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Während des Endspiels der Fussball-WM 2002 traten auch die Fifa-Ranglisten-Letzten, Montserrat und Bhutan, im Himalaya zu einem Finale an. Witziger Dokumentarfilm.

Während sich die besten Fussball-Nationalmannschaften an der WM 2002 in Japan massen, veranstaltete der holländische Fussballfan Matthijs de Jongh, begleitet vom Filmemacher Johan Kramer, einen «anderen Final». Im Himalaya liess er die schlechtesten Fussballer der Welt gegeneinander antreten. Die Nationalelf des Inselstaats Montserrat reiste nach Bhutan und bestritt mit den kickenden Mönchen ein Länderspiel unter dem Motto «Mitmachen ist wichtiger als Siegen». Der preisgekrönte Dokumentarfilm «The Other Final» ist ein anrührender und unterhaltsamer Beleg für die völkerverbindende Wirkung des Sports. SF2 zeigt diesen Film im Rahmen einer Reihe zum Uno-Jahr des Sports.

Als die niederländische Fussball-Nationalmannschaft bei der WM 2002 schon während der Qualifikation ausschied, fing der Fan Matthijs de Jongh an, sich für das Verlieren zu interessieren. Er sah sich die Fifa-Rangliste an und entdeckte, dass am untersten Ende, auf den Plätzen 202 und 203, zwei Kleinstaaten standen: der Himalayastaat Bhutan und die karibische Inselnation Montserrat. Während sich die Deutschen und die Brasilianer in Japan zum WM-Endspiel durchkämpften, organisierte Kramer einen «anderen Final»: denjenigen der weltschlechtesten Nationalmannschaften. Die Karibikinsel Montserrat ist vor allem zweier Dinge wegen berühmt: Der Sommer-Hit «Hot Hot Hot» stammt von da, und ein aktiver Vulkan hat die Insel unlängst verwüstet. Die Recken der Nationalelf spielen auf einem schäbigen Platz inmitten von Gebüsch und verbringen viel Zeit damit, den Ball zu suchen. Als sie zum freundschaftlichen Final nach Bhutan reisen, erwischen einige von ihnen beim Zwischenhalt in Kalkutta eine böse Darmgrippe, und sie erreichen den Himalaya geschwächt; auch die Höhe macht den Insulanern zu schaffen. Die Kicker der Mannschaft von Bhutan wiederum sind rund einen Kopf kleiner als die Gegenspieler aus Montserrat. Immerhin: In der Disco verbrüdert man sich, und dann bricht der Tag des Finals an: Auf einem holperigen Rasen begegnen sich zwei mal elf Männer, die sich nie begegnet wären, gäbe es den Fussball nicht.

Johan Kramers Dokumentarfilm «The Other Final» schildert das sportliche Streben seiner Finalteilnehmer mit liebevoller Ironie. Doch vom Multikulti-Spass abgesehen, kommt eine Botschaft klar durch: Während der Sport heutzutage - gerade in den Medien - hauptsächlich auf Konkurrenzkampf und Spitzenresultate hin ausgerichtet wird, ist er im Grunde doch eher als spielerische und völkerverbindende Tätigkeit gedacht. Das brückenbauende Wesen des Fussballs wird im Film versinnbildlicht durch Fussbälle, die von Bhutan bis Montserrat fliegen. Mit seinem Plädoyer für Frieden, Harmonie und Verständnis unter den Völkern im Namen des Fussballs passt Kramers Dokumentation denn auch bestens in die aktuelle SF2-Sommerreihe zum Uno-Jahr des Sports, welches die weltweiten sozialisierenden Funktionen des Sports thematisiert.

englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln