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Thema: Dok special: Die Bombe, die die Welt veränderte

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Somnium
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    Ausrufezeichen Dok special: Die Bombe, die die Welt veränderte

    SF 1 / 20 Uhr

    http://www.sfdrs.ch/system/frames/tv...ate=2005-08-02

    Ein Film von Paul Wilmshurst

    Es war ein Ereignis, das die Weltgeschichte veränderte: der amerikanische Atombombenangriff auf die japanische Stadt Hiroshima am 6. August 1945. Der gleissende Blitz und die pilzförmige Wolke wurden zum Symbol menschlicher Zerstörungskraft, deren Zähmung seitdem die Weltpolitik bestimmt. Wie es dazu kam und welche Folgen der Abwurf der Bombe hatte, zeichnet der Film in einzigartiger Intensität nach. «DOK» zeigt dieses Doku-Drama als Sondersendung zum 60. Jahrestag der Hiroshima-Bombe als deutschsprachige Fernsehpremiere.

    Der Film von Paul Wilmshurst mit Zeugenaussagen, Archivbildern, Computeranimationen und aufwändigen filmischen Rekonstruktionen zeigt zum ersten Mal ein vollständiges Bild des dramatischen Geschehens. Zu Wort kommen die Crewmitglieder des amerikanischen Atombombers «Enola Gay», darunter der Kommandant Paul Tibbets, zeitgenössische Kenner des politischen Hintergrunds, vor allem aber japanische Opfer des Atomangriffs. Ihre Erlebnisberichte vermitteln auf eindringliche Weise, mit welcher Urgewalt die Bombe Leben vernichtete, das gesamte Dasein der Menschen erschütterte, wie nahe Trostlosigkeit und Menschlichkeit in jenen Tagen beieinander lagen. Filmszenen, die in Japan, Grossbritannien und Polen dank internationaler Koproduktion (BBC, ZDF, TF1 und Discovery Channel) mit grossem Aufwand gedreht werden konnten, geben den Erinnerungen ein Gesicht. Die Erfahrungen der wenigen noch lebenden Augenzeugen münden in die Hoffnung, dass der Schock von Hiroshima auf Dauer eine Mahnung für die Menschen bleiben wird.
    "Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich bin Punk."

    "Die Welt ist ohne Sprache. Sprachlos würde auch, wer sie verstünde."
    Gustav Landauer, Anarchist und Revolutionär, 1870 - 1919

    "Stell dir vor, es ist möglich und keiner kriegts hin." (Milliarden)

  2. #2
    Benutzer Avatar von Bogenlampe
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    Wirds mir inezieh, isch sicher spannend gmacht.

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von deadline
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    Kommt das heute, oder erst am 6. ?

    Werd's mir jedenfalls reinziehen
    Punkt.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von Coyote
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    Zitat Zitat von deadline
    Kommt das heute, oder erst am 6. ?

    Werd's mir jedenfalls reinziehen
    Heute, SF1, ORF2, ZDF

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Varela
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    übel, übel
    VIVA VARELA

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Somnium
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    derbe Doku. hab bei spiegel in den letzten Tagen die Beiträge zum Thema gelesen, als Film fährt diese menschliche Katastrophe umso krasser ein. schlimm auch, wie sich die Opfer von damals bis heute als Japaner 2. Klasse, als Gezeichnete konfrontiert sehen (dieser Aspekt wurde im Film nicht behandelt). nicht nur die Bombe hat sie getroffen, sondern auch die Verachtung der eigenen Landsleute...


    Wdh. des Dok-Films: Sa. 6.8. 10.30 Uhr SF 2.
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  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von örjan berg
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    sehr interessant und spannend gsi. filmisch sehr guet umgsetzt.
    (c) by örjan berg 2007 - alle Rechte vorbehalten

    Lüüter singe, immer lüüter singe, bis dr FCB s goal gschosse het!!

    FUSSBALLMAFIA SFV!!

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von schniposa
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    Zitat Zitat von deadline
    Kommt das heute, oder erst am 6. ?

    Werd's mir jedenfalls reinziehen
    solche beiträge sich "reinziehen" und dann die aussage noch mit einem " " versehen........ ich weiss nicht, ich finds ein bisschen

    und wie wars?
    Disclaimer: meine obige Aussage, unabhängig von Form und Inhalt, kann ohne meine schriftliche Einwilligung in keinem laufenden oder zukünftigen Verfahren von Dritten gegen mich oder andere Personen verwendet werden.

    ja, ich bin huber!

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  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von Oralapostel
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    beeindruckend und beängstigend. die szene, als die mutter ihr kind den flammen überlassen musste, hat mich relativ stark berührt. es war zwar 'nur' ein einzelschicksal, aber es ging ziemlich unter die haut.

    klasse filmische umsetzung des themas, guter mix aus doku und archivaufnahmen.

  10. #10
    Erfahrener Benutzer
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    was mich am meisten erschrak (erschroken hat?), war die Tatsache, wie "kalt" die Offiziere das ganze angingen...

    "die Bombe wird alles im Umkreis von 3 Meilen vernichten", und dass ohne mit der Wimper zu zucken?!!

    Ebenfalls gehen mir die Länder, die auch heute noch über diese "Waffe" verfügen - einfach nur bedenklich...
    Love is like Graffiti on a train meaning love isn't easy to explain

  11. #11
    Erfahrener Benutzer Avatar von Spirit of St. Jakob
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    Zitat Zitat von |{i||er

    "die Bombe wird alles im Umkreis von 3 Meilen vernichten", und dass ohne mit der Wimper zu zucken?!!

    Im Krieg denkt man so, da würde ich so denken, da würdest du so denken, wahrscheinlich alle! Niemand kann sich jetzt vorstellen, einfach einen Menschen zu töten, im Krieg wird es wohl jedem leicht fallen! Haben die "anderen" erst einmal deine Kameraden oder gar deine Familie getötet, kommt dann noch Stress, Schlafmangel, Hunger, etc. dazu, dann bleibt kein Mensch wie er einmal war. Der Mensch wird zum Tier!
    Da kann jetzt jeder sagen, dass er niemals abdrücken werde. Aber wenn du eine geladene Waffe in der Hand hast und es darauf ankommt, ob dein Gegner oder du zuerst abdrückt, dann zieht jeder durch!
    Wir sind schockiert über das Verhalten der amerikanischen Soldaten im Irak... wir wären nicht besser, garantiert! Den einzelnen Menschen darf man im Krieg nicht verurteilen, Schuld sind die Regierungen, die den Krieg beginnen.


    Sie haben ja im Film erzählt, dass sie aus dieser Höhe und in dem Bombenrauch die Opfer und die Zerstörung gar nicht gesehen haben und demzufolge war es für sie im Moment auch kein Drama, einfach eine Bombe auf eine unbekannte Stadt mit verhassten Menschen zu werfen. Der Krieg war damit so gut wie beendet, alle waren froh, dass sie nach Hause durften! Und ganz ehrlich, hätte eine "normale" militärische Invasion weniger Opfer gefordert? Die Japaner waren einfach zu stolz!

  12. #12
    Erfahrener Benutzer Avatar von deadline
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    Zitat Zitat von schniposa
    solche beiträge sich "reinziehen" und dann die aussage noch mit einem " " versehen........ ich weiss nicht, ich finds ein bisschen

    und wie wars?

    anschauen ; - )


    War spannend! Schade (habe ich das nur verpasst?), dass im Film der Satz "Was haben wir getan?" von den Enola Gay fliegern nicht rübergebracht wurde?
    Irgendwie ist dieser Satz fast das, was mir am tiefsten eindringt... Weiss nicht wieso, aber einfach die Ahnungslosigkeit, die "kaltheit" und dann noch diese "reue", "erschrockenheit", "baff-heit"? Ich weiss nicht wie ich es beschreiben soll, aber es war ein Mix aus allem ein wenig, nicht?


    Was ich aber irgendwie schlimm finde ist: Wie stolz Tibbets heute noch darauf ist, obwohl er doch anscheinend Reue zeigte direkt nach dem Abwurf?
    Und die Besatzung auf dem Atlantik Schiff... Einfach nur bedenklich! "Wir haben gerade 1 Stadt und ca 100'000 Menschen mit 1 Bombe umgelegt" Crew: "juhuuuu, klatschklatschklatsch" Einfach nur Krank so etwas!


    Oder gehe ich die Sache einfach nur falsch an und betrachte ich es von der falschen Seite?
    Punkt.

  13. #13
    Erfahrener Benutzer Avatar von Soriak
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    In einem Krieg gibt es keine "gute" Loesungen... es gibt nur "weniger schlechte."

    Ohne den Einsatz der A-Bombe, haette es VIEL mehr Opfer gegeben.

    was mich am meisten erschrak (erschroken hat?), war die Tatsache, wie "kalt" die Offiziere das ganze angingen...
    Hab die Doku nicht gesehen, aber meinst du mit den Offiziere die Berater des Praesidenten, die den Atomschlag empfohlen haben? Man wird nicht Chairman of the Joint Chiefs (und damit auch 4 Sterne General/Admiral) ohne in einigen Einsaetzen dabei gewesen zu sein - das haertet wohl irgendwann mal ab.

    Koennte mir keinen in dieser Position vorstellen, der mit Traenen in den Augen Bericht erstattet... etwas abgehaertet muss man da schon sein. Das koennten wohl einige nicht (ich auch nicht) - aber es ist auch kein Job wie jeder andere.

    Militaerisches "planen" ist durchaus schwierig und amoralisch, weil man das Risiko eigene Soldaten zu verlieren gegen das von unschuldigen Zivilisten abwaegen muss. Auch das ein Entscheid, den ich nicht treffen moechte.

  14. #14
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rinoceronte
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    Wenn man die Situation 1945 anschaut kann man bis zu einem gewissen Grad verstehen wieso die USA den Krieg lieber mit Massenvernichtungswaffen als mit Truppen beenden wollten.



    Um Okinawa, 250 km vor den japanischen Hauptinseln, einzunehemen benötigte das US Militär 183'000 Soldaten um gegen 130'000 japanische Verteidiger vor zu gehen.

    In der Schlacht um Okinawa, die von älteren Soldaten oft mit Verdun verglichen wurde, fielen 12'283 US Soldaten und 36'398 wurden verwundet. Die Verluste auf japanischer Seite beliefen sich auf ca. 113'000 Tote.

    Ausgehend von diesen Tatsachen rechnete das US Oberkommando mit Verlusten von ca. 500'000 Soldaten, sollten sie das japanische Mutterland angreiffen. Diese Schätzung und die Weigerung der Japaner zu kapitulieren führten meiner Meinung nach dazu, dass die Bomben eingesetzt wurden.


    Erst im Nachhinen stellte sich heraus, dass grosse Teile der Japanischen Generalität wohl zu Friedensverhandlungen, jedoch nicht zu Kaputulationsverhandlungen bereit gewesen waren....
    .... und das die kleine Kartonbächerli vome Wasserdispänser vo Hand kläbt sin, dasch e Standard wo ich vo jedere Wohlstandsgsellschaft erwart!

  15. #15
    Erfahrener Benutzer Avatar von STEVIE GERRARD
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    Zitat Zitat von deadline
    anschauen ; - )


    War spannend! Schade (habe ich das nur verpasst?), dass im Film der Satz "Was haben wir getan?" von den Enola Gay fliegern nicht rübergebracht wurde?
    Irgendwie ist dieser Satz fast das, was mir am tiefsten eindringt... Weiss nicht wieso, aber einfach die Ahnungslosigkeit, die "kaltheit" und dann noch diese "reue", "erschrockenheit", "baff-heit"? Ich weiss nicht wie ich es beschreiben soll, aber es war ein Mix aus allem ein wenig, nicht?


    Was ich aber irgendwie schlimm finde ist: Wie stolz Tibbets heute noch darauf ist, obwohl er doch anscheinend Reue zeigte direkt nach dem Abwurf?
    Und die Besatzung auf dem Atlantik Schiff... Einfach nur bedenklich! "Wir haben gerade 1 Stadt und ca 100'000 Menschen mit 1 Bombe umgelegt" Crew: "juhuuuu, klatschklatschklatsch" Einfach nur Krank so etwas!


    Oder gehe ich die Sache einfach nur falsch an und betrachte ich es von der falschen Seite?

    klar ist es krank wenn man sicher über den tod anderer menschen freut aber es war krieg und wir wissen alle wer pearl harbor angriff. ohne die a-bombe hätte die usa wahrscheinlich mit bodentruppen in japan einfallen müssen was noch viel mehr tote zur folge gehabt hätte.

  16. #16
    Erfahrener Benutzer Avatar von deadline
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    Klar... Ich sehe es auch, die A-Bombe hat viele Leben gerettet! Aber ist sie wirklich nötig gewesen? Hätte man nicht mit vielleicht 1/3 so starken Bomben eine Stadt angreifen können?

    Ich bringe mal ein kleines Beispiel wie ich mir das Vorstelle:

    Japan ist ein "Zylinder" mit 1 Liter Inhalt. Immer wenn die Amis einen Angriff auf Japan ausüben, wird Japan geschwächt und der Zylinder füllt sich nach und nach. Zu dem Zeitpunkt als die Amis die Bombe warfen, war der Zylinder (schätze, wissen tut das niemand so genau...) etwa auf 6 oder 7 dl gefüllt.
    Die A-Bombe hat aber eine "Zerstörkraft" oder in diesem Falle "Füllvermögen" von, schätzungsweise, 8dl. Nun ist der Zylinder aber um mindestens 4dl überlaufen!

    Was ich sagen will: Wer weiss, vielleicht war die Bombe ja wirklich nötig, aber hätte man nicht einfach die "10dl füllen" können? Die Bombe war ein wenig zu hart, so finde ich, übertrieben auf eine Art, "mindestens 4dl eben". Aber im nachhinein kann man nichts mehr rückgängig machen, und obwohl es nicht immer so aussehen mag, vielleicht musste Japan so besiegt werden.
    Punkt.

  17. #17
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mätzli
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    Zitat Zitat von Rinoceronte
    Wenn man die Situation 1945 anschaut kann man bis zu einem gewissen Grad verstehen wieso die USA den Krieg lieber mit Massenvernichtungswaffen als mit Truppen beenden wollten.



    Um Okinawa, 250 km vor den japanischen Hauptinseln, einzunehemen benötigte das US Militär 183'000 Soldaten um gegen 130'000 japanische Verteidiger vor zu gehen.

    In der Schlacht um Okinawa, die von älteren Soldaten oft mit Verdun verglichen wurde, fielen 12'283 US Soldaten und 36'398 wurden verwundet. Die Verluste auf japanischer Seite beliefen sich auf ca. 113'000 Tote.

    Ausgehend von diesen Tatsachen rechnete das US Oberkommando mit Verlusten von ca. 500'000 Soldaten, sollten sie das japanische Mutterland angreiffen. Diese Schätzung und die Weigerung der Japaner zu kapitulieren führten meiner Meinung nach dazu, dass die Bomben eingesetzt wurden.


    Erst im Nachhinen stellte sich heraus, dass grosse Teile der Japanischen Generalität wohl zu Friedensverhandlungen, jedoch nicht zu Kaputulationsverhandlungen bereit gewesen waren....
    Alles korrekt. Es wäre um einiges "teurer" an Menschenleben gekommen, und zwar auf beiden Seiten, hätte man nicht mit der Atombombe einen Schock ausgelöst. Ausserdem waren die Japaner den Amerikanern noch verhasster als die Nazis. Greueltaten gegen gefangene Alliierte und andere asiatische Zivilbevölkerungen (Philippinen, Thailand, China (!)) hatten die Stimmung gegen Japan aufgeheizt. Wir sollten das in der nachträglichen Beurteilung einfach nicht vergessen.

    Die Atombombe, so grausam sie für die Bewohner Hiroshimas war, hat wohl Millionen von Japanern das Leben gerettet, so pervers das auch tönen mag.
    ---------------------------
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  18. #18
    Erfahrener Benutzer Avatar von Spirit of St. Jakob
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    Zitat Zitat von deadline
    Nun ist der Zylinder aber um mindestens 4dl überlaufen!

    Nein, das glaube ich nicht! Die Japaner haben erst nach der zweiten Bombe über Nagasaki kapituliert! Eine Bombe hat anscheinend noch nicht gereicht...

  19. #19
    Erfahrener Benutzer Avatar von São Paulino
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    Zitat Zitat von Spirit of St. Jakob
    Nein, das glaube ich nicht! Die Japaner haben erst nach der zweiten Bombe über Nagasaki kapituliert! Eine Bombe hat anscheinend noch nicht gereicht...
    Fand ich auch bedenklich, dass Japan einfach nicht kapitulieren wollte. Wenn die Situation so ernst ist (und v.a. so viele Leute mit dem Tod bedroht sind), sollte einfach nicht mehr mit "Echte Soldaten geben nie auf" argumentiert werden.

    Was mich noch überrascht ist, dass keiner hier den anschliessenden Dok-Film über die Schweizer A-Bomb-Pläne erwähnt. Fand ich noch krass. Auch die teilweise krassen Aussagen der Militär-Oberen.
    "Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben." (A. Einstein)

  20. #20
    Erfahrener Benutzer Avatar von Spirit of St. Jakob
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    Zitat Zitat von São Paulino
    Was mich noch überrascht ist, dass keiner hier den anschliessenden Dok-Film über die Schweizer A-Bomb-Pläne erwähnt. Fand ich noch krass. Auch die teilweise krassen Aussagen der Militär-Oberen.

    Das war nicht krass, sondern direkt krank! Weiss der Teufel, was die Verantwortlichen damals geritten hat... Aber eben, der kalte Krieg! Im Nachhinein sieht alles lächerlich aus, auch die Reduit-Pläne von Guisan. In einem halben Jahrhundert schütteln wir den Kopf über die heutigen Entscheide.

  21. #21
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    Wiederholungen:
    06. August 2005 um ca. 10.30 Uhr auf SF2

  22. #22
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mätzli
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    Zitat Zitat von São Paulino
    Fand ich auch bedenklich, dass Japan einfach nicht kapitulieren wollte. Wenn die Situation so ernst ist (und v.a. so viele Leute mit dem Tod bedroht sind), sollte einfach nicht mehr mit "Echte Soldaten geben nie auf" argumentiert werden.
    Echte Fanatiker, die ja selbst nichts mehr zu verlieren haben, tun aber genau das. Besonders zynisch die Abschiedsworte von Dölfi:

    " Das deutsche Volk hat sich meiner nicht würdig erwiesen! Es hat vor der Geschichte versagt und hat es verdient vernichtet zu werden" (Ungefährer Wortlaut)

    Damit hat sich dieses Arschloch erstens aus der Verantwortung gestohlen und zweitens klar dargelegt, dass ein Volk von einem Fanatiker nur als Manövriermasse angesehen wird. In Japan lief das genau gleich.
    ---------------------------
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  23. #23
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mätzli
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    Zitat Zitat von Spirit of St. Jakob
    Das war nicht krass, sondern direkt krank! Weiss der Teufel, was die Verantwortlichen damals geritten hat... Aber eben, der kalte Krieg! Im Nachhinein sieht alles lächerlich aus, auch die Reduit-Pläne von Guisan. In einem halben Jahrhundert schütteln wir den Kopf über die heutigen Entscheide.
    Was ist (angesichts der strategischen Lage) nicht gut an den Réduit Plänen, bitte?
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  24. #24
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rinoceronte
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    Zitat Zitat von São Paulino
    Fand ich auch bedenklich, dass Japan einfach nicht kapitulieren wollte. Wenn die Situation so ernst ist (und v.a. so viele Leute mit dem Tod bedroht sind), sollte einfach nicht mehr mit "Echte Soldaten geben nie auf" argumentiert werden.


    In Japan folgten die Militärs immer noch den alten Samurai Traditionen, dem Bushido (Weg des Krieges, oder so)

    Im Grunde besagt dieser, dass man eine Schlacht/Krieg gewinnen muss oder bei dem Versuch stirbt. Ist die Schlacht verloren kann man sich durch Selbstmord rehabilitieren. Zum Bushido gehöhrt demnach auch, dass, egal wie aussuchtslos die Lage ist, man weiterkämpft, wenn nötig bis zum letzten Mann. Zudem gilt die Gefangenenahme als die grösste Schande überhaupt.

    Darum kahm es für die Japaner, bis zur A-Bombe, gar nicht in Frage auf zu geben oder zu kapitulieren. Und, weil die Japanische Armee nach genau diesen Grundsätzen kämpfte war es für die Amerikaner auch so schwer sie zu besiegen.
    Siehe Okinawa: Von 130'000 Soldaten fielen 113'000...
    .... und das die kleine Kartonbächerli vome Wasserdispänser vo Hand kläbt sin, dasch e Standard wo ich vo jedere Wohlstandsgsellschaft erwart!

  25. #25
    Erfahrener Benutzer Avatar von Tüllhuffe
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    Zitat Zitat von deadline
    Was ich aber irgendwie schlimm finde ist: Wie stolz Tibbets heute noch darauf ist, obwohl er doch anscheinend Reue zeigte direkt nach dem Abwurf?
    Nach 9/11 äusserte er sich in Interviews dahingehend, man solle gegen Terroristen die Atombombe einsetzen. Ich schieb das und den Zusatz, zivile Opfer seien halt einfach selber schuld und am falschen Ort gewesen 'mal auf eine fortschreitende Senilität. Ansonsten seh ich's eigentlich wie Rino. Manche Vertreter der Japanischen Generalität waren eben der Ansicht, es sei doch etwas durchaus heroisches für ein Volk, gleich ausgelöscht zu werden.


    Artikel: WeWo1 + erwähntes Zitat (aus anderem Artikel):

    Soll man Atomwaffen gegen die Terroristen einsetzen?

    Ich würde keinen Augenblick zögern, ich würde sie ausrotten. Natürlich würden wir dabei unschuldige Menschen töten, aber wir haben niemals und nirgendwo auf der Welt einen Krieg geführt, ohne unschuldige Menschen zu töten. Die Zeitungen sollen endlich aufhören mit diesem Mist: «Ihr tötet so viele Zivilisten.» Die haben eben Pech, dass sie da sind.
    OléOlé, Vollschinggen Olé

  26. #26
    Erfahrener Benutzer Avatar von Platini
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    Zitat Zitat von Mätzli
    Was ist (angesichts der strategischen Lage) nicht gut an den Réduit Plänen, bitte?
    das wir in den ebenen die arschkarte gezogen haben. und jedes mal wenn in den bergen ein paar gegner sterben, werden hier in der ebene ein paar frauen und kinder geschändet. geil, oder ?

  27. #27
    Erfahrener Benutzer Avatar von Rinoceronte
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    Zitat Zitat von Mätzli
    Was ist (angesichts der strategischen Lage) nicht gut an den Réduit Plänen, bitte?
    z.B. Wo bleibt die Motivation zu kämpfen wenn die Familien der Soldaten im Flachland bleiben müssen? Und dann kähme noch so ein Spasti auf die glorreiche Idee alle Staudämme zu sprengen (Sprengsätze wurden in allen Brücken und Staudämen mit eingebaut) und die Familien der Soldaten entweder ersaufen oder nachher mit den Folgen der Überschwemmung zu kämpfen hätten (Hunger, Seuchen, etc)


    Reduit ist und war ein Scheissplan
    .... und das die kleine Kartonbächerli vome Wasserdispänser vo Hand kläbt sin, dasch e Standard wo ich vo jedere Wohlstandsgsellschaft erwart!

  28. #28
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mätzli
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    Zitat Zitat von Platini
    das wir in den ebenen die arschkarte gezogen haben. und jedes mal wenn in den bergen ein paar gegner sterben, werden hier in der ebene ein paar frauen und kinder geschändet. geil, oder ?
    Angesichts der tristen Ausrüstungssituation und der Blitzkriegtaktik der Deutschen (Panzervorstösse, Artillerie, Stukas), die die Schweizer Grenztruppen in ihren 1. Weltkriegsgräben binnen Tagen aufgerieben hätte, war eine Frontverkürzung und Rücknahme der Truppen in panzerungängiges Gelände die einzige Möglichkeit, die Alpenpässe als strategische Trumpfkarte zu spielen.

    "Ein paar Gegner" ist vielleicht etwas untertrieben. Feldmarschall von Rundstedt rechnete anlässlich seiner 1943er Angriffstudie mit "500'000 eigenen Verlusten und gleichviel auf Schweizer Seite" bei einem Angriff aufs Réduit.

    Nicht, dass uns das allein den Arsch gerettet hätte, bei weitem nicht, aber es war für den deutschen Generalstab eine härtere Knacknuss als die Gliederung von vor Juni 1940, die als "relativ einfach machbar" bezeichnet wurde.

    Wäre die Schweiz 1940 nach den "Tannenbaum" Plänen überrannt worden, glaube ich kaum, dass die Bevölkerung wesentlich mehr geschont worden wäre, als in einem Réduitkrieg.
    ---------------------------
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  29. #29
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mätzli
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    Zitat Zitat von Rinoceronte
    z.B. Wo bleibt die Motivation zu kämpfen wenn die Familien der Soldaten im Flachland bleiben müssen? Und dann kähme noch so ein Spasti auf die glorreiche Idee alle Staudämme zu sprengen (Sprengsätze wurden in allen Brücken und Staudämen mit eingebaut) und die Familien der Soldaten entweder ersaufen oder nachher mit den Folgen der Überschwemmung zu kämpfen hätten (Hunger, Seuchen, etc)


    Reduit ist und war ein Scheissplan
    Mit der Verteidigungsmoral von heutzutage hast Du sicher recht. Damals waren die Leute mehr bereit zu leiden. Man war auf vieles gefasst. Wieviel es "vertragen" hätte, ist heute sehr schwer zu beurteilen. Auch gut möglich, dass der General bei erdrückender Uebermacht kapituliert hätte, und eine Art Résistancebewegung den Kampf weitergeführt hätte. Ähnlich wie im besetzten Frankreich hätten sich vielleicht die Anpasser und die Widerstandskämpfer die Waage gehalten. Pläne für einen Guerillakrieg bestanden auch.
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  30. #30
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    Zitat Zitat von Mätzli
    Angesichts der tristen Ausrüstungssituation und der Blitzkriegtaktik der Deutschen (Panzervorstösse, Artillerie, Stukas), die die Schweizer Grenztruppen in ihren 1. Weltkriegsgräben binnen Tagen aufgerieben hätte, war eine Frontverkürzung und Rücknahme der Truppen in panzerungängiges Gelände die einzige Möglichkeit, die Alpenpässe als strategische Trumpfkarte zu spielen.

    "Ein paar Gegner" ist vielleicht etwas untertrieben. Feldmarschall von Rundstedt rechnete anlässlich seiner 1943er Angriffstudie mit "500'000 eigenen Verlusten und gleichviel auf Schweizer Seite" bei einem Angriff aufs Réduit.

    Nicht, dass uns das allein den Arsch gerettet hätte, bei weitem nicht, aber es war für den deutschen Generalstab eine härtere Knacknuss als die Gliederung von vor Juni 1940, die als "relativ einfach machbar" bezeichnet wurde.

    Wäre die Schweiz 1940 nach den "Tannenbaum" Plänen überrannt worden, glaube ich kaum, dass die Bevölkerung wesentlich mehr geschont worden wäre, als in einem Réduitkrieg.
    Aha Mätzli bei seinem Lieblingsthema.

    Über die Richtigkeit eines allfälligen Rückzuges ins Réduit werden sich Generationen noch streiten dürfen. Selten trifft die zwei-Seiten-jeder-Medaille Theorie so treffend zu, wie bei dieser Thematik. Was die Schonung der Zivilbevölkerung angeht, muss ich Dir aber entschieden widersprechen, denn:
    1. galt die Schweiz, wenn auch von Hitler und Göbbels gehasst, im Rassenwahn des Dritten Reichs im Gegensatz zB zu den Slawischen Völkern nicht als ethnisch "unrein".
    2. hatte die Zivilbevölkerung in allen besetzten Ländern weitaus mehr zu leiden, wenn sich Widerstand formierte

    aber natürlich stellt sich auch hier die Gretchenfrage über richtig oder falsch.
    lass Dich niemals auf das Niveau eines Idioten herunter, denn dort schlägt er Dich aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung!

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