesem Prinzip. Als in Nordkorea der Bevölkerung eine Hungersnot drohte, erlaubte die Regierung, dass die Bauern einen Teil der Landwirtschaft auf eigene Rechnung bewirtschaften können. Und plötzlich hatten die Menschen wieder genug zu essen. Als nach der russischen Revolution Mängel an Esswaren und anderen Dingen entstanden, erlaubte Lenin gegen den Willen von einigen Parteigenossen privates Wirtschaften in kleinem Rahmen. Danach verbesserte sich das Leben in der damaligen UdSSR, bis Genosse Stalin ans Ruder kam und grossen den Terror einführte. Siehe auch
Neue Ökonomische Politik – Wikipedia.
In einer gut funktionierenden Fussballmannschaft kämpft jeder für das Team und für die Kollegen, alle für einen und einer für alle. Wenn die Menschen auch ausserhalb einer guten Fussballmannschaft in allen Lebenslagen so denken und handeln würden, wäre eine sozialistische Welt viel besser als eine kapitalistische. Die von der Natur geschenkten Gene verunmöglichen dies.