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Re: Klimakrise
Verfasst: 11.01.2026, 17:27
von Somnium
(…)Insgesamt 43 Milliarden US-Dollar fordert die Ukraine von Russland als Entschädigung, allein für die Klimaschäden, die der Aggressionskrieg bisher angerichtet hat. 237 Millionen Tonnen zusätzlichen CO₂-Ausstoss habe der Krieg in den letzten drei Jahren verursacht, hat de Klerk berechnet. Das ist fast doppelt so viel, wie die ganze Schweiz in dieser Zeit ausgestossen hat.
Kommt dazu, dass wegen des russischen Aggressionskriegs nun viele Länder stark aufrüsten. Ohne tatsächlich Krieg zu führen, vergrössern sie so ihren CO₂-Fussabdruck deutlich.
In der Länderrangliste der Klimasünder kommen Kriege an fünfter Stelle – hinter China, den USA, Indien und der EU. Will die Staatengemeinschaft also, wie im Pariser Abkommen vereinbart, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts klimaneutral werden, müssen auch Armeen ihren CO₂-Ausstoss reduzieren. (…)
https://www.srf.ch/news/international/d ... aermung-an
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 11:17
von Somnium
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 12:19
von ash
Nachher ist man leider immer schlauer und die Visionäre werden meistens mit Unkenrufen in die Wüste geschickt.
Hätte man vor 30 Jahren das ganz Plastikzeugs probiert zu ersetzen wären die Meere heute nicht so vermüllt.
Hätte man vor 30 Jahren die Entwicklungshilfe für z.B. Afrika zielorientierter eingesetzt und die Ursachen und nicht primär die Symptome des ganzen Leids bekämpft, stünde der ganze Kontinent heute besser da.
Aber vielleicht ist der Mensch halt einfach derart selbstzerstörerisch unterwegs, dass ein Zerstören der Erde unausweichlich ist.
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 12:37
von Basilou
ash hat geschrieben: 16.01.2026, 12:19
Nachher ist man leider immer schlauer und die Visionäre werden meistens mit Unkenrufen in die Wüste geschickt.
Sorry, aber diese Ausrede ist mir im Fall der Klimakrise viel zu billig. Dass wir auf eine Krise bzw. auf eine Katastrophe zusteuern, ist schon seit über 30 Jahren bekannt. Die Klimaerwärmung an sich sogar noch viel länger. Aber trotzdem kriegt man den Arsch erst dann langsam hoch, wenn es möglicherweise schon zu spät ist und man mit viel Aufwand noch ein bisschen Schadensbegrenzung betreiben kann.
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 13:01
von Faniella Diwani
Basilou hat geschrieben: 16.01.2026, 12:37
ash hat geschrieben: 16.01.2026, 12:19
Nachher ist man leider immer schlauer und die Visionäre werden meistens mit Unkenrufen in die Wüste geschickt.
Sorry, aber diese Ausrede ist mir im Fall der Klimakrise viel zu billig. Dass wir auf eine Krise bzw. auf eine Katastrophe zusteuern, ist schon seit über 30 Jahren bekannt. Die Klimaerwärmung an sich sogar noch viel länger. Aber trotzdem kriegt man den Arsch erst dann langsam hoch, wenn es möglicherweise schon zu spät ist und man mit viel Aufwand noch ein bisschen Schadensbegrenzung betreiben kann.
30 Jahre?
Die Mechanismen des Treibauseffektes kennt die Physik seit dem 19ten Jahrhundert. Erste Warnungen sind 100 Jahre alt. Und die erstaunlich exakten Prognosen der Erdölindustrie unterdessen 50 Jahre. Leider hat die Erdölindustrie aber in den letzten 50 Jahren alles dran gesetzt die eigene Forschung zu widerlegen und zu relativieren.
Und heute? Heute will derselbe Präsident für den die Klimakrise nicht existiert Grönland, weil dort wegen der Klimakrise die Gletscher schmelzen und man dadurch an die Rohstoffe rankommt.
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 15:26
von SubComandante
Deutsche Rückversicherungen haben schon in den 60er den Klimawandel als grosser Risikofaktor anerkannt. Und es gibt wie schon von Faniella beschrieben eine Erdölindustrie, die seit der Zeit alles dafür tut, um den menschengemachten Klimawandel zu negieren.
Es ist ja auch nicht so, dass man hilflos wäre. Man könnte auch jetzt noch sofort den Hebel ansetzen. Die Politik könnte einfach sagen, dass ab Morgen andere Regeln bestehen. Und dann wäre es so.
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 16:20
von Basilou
Faniella Diwani hat geschrieben: 16.01.2026, 13:01
30 Jahre?
Die Mechanismen des Treibauseffektes kennt die Physik seit dem 19ten Jahrhundert. Erste Warnungen sind 100 Jahre alt. Und die erstaunlich exakten Prognosen der Erdölindustrie unterdessen 50 Jahre. Leider hat die Erdölindustrie aber in den letzten 50 Jahren alles dran gesetzt die eigene Forschung zu widerlegen und zu relativieren.
Klar, in der Wissenschaft und Wirtschaft ist die Problematik schon länger bekannt. Ich meinte eigentlich, in der Politik und der breiten Bevölkerung angekommen. Erste Klimakonferenz, wenn ich mich richtig erinnere, war Rio 1992, oder? D.h. da war eigentlich allen klar dass man handeln muss.
SubComandante hat geschrieben: 16.01.2026, 15:26Es ist ja auch nicht so, dass man hilflos wäre. Man könnte auch jetzt noch sofort den Hebel ansetzen. Die Politik könnte einfach sagen, dass ab Morgen andere Regeln bestehen. Und dann wäre es so.
Na ja... wenn die Regierung heute sagt, ab morgen darfst Du kein Verbrenner-Auto mehr benutzen, nicht mehr fliegen, Dein Haus nicht mehr mit einer Öl- oder Erdgasheizung heizen, keine Verpackungen aus Kunststoff mehr kaufen etc., würdest (sprich: könntest) Du Dich daran halten? Und würde (könnte) es der Rest der Welt?
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 16:36
von Somnium
Es muss nicht die Maximalvariante sein. Würde jeder nur etwas in seinem Verhalten ändern, das nachweisbar einen positiven Effekt hat, wäre schon viel erreicht.
Aber in einer kapitalistischen Welt ist Verzicht schlimmer als alles andere.
Quasi:
Der letzte Kapitalist, den wir hängen, wird der sein, der uns das Seil verkauft hat.
(Karl Marx)
Und ohne Verzicht wars das dann auch. Mittelfristig.
Und wenn dann auch noch die Gesetzgeber betroffen sind von ihren eigenen Gesetzen…
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 20:50
von Basler Beobachter
Somnium hat geschrieben: 16.01.2026, 16:36
Es muss nicht die Maximalvariante sein. Würde jeder nur etwas in seinem Verhalten ändern, das nachweisbar einen positiven Effekt hat, wäre schon viel erreicht.
Aber in einer kapitalistischen Welt ist Verzicht schlimmer als alles andere.
Und ohne Verzicht wars das dann auch. Mittelfristig.
Und wenn dann auch noch die Gesetzgeber betroffen sind von ihren eigenen Gesetzen…
In der nichtkapitalistischen Welt war es bezüglich Umweltschutz nicht besser gestellt.
Jedes Jahr 80 Millionen Menschen mehr auf der Erde geht einher mit mehr Konsum und demzufolge mehr Umweltschäden.
Dank vielerlei Massnahmen wurde der CO-2-Ausstoss in unseren Breitengraden in den letzten 40 Jahren verringert. Zudem sind unsere Seen und Flüsse viel sauberer als vor 50 Jahren. Nichtsdestotrotz geht der Klimawandel weiter.
Was ich mitteilen will ist, dass ohne die vielen Massnahmen die Umweltverschmutzung heute noch deutlich krasser wäre als sie es eh schon ist. Die Frage ist, ob man Umweltschutz-Massnahmen noch viel rigoroser erzwingen soll in einer Welt, in der mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung den Wunsch nach einem höheren Lebensstandard hat.
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 21:36
von Kogokg313
Vielleicht findet man ja in diesem Buch ein paar schlaue Antworten. Dumm halt nur, dass der Klimawandel nicht das einzige Problemchen ist, welches unsere Nachkommen bewältigen dürfen.
Verzicht auf unnötigen Luxus kannst eh knicken. Ein Blick aus dem Fenster genügt schon.
Re: Klimakrise
Verfasst: 16.01.2026, 22:03
von Somnium
… Die Antwort darf nicht lauten, Politik sei die Kunst des Möglichen. Politik ist die Kunst, das Unmögliche möglich zu machen.
Frank Schätzing
Ist dann halt blöd, dass heutzutage nur noch Kleptokraten, Lobbyisten und Autokraten Weltpolitik machen und diese Gestalten dann auch noch Faschismus geil finden und sich einen Scheiss dafür interessieren, was für eine Welt sie hinterlassen werden.
Wenn man dereinst vielleicht mal auf unsere Zeit zurückblickt, werden sich die Menschen fragen: Wie konnte es passieren, dass weltweit Verbrecher an die Macht gekommen sind?
Nicht, dass es nie Verbrecher in der Weltpolitik gegeben hätte, aber meistens waren sie systembedingte Anomalien. Nicht so im Jetzt: Trump, Putin und Xi, dahinter Erdogan, Kim, Chamenei, Nethanjahu…Man stelle sich einfach mal vor, die alle am
runden Tisch, weil zum Beispiel eine hochansteckende, maximal tödliche Seuche…
Re: Klimakrise
Verfasst: 17.01.2026, 12:06
von Schambbediss
Re: Klimakrise
Verfasst: 17.01.2026, 15:15
von SubComandante
Basilou hat geschrieben: 16.01.2026, 16:20
Na ja... wenn die Regierung heute sagt, ab morgen darfst Du kein Verbrenner-Auto mehr benutzen, nicht mehr fliegen, Dein Haus nicht mehr mit einer Öl- oder Erdgasheizung heizen, keine Verpackungen aus Kunststoff mehr kaufen etc., würdest (sprich: könntest) Du Dich daran halten? Und würde (könnte) es der Rest der Welt?
Ab 2027 dürfen keine neuen Verbrenner mehr verkauft werden. Neuzulassungen von Verbrenner sind in Norwegen inzwischen auf unter 5%. Das wäre alles kein Problem. Dafür überall konsequent Möglichkeiten für Ladestationen bieten. Statt Flüge noch günstiger zu machen braucht es endlich eine angemessen hohe Kerosinsteuer. Inlandflüge unter 500km sind vorbei. Flüge dürfen nicht mehr über Umwege zum Ziel gehen. Ein Flug nach Berlin darf also kein Zwischenstopp in London mehr haben, auch wenn es billiger kommt. Förderung von Fernwärme wie es in Basel zur Zeit geschieht. Die Anbindung muss aber klar günstiger werden. Keine neuen Öl und Erdgasheizungen mehr. Der Wechsel auf Wärmepumpe braucht Subventionen, damit es jeder stemmen kann. Europaweiter Zugverkehr mit Schweiz als Idealmodell. Das heisst Taktfahrplan als Ziel. Das kostet, aber lohnt sich auf die Länge. Massentierhaltung gibt es nicht mehr. Futtermittel muss vom Kontinent kommen. Es kann nicht sein, dass der Amazonas gerodet wird, damit wir Futtermittel für billiges Fleisch haben. Fleisch war vor einigen Jahrzehnten Luxus, den man sich leisten musste. Geplante Obsoleszenz aktiv bekämpfen. Jedes elektronische Produkt muss so gebaut werden, damit man es reparieren kann. Firmen wie Apple müssen die Geräte so konzipieren, dass ein Akkuwechsel ohne PhD möglich ist. m$ Win11 läuft auch auf alter Hardware. Ein paar Einträge im regedit ändern und man hat den Beweis. Darum diese neue Restriktionen von m$ verbieten. Cryptomining adé. Da wird so viel Strom für nichts verbraten. Verpackungen aus Kunststoff wenn möglich ersetzen oder neue Lösungen finden. Für Geräte mit Akku ein Pfand zum Preis hinzufügen. Gibt man das Gerät mit Akku oder auch nur den Akku zurück, kriegt man das Geld zurück. Ausbau des Stromnetzes, damit man endlich die Erneuerbaren stemmen kann. Und beim Ausbau sportliche Ziele setzen. Einfach mal Richtung China schauen, dann weiss man, was sportlich bedeutet.
Und das liesse sich endlos weiterführen. Man müsste es europaweit machen. Die EU könnte das. Und ich würde mich eh daran halten, weil ich es dann muss. Das ist ja der Punkt. Der Rest der Welt... China hat erkannt, dass es sich lohnt, von fossilen Energieträger loszukommen. Indien ist da auch sportlich unterwegs. Die USA sind momentan out-of-order, aber Kalifornien ist da die lobenswerte Ausnahme.
Re: Klimakrise
Verfasst: 11.02.2026, 07:44
von Faniella Diwani
Kleiner Reminder.

Re: Klimakrise
Verfasst: 11.02.2026, 09:09
von Elduderinho86
Privatjets die direkt nach dem Super Bowl abgehoben sind
Und weiter immer schön dem Endverbraucher seinen klimatischen Fussabdruck einhämmern - den wir sind die Verursacher, nicht die Mächtigen.
Re: Klimakrise
Verfasst: 11.02.2026, 09:15
von Faniella Diwani
Die "Top-1%" feierten ihren Earth-Overshot-Day im ersten Viertel des Januars.
Aber schuld sind die Neger in Afrika weil die sich weiter so vermehren...
AH! CA IRA!