Volksabstimmung vom 28. November 2021

Der Rest...

Volksabstimmung vom 28. November 2021

Pflegeinitiative - Ja
44
23%
Pflegeinitiative - Nein
20
10%
Justiz-Initiative - Ja
17
9%
Justiz-Initiative - Nein
42
22%
Änderung vom 19. März 2021 des Covid-19-Gesetzes - Ja
48
25%
Änderung vom 19. März 2021 des Covid-19-Gesetzes - Nein
20
10%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 191

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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

@Konter

Ich bin hier einer der wenigen, die die Jungen vorbehaltlos in Schutz nimmt! In der Pflicht ist deren aktuelle Elterngeneration, die an der Wissensvermittlung scheitert, aus Desinteresse oder woran auch immer. Die die ganze Erziehungsarbeit der Schule und Lehrerschaft aufbürdet. Weil es bequemer ist, als selber hart durchzugreifen. Weil in Gewissens Kulturkreisen Buben unangreifbar sind und Mädchen, selbst wenn sie intelligenter sind, nichts zu sagen haben. Weil Eltern heute mit dem Anwalt kommen, wenn die Schule durchgreift. Weil diese Elterngeneration ihre Bildung aus dem Fernsehen, von Bärbel Schäfer und Galileo hat. Und nein, Galileo hat nichts mit Bildung zu tun!

Das bewegte Bild hat in seiner relativ kurzen Zeit eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, die beispiellos ist. Da gibt es nichts zu relativieren. Trump? Wäre ohne Fernsehen nie passiert. Hitler? Ohne Wochenschau in seiner letzten Konsequenz kaum vorstellbar. Badran? Ohne SRG bloss eine verwirrte Liesel, die im Politbetrieb hartes Brot kauen müsste. Oder irgendwo Schulpflegepräsidentin wäre. Blocher? Die Gefährder? Sie hätten nie den gleichen Einfluss in einer Welt ohne Bewegtbild mit Ton. Wer muss sich heute noch vertieft mit einem Thema auseinandersetzen, wenn es auf Energy in praktischen und leichtverdaulichen Häppchen serviert wird. Allein der Fakt, dass von der Elefantenrunde am WE das Eier-Zitat viral gegangen ist, spricht für meine These, dass Fernsehen das Volk verdummt.

Und das mit dem ohne Strom leben war dahingehend gefragt, wie wir ALLE ohne Aussicht, je wieder ein funktionierendes Stromnetz zu haben, überleben würden. Nach den Plünderungen. Ein paar Wochen später. Also ich kann ohne Streichhölzer und Taschendrachen Feuer machen. Weiss, wie man Lebensmittel haltbar und Wasser trinkbar macht. Kann Sachen flicken und Wunden behandeln. Dinge reparieren. Und mich allein in einem Baumhaus mit einem Buch von der Realität ausklinken. 😉
„Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich bin Punk."

An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern. (Erich Kästner)

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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

@Lällekönig

Das Buch hat gegenüber dem Fernsehen eigentlich nur Vorteile. Es wird niemand gezwungen, zu lesen. Aber du merkst es jemandem an, der lesefrei lebt. Seine Sprachduktus ist eingeschränkt. Das Weltbild unflexibel. Der schriftliche Ausdruck limitiert. Fernsehen ist der Feind der Fantasie, Buchschund ist relativ, Fernsehschund massiv! Bezüglich Wirkungsgrad. Allein schon der Gsdsnke, wie viele Menschen täglich stundenlang(!!!) Fernsehen, das macht nicht schlauer, das macht abhängig und die Süchtigen beeinflussbar für Menschenfänger. Es gibt fast keinen Grund, der für das Medium Fernsehen spricht.
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Lällekönig
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Lällekönig »

Somnium hat geschrieben: 30.11.2021, 12:05 @Lällekönig

Das Buch hat gegenüber dem Fernsehen eigentlich nur Vorteile. Es wird niemand gezwungen, zu lesen. Aber du merkst es jemandem an, der lesefrei lebt. Seine Sprachduktus ist eingeschränkt. Das Weltbild unflexibel. Der schriftliche Ausdruck limitiert. Fernsehen ist der Feind der Fantasie, Buchschund ist relativ, Fernsehschund massiv! Bezüglich Wirkungsgrad. Allein schon der Gsdsnke, wie viele Menschen täglich stundenlang(!!!) Fernsehen, das macht nicht schlauer, das macht abhängig und die Süchtigen beeinflussbar für Menschenfänger. Es gibt fast keinen Grund, der für das Medium Fernsehen spricht.
Ich finde es falsch, Dinge gegeneinander auszuspielen, einen absoluten Gewinner zu küren und dem Verlierer jegliche Existenzberechtigung abschreiben zu wollen. Die ersten Illustrationen in Büchern wurden auch als dem Wort unterlegen betrachtet. Heute greifen naturwissenschaftliche Bücher fast immer auf Illustrationen zurück, um die beschriebenen Sachverhalte bildlich zu ergänzen. Ähnliches Potenzial stelle ich bei bewegten Bildern fest. Gerade zum Verständnis von dynamischen Systemen mit hoher Komplexität können diese eine riesige Ergänzung zum Wort und zum statischen Bild darstellen.

Worin wir uns aber einig sind ist, dass aktive Neugier und Lernhunger die besseren Leitfäden bilden, als passive Ablenkung und Berieselung. Und dass von bewegten Bildern die grössere Gefahr ausgeht, da sie weniger Aktivität erfordern.

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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

@Lällekönig

Das ist jetzt aber schon ein ziemlich gewagter Stunt, wenn du Buchillustrationen mit Bewegtbild vergleichst.

Die Buchillustration ist ein Dokument, auf das du meistens sehr lange zurückgreifen kannst. Das ist Bewegtbild meistens nicht (oder nur mit grossem Aufwand). Auch kannst du Bewegtbild einfacher manipulieren und mit dem Bewegtbild eine falsche Relevanz generieren. Nicht zuletzt wurden meistens Bücher (und Bilder) verbrannt und wohl noch nie Fernseher oder Computermonitore. Ich will nicht das eine Medium gegen das andere ausspielen, aber wie oft hörst du Menschen sagen, „muss heute Abend Sendung X schauen“ und wie oft „muss heute Abend noch das Buch X lesen“? Es gibt Public Viewing aber kein Public Reading. Die Verlautbarungen des Bundesrates kommen im Bewegtbild in die gute Stube. Was würde wohl passieren, wenn sie einfach nur im Wortlaut zum lesen veröffentlicht würden? Wenn Lauterbacher mal einfach ein halbes Jahr nur noch schreibend zu Wort kommen dürfte? Ist Politik Unterhaltung (im Sinne von unten halten), von Bewegtbild-Redaktionen geskriptet? Oder ist Politik Dienst am Volk und die Aufgabe der (Bewegtbild-)Medien die Sicherstellung des Rechtsstaates im Sinne der Wähler?

Heute ist es doch so, dass sich der Staat der Medien bedient. Dieser Sachverhalt lässt sich nur mit Bewegtbild ermöglichen!
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Lällekönig »

Somnium hat geschrieben: 30.11.2021, 16:38Das ist jetzt aber schon ein ziemlich gewagter Stunt, wenn du Buchillustrationen mit Bewegtbild vergleichst.
Was ist an einem Vergleich unangebracht? Ich setze sie ja nicht gleich.

Somnium hat geschrieben: 30.11.2021, 16:38Die Buchillustration ist ein Dokument, auf das du meistens sehr lange zurückgreifen kannst. Das ist Bewegtbild meistens nicht (oder nur mit grossem Aufwand). Auch kannst du Bewegtbild einfacher manipulieren und mit dem Bewegtbild eine falsche Relevanz generieren.
Dir ist schon bewusst, dass auch ein statisches Bild falsche Relevanz generieren kann?

Somnium hat geschrieben: 30.11.2021, 16:38Nicht zuletzt wurden meistens Bücher (und Bilder) verbrannt und wohl noch nie Fernseher oder Computermonitore. Ich will nicht das eine Medium gegen das andere ausspielen, aber wie oft hörst du Menschen sagen, „muss heute Abend Sendung X schauen“ und wie oft „muss heute Abend noch das Buch X lesen“? Es gibt Public Viewing aber kein Public Reading. Die Verlautbarungen des Bundesrates kommen im Bewegtbild in die gute Stube. Was würde wohl passieren, wenn sie einfach nur im Wortlaut zum lesen veröffentlicht würden? Wenn Lautetbacher mal einfach ein halbes Jahr nur noch schreibend zu Wort kommen dürfte? Ist Politik Unterhaltung (im Sinne von unten halten), von Bewegtbild-Redaktionen geskriptet? Oder ist Politik Dienst am Volk und die Aufgabe der (Bewegtbild-)Medien die Sicherstellung des Rechtsstaates im Sinne der Wähler?
Über die Bedeutung des Mediums Buch müssen wir kaum streiten, da sind wir uns wahrscheinlich einig. Ich versuche nur zu Ergänzen, dass bewegte Bilder nicht «keine Bedeutung» haben, wie es deine zT überschwängliche Rhetorik suggeriert.

Somnium hat geschrieben: 30.11.2021, 16:38Heute ist es doch so, dass sich der Staat der Medien bedient. Dieser Sachverhalt lässt sich nur mit Bewegtbild ermöglichen!
Warum ist schon wieder Kanzler Kurz zurückgetreten? ;)

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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

Ich ziehe die Bedeutung von Bewegtbild nicht in Frage. Das Gegenteil ist der Fall.

Das Bewegtbild geniesst in der heutigen Gesellschaft zu viel Relevanz und das Buch zu wenig.

Aber ja, schön konnten wir hier darüber diskutieren, Bro‘.
🙂

https://joscha.com/nichtlustig/041101/
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Aficionado »

Strategie-Games, wo nicht Bildung sondern Intelligenz gefragt ist, sind doch für die Entwicklung des Gehirns von grosser Bedeutung. Da sind uns doch die Jungen verglichen mit meiner Zeit (70's, 80's) meilenweit überlegen. Strategisches denken, sytematisches Vorgehen und ein sehr gutes Reaktionsvermögen zeichnen doch eine intelligente Person aus. Allgemeinbildung ist wichtig, verliert aber immer mehr an Bedeutung. In zehn oder zwanzig Jahren laufen wir mit einer Spezialbrille rum, mit der du alle Infos via Gedanken rasch abrufen kannst. Auswendig büffeln aus Büchern hat doch mit Intelligenz nur wenig bis nichts zu tun. Ich erachte es aber als wichtiger, die Intelligenz zu fördern und weniger die Allgemeinbildung bei Jugendlichen. Und wenn ich den Stoff mit anderen Hilfsmitteln 10 x effizienter aufnehmen oder verstehen kann, dann greife auch ich zu alternativen Methoden (Animationen). Wieso eine Bücher-Quälerei? Muss doch jeder für sich entscheiden, wie er oder sie am besten lernt und begreift. Das die Jugend immer weniger liest kann ich nun überhaupt nicht bestätigen. Man muss halt klare Limiten aufzeigen. Nach 30 Min Blödelgame (auch die sind für die Bildung des Reaktionsvermögens wichtig) ist Schluss. Dann kommt lesen an die Reihe, schon nur um die Augen etwas zu entlasten. Bei anderen, intelligenteren Games (z.B. Schach) kann man ja die Limite raufsetzen. So zumindest hanhabe ich das.






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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

@Aficionado:

Ich kann zur edukativen digitalen Interaktivität nicht viel beisteuern, ist absolut nicht mein Genre. Aber es ist ein Genre, da bin ich gewiss, immer noch pädagogisch wertvoller ist als das Fernsehen, das eine reine Informationseinbahn ist.

Was ich aber weiss ist, dass Games dazu beitragen, geistig länger flexibel zu sein. Und das ist doch immerhin schon sehr viel.

Wen ich spiele, dann analoges Backgammon.
🎲
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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

@Aficionado (Nachtrag):

Deine Argumente basieren immer auf Eltern, die an Vermittlung von Bildung und Erziehung interessiert sind. Sich die Zeit nehmen für diese Aufgabe. Die wissen, was förderlich ist und was nicht. Die Grenzen zu setzen bereit sind.

Auswendig büffeln war und ist immer schon eine Mühsal. Aber es gehört zur Reifung nun mal dazu. Aber auch da braucht es Eltern, die mitzumachen bereit sind, motivieren können.

Bücherlesen muss im Erwachsenenalter Freude bereiten. Ein Buch ist ein lebenslanger, guter Freund. Dem man im Idealfall im einstelligen Lebensalter kennenlernt.
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Konter
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Konter »

Somnium hat geschrieben: 30.11.2021, 11:57 Das bewegte Bild hat in seiner relativ kurzen Zeit eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, die beispiellos ist. Da gibt es nichts zu relativieren. Trump? Wäre ohne Fernsehen nie passiert. Hitler? Ohne Wochenschau in seiner letzten Konsequenz kaum vorstellbar. Badran? Ohne SRG bloss eine verwirrte Liesel, die im Politbetrieb hartes Brot kauen müsste. Oder irgendwo Schulpflegepräsidentin wäre. Blocher? Die Gefährder? Sie hätten nie den gleichen Einfluss in einer Welt ohne Bewegtbild mit Ton. Wer muss sich heute noch vertieft mit einem Thema auseinandersetzen, wenn es auf Energy in praktischen und leichtverdaulichen Häppchen serviert wird. Allein der Fakt, dass von der Elefantenrunde am WE das Eier-Zitat viral gegangen ist, spricht für meine These, dass Fernsehen das Volk verdummt.
Das ist jetzt aber eine sehr steile These. Durchaus interessant aber eher brüchig, wenn man es sich ein wenig genauer anschaut. 

Bei Trump bin ich mit dir einig, der hat dank des Fernsehens an Popularität gewonnen, keine Frage. Ich gebe dir sogar ein weiteres relevanteres Beispiel als Trump, nämlich Reagan, der viel mehr Leid über die Welt brachte, als es Trump je erträumen kann. Aber diese Anekdoten als Ausgangspunkt einer These zu nehmen und dann versuchen weitere Beispiele zu nehmen, die dies bestätige, ohne dabei das Gesamtbild zu berücksichtigen, ist höchst unwissenschaftlich.

Deine weiteren Beispiele sind dann auch nicht wirklich durchdacht. 

Nehmen wir mal Hitler Die Verbreitung der bewegten Bilder waren doch sehr rar. Um sich die Wochenschau anzuschauen, mussten die meisten ins Kino gehen. Klar die Riefenstahlfilme haben sicher auch nochmals Hitler ermöglicht weitere Popularität zu erreichen, aber da war er ja schon an der Macht aber es half ihm sicher diese zu zementieren. Aber der Fernseher blieb bis zum Krieg ein Nischenmarkt.

Hitlers wichtigstes Propagandamedium war das Radio, ohne Zweifel. Damit wurden seine Reden aufgenommen und in sämtliche deutsche Stuben gesendet. Ist daher das Radio auch ein Teufelsmedium?

Und das mit Badran musst du mir nochmals genau erklären, weshalb du sie im selben Schreibzug wie Hitler und Trump erwähnst.

Ausserdem wie erklärst du dir dann die tausenden Despoten der Menschheitsgeschichte, welche vor dem bewegten Bild an die Macht kamen? 

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Konter
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Konter »

@ somnium: Ich finde diese Diskussion aber durchaus interessant, zweifle aber, dass es primär mit der Art des Mediums zu tun hat, sondern eher mit deren erstmaligen Massenverbreitung und fehlender Medienkompetenz der breiten Bevölkerung. 

Nehmen wir mal der deutschsprachige Raum im 18./19. Jhd. als Beispiel: Zweifelsohne war dies die Hochzeit des geschrieben Wortes. "Geendet" hat diese Epoche der Spätaufklärung jedoch nicht in den republikanischen und sozialistischen Revolutionen sondern mit deren Konterrevolutionen und dem Neoabsolutismus. Das ist jetzt natürlich auch sehr überspitzt formuliert. Leider habe ich aktuell nicht mehr Zeit, werde aber bei Bedarf und Gelegenheit noch mehr dazu ausführen. 

Feanor
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Feanor »

Die Diskussion ist da auch etwas stark abgedriftet.

Ging ja ursprünglich um die Behauptung, dass die Allgemeinbildung der Jugend schlechter sei. Und das lässt sich nunmal nicht belegen.

Somnium begründet dies mit dem Rückgang des Lesens, was man an sich zuerst auch noch belegen müsste (wobei ich ihm/ihr aber zustimmen würde). Bloss ist das halt einfach ein (zugegeben wichtiger) Teil der Bildung. Aber eben lange nicht das alleinige Merkmal. Somnium ist da halt dem humanistischen Bildungskonzept verpflichtet. Das teile ich auch zum Teil.

Der Vermerk mit der stromlosen Gesellschaft ist dann ein lustiger Widerspruch: Gerade das wurde früher den "Büchernarren" vorgeworfen, eben dass sie nur noch in der Welt der Fiktion seien und nicht in der realen. Die von ihm als Negativbeispiel markierten Jugendlichen ("Alte, Bro" etc.) sind wohl leider diejenigen, die bei einem Zusammenbruch der momentanen Gesellschaft sich durchboxen werden, weniger diejenigen, die Thomas Mann gelesen haben.

 

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Faniella Diwani
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Faniella Diwani »

Feanor hat geschrieben: 01.12.2021, 11:14 Ging ja ursprünglich um die Behauptung, dass die Allgemeinbildung der Jugend schlechter sei. Und das lässt sich nunmal nicht belegen.

Schule und Bildung haben sich verändert. Meine Tochter ist im Gym1. Sie ist gut im Math (im Moment Schnitt von 5.8) aber Kopfrechnen kann sie nicht. Das ist dann immer lustig beim lernen. Momentan ist eine Auffrischung beim Bruchrechnen dran. Kürzen und erweitern, in der Theorie alles klar, Primzahlenzerlegung begriffen, GGT&KGV begriffen. Aber das grosse 1*1 im Kopf?
An sich klar. Ab der Sek ist Taschenrechner abgesagt. Bei uns gab es den erst später. Selbst 1984 in der Gewerbeschule wurde noch schriftlich oder im Kopf gerechnet und auf der Arbeit sowieso.

Bei einem meiner Jobs (Postschalter) war Kopfrechnen Pflicht. Speziell am Brief-/Paketschalter. Da lief alles im Kopf. Auch Geld ein/aus. Wenn die Kasse am Feierabend auf 5.- genau stimmte war gut.

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Aficionado
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Aficionado »

Somnium hat geschrieben:@Aficionado:

Ich kann zur edukativen digitalen Interaktivität nicht viel beisteuern, ist absolut nicht mein Genre. Aber es ist ein Genre, da bin ich gewiss, immer noch pädagogisch wertvoller ist als das Fernsehen, das eine reine Informationseinbahn ist.

Was ich aber weiss ist, dass Games dazu beitragen, geistig länger flexibel zu sein. Und das ist doch immerhin schon sehr viel.

Wen ich spiele, dann analoges Backgammon.
Bild
Ich kenne mich auf dem Gebiet der Neurologie auch zuwenig aus. Aber du findest natürlich sehr treffende Studien zum Thema Jugendliche & intelligente Games. Die Jugendlichen werden damit eher unbewusst für das digitale Zeitalter geformt. Sie trainieren dabei ihr Gehirn oder Regionen im Gehirn, die für aufstrebende Berufe (in Robotik, Informatik oder Wissenschaft generell) von Bedeutung sein werden. Teamwork bei Strategiespielen kann ich bei den Jungs (leider keine Mädels in der Gruppe) ebenso beobachten. Ich stelle aber fest, dass die «klassische» Algemeinbildung wie Geographie, Geschichte, Staatskunde, Politik,.. etwas auf der Strecke bleiben. Aber mein Umfeld ist auch nicht repräsentativ.

Ich erachte es als geistreicher, fünf Stunden online Schach zu spielen (am Weekend) als fünf Stunden irgend einen Käse aus Büchern zu büffeln oder lesen. Dann liest du ja meistens einsam im Zimmer und der soziale Kontakt kommt dabei ja auch zu kurz (Aussenseiter, Streber,..kenne ich alles aus meiner Schulzeit).


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Lällekönig
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Lällekönig »

Nicht zu vernachlässigen ist auch der zeitliche Wandel der Definition von «Allgemeinbildung». Grundlagen von digitaler Kompetenz gehören meines Erachtens heutzutage dazu.

Ich halte die Förderung von Lernfähigkeit und den Erhalt von Lernwille für die wichtigsten Dinge, die man den Kindern mitgeben kann. Dazu gehört einerseits die Demut, niemals alles abschliessend wissen zu können, ständig Neues dazulernen zu können, was die bisherige Überzeugung auch in Frage stellen kann. Aber auch der unverkrampfte Zugang Dinge zu lernen, gewagte Hypothesen aufzustellen und diese spielerisch auf die Probe zu stellen und gegebenenfalls zu widerlegen. Die Offenheit des Geistes wahren, die skeptische Beurteilung dessen, was durch diese offenen Kanäle fliesst und die Bereitschaft, Müll nicht anzunehmen oder wieder über Bord zu werfen, statt daran festzuhalten.

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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

@Aficionado

Lesen ist eine einsame Tätigkeit. Das Schreiben übrigens auch.

Die in der Schule auf die Leser eingedroschen haben, verbal oder körperlich, erkennt man später im Leben auf den ersten Blick.

Und es gibt einen Unterschied zwischen „lesen für die Schule“ und „lesen zum Vergnügen“.

@all: Zum Thema „Allgemeinbildung: Die definiere ich dahingehend, dass man die Basics kennt. In Politik zum Beispiel das es sieben Bundesräte und zwei getrennt funktionierende Kammern gibt. Das es Abstimmungen und Wählen gibt und was der Unterschied ist. Das lernt man theoretisch in der Schule, daher Allgemeinbildung.

Da kann man schon abmessen, wie clever ein Jahrgang allgemein aufgestellt ist, der die Schule abschliesst. Und auch die Sprache ist ein Faktor, an dem sich Kompetenz messen lässt.

Man lernt nicht für die Schule, man lernt für das Leben. Lernen ist ein lebenslanger Prozess.
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

@Konter

Das gedruckte Wort ist erst mit der Rotationsdruckmaschine zum Massenprodukt geworden. Bis dahin war auch das Lesen eine weitgehend akademische oder elitäre Tätigkeit. Entsprechend hoch der Analphabetismus (und die Allmacht des Klerus und der Obrigkeit) Von daher „gewinnt“ Lesen gegenüber Bewegtbild eine weitere Runde. Wer lesen kann, kann mitreden, mitwirken, Ideen ausformulieren. Bewegtbild konnte dieses Defizit bis heute nicht wettmachen.

Es punktet jedoch in einer anderen Kategorie: Sehen (und hören) können, wer wo was gesprochen hat, ist der Schlüssel, mit dem sich die Welt sofort verändern lässt. Allein schon bis die Zeitung von jedem Konsumenten ausgelesen ist...die Corona-Medienkonferenzen würden nicht so häufig stattfinden, gäbe es kein Bewegtbild! Wer sich alleine auf Bewegtbild verlässt (und das ist die Mehrheit) hat auch eine entsprechend geringere Aufmerksamkeitsspanne.

Wenn ich eine Zeitung lese, reise ich immer in die Vergangenheit. Fernsehen ist immer jetzt oder „nach der Werbung“. Wer vier Stunden Fernsehen guckt, kann später vielleicht fünf Minuten dieser Zeit kohärent zusammenfassen. Und ist dabei immer unter Druck, weil er im Hinterkopf bereits das nächste „must-see“ mit seiner Biochronometrie in Einklang zu bringen versucht. Bewegtbild ist nicht umsonst bei Politikern so beliebt. Liest man ein gedrucktes Interview mit Badran, bekommt man von dieser Person ein völlig anderes Bild. Eines, dass sie mit Bewegtbild und Ton kaschieren kann, es zählen prägnante „one-liner“ und Bildschirmpräsenz und nicht zwingend Kompetenz.
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Pro Sportchef bim FCB
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Pro Sportchef bim FCB »

Die Welt kann schon sehr verkehrt sein, wenn man in so einer Schwurbler Bubble gefangen ist. Da jammert man monatelang über fehlende Demokratie usw. Aber schau an, welche Seite und welche Partei nun in der Debatte genau die Gesetzesartikel angreift, zu denen das Volk gerade Ja gesagt hat:

Fraktionskollege Andreas Glarner will den Geltungsbereich des Covid-Zertifikats einzig auf den internationalen Verkehr beschränken. Im Inland soll es nicht mehr nötig sein – und dies, obwohl das Stimmvolk das Zertifikat erst am Sonntag abgesegnet hat. Für viele sei das Zertifikat einzig eine «Schikane», findet Glarner.

Zudem will die SVP 1G und 2G Regeln per Gesetz verbieten.

Scheiss Antidemokraten!

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Lällekönig
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Lällekönig »

Pro Sportchef bim FCB hat geschrieben: 02.12.2021, 10:49 Die Welt kann schon sehr verkehrt sein, wenn man in so einer Schwurbler Bubble gefangen ist. Da jammert man monatelang über fehlende Demokratie usw. Aber schau an, welche Seite und welche Partei nun in der Debatte genau die Gesetzesartikel angreift, zu denen das Volk gerade Ja gesagt hat:

Fraktionskollege Andreas Glarner will den Geltungsbereich des Covid-Zertifikats einzig auf den internationalen Verkehr beschränken. Im Inland soll es nicht mehr nötig sein – und dies, obwohl das Stimmvolk das Zertifikat erst am Sonntag abgesegnet hat. Für viele sei das Zertifikat einzig eine «Schikane», findet Glarner.

Zudem will die SVP 1G und 2G Regeln per Gesetz verbieten.

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Das Zertifikat ist nur ein Werkzeug, welches nun gesetzlich verankert ist. Darüber wie dieses Werkzeug eingesetzt wird, darf man sich mMn auch in einer Demokratie streiten. Das Werkzeug per Gesetz abzustumpfen kann man zwar machen, … aber man darf sich dann nicht wundern, wenn der Bund nicht mehr effizient arbeiten kann. Aus meiner Sicht ein grosses Misstrauen in die Regierung, dass man ihr nur stumpfe Werkzeuge in die Hand geben will. Angesichts der Pandemie ist dies fahrlässig.
 

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Aficionado
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Aficionado »



Pro Sportchef bim FCB hat geschrieben:Die Welt kann schon sehr verkehrt sein, wenn man in so einer Schwurbler Bubble gefangen ist. Da jammert man monatelang über fehlende Demokratie usw. Aber schau an, welche Seite und welche Partei nun in der Debatte genau die Gesetzesartikel angreift, zu denen das Volk gerade Ja gesagt hat:

Fraktionskollege Andreas Glarner will den Geltungsbereich des Covid-Zertifikats einzig auf den internationalen Verkehr beschränken. Im Inland soll es nicht mehr nötig sein – und dies, obwohl das Stimmvolk das Zertifikat erst am Sonntag abgesegnet hat. Für viele sei das Zertifikat einzig eine «Schikane», findet Glarner.

Zudem will die SVP 1G und 2G Regeln per Gesetz verbieten.

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A. Glarner? BildBild

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Taratonga
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Taratonga »

Obwohl die Pflegeinitiative durch das CH-Volk mit fast 62% angenommen wurde, hat sich nichts geändert, bzw die Bürgerlichen stellen sich wegen der Kosten quer. Hoffe immer, dass es mal ein paar von diesen Arschlöchern richtig erwischt, bzw, dass sie stundenlang in ihrer Scheisse liegen müssen, unzumutbar lange warten müssen bis endlich jemand etwas gegen die grausamen Schmerzen bringt, oder dass kein Arzt vorbeikommt, obwohl man doch schon am Tag davor um 14h nach einem gefragt hat, und und, und, es gäbe hunderte weitere Beispiele



Die Bürgerlichen stehen bei der Umsetzung der Pflegeinitiative auf die Bremse
Der Nationalrat will bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Spitälern und Heimen weniger weit gehen als der Bundesrat – aus Rücksicht auf die Prämien- und Steuerzahler. Die Linke protestiert.

NZZ, Fabian Schäfer, Bern
28.04.2026,


Schon wieder spielen sie eine wichtige Rolle in einem nationalen Abstimmungskampf: die Frauen und Männer, die sich hierzulande um die Pflege der Alten, Kranken und Verunfallten kümmern. Die Frage, wie und woher die Schweizer Spitäler, Heime und Spitex-Dienste ausreichend Pflegepersonal rekrutieren können, hat in der Debatte um die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» grosses Gewicht.

Noch immer bildet die Schweiz zu wenig Personal aus, um aus eigener Kraft ihren ganzen Bedarf zu decken. Dieser dürfte vor allem wegen der Alterung der Gesellschaft weiter zunehmen. Umso klarer spricht sich die Gesundheitsbranche gegen die SVP-Initiative aus. Wie diese Diskussion ausgeht, zeigt sich bei der Abstimmung am 14. Juni.


Bereits vor fünf Jahren stand das Pflegepersonal im Zentrum eines Abstimmungskampfes. Damals hat es einen grossen Sieg errungen: 61 Prozent der Stimmenden und sämtliche Stände ausser Appenzell Innerrhoden sprachen sich für die Pflegeinitiative aus. Der Bundesrat und die bürgerliche Mehrheit des Parlaments waren dagegen, primär wegen der drohenden Mehrkosten. Dies schien jedoch das Stimmvolk – möglicherweise unter dem Eindruck der Corona-Pandemie – wenig zu beeindrucken.

Maximale Arbeitszeit soll nicht sinken
Bisher ist erst ein kleiner Teil der Initiative umgesetzt: Bund und Kantone haben 2024 eine «Ausbildungsoffensive» gestartet, die die Zahl der Abschlüsse erhöhen und Weiterbildungen auf Hochschulniveau fördern soll. Neu können Pflegefachpersonen zudem einen Teil ihrer Leistungen ohne ärztliche Anordnung via Grundversicherung abrechnen. Dies führt mittlerweile zu Problemen, weil vermehrt Personen ohne Ausbildung die Pflege ihrer Angehörigen abrechnen. Der Ständerat will dies einschränken. Wie genau, ist noch offen.

Am Dienstag ging es im Bundeshaus jedoch um die Umsetzung der verbleibenden Forderungen der Pflegeinitiative: Diese verlangt, dass der Bund den Arbeitgebern Vorschriften für eine «angemessene Abgeltung» der Pflege sowie für «anforderungsgerechte Arbeitsbedingungen» macht. Was dies genau bedeutet und vor allem, wie viel es die Allgemeinheit kosten darf, darüber gehen die Meinungen auseinander.


Im Nationalrat hat sich am Dienstag bei den umstrittenen Fragen im grossen Ganzen die bürgerliche Mehrheit durchgesetzt: SVP, FDP und Mitte haben mehrere Vorschläge des Bundesrats abgespeckt. Dies gilt vor allem für die Vorschriften zur Arbeitszeit, die finanziell stark ins Gewicht fallen. So hat es die bürgerliche Mehrheit abgelehnt, die heutige «Höchstarbeitszeit» im Pflegebereich von 50 Stunden pro Woche auf 45 zu reduzieren.

Emotionale Diskussion
Gegen erbitterten Widerstand von SP, Grünen und GLP schwächten die Bürgerlichen auch die Vorschläge zur «Normalarbeitszeit» ab: Der Bundesrat wollte sich die Kompetenz geben lassen, die reguläre Stundenzahl pro Woche von 42 auf 40 zu reduzieren, falls dies «erforderlich» sein sollte für den Schutz der Angestellten und zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen.

Ein weiterer Streitpunkt betraf die Frage, wie die Arbeitgeber Einsätze an Sonn- und Feiertagen abgelten müssen. Der Bundesrat sah nebst Kompensationstagen einen Lohnzuschlag von mindestens 25 Prozent vor. Die bürgerlichen Parteien haben den Zuschlag halbiert.

Die Diskussion verlief streckenweise reichlich emotional. Vertreter der Linken und der GLP warfen den Bürgerlichen vor, die Umsetzung der Initiative zu sabotieren. SVP, FDP und Mitte beschuldigten im Gegenzug den Bundesrat und die linken Parteien, einen Prämienschub zu provozieren, um gewerkschaftliche Anliegen durchzusetzen.


Ins Zeug legten sich auch etliche Nationalratsmitglieder, die selbst in der Pflege tätig sind, unter anderem die Sozialdemokratin Farah Rumy und Patrick Hässig von der GLP. Rumy warf der Gegenseite vor, nur über die Kosten zu sprechen. «Die Menschen haben der Initiative zugestimmt, weil sie bessere Arbeitsbedingungen möchten.» Sie hätten gewusst, dass das auch etwas kosten werde.

Hässig kritisierte die Rückweisungsanträge von SVP und FDP: «Wie kann man nach einem so klaren Volksentscheid, nach all diesen Jahren und nach den Erfahrungen mit einer Pandemie ernsthaft sagen, wir beginnen nochmals von vorne?»

SVP und FDP hatten vergeblich versucht, die Vorlage zur Überarbeitung an den Bundesrat zurückzuweisen. Sie verlangten, dass die Mehrkosten für die Prämienzahler, die sie auf 2 bis 4 Prozentpunkte veranschlagten, vollständig durch «Einschränkungen beim Leistungskatalog» der Grundversicherung kompensiert werden. Dies ging jedoch der Mitte-Partei zu weit. Der Antrag scheiterte.

Am Ende wurde die Vorlage lediglich mit 95 zu 61 Stimmen angenommen. Die SVP lehnte sie ab, bei den linken Parteien waren zahlreiche Enthaltungen zu verzeichnen. Nun ist der Ständerat am Zug.

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Taratonga
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Taratonga »

40%!!!!!!! der Lernenden, wechseln nach ihrem Lehrabschluss den Beruf!!! Hallo?!

Basler Beobachter
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Basler Beobachter »

Nichts Neues. Immer wieder werden angenommene Initiativen nicht in die Tat umgesetzt. 
Bei der Pflegeinitiative würde diese höhere Steuern oder höhere Krankenkassenprämien oder höhere Staatsverschuldung bedeuten. Deshalb wird nichts gemacht. 
Das Problem wäre zu lösen, wenn Initiativen genau vorschreiben würden, was zu machen ist und aus welchem Topf bezahlt werden muss. 

badandugly
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von badandugly »

Taratonga hat geschrieben: 28.04.2026, 19:55 40%!!!!!!! der Lernenden, wechseln nach ihrem Lehrabschluss den Beruf!!! Hallo?!

In unserer Branche sind es ca 2/3!

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Somnium
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Somnium »

Und das passiert, wenn man (rechts-) bürgerlich wählt!

SVP, FDP und CVP sorgen dafür, dass das Pflegepersonal weniger bekommt als noch vom Volk bei der Abstimmung bewilligt!

Aber hey, wenigstens ist genug Geld da für Armee und Weinbauern…

Frei nach die Ärzte:
Die dich verarschen, die hast du selbst gewählt!
„Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich bin Punk."

An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern. (Erich Kästner)

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Taratonga
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Taratonga »

badandugly hat geschrieben: 28.04.2026, 20:39
Taratonga hat geschrieben: 28.04.2026, 19:55 40%!!!!!!! der Lernenden, wechseln nach ihrem Lehrabschluss den Beruf!!! Hallo?!

In unserer Branche sind es ca 2/3!

Die da wäre?

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Aficionado
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Aficionado »

Basler Beobachter hat geschrieben: 28.04.2026, 20:02 Nichts Neues. Immer wieder werden angenommene Initiativen nicht in die Tat umgesetzt. 
Bei der Pflegeinitiative würde diese höhere Steuern oder höhere Krankenkassenprämien oder höhere Staatsverschuldung bedeuten.Deshalb wird nichts gemacht. 
Das Problem wäre zu lösen, wenn Initiativen genau vorschreiben würden, was zu machen ist und aus welchem Topf bezahlt werden muss. 
Bei Chefärzten mit Einkommen > 1 Mio und bei der Verwaltung zuerst einmal sparen.

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Faniella Diwani
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Faniella Diwani »

Basler Beobachter hat geschrieben: 28.04.2026, 20:02 Nichts Neues. Immer wieder werden angenommene Initiativen nicht in die Tat umgesetzt. 
Bei der Pflegeinitiative würde diese höhere Steuern oder höhere Krankenkassenprämien oder höhere Staatsverschuldung bedeuten. Deshalb wird nichts gemacht. 
Das Problem wäre zu lösen, wenn Initiativen genau vorschreiben würden, was zu machen ist und aus welchem Topf bezahlt werden muss

Initiativen schaffen Verfassungsartikel. Es ist nicht Aufgabe der Verfassung Gesetz bzw. Umsetzungsverordnung zu sein. 

Wie die Absicht des Verfassungsartikels verwässert wird, zeigt viel über die Mechanismen in Bern auf. Es scheint als müsse das Pflegepersonal weiter mit den Füssen abstimmen in dem es sich neue Jobs sucht. Dann regelt der Markt Lohn und Arbeitszeiten.
Wenn die 10Mio angenommen werden passiert das viel schneller als die Rechstbürgerlichen Pieps sagen können. Ohne Pflegepersonal aus der EU bricht das System zusammen, dann müssen die Löhne rauf und die Arbeitszeiten runter.   

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Aficionado
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Aficionado »

Wobei die SVPler ja eingestehen, dass IN DER PFLEGE Fachkräftemangel besteht. Dort soll ja weiterhin Fachkräfte-Import gestattet sein.

Ausserdem ändert sich mit diesee Initiative rein gar nichts.

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Bierathlet
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Re: Volksabstimmung vom 28. November 2021

Beitrag von Bierathlet »

Aficionado hat geschrieben: 29.04.2026, 09:47 Ausserdem ändert sich mit diesee Initiative rein gar nichts.

Haha das heisst es wirklich bei jeder Initiative früher oder später.

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