Was, wenn das Pferd ein Esel ist?
Stephan Lichtsteiner
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W_Shakespeare
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Re: Stephan Lichtsteiner
Re: Stephan Lichtsteiner
Dann kann der Esel zwar nichts dafür, sondern der Fehler ist bei dem- bzw. denjenigen zu suchen, die ihn übernommen haben.
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Re: Stephan Lichtsteiner
Was, wenn es ein Maultier ist?
Ein Esel der vorgibt ein holdes Ross zu sein.
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- MichaelMason
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Re: Stephan Lichtsteiner
Waldfest hat geschrieben: 11.03.2026, 09:33Pullings hat geschrieben: 10.03.2026, 22:06Kenne Raz persönlich und kann euch garantieren: der Raz im Podcast ist der authentische Raz. Ein Zyniker vor dem Herrn.Waldfest hat geschrieben: 10.03.2026, 12:10
Ja, sehe ich auch so.
Halt mehr Schlagzeile, weniger Text, mehr Clickbait, mehr Polemik - Ringier.
Da kannst du keinen Text im Stil von Tamedia veröffentlichen. Der würde weder gelesen noch verstanden.
Das bin ich auch und darum gefällt er mir.
Ironie = witziges Gegenteil
Sarkasmus = verletzende Ironie
Zynismus = bittere Haltung gegenüber der Welt
Re: Stephan Lichtsteiner
Danke, Capt. Obvious.
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W_Shakespeare
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Re: Stephan Lichtsteiner
Das ist teilweise richtig. Die "Käufer" des Esels waren zwar überzeugt sie hätten ein Rennpferd gekauft und präsentierten es als solches der Öffentlichkeit. Dennoch ist der Esel ja auch selbst Schuld, wenn er überzeugt ist, er sei ein Rennpferd.Yazid hat geschrieben: 11.03.2026, 11:45Dann kann der Esel zwar nichts dafür, sondern der Fehler ist bei dem- bzw. denjenigen zu suchen, die ihn übernommen haben.
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Re: Stephan Lichtsteiner
In der Nationalelf hatte Shaq regelmässig auf dem rechten Flügel gespielt. Bei dem einen Einsatz beim FCB gab es das Problem, dass Tsunemoto verletzt ausfiel. Und ja, ein Rüegg kann ihn nicht ersetzen. Bis zum Wechsel funktionierte es ganz ordentlich.Feanor hat geschrieben: 10.03.2026, 23:24 Eure Einschätzung zur Causa "Shaq auf dem Flügel"
Das wird in den Medien ja als "Shaq auf dem Abstellgleiss", "Machtkampf", "Muri-Alex-Frei-Gedächtnisaufstellung" etc. herbeigeschworen.
Denkt die Mehrheit hier auch, dass das ein Machtmove war? Dass SL diese Idee nicht ausführlich mit Shaq besprochen hat, ev gar schmackhaft gemacht hat?
Dass es in die Hosen ging, ist nachträglich ja klar. Aber lags grundsätzlich an der Idee? Oder war Shaq ohnehin schon angeschlagen?
Gab es nicht auch mal ein Spiel unter Ludo, in dem Shaq teilweise auf dem Flügel spielte, was dann sogar funktioniert hatte? In dieser Saison ist schon soooo viel passiert, ich krieg nicht mehr alles auf die Reihe...
Das Problem ist, dass man ohne Avdullahu im Zentrum nicht die alte Stabilität zurück bekommt. Darum versucht es Lichtsteiner mit einem 3er Mittelfeld ohne Shaq.
Shaq als rechter Flügel geht okay. Aber dann muss hinten jemand stehen, der defensiv sicher ist und offensiv was bringen kann. Ansonsten muss Shaq hinten aushelfen und dann ist die Seite dahin. Und ohne Bälle auf ihn gespielt kann er nicht viel ausrichten.
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Re: Stephan Lichtsteiner
SubComandante hat geschrieben: 12.03.2026, 02:49In der Nationalelf hatte Shaq regelmässig auf dem rechten Flügel gespielt. Bei dem einen Einsatz beim FCB gab es das Problem, dass Tsunemoto verletzt ausfiel. Und ja, ein Rüegg kann ihn nicht ersetzen. Bis zum Wechsel funktionierte es ganz ordentlich.Feanor hat geschrieben: 10.03.2026, 23:24 Eure Einschätzung zur Causa "Shaq auf dem Flügel"
Das wird in den Medien ja als "Shaq auf dem Abstellgleiss", "Machtkampf", "Muri-Alex-Frei-Gedächtnisaufstellung" etc. herbeigeschworen.
Denkt die Mehrheit hier auch, dass das ein Machtmove war? Dass SL diese Idee nicht ausführlich mit Shaq besprochen hat, ev gar schmackhaft gemacht hat?
Dass es in die Hosen ging, ist nachträglich ja klar. Aber lags grundsätzlich an der Idee? Oder war Shaq ohnehin schon angeschlagen?
Gab es nicht auch mal ein Spiel unter Ludo, in dem Shaq teilweise auf dem Flügel spielte, was dann sogar funktioniert hatte? In dieser Saison ist schon soooo viel passiert, ich krieg nicht mehr alles auf die Reihe...
Das Problem ist, dass man ohne Avdullahu im Zentrum nicht die alte Stabilität zurück bekommt. Darum versucht es Lichtsteiner mit einem 3er Mittelfeld ohne Shaq.
Shaq als rechter Flügel geht okay. Aber dann muss hinten jemand stehen, der defensiv sicher ist und offensiv was bringen kann. Ansonsten muss Shaq hinten aushelfen und dann ist die Seite dahin. Und ohne Bälle auf ihn gespielt kann er nicht viel ausrichten.
100%
Uns fehlt ein robuster Abräumer mit Pressingqualitäten. Er muss nicht talentiert sein. Leroy, Bacanin und Kacuri sind das nicht. Vielleicht am ehesten noch Metinho aber mit 1.78 ist er zu klein, ihm fehlt es an Mentalität und Erfahrung.
Re: Stephan Lichtsteiner
Ich schätze viele deiner Beiträge, aber das geht zu weit. Esel sind grossartige Tiere und sollten nicht auf diese Weise diffamiert werden. Meine Familie hat (in Süditalien) immer Esel gehalten. Anstelle meiner eigenen Erfahrungen mit ihnen zitiere ich einfach einen Text aus dem Internet, der diesen Tieren vollends gerecht wird: "Esel sind intelligent, ausdauernd, sozial, vorsichtig und treu. Ihre Sturheit ist oft ein Ausdruck von Bedachtsamkeit, und ihre Fähigkeit,Gefahren früh zu erkennen, macht sie zu ausgezeichneten Beschützern. Diese Kombination aus Intelligenz, Gedächtnis, Ausdauer und Sozialverhalten machen Esel zu einzigartigen und wertvollen Tieren." Hätten wir einen Trainer mit diesen Eigenschaften, wären wir deutlich besser unterwegs. Also, bitte, keine Vergleiche von Lichtsteiner mit Eseln.
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Re: Stephan Lichtsteiner
Du bist mir zuvorgekommem. Ich wollte soeben schreiben, was du mitgeteilt hast. Pferde mögen als edler gelten. Dennoch, persönlich hätte ich lieber einen Esel.footbâle hat geschrieben: 12.03.2026, 22:49Ich schätze viele deiner Beiträge, aber das geht zu weit. Esel sind grossartige Tiere und sollten nicht auf diese Weise diffamiert werden. Meine Familie hat (in Süditalien) immer Esel gehalten. Anstelle meiner eigenen Erfahrungen mit ihnen zitiere ich einfach einen Text aus dem Internet, der diesen Tieren vollends gerecht wird: "Esel sind intelligent, ausdauernd, sozial, vorsichtig und treu. Ihre Sturheit ist oft ein Ausdruck von Bedachtsamkeit, und ihre Fähigkeit,Gefahren früh zu erkennen, macht sie zu ausgezeichneten Beschützern. Diese Kombination aus Intelligenz, Gedächtnis, Ausdauer und Sozialverhalten machen Esel zu einzigartigen und wertvollen Tieren." Hätten wir einen Trainer mit diesen Eigenschaften, wären wir deutlich besser unterwegs. Also, bitte, keine Vergleiche von Lichtsteiner mit Eseln.
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Re: Stephan Lichtsteiner
Volle Zustimmung meinerseits.dasrotehaus hat geschrieben: 13.03.2026, 08:04Du bist mir zuvorgekommem. Ich wollte soeben schreiben, was du mitgeteilt hast. Pferde mögen als edler gelten. Dennoch, persönlich hätte ich lieber einen Esel.footbâle hat geschrieben: 12.03.2026, 22:49Ich schätze viele deiner Beiträge, aber das geht zu weit. Esel sind grossartige Tiere und sollten nicht auf diese Weise diffamiert werden. Meine Familie hat (in Süditalien) immer Esel gehalten. Anstelle meiner eigenen Erfahrungen mit ihnen zitiere ich einfach einen Text aus dem Internet, der diesen Tieren vollends gerecht wird: "Esel sind intelligent, ausdauernd, sozial, vorsichtig und treu. Ihre Sturheit ist oft ein Ausdruck von Bedachtsamkeit, und ihre Fähigkeit,Gefahren früh zu erkennen, macht sie zu ausgezeichneten Beschützern. Diese Kombination aus Intelligenz, Gedächtnis, Ausdauer und Sozialverhalten machen Esel zu einzigartigen und wertvollen Tieren." Hätten wir einen Trainer mit diesen Eigenschaften, wären wir deutlich besser unterwegs. Also, bitte, keine Vergleiche von Lichtsteiner mit Eseln.

Iiiiiiih Aaaaaaah betritt den Thread.
Re: Stephan Lichtsteiner
SubComandante hat geschrieben: 12.03.2026, 02:49In der Nationalelf hatte Shaq regelmässig auf dem rechten Flügel gespielt. Bei dem einen Einsatz beim FCB gab es das Problem, dass Tsunemoto verletzt ausfiel. Und ja, ein Rüegg kann ihn nicht ersetzen. Bis zum Wechsel funktionierte es ganz ordentlich.Feanor hat geschrieben: 10.03.2026, 23:24 Eure Einschätzung zur Causa "Shaq auf dem Flügel"
Das wird in den Medien ja als "Shaq auf dem Abstellgleiss", "Machtkampf", "Muri-Alex-Frei-Gedächtnisaufstellung" etc. herbeigeschworen.
Denkt die Mehrheit hier auch, dass das ein Machtmove war? Dass SL diese Idee nicht ausführlich mit Shaq besprochen hat, ev gar schmackhaft gemacht hat?
Dass es in die Hosen ging, ist nachträglich ja klar. Aber lags grundsätzlich an der Idee? Oder war Shaq ohnehin schon angeschlagen?
Gab es nicht auch mal ein Spiel unter Ludo, in dem Shaq teilweise auf dem Flügel spielte, was dann sogar funktioniert hatte? In dieser Saison ist schon soooo viel passiert, ich krieg nicht mehr alles auf die Reihe...
Das Problem ist, dass man ohne Avdullahu im Zentrum nicht die alte Stabilität zurück bekommt. Darum versucht es Lichtsteiner mit einem 3er Mittelfeld ohne Shaq.
Shaq als rechter Flügel geht okay. Aber dann muss hinten jemand stehen, der defensiv sicher ist und offensiv was bringen kann. Ansonsten muss Shaq hinten aushelfen und dann ist die Seite dahin. Und ohne Bälle auf ihn gespielt kann er nicht viel ausrichten.
Ich sehe darin keinen Machtkampf, sondern einfach einen Konflikt. Ohne Avdulahu sind wir im Mittelfeld nicht mehr so kompakt und die Räume im Mittelfeld zu offen. Bei Kontersituationen gegen uns oder gegnerischem Ballbesitz sind wir mir Shaq im Zentrum zu einfach zu überspielen. Auf dem Flügel fehlt ihm aber die Gestaltungsmöglichkeit und ist viel berechenbarer da ihm auch die Dynamik fehlt einen Gegenspieler zu überlaufen. Zudem müsste er mit nach hinten arbeiten und den Aussenverteidiger unterstützen, was er gelegentlich auch macht, aber nicht konsequent genug. Als gegnerisches Team würde man dann alle Angriffe über diese Seite lancieren, da Tsunemoto die Seite alleine dichthalten muss. Die einzige Lösung die ich sehe, ist Shaq als falsche 9 neben Koloto spielen zu lassen in einem 4-3-1-2 oder 4-1-4-1. Allenfalls wäre auch eine Dreierkette eine Möglichkeit 3-5-2 ebenfalls mit Shaq als falscher 9. Im 4-2-3-1 sind wir zentral einfach zu anfällig. Wie sehr ihr das?
Re: Stephan Lichtsteiner
Ich persönlich sehe Shaq lieber als Edeljoker und nicht mehr Teil der Grundphilosophie. Seine Mängel kann der Rest der Truppe nicht ausgleichen.
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RotBlauStift
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Re: Stephan Lichtsteiner
Lichtsteiner im Inti mit Blick zu seinen Aussagen und generell zum Auftreten.
https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 80557.html
OMG.
Edit: macht es nicht besser. Bekommt ev. Schonfrist dank dieser peinlichen Follow up story (nicht peinlich vom Blick). Strategie: ein, zwei insiderinfos und Medientraining.
https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 80557.html
OMG.
Edit: macht es nicht besser. Bekommt ev. Schonfrist dank dieser peinlichen Follow up story (nicht peinlich vom Blick). Strategie: ein, zwei insiderinfos und Medientraining.
Zuletzt geändert von RotBlauStift am 13.03.2026, 22:37, insgesamt 3-mal geändert.
Lucas Giuven, NLB.
Re: Stephan Lichtsteiner
Wichtiger wäre, das der Rest weniger fehler macht, aber das wird sich wohl nicht so schnell ändern.bcffcb hat geschrieben: 13.03.2026, 14:07 Ich persönlich sehe Shaq lieber als Edeljoker und nicht mehr Teil der Grundphilosophie. Seine Mängel kann der Rest der Truppe nicht ausgleichen.
Re: Stephan Lichtsteiner
Stinson86 hat geschrieben: 13.03.2026, 13:53SubComandante hat geschrieben: 12.03.2026, 02:49In der Nationalelf hatte Shaq regelmässig auf dem rechten Flügel gespielt. Bei dem einen Einsatz beim FCB gab es das Problem, dass Tsunemoto verletzt ausfiel. Und ja, ein Rüegg kann ihn nicht ersetzen. Bis zum Wechsel funktionierte es ganz ordentlich.Feanor hat geschrieben: 10.03.2026, 23:24 Eure Einschätzung zur Causa "Shaq auf dem Flügel"
Das wird in den Medien ja als "Shaq auf dem Abstellgleiss", "Machtkampf", "Muri-Alex-Frei-Gedächtnisaufstellung" etc. herbeigeschworen.
Denkt die Mehrheit hier auch, dass das ein Machtmove war? Dass SL diese Idee nicht ausführlich mit Shaq besprochen hat, ev gar schmackhaft gemacht hat?
Dass es in die Hosen ging, ist nachträglich ja klar. Aber lags grundsätzlich an der Idee? Oder war Shaq ohnehin schon angeschlagen?
Gab es nicht auch mal ein Spiel unter Ludo, in dem Shaq teilweise auf dem Flügel spielte, was dann sogar funktioniert hatte? In dieser Saison ist schon soooo viel passiert, ich krieg nicht mehr alles auf die Reihe...
Das Problem ist, dass man ohne Avdullahu im Zentrum nicht die alte Stabilität zurück bekommt. Darum versucht es Lichtsteiner mit einem 3er Mittelfeld ohne Shaq.
Shaq als rechter Flügel geht okay. Aber dann muss hinten jemand stehen, der defensiv sicher ist und offensiv was bringen kann. Ansonsten muss Shaq hinten aushelfen und dann ist die Seite dahin. Und ohne Bälle auf ihn gespielt kann er nicht viel ausrichten.
Ich sehe darin keinen Machtkampf, sondern einfach einen Konflikt. Ohne Avdulahu sind wir im Mittelfeld nicht mehr so kompakt und die Räume im Mittelfeld zu offen. Bei Kontersituationen gegen uns oder gegnerischem Ballbesitz sind wir mir Shaq im Zentrum zu einfach zu überspielen. Auf dem Flügel fehlt ihm aber die Gestaltungsmöglichkeit und ist viel berechenbarer da ihm auch die Dynamik fehlt einen Gegenspieler zu überlaufen. Zudem müsste er mit nach hinten arbeiten und den Aussenverteidiger unterstützen, was er gelegentlich auch macht, aber nicht konsequent genug. Als gegnerisches Team würde man dann alle Angriffe über diese Seite lancieren, da Tsunemoto die Seite alleine dichthalten muss. Die einzige Lösung die ich sehe, ist Shaq als falsche 9 neben Koloto spielen zu lassen in einem 4-3-1-2 oder 4-1-4-1. Allenfalls wäre auch eine Dreierkette eine Möglichkeit 3-5-2 ebenfalls mit Shaq als falscher 9. Im 4-2-3-1 sind wir zentral einfach zu anfällig. Wie sehr ihr das?
Ist leider wohl so. Nach 1 Saison und Abgang Avdulahu wussten alle Gegner bestens wie man mit der Causa Shaq umgehen muss. Genau daa muss in der nächsten Saison angegangen werden und wird wohl mit vermehrten Teileinsätzen von Shaq als falschen 9er oder auch mal als Flügel enden. Je nach Spielstand und Gegner von Anfang an über 60 Min oder rein kommen für die restlichen 30.
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Usswärtsfahrer
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Re: Stephan Lichtsteiner
Tolles Interview in der BaZ/BZ:
https://www.bazonline.ch/lichtsteiner-z ... 7485424320
(Abopflichtig)
Finds erstaunlich, wie er realistisch und ohne Schönrednerei einschätzen kann. Auch wenn ich einer der wohl ganz wenigen bin, die noch viel von ihm halten: das kommt gut mit Lichtsteiner.
https://www.bazonline.ch/lichtsteiner-z ... 7485424320
(Abopflichtig)
Natürlich habe auch ich beim FCB auf kurzfristige Erfolge gehofft. Und dass es nun Stimmen gibt, die mich als überfordert darstellen, damit kann ich umgehen. Viel wichtiger ist für mich etwas anderes.
Nämlich?
Fussball besteht nicht nur aus den 90 Minuten am Spieltag. Dahinter stehen Spielanalysen, Trainingsplanung, Vor- und Nachbereitung sowie viele weitere Aufgaben. Die sportliche Leitung hat Einblick in diese Prozesse und kann meine Arbeit deshalb differenziert bewerten. Sie wissen: Was ich stets im Blick habe, ist der maximale Erfolg mit dem Team im Vordergrund. Und maximaler Erfolg geht nur über Ehrgeiz und hundert Prozent Einsatz. Und die Tage sind entsprechend lang. Immer hundert Prozent zu geben, ist Teil meiner DNA. Da will ich mich nicht verbiegen und kann auch nicht «everybody’s darling» sein.
Aber der Sprung von der 1. Liga zum Schweizer Meister ist immens.
Es gäbe für mich gewiss einfachere Wege, aber die Aufgabe beim FCB ist neben einer Challenge auch eine Riesenchance. Die Situation, als ich in Basel übernahm, war extrem. Aber ich kann das gut einordnen: Ich habe mich nicht als Zauberer verstanden, der die Maschine sofort zum Laufen bringt. Der einzige Weg, den es gibt, um mittel- bis langfristig wieder zu reüssieren, ist simpel: hart arbeiten, lernen und in jedem Training Vollgas geben. Und ich bin dafür verantwortlich, dies der Mannschaft zu vermitteln. Wir sind aktuell weit weg vom Fussball, den ich spielen lassen will. Das würde ich auch sagen, wenn die vielen engen Spiele bisher auf unsere Seite gekippt wären. Ich rede immer wieder vom dominanten Fussball: so gut sein, dass du nicht darauf angewiesen bist, dass der Gegner schlecht spielt. Am Ende geht es mir nur um den maximalen Erfolg für den FC Basel – über Jahre hinweg. Unser aller Ziel und mein Traum ist es, dass Basel über Jahre wieder Geschichten schreibt, wie man sie lange kannte.
...
Und wie lange brauchen Sie für diese Anpassungen?
Im aktuellen Spielrhythmus haben wir sicher mehr Zeit, um vorwärtszukommen, als in den englischen Wochen zuvor. Auch die Saisonvorbereitung wird noch Teil dieses Prozesses sein. Aber besonders wichtig ist: Ich muss sehen, wer meine Arbeitskultur mitgehen kann und will – und wer nicht. Wenn nicht alle am gleichen Strick ziehen, um den maximalen Erfolg zu haben, muss ich handeln.
Finds erstaunlich, wie er realistisch und ohne Schönrednerei einschätzen kann. Auch wenn ich einer der wohl ganz wenigen bin, die noch viel von ihm halten: das kommt gut mit Lichtsteiner.
Re: Stephan Lichtsteiner
Also in punkto Einstellung und Einsatz kann man Lichtsteiner sicher nichts vorwerfen. Ich glaube, man sieht auch gut, dass er von den Spielern gleiches fordert und man sieht dass er Spieler testet, ausprobiert und dann sein Urteil fällt. Natürlich kann er aktuell kaum einen ganz aussortieren (Ende Saison schon). Die Spieler sehen das und langfristig wird sich das positiv auswirken, da bin ich optimistsch.Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 09:59 Tolles Interview in der BaZ/BZ:
https://www.bazonline.ch/lichtsteiner-z ... 7485424320
(Abopflichtig)
Natürlich habe auch ich beim FCB auf kurzfristige Erfolge gehofft. Und dass es nun Stimmen gibt, die mich als überfordert darstellen, damit kann ich umgehen. Viel wichtiger ist für mich etwas anderes.
Nämlich?
Fussball besteht nicht nur aus den 90 Minuten am Spieltag. Dahinter stehen Spielanalysen, Trainingsplanung, Vor- und Nachbereitung sowie viele weitere Aufgaben. Die sportliche Leitung hat Einblick in diese Prozesse und kann meine Arbeit deshalb differenziert bewerten. Sie wissen: Was ich stets im Blick habe, ist der maximale Erfolg mit dem Team im Vordergrund. Und maximaler Erfolg geht nur über Ehrgeiz und hundert Prozent Einsatz. Und die Tage sind entsprechend lang. Immer hundert Prozent zu geben, ist Teil meiner DNA. Da will ich mich nicht verbiegen und kann auch nicht «everybody’s darling» sein.
Aber der Sprung von der 1. Liga zum Schweizer Meister ist immens.
Es gäbe für mich gewiss einfachere Wege, aber die Aufgabe beim FCB ist neben einer Challenge auch eine Riesenchance. Die Situation, als ich in Basel übernahm, war extrem. Aber ich kann das gut einordnen: Ich habe mich nicht als Zauberer verstanden, der die Maschine sofort zum Laufen bringt. Der einzige Weg, den es gibt, um mittel- bis langfristig wieder zu reüssieren, ist simpel: hart arbeiten, lernen und in jedem Training Vollgas geben. Und ich bin dafür verantwortlich, dies der Mannschaft zu vermitteln. Wir sind aktuell weit weg vom Fussball, den ich spielen lassen will. Das würde ich auch sagen, wenn die vielen engen Spiele bisher auf unsere Seite gekippt wären. Ich rede immer wieder vom dominanten Fussball: so gut sein, dass du nicht darauf angewiesen bist, dass der Gegner schlecht spielt. Am Ende geht es mir nur um den maximalen Erfolg für den FC Basel – über Jahre hinweg. Unser aller Ziel und mein Traum ist es, dass Basel über Jahre wieder Geschichten schreibt, wie man sie lange kannte.
...
Und wie lange brauchen Sie für diese Anpassungen?
Im aktuellen Spielrhythmus haben wir sicher mehr Zeit, um vorwärtszukommen, als in den englischen Wochen zuvor. Auch die Saisonvorbereitung wird noch Teil dieses Prozesses sein. Aber besonders wichtig ist: Ich muss sehen, wer meine Arbeitskultur mitgehen kann und will – und wer nicht. Wenn nicht alle am gleichen Strick ziehen, um den maximalen Erfolg zu haben, muss ich handeln.
Finds erstaunlich, wie er realistisch und ohne Schönrednerei einschätzen kann. Auch wenn ich einer der wohl ganz wenigen bin, die noch viel von ihm halten: das kommt gut mit Lichtsteiner.
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Re: Stephan Lichtsteiner
bcffcb hat geschrieben: 13.03.2026, 14:07 Ich persönlich sehe Shaq lieber als Edeljoker und nicht mehr Teil der Grundphilosophie. Seine Mängel kann der Rest der Truppe nicht ausgleichen.
Das sehe ich anders... Im Moment dominieren zwei Teams die Mann gegen Mann spielen im Pressing die Liga. Auch im europäischen Fussball hat sich das wieder durchgesetzt.
Shaq hat sogar bei allen Teams einen Manndecker.
Shaq sollte ein komplett Freipass kriegen um auf dem ganzen Feld spielen zu dürfen um seinen Manndecker aus der Formation zu ziehen - spielintelligent genug dafür ist er.
Die andereb müssen dann halt auch mal was mit dem freigewordenen Raum anzufangen wissen und ebenfalls stark rotieren.
Vorne brauchen wir dringendst einen Zielspieler. Aber man muss halt schon sagen. Das hinten rausspielen, dass Magnin zur DNA erhoben hat ist halt teilweise auch echt gerade überholt.
Mehr Physis um in den 1v1 auch körperlich dagegen zu halten wäre auch nicht schlecht... nur die hat man ja im Winter erst grad verkauft...
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Re: Stephan Lichtsteiner
Vargas hat geschrieben: 14.03.2026, 10:58 Also in punkto Einstellung und Einsatz kann man Lichtsteiner sicher nichts vorwerfen. Ich glaube, man sieht auch gut, dass er von den Spielern gleiches fordert und man sieht dass er Spieler testet, ausprobiert und dann sein Urteil fällt. Natürlich kann er aktuell kaum einen ganz aussortieren (Ende Saison schon). Die Spieler sehen das und langfristig wird sich das positiv auswirken, da bin ich optimistsch.
Ja, aber Ajeti sass ein paar Wochen lang auf der Tribüne und hat dann in SG seine beste Leistung seit mind. einem halben Jahr gezeigt. Broschinski auch unter ferner liefen. Aber ja, hast schon recht. Dass Stucki nach der Einstellung von LS plötzlich von einem grossen Umbruch im Sommer spricht, wird ja kaum von ungefähr kommen. Bzw. wird Lichtsteiner kaum mit z.B. Broschinski oder Koindredi weitermachen wollen und das garantiert auch so direkt ansagen.
Deshalb bleibe ich trotz Auftritten wie letzten Sonntag der Meinung, dass wir mit ihm in die neue Saison gehen müssen.
Re: Stephan Lichtsteiner
Ich finds erstaunlich, wie schnell du deine Meinung änderst, aber ja, ich halte auch immer noch viel von ihm.Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 09:59 Tolles Interview in der BaZ/BZ:
https://www.bazonline.ch/lichtsteiner-z ... 7485424320
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Finds erstaunlich, wie er realistisch und ohne Schönrednerei einschätzen kann. Auch wenn ich einer der wohl ganz wenigen bin, die noch viel von ihm halten: das kommt gut mit Lichtsteiner.
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Re: Stephan Lichtsteiner
Alitive hat geschrieben: 14.03.2026, 12:29Ich finds erstaunlich, wie schnell du deine Meinung änderst, aber ja, ich halte auch immer noch viel von ihm.Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 09:59 Tolles Interview in der BaZ/BZ:
https://www.bazonline.ch/lichtsteiner-z ... 7485424320
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Finds erstaunlich, wie er realistisch und ohne Schönrednerei einschätzen kann. Auch wenn ich einer der wohl ganz wenigen bin, die noch viel von ihm halten: das kommt gut mit Lichtsteiner.
Zitier bitte Beiträge von mir, in denen ich eine andere Meinung zu Lichtsteiner vertrete.
Re: Stephan Lichtsteiner
"Fehler einzugestehen bringt nicht viel, wenn man nichts draus lernt. Dazu gehört auch der idiotische Duranville-Deal oder das Einstellen eines Trainer-Novizen."Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 12:52Alitive hat geschrieben: 14.03.2026, 12:29Ich finds erstaunlich, wie schnell du deine Meinung änderst, aber ja, ich halte auch immer noch viel von ihm.Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 09:59 Tolles Interview in der BaZ/BZ:
https://www.bazonline.ch/lichtsteiner-z ... 7485424320
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Finds erstaunlich, wie er realistisch und ohne Schönrednerei einschätzen kann. Auch wenn ich einer der wohl ganz wenigen bin, die noch viel von ihm halten: das kommt gut mit Lichtsteiner.
Zitier bitte Beiträge von mir, in denen ich eine andere Meinung zu Lichtsteiner vertrete.
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Re: Stephan Lichtsteiner
Alitive hat geschrieben: 14.03.2026, 13:37"Fehler einzugestehen bringt nicht viel, wenn man nichts draus lernt. Dazu gehört auch der idiotische Duranville-Deal oder das Einstellen eines Trainer-Novizen."Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 12:52Alitive hat geschrieben: 14.03.2026, 12:29
Ich finds erstaunlich, wie schnell du deine Meinung änderst, aber ja, ich halte auch immer noch viel von ihm.
Zitier bitte Beiträge von mir, in denen ich eine andere Meinung zu Lichtsteiner vertrete.
Damit hab ich das Verhalten der sportlichen Führung gemeint, die den Trainer eingestellt hat und nicht den Trainer selbst oder sein Verhalten. Wird im Kontext des ganzen Posts auch mehr als offensichtlich. Und dass Lichtsteiner ein Trainer-Novize ist, muss ja nichts Schlechtes sein, ist eine Tatsache und sagt er sogar selbst. Wenn du meine Posts tatsächlich lesen und dir nicht einen einzelnen Satz rauspicken würdest, merkst du, dass ich pro Lichtsteiner eingestellt bin. Ich finds erstaunlich, wie man jemandem an den Karren fahren kann und das nicht mal richtigen stützen kann.
Re: Stephan Lichtsteiner
Finds erstaunlich, wie er realistisch und ohne Schönrednerei einschätzen kann. Auch wenn ich einer der wohl ganz wenigen bin, die noch viel von ihm halten: das kommt gut mit Lichtsteiner.
[/quote]
Bei Ihm gibts halt einfach viel ICH und wenig WIR. Erinnert mich ein bisschen an Felix Magath. Aus meiner Sicht ist dieser Typ Trainer nur kurzfristig erfolgreich (wenn überhaupt). Als Trainer muss man eine Einheit formen, was Lustrinelli in Thun anscheinend mit geringem Budget gelungen ist. Eine verbissene Leistungskultur, ist im Fussball, wo auch Spielfreude gefragt ist nur möglich, wenn du wie Pep Guardiola, den gesamten Kader entsprechend nominieren und austauschen kannst, ohne Rücksicht auf empfindlichkeiten.
[/quote]
Bei Ihm gibts halt einfach viel ICH und wenig WIR. Erinnert mich ein bisschen an Felix Magath. Aus meiner Sicht ist dieser Typ Trainer nur kurzfristig erfolgreich (wenn überhaupt). Als Trainer muss man eine Einheit formen, was Lustrinelli in Thun anscheinend mit geringem Budget gelungen ist. Eine verbissene Leistungskultur, ist im Fussball, wo auch Spielfreude gefragt ist nur möglich, wenn du wie Pep Guardiola, den gesamten Kader entsprechend nominieren und austauschen kannst, ohne Rücksicht auf empfindlichkeiten.
Re: Stephan Lichtsteiner
100% wird das auch der Fall sein.Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 11:42Deshalb bleibe ich trotz Auftritten wie letzten Sonntag der Meinung, dass wir mit ihm in die neue Saison gehen müssen.
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Re: Stephan Lichtsteiner
Stinson86 hat geschrieben: 14.03.2026, 14:11 Bei Ihm gibts halt einfach viel ICH und wenig WIR. Erinnert mich ein bisschen an Felix Magath. Aus meiner Sicht ist dieser Typ Trainer nur kurzfristig erfolgreich (wenn überhaupt). Als Trainer muss man eine Einheit formen, was Lustrinelli in Thun anscheinend mit geringem Budget gelungen ist. Eine verbissene Leistungskultur, ist im Fussball, wo auch Spielfreude gefragt ist nur möglich, wenn du wie Pep Guardiola, den gesamten Kader entsprechend nominieren und austauschen kannst, ohne Rücksicht auf empfindlichkeiten.
Ja, da hast natürlich nicht unrecht. Zum jetzigen Zeitpunkt ist Lichtsteiners Verhalten aber mE noch schwierig zu bewerten, nach so kurzer Zeit. Vielleicht funktionierts ja und er bringt wieder eine ordentliche Portion Arroganz ins Gemeinschaftsgefühl rein, die zusammen mit der hoffentlich neu entstehenden Leistungskultur funktioniert - die Ich-Kultur schliesst die ja nicht aus. Oder er ändert seine Verhaltensweise noch, da er merkt, dass sie nicht funktioniert im aktuellen Umfeld. Am Ende alles Mutmassungen, die sich noch zeigen werden.
Am Ende bleibts für mich bei den selben Punkten wie bei und nach Lichtsteiners Anstellung: in der Theorie klingt alles sehr gut und ich kann verstehen, weshalb er die Leitung überzeugen konnte. Die muss er aber erst noch in die Praxis umsetzen und dass das nicht von heute auf morgen passieren wird, ist ebenso klar.
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Re: Stephan Lichtsteiner
Das wird vermutlich auch geschehen. Ich prophezeie aber, dass die Vereinsführung nach einer katastrophalen Rückrunde, die wir auf dem 6. Platz beenden, ihm das uneingeschränkte Vertrauen aussprechen wird. Dann wird man ihn im Magnin-Style nach 6-8 erfolglosen Spielen in der Vorrunde wieder entlassen.Usswärtsfahrer hat geschrieben: 14.03.2026, 11:42Deshalb bleibe ich trotz Auftritten wie letzten Sonntag der Meinung, dass wir mit ihm in die neue Saison gehen müssen.Vargas hat geschrieben: 14.03.2026, 10:58 Also in punkto Einstellung und Einsatz kann man Lichtsteiner sicher nichts vorwerfen. Ich glaube, man sieht auch gut, dass er von den Spielern gleiches fordert und man sieht dass er Spieler testet, ausprobiert und dann sein Urteil fällt. Natürlich kann er aktuell kaum einen ganz aussortieren (Ende Saison schon). Die Spieler sehen das und langfristig wird sich das positiv auswirken, da bin ich optimistsch.
Re: Stephan Lichtsteiner
Patrick Rahmen kann sich in der Sommerpause schon mal intensiv mit dem FCB beschäftigen.
Re: Stephan Lichtsteiner
Aus der BaZ:
"Ich verstehe mich nicht als Zauberer, der alles sofort zum Laufen bringt
Knapp sieben Wochen ist Stephan Lichtsteiner Trainer des FC Basel. Die Bilanz fällt bisher ernüchternd aus. Von zehn Spielen konnten nur drei gewonnen werden, und sämtliche Saisonziele wurden verspielt. In Basel fremdeln die Fussballinteressierten mit der emotionsgeladenen Art des neuen Chefs und seiner bisweilen merkwürdigen Kommunikation. Mit 17 Titeln ist Lichtsteiner zwar der erfolgreichste Schweizer Fussballer, als Trainernovize kam er aber direkt aus dem Amateurfussball von Wettswil-Bonstetten nach Basel, wo der 42-Jährige einen Vertrag bis 2029 hat.
Haben Sie sich mit dem Job beim FC Basel zu viel zugemutet?
Stephan Lichtsteiner: Nein, finde ich nicht. Ich wusste, welche Szenarien möglich sind. Fussball gibt dir keine Garantie, dass ein Plan sofort funktioniert. Es wurde erwartet, dass wir sofort liefern und ich die Mannschaft direkt zurück in die Erfolgsspur bringe. Doch das war bei dieser Konstellation nicht möglich. Wir hatten Verletzungen, Sperren, Transfers und unglückliche Episoden in entscheidenden Spielsituationen.
Statt in die Erfolgsspur zu finden, mündete Ihre erste Woche in drei niederschmetternden Niederlagen, dem Aus in zwei Wettbewerben und aussichtslos zurückgeworfen im Meisterrennen. Es muss für Sie wie ein Albtraum gewesen sein.
Ich habe in meiner Karriere genügend oft verloren, dass ich da nicht schlecht schlafe. Ich wusste, worauf ich mich einlasse, auf diesem Level musst du liefern. Aber ich liebe diesen Job, auch wenn er gerade extrem anstrengend ist. Und ja: Wenn es schiefläuft, bin am Ende ich es, der eine Woche lang unten durch muss.
Das war häufiger der Fall, als Ihnen lieb sein kann.
Dennoch will ich festhalten, dass wir bis auf das Spiel in St. Gallen mit etwas Wettkampfglück auch mehr Partien hätten gewinnen können. Um langfristig wieder erfolgreicher zu sein und dominanten Fussball zu spielen, braucht es Zeit. Ich habe diesen Weg bewusst gewählt. Er ist hart, eine enorme Herausforderung, aber auch eine riesige Chance. Denn in der Schweiz gibt es aus meiner Sicht keinen besseren Job für einen Trainer, als hier unten zu stehen und das Team anzuführen. (Zeigt durch das Fenster ins Innere des St. Jakob-Park)
Der Schritt vom viertklassigen Wettswil-Bonstetten zum FC Basel wirkt für Aussenstehende riesig. War er das auch für Sie?
Nicht wirklich. Ich habe als Spieler auf einem noch mal anderen Level Erfahrungen gesammelt. Klar: Spieler ist nicht gleich Trainer. Aber du nimmst extrem viel mit. Was aber stimmt, ist, dass es für mich eine grosse Herausforderung ist. Und: Kurzfristiger Erfolg wäre schön, aber wir reden über ein langfristiges Projekt. Mich motiviert genau das: Den FCB wieder dahin zu bringen, wo er früher war.
Was haben Sie in den ersten Wochen gelernt?
Mein Ziel ist maximaler Erfolg. Dafür lerne ich aus jeder Erfahrung. Wir hinterfragen alles. Trainingsgestaltung, Matchführung, Wechsel und viele andere Details. Nach jedem Spiel frage ich mich: Hättest du etwas anders machen sollen? Vielleicht machst du es im nächsten anders. Aber ich bin, wie ich bin. Ich werde mich nicht verbiegen, damit ich allen gefalle.
Zur Person
Der erfolgreichste Schweizer Spieler
Stephan Lichtsteiner gewann in seiner Karriere 17 Titel, 14 davon mit Juventus Turin und sieben Scudettos in Serie. Über Adligenwil und den FC Luzern wechselte er mit 16 Jahren in den Nachwuchs von GC, wo er später sein Profidebüt feierte und 2003 Schweizer Meister wurde. Es folgte der Schritt zum OSC Lille nach Frankreich, ehe er über Lazio Rom bei Juve landete. Nach einem Jahr bei Arsenal und einer Saison in Augsburg beendete Lichtsteiner 2020 seine Karriere. Für die Schweiz absolvierte er 108 Länderspiele und nahm an drei WM-Endrunden und zwei EM-Endrunden teil. Als Trainer lernte Lichtsteiner beim SC Kriens, der U18-Nati und im Nachwuchs des FC Basel, ehe er mit 1. Ligist Wettswil-Bonstetten 2024 erstmals eine Männermannschaft übernahm. Im Januar 2026 folgte er beim FC Basel auf Ludovic Magnin. (jaw)
Von aussen wirkt es manchmal, als schaue man an der Seitenlinie einem Lernenden zu. Kann sich der FCB das leisten?
Lernend bist du immer – auch als Spieler oder als Trainer. Wenn du nicht lernst, gewinnst du nicht. Der FCB weiss sehr genau, wen er geholt hat: Er kennt meine Ideen, meine Kompetenzen und meine Arbeitsweise aus dem Nachwuchs. Die Fans und die Medien sehen 90 Minuten. Der Klub sieht Training, Vorbereitung, Nachbereitung, die tägliche Arbeit. Und ja: Als Basler Trainer stehst du stärker im Rampenlicht. Ich frage mich aber manchmal oft: Will man mich verstehen oder nicht? Hinter meinen Aussagen steckt immer eine Absicht. Wenn man sich informiert und nachfragt, merkt man, dass da etwas dahinter ist.
Wir haben Sie in zehn Spielen bereits Stirn an Stirn mit Amir Abrashi und auf einer Basler Jubeltraube gesehen. Sie haben Balljungen, Schiedsrichter und Marin Soticek angemotzt und auch mit Aussagen wie der Wutrede nach dem 2:4 gegen Luzern oder dem Wärme-Argument in St. Gallen Diskussionen ausgelöst. Was bedeutet Ihnen Ihre Aussendarstellung?
Die Sache mit Amir war nicht nötig. Das Ganze wurde danach in den Katakomben auch schnell geregelt und es bleibt auch nichts hängen. Als Trainer gebe ich 100 Prozent Einsatz wie früher auch als Spieler. Ich habe den Impuls in mir, meine Leute zu schützen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie angegriffen werden.
Was entgegnen Sie Kritikern, denen Ihre Kommunikation in Luzern oder in St. Gallen nicht gefallen hat?
In Luzern hatten wir eine Woche Zeit zur Vorbereitung und ich war mit dem Mindset nicht zufrieden, weil wir unsere Pläne nicht umgesetzt haben. Deswegen habe ich die harten Worte gewählt. In St. Gallen habe ich mich schützend vor das Team gestellt, weil ich gesehen habe, dass die Spieler zwar wollten, aber schlicht nicht mehr konnten. Schlussendlich sage ich alles aus einem gewissen Grund.
Wurde Ihre Aussage, die warmen Temperaturen hatten einen Einfluss auf die schwache Leistung, missverstanden?
Ich sagte, dass wir von starken St. Gallern 30 Minuten lang überfahren wurden und habe dann versucht zu erklären, warum das so war. Das lag zum Grossteil am Gegner, aber auch an der Belastung meines Teams. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass der Körper auf Temperaturanstiege unterschiedlich reagieren kann. Das war keine Ausrede, sondern ein Erklärungsversuch und bei manchen Spielern ein mögliches, kleines Zahnrädchen des Ganzen.
Wie finden Sie die Fotomontage, die Sie in Badehose am Spielfeldrand zeigt?
Das ist alles okay. Die finde ich sogar so lustig, dass ich sie mir im Büro einrahmen werde. Problematisch finde ich es erst nur, wenn der Respekt verloren geht.
Überrascht Sie, welch grosse Wellen diese Temperatur-Aussage verursacht hat?
Im Nachhinein verstehe ich, dass viele sich nicht vorstellen können, dass es wirklich einen Einfluss hat. Aber ich bin ein Mensch, der Dinge erklären will und finde es schade, wenn das dann ins Lächerliche gezogen wird. Wenn das nicht geht, bleibt nur noch Phrasendrescherei. Darauf habe ich eigentlich keine Lust.
Gab es schon Momente, in denen Sie dachten, der eigentlich vorgesehene Weg über die Basler U21 oder einen kleineren Klub wäre sinnvoller gewesen?
Natürlich gäbe es andere Wege. Aber dieses Angebot kam jetzt, und ich wollte diese Chance packen. Ich kam jedoch nicht hierher und dachte, ich bringe die Maschine sofort zum Laufen. Ich habe die Spiele vorher verfolgt, die Probleme gesehen und wusste: Nicht alles ist kurzfristig lösbar. Trotzdem sagte ich mir: Geh den harten Weg. Vollgas. Mein Fokus ist maximaler Erfolg für den FCB. Ich will mithelfen, dass Basel über Jahre wieder Geschichten schreibt, wie man sie lange kannte. Das ist mein Ziel, mein Traum. Wenn es nicht klappen sollte, will ich in den Spiegel schauen können und sagen: Ich habe alles gegeben. Und ich gebe hier alles. Meine Arbeitstage sind lang.
Welche Probleme haben Sie denn ausgemacht?
Beim FCB heisst es automatisch, die Mannschaft müsse problemlos jeden dritten Tag spielen können. Aber wie viele Spieler aus unserem Kader sind das wirklich gewohnt? Du hast viele Spieler , die das auf diesem Level und in diesem Rhythmus noch nie erlebt haben. Im ganzen Team gibt es vielleicht drei, vier, die regelmässig alle drei Tage auf diesem Niveau gespielt haben. Es gibt Sachen, die du als Trainer nicht beeinflussen kannst. Schon gar nicht in der Kürze der Zeit. Wir haben enormen Aufholbedarf, zum Beispiel – ich spreche das hier jetzt an: bei der Fitness.
Wie erklären Sie sich das?
Das liegt an unterschiedlichen Faktoren. Verletzungen, auch die vielen Pflichtspiele, die wenigen Trainings und der kurzfristige Einbau von jungen Spielern. Fakt ist: Physisch sind wir vielen Gegnern unterlegen. Das liegt auch daran, weil wir als Ballbesitz-Team den spielerischen Ansatz bevorzugen. Doch für meinen Fussball brauche ich auch Spieler, die körperlich besser sind als ihre Gegner. Gut kicken können heute viele Mannschaften in der Super League, deswegen müssen wir mehr machen, um wieder dominant auftreten zu können. Entscheidend sind das Mindset und die Arbeitsmoral. Es gilt, alles dem Erfolg unterzuordnen.
Wie gedenken Sie, den FCB fitter zu machen?
Es gibt diverse Ansätze. Aber bisher fehlte die Zeit, viel zu verändern. Mitten in einer Saison mit bereits über 40 Spielen kann man nicht alles auf links drehen, sonst riskierst du Verletzungen. Meine Philosophie sieht vor, lange zu trainieren. Ein Spiel dauert 90 Minuten. So lange sollte auch das Training gehen. Wir haben jetzt endlich einige normale Wochen vor uns. Da hoffe ich, dass wir noch etwas Benzin in den Tank kriegen. Für mich ist das jetzt auch eine wichtige Phase, um zu sehen, wer die Kultur und die Arbeit wirklich mitträgt und wer nicht. Wenn nicht alle am gleichen Strick ziehen, muss ich handeln.
Braucht der Kader im Sommer eine Runderneuerung?
Nicht unbedingt. Aktuell bringen wir für das, was wir eigentlich haben, viel zu wenig PS auf den Platz. Das liegt daran, weil Einzelne nicht ihre Leistungsgrenze erreichen, andere verletzt sind und uns wegen des Saisonverlaufs auch das Selbstvertrauen und die Automatismen fehlen. Aber natürlich wird es in der Kaderplanung um punktuelle Verstärkungen gehen. Ein Thema für mich ist die Körpergrösse: Seit ich hier bin, haben wir bei 17 Gegentoren zehn nach Standards oder zweiten Bällen kassiert.
Wurde der aktuelle Kader schlecht zusammengestellt?
Das glaube ich nicht. Ich stehe voll hinter der Klubphilosophie: Es gibt hier keinen Mäzen, der einfach alles bezahlt. Dass gute Spieler weiterziehen, gehört dazu. Ich bin mit vielem einverstanden, auch bei den Wintertransfers. Wir hatten diverse Kandidaten auf dem Tisch. Doch ich bin gegen Transfers unter Zeitdruck, die dich möglicherweise auch nicht weiterbringen und dann einen jungen Spieler blockieren. Da gebe ich lieber jungen eigenen Spielern eine Chance, um zu sehen, ob sie das Zeug zum FCB-Spieler schon haben oder noch ein Zwischenjahr woanders brauchen. Kurzfristig garantiert dir das nicht maximalen Erfolg. Aber du kannst momentan nicht einerseits junge Schweizer fördern und andererseits sofort alles gewinnen. Das wäre das Idealszenario, für das auf dem Campus top hingearbeitet wird.
Sie waren ein Mentalitäts-Spieler. Fehlen diese beim FCB?
Je grösser der Klub, desto grösser ist dieser Druck. Daran müssen sich viele Spieler erst gewöhnen. Und: Ein Leader kümmert sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um andere. Im Moment sind viele noch stark mit sich selbst beschäftigt. Ich sehe Führungspersönlichkeiten, die noch nicht so zur Geltung gekommen sind, aber mehr Verantwortung übernehmen können und müssen.
An wen denken Sie?
Flavius Daniliuc hat alles, um ein Team anzuführen. Becir Omeragic oder Nicolas Vouilloz können in Zukunft eine Leaderrolle übernehmen, wie sie Xherdan Shaqiri, Marwin Hitz, Dominik Schmid oder Albian Ajeti aktuell haben. Auch Metinho führt das Team. Nicht mit vielen Worten, aber mit Leistung und Präsenz auf dem Platz.
Der FCB erspielt sich unter Ihrer Führung weniger Grosschancen und kassiert mehr Gegentore. Geht da was in die falsche Richtung?
Nein. Statistiken sind wichtig, aber du musst sie im Detail lesen. Wir haben zum Beispiel einen tieferen Wert bei den erwartbaren Gegentoren, nur gehen momentan mehr rein, was teilweise auch mit unglücklichen Episoden im Spiel zu tun hat. Gelegenheiten wie offene Zwei-gegen-Eins-Situationen, wie wir sie gegen Thun hatten, sind für mich Riesenchancen, tauchen aber nicht in der Statistik auf, weil es wegen eines Fehlpasses nicht zum Abschluss kam. Unser Ziel ist es aber, dass wir so auftreten, dass wir nicht von den einzelnen Episoden eines Spiels, die auch mal gegen dich ausfallen können, abhängig sind.
Wie lautet das Ziel für den Rest der Saison?
Das Ziel muss ein europäischer Platz sein.
Also Dritter oder Vierter, wenn St. Gallen den Cup gewinnt.
Genau. Auch wenn wir aktuell Mühe haben, gegen Teams aus den Top 6 zu punkten, arbeiten wir daran, dass wir auch nächstes Jahr international spielen.
In Basel sind Ihre Ex-Nati-Kollegen Raphael Wicky und Alex Frei als Trainer gescheitert. Gab es mal einen Austausch?
Nein. Jede Situation ist neu. Auch erfahrene Trainer können scheitern. Der Job ist sehr anspruchsvoll, weil du für alles verantwortlich gemacht wirst. Darum ist es wichtig, dass ein Klub beurteilen kann, ob der Trainer richtig arbeitet, was er verantworten kann und was nicht. Es gibt zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass sich Geduld, Entwicklung und ein klarer Plan lohnen können.
Geduld ist beim FCB traditionell ein knappes Gut.
Darum baue ich einfach jedes Jahr fix einen Jungen ein, der dem Klub später vielleicht mal ein paar Millionen einbringt. (Lacht) Spass bei Seite: Wer im Fussball einen Trainervertrag unterschreibt, weiss, wie das Geschäft funktioniert. Und was für mich zählt: Wenn du nicht als Mannschaft spielst, hast du keinen maximalen Erfolg. Und genau deshalb steht bei mir das Team über allem.
Ist dieses Ideal auch mit Xherdan Shaqiri vereinbar, der ja defensiv auch nicht jeden Laufweg macht?
Shaq ist für mich der beste Spieler im letzten Drittel, welchen die Schweiz je hatte. Er kann jedes Spiel entscheiden. Aber er ist nicht mehr der Jüngste. Langfristig wird die Frage aufkommen, wer ihn ersetzt, wer seine Tore und Assists übernimmt. Aber im Hier und Jetzt ist er ein Spieler, der mit seinen Qualitäten den Unterschied jederzeit ausmachen kann. Was nicht heisst, dass die anderen nicht mehr Verantwortung übernehmen müssen.
Wenn Sie Ihren Vertrag erfüllen, werden Sie wohl Shaqiris Karriereende moderieren müssen. Wie gehen Sie das an?
Entscheidend wird sein, wie sein Körper aufs Alter reagiert. Das kann schnell gehen, aber er kann auch noch einige Jahre so weiterlaufen, wenn Verein und Spieler das wollen. Ich fokussiere mich auf diese Saison und die nächste. Da ist er wichtig, fast unverzichtbar. Aber beim FC Basel kann es nicht immer nur Shaq richten.
Sie haben elf Länderspiele mit David Degen auf dem Platz gestanden. Lernten Sie sich damals bereits schätzen oder wie kam es zur Zusammenarbeit?
Ich kenne Dave seit der Juniorennationalelf. Später habe ich eher mit seinem Bruder zusammengespielt. Als ich mit den Trainerdiplomen begann und einen Klub suchte, wo ich mich täglich weiterentwickeln kann, stiess ich bei David Degen auf offene Ohren und begann als U15-Trainer. Seine Strategie und sein Mut imponieren mir. Auch er kam in einer extremen Situation zum FCB und hat ihn finanziell stabilisiert. Dass er nicht nur Spieler, sondern auch Trainer entwickeln will, gefällt mir.
Was fehlt Ihnen noch zur Uefa-Pro-Lizenz?
Im April und Mai stehen noch zwei eintägige Stages an, und ich muss schauen, wie ich das organisatorisch löse. Im Juni folgen dann drei intensive Wochen in Italien an und die Abschlussprüfung. Bei der Abschlussarbeit zum Thema «Wie KI Fussballtrainer unterstützen kann» geht es noch um den Feinschliff.
Wie hilft KI im Fussball?
Das ist ein hochspannendes Thema. Du kannst Spiele und Trainings aufnehmen und dank Skelettdaten der Spieler konkret analysieren, wer wo richtig oder falsch stand und welche Entscheidungen in welchen Momenten sinnvoll oder nicht waren. Die KI kann dir auch sagen, welche Spielertypen in welches Spielsystem passen und welche Taktik gegen welchen Gegner erfolgversprechend ist. Wie in anderen Branchen auch kann man so extrem viel Zeit sparen.
Ist die KI also der Co-Trainer der Zukunft?
Das nicht, weil sie immer noch mit den richtigen Inputs gefüttert werden muss. Coachen muss der Trainer auch immer noch selbst, aber er kann dank KI schneller und präziser gewisse Dinge aufzeigen.
Wenn Ihre Arbeitstage zwölf Stunden haben: Fahren Sie jeden Tag nach Hause?
Meistens. Und wenn viel ansteht, übernachte ich auch mal im Hotel. Grundsätzlich sind es 50 Minuten von Basel nach Wettswil – und die nutze ich oft, um zu telefonieren, mit Trainern oder anderen Leuten.
Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade an Fussball denken?
Im Moment bleibt fast keine Zeit. Aber ich versuche, eigene Trainingsreize zu setzen, beim Joggen oder Krafttraining, eine Stunde am Tag für mich. Und natürlich Zeit mit der Familie zu verbringen, mit meiner Frau und den beiden Kindern (15 und 11 Jahre alt, Anm. d. Red). Du kannst nicht nur an die Arbeit denken. Irgendwann macht der Körper nicht mehr mit. Ich liebe den Job, aber meine Gesundheit ist es nicht wert, gar nicht mehr zu schlafen.
Sie sagten einmal, Sie könnten auch ein ziemlich netter Kerl sein. Wann zeigt sich das?
Dann hat es wahrscheinlich nichts mit Fussball zu tun. (Lacht) Wenn Fussball oder andere Wettkämpfe im Spiel sind, bin ich meistens weniger lieb. Aber diesem Hunger und diesem Ehrgeiz habe ich auch meine Karriere zu verdanken. Viele werden nach ein, zwei Titeln satt, aber es ist mein Anspruch, dieses Feuer immer beizubehalten. Und das ist Arbeit. Harte Arbeit."
"Ich verstehe mich nicht als Zauberer, der alles sofort zum Laufen bringt
Knapp sieben Wochen ist Stephan Lichtsteiner Trainer des FC Basel. Die Bilanz fällt bisher ernüchternd aus. Von zehn Spielen konnten nur drei gewonnen werden, und sämtliche Saisonziele wurden verspielt. In Basel fremdeln die Fussballinteressierten mit der emotionsgeladenen Art des neuen Chefs und seiner bisweilen merkwürdigen Kommunikation. Mit 17 Titeln ist Lichtsteiner zwar der erfolgreichste Schweizer Fussballer, als Trainernovize kam er aber direkt aus dem Amateurfussball von Wettswil-Bonstetten nach Basel, wo der 42-Jährige einen Vertrag bis 2029 hat.
Haben Sie sich mit dem Job beim FC Basel zu viel zugemutet?
Stephan Lichtsteiner: Nein, finde ich nicht. Ich wusste, welche Szenarien möglich sind. Fussball gibt dir keine Garantie, dass ein Plan sofort funktioniert. Es wurde erwartet, dass wir sofort liefern und ich die Mannschaft direkt zurück in die Erfolgsspur bringe. Doch das war bei dieser Konstellation nicht möglich. Wir hatten Verletzungen, Sperren, Transfers und unglückliche Episoden in entscheidenden Spielsituationen.
Statt in die Erfolgsspur zu finden, mündete Ihre erste Woche in drei niederschmetternden Niederlagen, dem Aus in zwei Wettbewerben und aussichtslos zurückgeworfen im Meisterrennen. Es muss für Sie wie ein Albtraum gewesen sein.
Ich habe in meiner Karriere genügend oft verloren, dass ich da nicht schlecht schlafe. Ich wusste, worauf ich mich einlasse, auf diesem Level musst du liefern. Aber ich liebe diesen Job, auch wenn er gerade extrem anstrengend ist. Und ja: Wenn es schiefläuft, bin am Ende ich es, der eine Woche lang unten durch muss.
Das war häufiger der Fall, als Ihnen lieb sein kann.
Dennoch will ich festhalten, dass wir bis auf das Spiel in St. Gallen mit etwas Wettkampfglück auch mehr Partien hätten gewinnen können. Um langfristig wieder erfolgreicher zu sein und dominanten Fussball zu spielen, braucht es Zeit. Ich habe diesen Weg bewusst gewählt. Er ist hart, eine enorme Herausforderung, aber auch eine riesige Chance. Denn in der Schweiz gibt es aus meiner Sicht keinen besseren Job für einen Trainer, als hier unten zu stehen und das Team anzuführen. (Zeigt durch das Fenster ins Innere des St. Jakob-Park)
Der Schritt vom viertklassigen Wettswil-Bonstetten zum FC Basel wirkt für Aussenstehende riesig. War er das auch für Sie?
Nicht wirklich. Ich habe als Spieler auf einem noch mal anderen Level Erfahrungen gesammelt. Klar: Spieler ist nicht gleich Trainer. Aber du nimmst extrem viel mit. Was aber stimmt, ist, dass es für mich eine grosse Herausforderung ist. Und: Kurzfristiger Erfolg wäre schön, aber wir reden über ein langfristiges Projekt. Mich motiviert genau das: Den FCB wieder dahin zu bringen, wo er früher war.
Was haben Sie in den ersten Wochen gelernt?
Mein Ziel ist maximaler Erfolg. Dafür lerne ich aus jeder Erfahrung. Wir hinterfragen alles. Trainingsgestaltung, Matchführung, Wechsel und viele andere Details. Nach jedem Spiel frage ich mich: Hättest du etwas anders machen sollen? Vielleicht machst du es im nächsten anders. Aber ich bin, wie ich bin. Ich werde mich nicht verbiegen, damit ich allen gefalle.
Zur Person
Der erfolgreichste Schweizer Spieler
Stephan Lichtsteiner gewann in seiner Karriere 17 Titel, 14 davon mit Juventus Turin und sieben Scudettos in Serie. Über Adligenwil und den FC Luzern wechselte er mit 16 Jahren in den Nachwuchs von GC, wo er später sein Profidebüt feierte und 2003 Schweizer Meister wurde. Es folgte der Schritt zum OSC Lille nach Frankreich, ehe er über Lazio Rom bei Juve landete. Nach einem Jahr bei Arsenal und einer Saison in Augsburg beendete Lichtsteiner 2020 seine Karriere. Für die Schweiz absolvierte er 108 Länderspiele und nahm an drei WM-Endrunden und zwei EM-Endrunden teil. Als Trainer lernte Lichtsteiner beim SC Kriens, der U18-Nati und im Nachwuchs des FC Basel, ehe er mit 1. Ligist Wettswil-Bonstetten 2024 erstmals eine Männermannschaft übernahm. Im Januar 2026 folgte er beim FC Basel auf Ludovic Magnin. (jaw)
Von aussen wirkt es manchmal, als schaue man an der Seitenlinie einem Lernenden zu. Kann sich der FCB das leisten?
Lernend bist du immer – auch als Spieler oder als Trainer. Wenn du nicht lernst, gewinnst du nicht. Der FCB weiss sehr genau, wen er geholt hat: Er kennt meine Ideen, meine Kompetenzen und meine Arbeitsweise aus dem Nachwuchs. Die Fans und die Medien sehen 90 Minuten. Der Klub sieht Training, Vorbereitung, Nachbereitung, die tägliche Arbeit. Und ja: Als Basler Trainer stehst du stärker im Rampenlicht. Ich frage mich aber manchmal oft: Will man mich verstehen oder nicht? Hinter meinen Aussagen steckt immer eine Absicht. Wenn man sich informiert und nachfragt, merkt man, dass da etwas dahinter ist.
Wir haben Sie in zehn Spielen bereits Stirn an Stirn mit Amir Abrashi und auf einer Basler Jubeltraube gesehen. Sie haben Balljungen, Schiedsrichter und Marin Soticek angemotzt und auch mit Aussagen wie der Wutrede nach dem 2:4 gegen Luzern oder dem Wärme-Argument in St. Gallen Diskussionen ausgelöst. Was bedeutet Ihnen Ihre Aussendarstellung?
Die Sache mit Amir war nicht nötig. Das Ganze wurde danach in den Katakomben auch schnell geregelt und es bleibt auch nichts hängen. Als Trainer gebe ich 100 Prozent Einsatz wie früher auch als Spieler. Ich habe den Impuls in mir, meine Leute zu schützen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie angegriffen werden.
Was entgegnen Sie Kritikern, denen Ihre Kommunikation in Luzern oder in St. Gallen nicht gefallen hat?
In Luzern hatten wir eine Woche Zeit zur Vorbereitung und ich war mit dem Mindset nicht zufrieden, weil wir unsere Pläne nicht umgesetzt haben. Deswegen habe ich die harten Worte gewählt. In St. Gallen habe ich mich schützend vor das Team gestellt, weil ich gesehen habe, dass die Spieler zwar wollten, aber schlicht nicht mehr konnten. Schlussendlich sage ich alles aus einem gewissen Grund.
Wurde Ihre Aussage, die warmen Temperaturen hatten einen Einfluss auf die schwache Leistung, missverstanden?
Ich sagte, dass wir von starken St. Gallern 30 Minuten lang überfahren wurden und habe dann versucht zu erklären, warum das so war. Das lag zum Grossteil am Gegner, aber auch an der Belastung meines Teams. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass der Körper auf Temperaturanstiege unterschiedlich reagieren kann. Das war keine Ausrede, sondern ein Erklärungsversuch und bei manchen Spielern ein mögliches, kleines Zahnrädchen des Ganzen.
Wie finden Sie die Fotomontage, die Sie in Badehose am Spielfeldrand zeigt?
Das ist alles okay. Die finde ich sogar so lustig, dass ich sie mir im Büro einrahmen werde. Problematisch finde ich es erst nur, wenn der Respekt verloren geht.
Überrascht Sie, welch grosse Wellen diese Temperatur-Aussage verursacht hat?
Im Nachhinein verstehe ich, dass viele sich nicht vorstellen können, dass es wirklich einen Einfluss hat. Aber ich bin ein Mensch, der Dinge erklären will und finde es schade, wenn das dann ins Lächerliche gezogen wird. Wenn das nicht geht, bleibt nur noch Phrasendrescherei. Darauf habe ich eigentlich keine Lust.
Gab es schon Momente, in denen Sie dachten, der eigentlich vorgesehene Weg über die Basler U21 oder einen kleineren Klub wäre sinnvoller gewesen?
Natürlich gäbe es andere Wege. Aber dieses Angebot kam jetzt, und ich wollte diese Chance packen. Ich kam jedoch nicht hierher und dachte, ich bringe die Maschine sofort zum Laufen. Ich habe die Spiele vorher verfolgt, die Probleme gesehen und wusste: Nicht alles ist kurzfristig lösbar. Trotzdem sagte ich mir: Geh den harten Weg. Vollgas. Mein Fokus ist maximaler Erfolg für den FCB. Ich will mithelfen, dass Basel über Jahre wieder Geschichten schreibt, wie man sie lange kannte. Das ist mein Ziel, mein Traum. Wenn es nicht klappen sollte, will ich in den Spiegel schauen können und sagen: Ich habe alles gegeben. Und ich gebe hier alles. Meine Arbeitstage sind lang.
Welche Probleme haben Sie denn ausgemacht?
Beim FCB heisst es automatisch, die Mannschaft müsse problemlos jeden dritten Tag spielen können. Aber wie viele Spieler aus unserem Kader sind das wirklich gewohnt? Du hast viele Spieler , die das auf diesem Level und in diesem Rhythmus noch nie erlebt haben. Im ganzen Team gibt es vielleicht drei, vier, die regelmässig alle drei Tage auf diesem Niveau gespielt haben. Es gibt Sachen, die du als Trainer nicht beeinflussen kannst. Schon gar nicht in der Kürze der Zeit. Wir haben enormen Aufholbedarf, zum Beispiel – ich spreche das hier jetzt an: bei der Fitness.
Wie erklären Sie sich das?
Das liegt an unterschiedlichen Faktoren. Verletzungen, auch die vielen Pflichtspiele, die wenigen Trainings und der kurzfristige Einbau von jungen Spielern. Fakt ist: Physisch sind wir vielen Gegnern unterlegen. Das liegt auch daran, weil wir als Ballbesitz-Team den spielerischen Ansatz bevorzugen. Doch für meinen Fussball brauche ich auch Spieler, die körperlich besser sind als ihre Gegner. Gut kicken können heute viele Mannschaften in der Super League, deswegen müssen wir mehr machen, um wieder dominant auftreten zu können. Entscheidend sind das Mindset und die Arbeitsmoral. Es gilt, alles dem Erfolg unterzuordnen.
Wie gedenken Sie, den FCB fitter zu machen?
Es gibt diverse Ansätze. Aber bisher fehlte die Zeit, viel zu verändern. Mitten in einer Saison mit bereits über 40 Spielen kann man nicht alles auf links drehen, sonst riskierst du Verletzungen. Meine Philosophie sieht vor, lange zu trainieren. Ein Spiel dauert 90 Minuten. So lange sollte auch das Training gehen. Wir haben jetzt endlich einige normale Wochen vor uns. Da hoffe ich, dass wir noch etwas Benzin in den Tank kriegen. Für mich ist das jetzt auch eine wichtige Phase, um zu sehen, wer die Kultur und die Arbeit wirklich mitträgt und wer nicht. Wenn nicht alle am gleichen Strick ziehen, muss ich handeln.
Braucht der Kader im Sommer eine Runderneuerung?
Nicht unbedingt. Aktuell bringen wir für das, was wir eigentlich haben, viel zu wenig PS auf den Platz. Das liegt daran, weil Einzelne nicht ihre Leistungsgrenze erreichen, andere verletzt sind und uns wegen des Saisonverlaufs auch das Selbstvertrauen und die Automatismen fehlen. Aber natürlich wird es in der Kaderplanung um punktuelle Verstärkungen gehen. Ein Thema für mich ist die Körpergrösse: Seit ich hier bin, haben wir bei 17 Gegentoren zehn nach Standards oder zweiten Bällen kassiert.
Wurde der aktuelle Kader schlecht zusammengestellt?
Das glaube ich nicht. Ich stehe voll hinter der Klubphilosophie: Es gibt hier keinen Mäzen, der einfach alles bezahlt. Dass gute Spieler weiterziehen, gehört dazu. Ich bin mit vielem einverstanden, auch bei den Wintertransfers. Wir hatten diverse Kandidaten auf dem Tisch. Doch ich bin gegen Transfers unter Zeitdruck, die dich möglicherweise auch nicht weiterbringen und dann einen jungen Spieler blockieren. Da gebe ich lieber jungen eigenen Spielern eine Chance, um zu sehen, ob sie das Zeug zum FCB-Spieler schon haben oder noch ein Zwischenjahr woanders brauchen. Kurzfristig garantiert dir das nicht maximalen Erfolg. Aber du kannst momentan nicht einerseits junge Schweizer fördern und andererseits sofort alles gewinnen. Das wäre das Idealszenario, für das auf dem Campus top hingearbeitet wird.
Sie waren ein Mentalitäts-Spieler. Fehlen diese beim FCB?
Je grösser der Klub, desto grösser ist dieser Druck. Daran müssen sich viele Spieler erst gewöhnen. Und: Ein Leader kümmert sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um andere. Im Moment sind viele noch stark mit sich selbst beschäftigt. Ich sehe Führungspersönlichkeiten, die noch nicht so zur Geltung gekommen sind, aber mehr Verantwortung übernehmen können und müssen.
An wen denken Sie?
Flavius Daniliuc hat alles, um ein Team anzuführen. Becir Omeragic oder Nicolas Vouilloz können in Zukunft eine Leaderrolle übernehmen, wie sie Xherdan Shaqiri, Marwin Hitz, Dominik Schmid oder Albian Ajeti aktuell haben. Auch Metinho führt das Team. Nicht mit vielen Worten, aber mit Leistung und Präsenz auf dem Platz.
Der FCB erspielt sich unter Ihrer Führung weniger Grosschancen und kassiert mehr Gegentore. Geht da was in die falsche Richtung?
Nein. Statistiken sind wichtig, aber du musst sie im Detail lesen. Wir haben zum Beispiel einen tieferen Wert bei den erwartbaren Gegentoren, nur gehen momentan mehr rein, was teilweise auch mit unglücklichen Episoden im Spiel zu tun hat. Gelegenheiten wie offene Zwei-gegen-Eins-Situationen, wie wir sie gegen Thun hatten, sind für mich Riesenchancen, tauchen aber nicht in der Statistik auf, weil es wegen eines Fehlpasses nicht zum Abschluss kam. Unser Ziel ist es aber, dass wir so auftreten, dass wir nicht von den einzelnen Episoden eines Spiels, die auch mal gegen dich ausfallen können, abhängig sind.
Wie lautet das Ziel für den Rest der Saison?
Das Ziel muss ein europäischer Platz sein.
Also Dritter oder Vierter, wenn St. Gallen den Cup gewinnt.
Genau. Auch wenn wir aktuell Mühe haben, gegen Teams aus den Top 6 zu punkten, arbeiten wir daran, dass wir auch nächstes Jahr international spielen.
In Basel sind Ihre Ex-Nati-Kollegen Raphael Wicky und Alex Frei als Trainer gescheitert. Gab es mal einen Austausch?
Nein. Jede Situation ist neu. Auch erfahrene Trainer können scheitern. Der Job ist sehr anspruchsvoll, weil du für alles verantwortlich gemacht wirst. Darum ist es wichtig, dass ein Klub beurteilen kann, ob der Trainer richtig arbeitet, was er verantworten kann und was nicht. Es gibt zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass sich Geduld, Entwicklung und ein klarer Plan lohnen können.
Geduld ist beim FCB traditionell ein knappes Gut.
Darum baue ich einfach jedes Jahr fix einen Jungen ein, der dem Klub später vielleicht mal ein paar Millionen einbringt. (Lacht) Spass bei Seite: Wer im Fussball einen Trainervertrag unterschreibt, weiss, wie das Geschäft funktioniert. Und was für mich zählt: Wenn du nicht als Mannschaft spielst, hast du keinen maximalen Erfolg. Und genau deshalb steht bei mir das Team über allem.
Ist dieses Ideal auch mit Xherdan Shaqiri vereinbar, der ja defensiv auch nicht jeden Laufweg macht?
Shaq ist für mich der beste Spieler im letzten Drittel, welchen die Schweiz je hatte. Er kann jedes Spiel entscheiden. Aber er ist nicht mehr der Jüngste. Langfristig wird die Frage aufkommen, wer ihn ersetzt, wer seine Tore und Assists übernimmt. Aber im Hier und Jetzt ist er ein Spieler, der mit seinen Qualitäten den Unterschied jederzeit ausmachen kann. Was nicht heisst, dass die anderen nicht mehr Verantwortung übernehmen müssen.
Wenn Sie Ihren Vertrag erfüllen, werden Sie wohl Shaqiris Karriereende moderieren müssen. Wie gehen Sie das an?
Entscheidend wird sein, wie sein Körper aufs Alter reagiert. Das kann schnell gehen, aber er kann auch noch einige Jahre so weiterlaufen, wenn Verein und Spieler das wollen. Ich fokussiere mich auf diese Saison und die nächste. Da ist er wichtig, fast unverzichtbar. Aber beim FC Basel kann es nicht immer nur Shaq richten.
Sie haben elf Länderspiele mit David Degen auf dem Platz gestanden. Lernten Sie sich damals bereits schätzen oder wie kam es zur Zusammenarbeit?
Ich kenne Dave seit der Juniorennationalelf. Später habe ich eher mit seinem Bruder zusammengespielt. Als ich mit den Trainerdiplomen begann und einen Klub suchte, wo ich mich täglich weiterentwickeln kann, stiess ich bei David Degen auf offene Ohren und begann als U15-Trainer. Seine Strategie und sein Mut imponieren mir. Auch er kam in einer extremen Situation zum FCB und hat ihn finanziell stabilisiert. Dass er nicht nur Spieler, sondern auch Trainer entwickeln will, gefällt mir.
Was fehlt Ihnen noch zur Uefa-Pro-Lizenz?
Im April und Mai stehen noch zwei eintägige Stages an, und ich muss schauen, wie ich das organisatorisch löse. Im Juni folgen dann drei intensive Wochen in Italien an und die Abschlussprüfung. Bei der Abschlussarbeit zum Thema «Wie KI Fussballtrainer unterstützen kann» geht es noch um den Feinschliff.
Wie hilft KI im Fussball?
Das ist ein hochspannendes Thema. Du kannst Spiele und Trainings aufnehmen und dank Skelettdaten der Spieler konkret analysieren, wer wo richtig oder falsch stand und welche Entscheidungen in welchen Momenten sinnvoll oder nicht waren. Die KI kann dir auch sagen, welche Spielertypen in welches Spielsystem passen und welche Taktik gegen welchen Gegner erfolgversprechend ist. Wie in anderen Branchen auch kann man so extrem viel Zeit sparen.
Ist die KI also der Co-Trainer der Zukunft?
Das nicht, weil sie immer noch mit den richtigen Inputs gefüttert werden muss. Coachen muss der Trainer auch immer noch selbst, aber er kann dank KI schneller und präziser gewisse Dinge aufzeigen.
Wenn Ihre Arbeitstage zwölf Stunden haben: Fahren Sie jeden Tag nach Hause?
Meistens. Und wenn viel ansteht, übernachte ich auch mal im Hotel. Grundsätzlich sind es 50 Minuten von Basel nach Wettswil – und die nutze ich oft, um zu telefonieren, mit Trainern oder anderen Leuten.
Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade an Fussball denken?
Im Moment bleibt fast keine Zeit. Aber ich versuche, eigene Trainingsreize zu setzen, beim Joggen oder Krafttraining, eine Stunde am Tag für mich. Und natürlich Zeit mit der Familie zu verbringen, mit meiner Frau und den beiden Kindern (15 und 11 Jahre alt, Anm. d. Red). Du kannst nicht nur an die Arbeit denken. Irgendwann macht der Körper nicht mehr mit. Ich liebe den Job, aber meine Gesundheit ist es nicht wert, gar nicht mehr zu schlafen.
Sie sagten einmal, Sie könnten auch ein ziemlich netter Kerl sein. Wann zeigt sich das?
Dann hat es wahrscheinlich nichts mit Fussball zu tun. (Lacht) Wenn Fussball oder andere Wettkämpfe im Spiel sind, bin ich meistens weniger lieb. Aber diesem Hunger und diesem Ehrgeiz habe ich auch meine Karriere zu verdanken. Viele werden nach ein, zwei Titeln satt, aber es ist mein Anspruch, dieses Feuer immer beizubehalten. Und das ist Arbeit. Harte Arbeit."