Stephan Lichtsteiner

Diskussionen rund um den FCB.
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footbâle
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von footbâle »

Vargas hat geschrieben: 04.05.2026, 18:37
Tsunami hat geschrieben: 04.05.2026, 18:22 BAZ vom 26.04.:

"Ein anderer Personalentscheid beim FCB, der zu reden gibt, zeigt sich in der Startaufstellung. Hinten links verteidigt Moussa Cissé und nicht wie gewohnt Dominik Schmid. Dieser wird erst nach rund einer Stunde eingewechselt, als es bereits 0:2 steht. Lichtsteiner führt aus, dass er für die letzten fünf Spiele «die bestmögliche Frische und Intensität» auf dem Platz haben wolle – und sich daher für Cissé entschieden habe."

Das war nun wahrlich eine falsche Entscheidung.
Anyway, ich finde es richtig dass Cisse seine Chance hatte. Er hat sie nicht genutzt. Solche Erkenntnisse sind im Hinblick auf die nächste Saison auch wichtig.
 

Erkenntnisse für die nächste Saison sind hilfreich, wenn es um nichts mehr geht. Solange man aber noch ein einziges Saisonziel erreichen könnte, sind solche Experimente eher unklug. q.e.d.

RotBlauStift
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von RotBlauStift »

Im Nachhinein ist man in diesem Fall nicht schlauer. Die BaZ hatte es sich da ein bisschen zu einfach gemacht. Das erste Tor gegen Sion war niemals die Schuld von Cissé. Traoré steht voll im Schilf und Bacanin ist überspielt. Cissé ist gegen zwei. Danach kommen beide Innenverteidiger zu spät. Kein Vorwurf an Daniliuc, aber Omeragic sieht zum wiederholten mal schlecht aus. Wurde auch promt ausgewechselt und nun scheinbar fix abgelöst durch Vouilloz.
Das zweite Tor war tatsächlich ein Abstimmungsproblem zwischen Traoré und Cissé. Alles steht hoch und verschiebt nicht. Cissé sieht da gar nicht gut aus, ist nicht am Mann dran. Da muss er drauf. Foul oder nicht.
Dennoch hat er vor allem am Anfang der Partie gut gespielt. Bei dieser Nichtleistung von allen Cissé herauszunehmen finde ich falsch.

Zu Lichtsteiner: Ich hätte Cissé auch rangelassen. Schmid wieder zu bringen, heisst nicht, dass Cissé die Chance nicht gepackt hätte. Dass nun Vouilloz statt Omeragic spielt, scheint mir eher das learning zu sein.
Lucas Giuven, NLB.

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footbâle
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von footbâle »

Die Frage ist nicht, wie gut oder schlecht Cissé war, sondern ob er erste Wahl vor Schmid sein sollte. Ob er der Mannschaft mehr bringt als Dome.

Usswärtsfahrer
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Usswärtsfahrer »

Vargas hat geschrieben: 04.05.2026, 18:00 Ich staune immer wieder warum hier Lichtsteiner so schlecht geredet wird und man jetzt meint unter Magnin sei es besser gewesen. 
Bei den Siegen die Magnin eingefahren hat, waren die 2 besten Offensiv-Spieler Otele und Shaq immer auf dem Platz und haben entweder Tore oder Assists geliefert. 
Lichtsteiner musste ohne Otele und nun auch öfter ohne Shaq und Methino spielen. Trotzdem wurden mittlerweile 3 Spiele ohne Otele und  Shaq gewonnen. Für mich liefert SL mit dem schlechteren Kader gleich gute Resultate wie Magnin. Ich denke mit SL sind wir auf gutem Weg und wenn jemand wie Otele plus ein Stürmer mit Torriecher im Sommer dazukommen, bin ich noch mehr optimistisch.  

Bin absolut bei dir, bei allem. Ist doch hier häufig dasselbe, die Meinungen sind schnell gemacht und und nach einer Niederlage wird endlos übertrieben, wie scheisse alles ist. Paradebeispiel 3 Posts über deinem, man schaffts sogar einen überzeugenden Sieg gegen den Meister komplett schlechtzureden. Noch dümmer sind nur Konjunktive, dass wir unter Magnin besser dran wären.

Man könnte auch noch hinzufügen, dass die in der Vorrunde sehr stabile IV innert kürzester Zeit durch Abgänge und Verletzungen komplett wegbrach. Aber nein nein, alles nur Ausreden!

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Tsunami
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Tsunami »

Vargas hat geschrieben: 04.05.2026, 18:37
Tsunami hat geschrieben: 04.05.2026, 18:22 BAZ vom 26.04.:

"Ein anderer Personalentscheid beim FCB, der zu reden gibt, zeigt sich in der Startaufstellung. Hinten links verteidigt Moussa Cissé und nicht wie gewohnt Dominik Schmid. Dieser wird erst nach rund einer Stunde eingewechselt, als es bereits 0:2 steht. Lichtsteiner führt aus, dass er für die letzten fünf Spiele «die bestmögliche Frische und Intensität» auf dem Platz haben wolle – und sich daher für Cissé entschieden habe."

Das war nun wahrlich eine falsche Entscheidung.
Ok, aber im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer. Zudem haben wir die Fitness-Daten von Dome nie gesehen, mag ja sein, dass die Ende  April nicht so toll waren. Anyway, ich finde es richtig dass Cisse seine Chance hatte. Er hat sie nicht genutzt. Solche Erkenntnisse sind im Hinblick auf die nächste Saison auch wichtig.
Der Entscheid wurde schon VOR dem Spiel stark kritisiert. Weshalb? Weil Cissé kaum mal anährend an die Leistung von Dome kam.

Dome hatte kein gesundheitliches Problem. SL's Erklärung ist deshalb nicht nachvollziehbar, da die Mannschaft bis nächste Woche ein Spiel pro Woche hat. Wenn er diese Begründung nächste Woche geliefert hätte, in welcher wir drei Spiele innert 7 Tagen haben, hätte ich dies ja noch nachvollziehen können.
Aber kaum bei diesem 6-Punkte-Spiel gegen den FC Sion.
 

JackR
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von JackR »

Usswärtsfahrer hat geschrieben: 04.05.2026, 19:32Paradebeispiel 3 Posts über deinem, man schaffts sogar einen überzeugenden Sieg gegen den Meister komplett schlechtzureden.

Du meinst der Meister, welcher in den letzten 5 Spielen genau 3 Punkte geholt hat? Darfst gerne raten gegen wen :rolleyes:

Usswärtsfahrer hat geschrieben: 04.05.2026, 19:32Noch dümmer sind nur Konjunktive, dass wir unter Magnin besser dran wären.

Und am dümmsten, sind die Argumente, welche die miserablen Leistungen unter SL versuchen zu rechtfertigen.

Usswärtsfahrer hat geschrieben: 04.05.2026, 19:32 Man könnte auch noch hinzufügen, dass die in der Vorrunde sehr stabile IV innert kürzester Zeit durch Abgänge und Verletzungen komplett wegbrach. Aber nein nein, alles nur Ausreden!

Du lässt ja bei Magnin auch keine Ausreden gelten. Wieso sind diese nur bei SL erlaubt?

RotBlauStift
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von RotBlauStift »

footbâle hat geschrieben: 04.05.2026, 19:29 Die Frage ist nicht, wie gut oder schlecht Cissé war, sondern ob er erste Wahl vor Schmid sein sollte. Ob er der Mannschaft mehr bringt als Dome.
Diese Frage hat das Spiel definitiv beantwortet für alle, die es nicht wussten. Ich gehe aber davon aus, dass alle inklusive Lichtsteiner das eigentlich wussten und Schmid tatsächlich eine Pause brauchte. Ansonsten weiss ich auch nicht, was das Ziel ist. Der Fehler war imho Cissé zusammen mit Traoré auf einer Seite.
Lucas Giuven, NLB.

W_Shakespeare
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von W_Shakespeare »

Vargas hat geschrieben: 04.05.2026, 18:00 Ich staune immer wieder warum hier Lichtsteiner so schlecht geredet wird und man jetzt meint unter Magnin sei es besser gewesen. 
Weil es dies nun Mal unter allen OBJEKTIVEN Gesichtspunkten war. 
Ich glaube niemand sagt, es sei unter Magnin alles gut gewesen. Aber es war halt OBJEKTIV besser. Mehr herausgespielte Chancen, höherer xG, mehr Punkte, weniger Gegentore. 

Der Trainerwechsel zur absoluten Unzeit geschah ja zudem nur, weil man überzeugt war, dass selbst ein Trainer-Neuling das alles besser könne als Magnin. Die Frage wurde ja nun schon mehrmals gestellt, aber nie beantwortet: 
Was ist denn jetzt konkret und messbar besser geworden seit der scheinbar so dringend nötigen Entlassung von Magnin? 
Und was befähigt SL denn jetzt um als Trainer in die nächste Saison zu gehen, ausser sein Rentenvertrag? 
 

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Vargas
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Vargas »

W_Shakespeare hat geschrieben: 05.05.2026, 15:29 Und was befähigt SL denn jetzt um als Trainer in die nächste Saison zu gehen, ausser sein Rentenvertrag? 
Siege wie gegen Thun am Samstag!!
 

Gempenstollen
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Gempenstollen »

Vargas hat geschrieben: 05.05.2026, 16:46
W_Shakespeare hat geschrieben: 05.05.2026, 15:29 Und was befähigt SL denn jetzt um als Trainer in die nächste Saison zu gehen, ausser sein Rentenvertrag? 
Siege wie gegen Thun am Samstag!!
 

He??? Sieg durch: 1. unabhängige Motivation der Mannschaft durch Dome Schmid 2. knapp gegen Ende des Spiels durch brillante Einzelleistungen 3. durch Vorwärtspuschen der Mannschaft durch das Publikum ……. 99. durch den Einfluss des grimasseschneidendenden Amateurtrainers an der Seitenlinie

W_Shakespeare
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von W_Shakespeare »

Vargas hat geschrieben: 05.05.2026, 16:46
W_Shakespeare hat geschrieben: 05.05.2026, 15:29 Und was befähigt SL denn jetzt um als Trainer in die nächste Saison zu gehen, ausser sein Rentenvertrag? 
Siege wie gegen Thun am Samstag!!
Du meinst wohl Sieg. Also Singular. Weil der Plural kann ja offensichtlich noch nicht angewendet werden.  :p

Persönlich habe ich unter SL erst zwei gute Spiele gesehen. Das 3-3 gegen YB und jenes gegen Thun. Beide jedoch v.a. aufgrund der kämpferischen Leistung, spielerisch war es allerhöchstens ok. Die anderen 12 oder 13 Spiele kann man beim besten Willen nicht positiv werten. 
 

_droide
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von _droide »

«Ich habe Verständnis, dass es Kritik gibt»

Stephan Lichtsteiner (42) blickt im Interview mit Blick auf seine ersten vier Monate zurück. Wie er die enttäuschende Basler Saison erklärt. Und warum man seine Arbeit nicht nur an kurzfristigen Resultaten messen darf.

https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 35865.html (Abo)

Lalo86
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Lalo86 »

Stephan Lichtsteiner, noch drei Spiele bis zum Saisonende. Wie froh sind Sie, nach Ihrem turbulenten Start endlich durchschnaufen zu können?

Stephan Lichtsteiner: Ehrlichgesagt gar nicht. Wir wollten etwasGrosses erreichen. Das haben wir nicht geschafft. Darum ist es eineenttäuschende Saison, die zu Ende geht.

Trotzdem haben Sie endlich etwas Zeit, alles sacken zu lassen.

Es ist richtig, dass das vier intensive Monate waren. Aber ich kennedieses Business seit vielen Jahren sehr gut. Ich habe selbst aufeinem Level gespielt, wo das alles noch um ein Vielfaches grösserist. Darum brauche ich nicht viel Zeit, um das alles zu verarbeiten.

Wie zufrieden sind Sie mit den letzten Wochen?

Spielerisch sehe ich Schritte in die richtige Richtung, in die ich undmein Staff hinmöchten. Wir haben es aber noch zu selten über 90Minuten durchgezogen. Und wir haben einfach zu wenig Toregeschossen. Darum haben wir einige Punkte nicht nach Hause gebracht, die uns am Ende für Europa fehlen könnten.
Die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb wäre das Minimalziel gewesen.Da spielten viele Faktoren eine Rolle, mit denen wir leider nicht genug gut umgehen konnten. Das Team musste sich an einen neuen
Coach gewöhnen, es gab mehrere Last-Minute-Abgänge, wir hatten wichtige verletzte Spieler, viele englische Wochen gleich zu Beginn – es ist viel zusammengekommen. Das sind keine Ausreden, aber
Erklärungen. Den kurzfristigen Erfolg haben wir uns alle gewünscht. Im Wissen, dass es unter diesen Umständen schwierig, aber nicht unmöglich wird.

Mit diesen Problemen hatte auch Ludovic Magnin zu kämpfen. Trotzdem sprechen die Zahlen gegen Sie. Mit Ihrem Punkteschnitt liegen Sie deutlich hinter Ihrem Vorgänger.

Ich möchte mich nicht mit Ludo vergleichen, da auch die
Ausgangslagen komplett unterschiedlich waren. Wie gesagt, sind viele Faktoren zusammengekommen, und unser Fokus liegt nun darauf, diese Saison sorgfältig aufzuarbeiten. Ich bin überzeugt, dass
wir in der kommenden Spielzeit einen grossen Schritt nach vorne machen können, wenn jeder Einzelne seine Aufgaben konsequent angeht und die richtigen Lehren aus dieser Saison zieht. Unser Ziel ist es, so gut und resilient zu werden, dass man jegliche Widerstände
überwinden kann.

In Ihren ersten drei Spielen als FCB-Trainer mussten Sie gegen Pilsen, Thun und St. Gallen drei kapitale Niederlagen hinnehmen. Wäre es rückblickend besser gewesen, erst später zu übernehmen?

Wenn man den Fussball lebt und ein Verein wie der FC Basel anruft, mit dieser Geschichte, dieser Fankultur, diesem Standing, dann hört man sich die Sache mit Sicherheit an. Für mich war aber immer klar,
dass ich nur für ein langfristiges Projekt unterschreibe. Ich bin kein Feuerwehrmann, sondern stehe für harte, nachhaltige Arbeit und einhundertprozentige Identifikation mit dem Club. Natürlich war ich
mir der Situation bewusst, dass sofort drei entscheidende Spiele anstehen. Auch, dass wichtige Spieler verletzt sind oder und andere noch weggehen könnten, war mir klar. Ich wusste, dass es sehr schwierig wird, die Ziele zu erreichen. Aber wenn ich auf die Spiele zurückblicke, dann hätten wir auch jedes einzelne dieser drei Spiele
gewinnen können.

Trotzdem stehen Sie nach nur 16 Spielen bei vielen Fans bereits in der Kritik.

Wenn die Resultate ausbleiben, dann habe ich Verständnis dafür, dass es von Medien und Fans Kritik gibt. Gleichzeitig darf man den langfristigen Erfolg nicht nur an kurzfristigen Resultaten messen.
Wenn du etwas aufbauen willst, brauchst du mehr Zeit als sechs oder sieben Monate, dafür gibt es Beispiele genug. Hätte Arsenal den Trainer entlassen, stünde der Klub jetzt vielleicht nicht im Champions-League-Final und vor dem Gewinn des Meistertitels.

Wo ist Ihre Handschrift bereits zu erkennen?

Im Positionsspiel und in den Ballbesitz-Phasen sind Fortschritte erkennbar. Aber wir sind noch nicht da, wo wir gerne hin wollen. In den letzten Spielen zu Hause gegen YB und Thun hat man aber phasenweise schon einen Fussball gesehen, der die Leute mitreissen
kann. Wenn dieser noch etwas genauer und zielstrebiger wird, bin ich sehr zuversichtlich. Vor allem, wenn wir diese Pace über 90 Minuten gehen können.

Haben Sie in der kurzen Zeit als Profi-Trainer schon einen eigenen Führungsstil entwickeln können?

Nicht jeden Spieler kann man mit einer einfachen Ansprache motivieren. Darum will ich ein motivierendes Umfeld kreieren. Unter den richtigen Rahmenbedingungen kann ich den Spielern dann auch
gewisse Freiheiten gewähren. Ich möchte kein Polizist sein, der alles kontrolliert und Vorschriften macht. Ich möchte den Mannschaftsrat und die Spieler in gewisse Prozesse einbeziehen und ihnen auch Verantwortung übergeben.

Sie sprechen das Thema Motivation an. Von aussen wirkt es so, als wären einige Spieler nach dem letztjährigen Double etwas
zufrieden geworden. Hat der nötige Biss gefehlt?

Die Bestätigung einer Meistersaison ist noch herausfordernder wie der Titel an sich. Jeder Spieler muss in der kommenden Saison noch ein paar Prozente mehr geben, um den Erwartungen gerecht zu
werden. Bei Juventus hatte ich Teamkollegen wie Andrea Pirlo, Gianluigi Buffon oder Alessandro Del Piero, die jedes Jahr Titel gewonnen haben. Aber das hat nichts an ihrer Einstellung verändert. Klar, haben wir unsere Athletiktrainer verflucht, wenn wir bei im
Hochsommer Linienläufe machen mussten. Aber jeder einzelne Spieler hat seine Läufe gemacht. Weil jeder gewusst hat, dass du es nur so an eine Meisterfeier oder in den Champions- League-Final schaffst.

Und diese Einstellung fehlt Ihnen in Ihrem Team?

Das würde ich nicht sagen. Aber der Schweizer Fussball hat sich generell verändert. Du hast als junger Spieler viel schneller persönlichen Erfolg. Ich bin mit GC Meister geworden und war bei Lille in der Liga und der Champions League eine Saison lang Stammspieler, bevor ich mein erstes Länderspiel gemacht habe. Das
ist heute ganz anders, schon bei den Junioren kommt schnell das Thema Belastungssteuerung. Wenn du es aber irgendwann in eine Top-Liga schaffen willst, musst du immer Vollgas gehen können.

Was war Ihr grösste Fehler in Ihren ersten Monaten als FCB-Trainer?

Ich bin ein Mensch, der seine Entscheidungen sehr bewusst trifft und auch gut überlegt. Im Nachhinein kann man immer zum Schluss kommen, dass eine andere Entscheidung womöglich besser
gewesen wäre. Das ist aber immer hypothetisch.

Sie haben das Auswärtsspiel in Thun aufgrund Ihrer vierten Gelben Karte verpasst. Seither sind Sie nicht mehr verwarnt worden. Sind Sie etwas ruhiger geworden?

Das glaube ich nicht. Ich bin vom Charakter her kein Typ wie Ancelotti, sondern eher einer wie Simeone oder Conte. Wenn ich merke, dass es dem Team nicht läuft, versuche ich wenigstens an der Seitenlinie Vollgas zu geben. Hast du Erfolg, bist du automatisch
auch als Trainer entspannter.

Bei Ihrer Kommunikation haben Sie sich aber schon verändert. Seit einigen Wochen erscheinen Sie jeweils mit einem Notizblock zur Pressekonferenz.

Ich werde nie besonders Spass an Pressekonferenzen haben, aber sie gehören dazu. Zu Beginn habe ich vielleicht etwas unterschätzt, welche Wirkung meine Aussagen haben können. Aber ich bin
jemand, der gerne erzählt und versucht, Dinge zu erklären. Weil ich aber gemerkt habe, dass meine Aussagen anders aufgefasst werden
können, wie ich sie meinte, versuche ich mich inzwischen etwas kürzer und präziser zu halten.

Beziehen Sie sich damit auf Ihre Warmwetter-Aussage nach der Niederlage in St. Gallen?

Nein, das war etwas anders. Dort habe ich nach dem Spiel dreimal das praktisch identische Interview gegeben. In den ersten beiden habe ich besser erklärt, was ich damit meine. Im dritten war ich dann
schon etwas rede-müde und habe meine Aussagen darum etwas abgekürzt, wodurch man diese missverstehen konnte. Das, was
danach daraus gemacht worden ist, muss ich dann akzeptieren.

Wie wichtig ist Ihnen, wie Sie bei den Fans wahrgenommen werden?

Ich möchte glückliche Gesichter im Stadion sehen. Fans, die sich auf unsere Spiele freuen und zufrieden wieder nach Hause gehen. Das erreichen wir nur mit einem guten Fussball und positiven Resultaten.
Ob jemandem mein Outfit gefällt oder wie ich mich an der Seitenlinieverhalte, interessiert mich weniger.

Die Klubführung hat Ihnen bislang bei jeder Gelegenheit den Rücken gestärkt. Nun werden Sie erstmals eine Vorbereitung zur Verfügung haben. Das heisst aber auch, dass Sie jetzt liefern müssen. Einverstanden?

Natürlich wird das Folgen haben, wenn wir in der nächsten Saison nach zehn Spielen auf einem Abstiegsplatz stehen. Es ist aber auch
immer die Frage, wann die Mannschaft steht. Wenn ich sechs Wochen mit der gleichen Mannschaft arbeiten kann, bin ich sehr zuversichtlich. Wenn Ende August aber plötzlich 20 neue Spieler dastehen, braucht es mehr Zeit.

Dass die besten Spieler den Klub immer wieder verlassen, ist das Los eines FCB-Trainers.

Der FCB hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Es steht keine Mäzenin mehr hinter dem Klub, die sagt, wir kaufen die besten Spieler. Heute holt der FCB junge Talente und entwickelt diese
weiter. Und das deckt sich zu 100 Prozent mit meiner Philosophie. Es beisst sich aber, wenn man später alle wieder für Millionensummen verkaufen will, gleichzeitig aber auch einen nachhaltigen sportlichen
Erfolg möchte. Du kannst nicht immer beides haben. Wenn du Entscheide aus finanziellen Gründen triffst, darfst du die Mannschaft und den Trainer nicht nur am sportlichen Erfolg messen.

Wie kann der FCB dieses Problem lösen?

Du brauchst ein gutes Fundament. Es gibt auch Spieler, die den nächsten Schritt von Basel weg gar nicht machen möchten. Schliesslich ist der FCB bereits eine Top-Adresse. Wir müssen dahin
kommen, dass wir jede Saison garantiert unter die Top 3 kommen und um Titel mitspielen können. Unabhängig davon, dass die besten Spieler den Klub verlassen.

Laut Blick-Infos könnten im Sommer aber bis zu 15 Spieler den Klub verlassen. Zum Trainingsstart im Juni dürfte das Kader noch lange nicht stehen.

Uns ist allen klar, dass in diesem Transferfenster etwas passieren muss. Einige Spieler werden den FCB verlassen. Ich glaube aber nicht, dass es am Ende 15 Spieler sein werden. Wir werden einen guten Kern behalten und mit einigen Verstärkungen eine gute Basis
legen können. Daran ändert auch der Abgang von Daniel Stucki nichts.

Trotzdem haben Sie zuletzt erklärt, dass Sie seine Entscheidung sehr bedauern.

Ich kenne Dani seit meiner Zeit im Nachwuchs und hätte gerne noch lange mit ihm zusammengearbeitet. Aber er hat sich entschieden, etwas anders zu machen. Das gilt es zu respektieren und auch seinen Beitrag zum letztjährigen Double-Sieg zu anerkennen.

Ihr Bruder Marco Lichtsteiner ist als Berater tätig. Welche Rolle spielt er, solange der FCB ohne Sportchef dasteht?

Mein Bruder weiss, welchen Fussball ich spielen möchte. Darum macht er mich auch mal auf einen Spieler aufmerksam. Schlussendlich laufen aber alle Transfers immer über den Klub. Mein Bruder hat keinerlei Verbindung zum FCB – ausser dass er mich
berät.

Mit Yann Sommer berät Ihr Bruder auch den Wunsch-Goalie von FCB- Verwaltungsratspräsident David Degen.
Erhöht das die Chancen für eine Rückkehr nach Basel?

Da waren wir dran, aber das wird sehr schwer. (lacht) Yann würde natürlich ein Goalie-Profil mitbringen, das wir suchen. Aber wir befinden uns da in einer Preiskategorie, in der der FCB aktuell nicht mithalten kann. Und Yann ist auch sportlich nach wie vor auf einem
absoluten Toplevel.

Mit Xherdan Shaqiri hat der FCB ja schon einen Grossverdiener auf der Lohnliste. Wie hat sich Ihr Verhältnis zu ihm verändert, seit Sie nicht mehr sein Mitspieler, sondern sein Trainer sind?

Es ist nicht anders als früher. Wir wissen beide, wie man Titel gewinnt und was es für den Erfolg braucht. Darum ist mir seine Meinung und der Austausch mit Shaq sehr wichtig. Das war als Spieler so und ist nun auch in diesem Verhältnis so.

In welcher Rolle planen Sie mit ihm in der nächsten Saison?

In der letzten Saison hatte er 43 Skorerpunkte – ein fantastischer Wert. Aber der FCB darf nicht derart abhängig von ihm sein, was es auch für ihn einfacher machen würde. Nichtsdestotrotz ist Shaq noch immer ein Spieler, der in jedem Spiel den Unterschied
ausmachen kann. Mein Spiel ist geprägt von einer hohen Intensität. Aber das versuche ich auch an ihn anzupassen. Mit seinen Qualitäten und seinem Leadership kann er auch nächste Saison eine
wichtige Rolle spielen.

Auch über seine Vertragslaufzeit bis 2027 hinaus?

Das müssen Shaq und der Klub miteinander ausmachen. Da habe ich keinen grossen Einfluss. Ich kann nur meinen Wunsch abgeben.

Und der wäre?

Er kann jedem Team helfen. Wenn er den Aufwand weiterhin betreiben möchte, sage ich sicher nicht n

EffCeeBee
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von EffCeeBee »

Tönt doch ganz vernünftig.

Usswärtsfahrer
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Usswärtsfahrer »

Lalo86 hat geschrieben: 10.05.2026, 11:30

Vielen Dank fürs Teilen.

Ich mag ihn einfach. Wohl jetzt beim FCB aus denselben Gründen, aus denen ich ihn als Spieler nicht leiden konnte. Humorlose Verbissenheit, totale Erfolgsorientierung, die ich ihm zu 100% abnehme, seine Spielerkarriere spricht für sich. Und am Ende will ich unseren FCB immer gewinnen und zuoberst sehen, deshalb bin ich nach wie vor überzeugt von Lichtsteiner.

Aber: in der Theorie klingt vieles zu Identifikation, Motivation und Analyse der letzten Monate für mich wirklich gut, aber in der Umsetzung siehts bis jetzt weniger toll aus. Trotzdem bin ich bereit, ihm nach den selten ungünstigen Startbedingungen weiterhin Zeit zu geben - aber auch das nicht ewig: am Ende ist Lichtsteiner Trainer beim FC Basel und der Erfolg muss in absehbarer Zeit kommen, jahrelang Zeit bekommt er weder von den Fans noch von der sportlichen Leitung.

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Konter
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Konter »

Usswärtsfahrer hat geschrieben: 10.05.2026, 13:57
Lalo86 hat geschrieben: 10.05.2026, 11:30  

Vielen Dank fürs Teilen.

Ich mag ihn einfach. Wohl jetzt beim FCB aus denselben Gründen, aus denen ich ihn als Spieler nicht leiden konnte. Humorlose Verbissenheit, totale Erfolgsorientierung, die ich ihm zu 100% abnehme, seine Spielerkarriere spricht für sich. Und am Ende will ich unseren FCB immer gewinnen und zuoberst sehen, deshalb bin ich nach wie vor überzeugt von Lichtsteiner.

Aber: in der Theorie klingt vieles zu Identifikation, Motivation und Analyse der letzten Monate für mich wirklich gut, aber in der Umsetzung siehts bis jetzt weniger toll aus. Trotzdem bin ich bereit, ihm nach den selten ungünstigen Startbedingungen weiterhin Zeit zu geben - aber auch das nicht ewig: am Ende ist Lichtsteiner Trainer beim FC Basel und der Erfolg muss in absehbarer Zeit kommen, jahrelang Zeit bekommt er weder von den Fans noch von der sportlichen Leitung.
Diese Eigenschaften sind Qualitäten und machen dich als Spieler, wenn du nur für deine eigene Performance verantwortlich bist, definitiv besser.
 
Als erfolgreicher Trainer brauchst du diese Attribute natürlich auch, aber diese alleine bringen noch keinen Erfolg. Neben taktischem Verständnis braucht es auch die pädagogischen und sozialen Skills, diese den Spielern zu vermitteln. Und ob Lichti diese hat, bin ich mir noch nicht sicher. 
 

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Nii
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Nii »

Schade, das ist eine klare Feststellung von ihm, dass Sommer nicht zurückkommt. 

patiscat
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von patiscat »

Nii hat geschrieben: 10.05.2026, 14:32 Schade, das ist eine klare Feststellung von ihm, dass Sommer nicht zurückkommt. 
mir ist es lieber, dass man es als schwierig verkauft, als das man die Hoffnungen schürt.
 

Zeno
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Zeno »

Lalo86 hat geschrieben: 10.05.2026, 11:30 Stephan Lichtsteiner, noch drei Spiele bis zum Saisonende. Wie froh sind Sie, nach Ihrem turbulenten Start endlich durchschnaufen zu können?

Stephan Lichtsteiner: Ehrlichgesagt gar nicht. Wir wollten etwasGrosses erreichen. Das haben wir nicht geschafft. Darum ist es eineenttäuschende Saison, die zu Ende geht.

Trotzdem haben Sie endlich etwas Zeit, alles sacken zu lassen.

Es ist richtig, dass das vier intensive Monate waren. Aber ich kennedieses Business seit vielen Jahren sehr gut. Ich habe selbst aufeinem Level gespielt, wo das alles noch um ein Vielfaches grösserist. Darum brauche ich nicht viel Zeit, um das alles zu verarbeiten.

Wie zufrieden sind Sie mit den letzten Wochen?

Spielerisch sehe ich Schritte in die richtige Richtung, in die ich undmein Staff hinmöchten. Wir haben es aber noch zu selten über 90Minuten durchgezogen. Und wir haben einfach zu wenig Toregeschossen. Darum haben wir einige Punkte nicht nach Hause gebracht, die uns am Ende für Europa fehlen könnten.
Die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb wäre das Minimalziel gewesen.Da spielten viele Faktoren eine Rolle, mit denen wir leider nicht genug gut umgehen konnten. Das Team musste sich an einen neuen
Coach gewöhnen, es gab mehrere Last-Minute-Abgänge, wir hatten wichtige verletzte Spieler, viele englische Wochen gleich zu Beginn – es ist viel zusammengekommen. Das sind keine Ausreden, aber
Erklärungen. Den kurzfristigen Erfolg haben wir uns alle gewünscht. Im Wissen, dass es unter diesen Umständen schwierig, aber nicht unmöglich wird.

Mit diesen Problemen hatte auch Ludovic Magnin zu kämpfen. Trotzdem sprechen die Zahlen gegen Sie. Mit Ihrem Punkteschnitt liegen Sie deutlich hinter Ihrem Vorgänger.

Ich möchte mich nicht mit Ludo vergleichen, da auch die
Ausgangslagen komplett unterschiedlich waren. Wie gesagt, sind viele Faktoren zusammengekommen, und unser Fokus liegt nun darauf, diese Saison sorgfältig aufzuarbeiten. Ich bin überzeugt, dass
wir in der kommenden Spielzeit einen grossen Schritt nach vorne machen können, wenn jeder Einzelne seine Aufgaben konsequent angeht und die richtigen Lehren aus dieser Saison zieht. Unser Ziel ist es, so gut und resilient zu werden, dass man jegliche Widerstände
überwinden kann.

In Ihren ersten drei Spielen als FCB-Trainer mussten Sie gegen Pilsen, Thun und St. Gallen drei kapitale Niederlagen hinnehmen. Wäre es rückblickend besser gewesen, erst später zu übernehmen?

Wenn man den Fussball lebt und ein Verein wie der FC Basel anruft, mit dieser Geschichte, dieser Fankultur, diesem Standing, dann hört man sich die Sache mit Sicherheit an. Für mich war aber immer klar,
dass ich nur für ein langfristiges Projekt unterschreibe. Ich bin kein Feuerwehrmann, sondern stehe für harte, nachhaltige Arbeit und einhundertprozentige Identifikation mit dem Club. Natürlich war ich
mir der Situation bewusst, dass sofort drei entscheidende Spiele anstehen. Auch, dass wichtige Spieler verletzt sind oder und andere noch weggehen könnten, war mir klar. Ich wusste, dass es sehr schwierig wird, die Ziele zu erreichen. Aber wenn ich auf die Spiele zurückblicke, dann hätten wir auch jedes einzelne dieser drei Spiele
gewinnen können.

Trotzdem stehen Sie nach nur 16 Spielen bei vielen Fans bereits in der Kritik.

Wenn die Resultate ausbleiben, dann habe ich Verständnis dafür, dass es von Medien und Fans Kritik gibt. Gleichzeitig darf man den langfristigen Erfolg nicht nur an kurzfristigen Resultaten messen.
Wenn du etwas aufbauen willst, brauchst du mehr Zeit als sechs oder sieben Monate, dafür gibt es Beispiele genug. Hätte Arsenal den Trainer entlassen, stünde der Klub jetzt vielleicht nicht im Champions-League-Final und vor dem Gewinn des Meistertitels.

Wo ist Ihre Handschrift bereits zu erkennen?

Im Positionsspiel und in den Ballbesitz-Phasen sind Fortschritte erkennbar. Aber wir sind noch nicht da, wo wir gerne hin wollen. In den letzten Spielen zu Hause gegen YB und Thun hat man aber phasenweise schon einen Fussball gesehen, der die Leute mitreissen
kann. Wenn dieser noch etwas genauer und zielstrebiger wird, bin ich sehr zuversichtlich. Vor allem, wenn wir diese Pace über 90 Minuten gehen können.

Haben Sie in der kurzen Zeit als Profi-Trainer schon einen eigenen Führungsstil entwickeln können?

Nicht jeden Spieler kann man mit einer einfachen Ansprache motivieren. Darum will ich ein motivierendes Umfeld kreieren. Unter den richtigen Rahmenbedingungen kann ich den Spielern dann auch
gewisse Freiheiten gewähren. Ich möchte kein Polizist sein, der alles kontrolliert und Vorschriften macht. Ich möchte den Mannschaftsrat und die Spieler in gewisse Prozesse einbeziehen und ihnen auch Verantwortung übergeben.

Sie sprechen das Thema Motivation an. Von aussen wirkt es so, als wären einige Spieler nach dem letztjährigen Double etwas
zufrieden geworden. Hat der nötige Biss gefehlt?

Die Bestätigung einer Meistersaison ist noch herausfordernder wie der Titel an sich. Jeder Spieler muss in der kommenden Saison noch ein paar Prozente mehr geben, um den Erwartungen gerecht zu
werden. Bei Juventus hatte ich Teamkollegen wie Andrea Pirlo, Gianluigi Buffon oder Alessandro Del Piero, die jedes Jahr Titel gewonnen haben. Aber das hat nichts an ihrer Einstellung verändert. Klar, haben wir unsere Athletiktrainer verflucht, wenn wir bei im
Hochsommer Linienläufe machen mussten. Aber jeder einzelne Spieler hat seine Läufe gemacht. Weil jeder gewusst hat, dass du es nur so an eine Meisterfeier oder in den Champions- League-Final schaffst.

Und diese Einstellung fehlt Ihnen in Ihrem Team?

Das würde ich nicht sagen. Aber der Schweizer Fussball hat sich generell verändert. Du hast als junger Spieler viel schneller persönlichen Erfolg. Ich bin mit GC Meister geworden und war bei Lille in der Liga und der Champions League eine Saison lang Stammspieler, bevor ich mein erstes Länderspiel gemacht habe. Das
ist heute ganz anders, schon bei den Junioren kommt schnell das Thema Belastungssteuerung. Wenn du es aber irgendwann in eine Top-Liga schaffen willst, musst du immer Vollgas gehen können.

Was war Ihr grösste Fehler in Ihren ersten Monaten als FCB-Trainer?

Ich bin ein Mensch, der seine Entscheidungen sehr bewusst trifft und auch gut überlegt. Im Nachhinein kann man immer zum Schluss kommen, dass eine andere Entscheidung womöglich besser
gewesen wäre. Das ist aber immer hypothetisch.

Sie haben das Auswärtsspiel in Thun aufgrund Ihrer vierten Gelben Karte verpasst. Seither sind Sie nicht mehr verwarnt worden. Sind Sie etwas ruhiger geworden?

Das glaube ich nicht. Ich bin vom Charakter her kein Typ wie Ancelotti, sondern eher einer wie Simeone oder Conte. Wenn ich merke, dass es dem Team nicht läuft, versuche ich wenigstens an der Seitenlinie Vollgas zu geben. Hast du Erfolg, bist du automatisch
auch als Trainer entspannter.

Bei Ihrer Kommunikation haben Sie sich aber schon verändert. Seit einigen Wochen erscheinen Sie jeweils mit einem Notizblock zur Pressekonferenz.

Ich werde nie besonders Spass an Pressekonferenzen haben, aber sie gehören dazu. Zu Beginn habe ich vielleicht etwas unterschätzt, welche Wirkung meine Aussagen haben können. Aber ich bin
jemand, der gerne erzählt und versucht, Dinge zu erklären. Weil ich aber gemerkt habe, dass meine Aussagen anders aufgefasst werden
können, wie ich sie meinte, versuche ich mich inzwischen etwas kürzer und präziser zu halten.

Beziehen Sie sich damit auf Ihre Warmwetter-Aussage nach der Niederlage in St. Gallen?

Nein, das war etwas anders. Dort habe ich nach dem Spiel dreimal das praktisch identische Interview gegeben. In den ersten beiden habe ich besser erklärt, was ich damit meine. Im dritten war ich dann
schon etwas rede-müde und habe meine Aussagen darum etwas abgekürzt, wodurch man diese missverstehen konnte. Das, was
danach daraus gemacht worden ist, muss ich dann akzeptieren.

Wie wichtig ist Ihnen, wie Sie bei den Fans wahrgenommen werden?

Ich möchte glückliche Gesichter im Stadion sehen. Fans, die sich auf unsere Spiele freuen und zufrieden wieder nach Hause gehen. Das erreichen wir nur mit einem guten Fussball und positiven Resultaten.
Ob jemandem mein Outfit gefällt oder wie ich mich an der Seitenlinieverhalte, interessiert mich weniger.

Die Klubführung hat Ihnen bislang bei jeder Gelegenheit den Rücken gestärkt. Nun werden Sie erstmals eine Vorbereitung zur Verfügung haben. Das heisst aber auch, dass Sie jetzt liefern müssen. Einverstanden?

Natürlich wird das Folgen haben, wenn wir in der nächsten Saison nach zehn Spielen auf einem Abstiegsplatz stehen. Es ist aber auch
immer die Frage, wann die Mannschaft steht. Wenn ich sechs Wochen mit der gleichen Mannschaft arbeiten kann, bin ich sehr zuversichtlich. Wenn Ende August aber plötzlich 20 neue Spieler dastehen, braucht es mehr Zeit.

Dass die besten Spieler den Klub immer wieder verlassen, ist das Los eines FCB-Trainers.

Der FCB hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Es steht keine Mäzenin mehr hinter dem Klub, die sagt, wir kaufen die besten Spieler. Heute holt der FCB junge Talente und entwickelt diese
weiter. Und das deckt sich zu 100 Prozent mit meiner Philosophie. Es beisst sich aber, wenn man später alle wieder für Millionensummen verkaufen will, gleichzeitig aber auch einen nachhaltigen sportlichen
Erfolg möchte. Du kannst nicht immer beides haben. Wenn du Entscheide aus finanziellen Gründen triffst, darfst du die Mannschaft und den Trainer nicht nur am sportlichen Erfolg messen.

Wie kann der FCB dieses Problem lösen?

Du brauchst ein gutes Fundament. Es gibt auch Spieler, die den nächsten Schritt von Basel weg gar nicht machen möchten. Schliesslich ist der FCB bereits eine Top-Adresse. Wir müssen dahin
kommen, dass wir jede Saison garantiert unter die Top 3 kommen und um Titel mitspielen können. Unabhängig davon, dass die besten Spieler den Klub verlassen.

Laut Blick-Infos könnten im Sommer aber bis zu 15 Spieler den Klub verlassen. Zum Trainingsstart im Juni dürfte das Kader noch lange nicht stehen.

Uns ist allen klar, dass in diesem Transferfenster etwas passieren muss. Einige Spieler werden den FCB verlassen. Ich glaube aber nicht, dass es am Ende 15 Spieler sein werden. Wir werden einen guten Kern behalten und mit einigen Verstärkungen eine gute Basis
legen können. Daran ändert auch der Abgang von Daniel Stucki nichts.

Trotzdem haben Sie zuletzt erklärt, dass Sie seine Entscheidung sehr bedauern.

Ich kenne Dani seit meiner Zeit im Nachwuchs und hätte gerne noch lange mit ihm zusammengearbeitet. Aber er hat sich entschieden, etwas anders zu machen. Das gilt es zu respektieren und auch seinen Beitrag zum letztjährigen Double-Sieg zu anerkennen.

Ihr Bruder Marco Lichtsteiner ist als Berater tätig. Welche Rolle spielt er, solange der FCB ohne Sportchef dasteht?

Mein Bruder weiss, welchen Fussball ich spielen möchte. Darum macht er mich auch mal auf einen Spieler aufmerksam. Schlussendlich laufen aber alle Transfers immer über den Klub. Mein Bruder hat keinerlei Verbindung zum FCB – ausser dass er mich
berät.

Mit Yann Sommer berät Ihr Bruder auch den Wunsch-Goalie von FCB- Verwaltungsratspräsident David Degen.
Erhöht das die Chancen für eine Rückkehr nach Basel?

Da waren wir dran, aber das wird sehr schwer. (lacht) Yann würde natürlich ein Goalie-Profil mitbringen, das wir suchen. Aber wir befinden uns da in einer Preiskategorie, in der der FCB aktuell nicht mithalten kann. Und Yann ist auch sportlich nach wie vor auf einem
absoluten Toplevel.

Mit Xherdan Shaqiri hat der FCB ja schon einen Grossverdiener auf der Lohnliste. Wie hat sich Ihr Verhältnis zu ihm verändert, seit Sie nicht mehr sein Mitspieler, sondern sein Trainer sind?

Es ist nicht anders als früher. Wir wissen beide, wie man Titel gewinnt und was es für den Erfolg braucht. Darum ist mir seine Meinung und der Austausch mit Shaq sehr wichtig. Das war als Spieler so und ist nun auch in diesem Verhältnis so.

In welcher Rolle planen Sie mit ihm in der nächsten Saison?

In der letzten Saison hatte er 43 Skorerpunkte – ein fantastischer Wert. Aber der FCB darf nicht derart abhängig von ihm sein, was es auch für ihn einfacher machen würde. Nichtsdestotrotz ist Shaq noch immer ein Spieler, der in jedem Spiel den Unterschied
ausmachen kann. Mein Spiel ist geprägt von einer hohen Intensität. Aber das versuche ich auch an ihn anzupassen. Mit seinen Qualitäten und seinem Leadership kann er auch nächste Saison eine
wichtige Rolle spielen.

Auch über seine Vertragslaufzeit bis 2027 hinaus?

Das müssen Shaq und der Klub miteinander ausmachen. Da habe ich keinen grossen Einfluss. Ich kann nur meinen Wunsch abgeben.

Und der wäre?

Er kann jedem Team helfen. Wenn er den Aufwand weiterhin betreiben möchte, sage ich sicher nicht n

"Wenn du etwas aufbauen willst, brauchst du mehr Zeit als sechs oder sieben Monate, dafür gibt es Beispiele genug. Hätte Arsenal den Trainer entlassen, stünde der Klub jetzt vielleicht nicht im Champions-League-Final und vor dem Gewinn des Meistertitels."

Genau solche Vergleiche und sein konstantes schwelgen in alten Zeiten nervt. Als Spieler bei Juve blablaba...Pirlo blababa...bringt alles nichts und macht unseren Profis offensichtlich auch keinen Eindruck....Wenn er schon erklären will, dass ein Trainer etwas Zeit braucht hätte er Maassen von SG nehmen können...dieser Vergleich wäre statthaft. Alles Andere wie Arsenal etc ist Grössenwahn od Überheblich od was auch immer. Fakt ist: bis jetzt hat er 0 geliefert. Man sieht auch keine Fortschritte im Team.

Gempenstollen
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Gempenstollen »

Vergesst den …..so lange halten wir noch durch ….ein verbaler Volltrottel vor dem Herrn 🤗

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Nii
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Nii »

Irgendwie sehe ich keine Argumente (auf dem Platz), mit ihm in die nächste Saison zu gehen...

Yazid
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Yazid »

Ok, iebig abbräche... Aber subito!

NaSrI
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von NaSrI »

Weg mit dem, sofort!

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nobilissa
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von nobilissa »

Ich plädiere für Kontinuität.

NaSrI
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von NaSrI »

nobilissa hat geschrieben: 10.05.2026, 18:14 Ich plädiere für Kontinuität.

Gerne mit einem Trainer mit Format.

Leon34
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Leon34 »

Wünsche mir Sforza zurück

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andreas
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von andreas »

nobilissa hat geschrieben: 10.05.2026, 18:14 Ich plädiere für Kontinuität.

Dafür müsste zuerst so ziemlich alles ändern beim FCB.
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Yazid
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Yazid »

Was stoht jetz ächtsch in sim notizblöckli?

ImmerLüüter
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von ImmerLüüter »

so no 2 spiel (hoffi schwer) den isch dä gschicht....

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Schambbediss
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Re: Stephan Lichtsteiner

Beitrag von Schambbediss »

wenn wir mit dem in die neue saison gehen fliegt uns das spätestens im herbst bös' um die ohren.

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