Umfrageergebnis anzeigen: Abstimmung

Teilnehmer
73. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Begrenzungsinitiative: Ja

    21 28,77%
  • Begrenzungsinitiative: Nein

    48 65,75%
  • Änderung des Jagdgesetzes: Ja

    13 17,81%
  • Änderung des Jagdgesetzes: Nein

    47 64,38%
  • Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer: Ja

    18 24,66%
  • Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer: Nein

    38 52,05%
  • Änderung des Erwerbsersatzgesetzes: Ja

    35 47,95%
  • Änderung des Erwerbsersatzgesetzes: Nein

    20 27,40%
  • Bundesbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge: Ja

    24 32,88%
  • Bundesbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge: Nein

    49 67,12%
Multiple-Choice-Umfrage.
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Ergebnis 181 bis 210 von 249

Thema: Volksabstimmung vom 27. September 2020

  1. #181
    Erfahrener Benutzer Avatar von footbâle
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    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Familien mit Kindern im Abzugsalter sind generell selten reich. Ausserdem muss auch bei Geringerverdienern ein Anreiz zum Mehrverdienen bestehen, Mehrarbeit soll sich lohnen.
    Kurz und bündig. Und 100% richtig. Danke.

  2. #182
    Erfahrener Benutzer Avatar von footbâle
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    Zitat Zitat von Käppelijoch Beitrag anzeigen
    Die Linke und die Rechte haben ihr Story Telling und ihre Bubble. Und das wird diechgezogen, ob es logisch ist oder nicht. Und kaum ein Journi hinterfragt das. Ich danke Dir für den NZZ-Artikel, lieber foorbâle, auch wenn er als Artikel einer beibahe schon Nazi-Zeitung abgelehnt werden wird.
    Grazie amico. Man kann die Wahrheit ja nur aussprechen. Ob sie dann auch rezipiert und verstanden wird, ist Glückssache. Gerade hier im Forum werden 4/5 der Beitragenden keine oder eine lächerlich geringe Direkte Bundessteuer bezahlen, foutieren sich aber darum, was da jedes Jahr eingesammelt wird, woher das kommt, und was damit gemacht wird.

    Da sprechen Leute über ein Phänomen, das sie nur vom Hörensagen kennen. So what. Meine Kids sind draussen. Ich würde von einem JA keinen Rappen profitieren.

  3. #183
    Erfahrener Benutzer Avatar von Goldust
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Ich würde es noch ein bisschen anders formulieren. Bis auf die Wortwahl, die sich dem Inhalt anpasst, ist der Beitrag für die Kloschüssel.
    Glaub, was du willst. Aber die Realität sieht anders aus. Wir können uns ein frakturiertes Europa nicht mehr erlauben. Die Zeiten des kleingeistigen Nationalismus' sind vorbei! Auf allen (wirtschaftlich relevanten) Kontinenten herrschen wirtschaftliche Grossmächte, die sich in einer Nation konzentrieren (China, USA). Europa MUSS zwingend zusammenhalten, wenn wir nicht in eine ökonomische und dadurch in eine soziokulturelle Abhängigkeit geraten wollen. Wir sind - im Moment noch - jenseits der leider nicht sehr bedeutenden Staaten Kanada (wobei schon sehr von USA abhängig) und Australien/Neuseeland noch ein Bollwerk des demokratischen Liberalismus. Wir sind ohnehin bereits daran, diesen zu torpedieren. Ungarn, Polen und die Türkei sind die Paradebeispiele. Willst du diesem Mist wirklich folgen? Die SVP Initiantive wäre der nächste Schritt dazu. Sei nicht so kurzsichtig und nimm dafür in Kauf, dass wir unseren Reichtum vielleicht dafür mit etwas mehr Menschen teilen müssen. NEIN zur Begrenzungsinitiative.
    Geändert von Goldust (03.09.2020 um 23:57 Uhr)

  4. #184
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Lälle, weil die Direkte Bundessteuer stark progressiv ist, profitieren höhere EK in absoluten Zahlen logischerweise etwas mehr von einer Entlastung, …
    Wenn der Abzug auf das steuerbare Einkommen gerechnet wird: ja.
    Wenn der Abzug auf die fällige Steuer gerechnet würde: nein.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    … zahlen aber relativ zum Einkommen immer noch extrem viel mehr als Niedrigverdiener. Das ist simple Arithmetik.
    Richtig. Der Grundgedanke der Steuerprogression, nämlich einen Ausgleich zu schaffen, fällt nicht komplett weg. Er wird aber verringert. Darin bestand meine Kritik. Kannst du das arithmetisch widerlegen?

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Wollte man das verhindern, müsste man die Steuer linearisieren.
    Nein. Siehe Vorschlag oben.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Da wäre ich der Erste, der dafür auf die Strasse gehen würde.
    Da enttäuschst du mich ein wenig. Würdest du dich wirklich so fest für ein noch grösseres Auseinandergehen der Vermögensschere einsetzen? Oder würdest du dafür nur auf die Strasse gehen, wenn der Vermögensausgleich über andere Wege sichergestellt wäre, wie beispielsweise die weiter unten angedeutete Erhöhung von Vermögens- und Erbschaftssteuer? Je nach Grad, nach dem diese Dinge nämlich den Zweck des Ausgleiches erfüllen, könnte ich neben dir auf der Strasse stehen oder nicht. Einfach aus Prinzip oder im Status Quo ist dies aber unwahrscheinlich.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Von absolut jeder Entlastung auf der Direkten Bundessteuer werden Besserverdienende in absoluten Zahlen mehr profitieren als andere.
    Es wird durch Wiederholung nicht wahrer. Siehe oben. Ob man den Abzug eines Betrages am steuerbaren Einkommen oder an der fälligen Steuer geltend macht, ist der entscheidende Punkt. Würde er an der fälligen Steuer angesetzt, wäre das eine Entlastung, von welcher die Besserverdienenden nicht mehr, sondern im gleichen Ausmass profitieren würden. Wäre das falsch? Oder wäre es zu wenig? Und wenn ja, warum wäre es zu wenig? Du darfst mich gerne korrigieren, wenn ich bei meiner Überlegung von einer falschen Annahme ausgehe.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Diese Steuer ist ein Umverteilungsinstrument. Es sind in diesem Land die Leistungsträger (sprich: Besserverdiener), die die ganze Zeche zahlen, …
    Da bin ich absolut bei dir. Die Leistungsträger sollen belohnt werden. Reicht das höhere Einkommen dazu nicht aus? Dass man über den Grad ihrer Solidarität verhandeln kann, also wieviel der Zeche für die Nicht-Leistungsträger sie zu bezahlen haben, ist ein absolut legitimes Anliegen. Auch wenn ich voraussichtlich auf der anderen Seite stehen würde als du, würde ich eine Diskussion/Abstimmung zu ausschliesslich diesem Thema begrüssen. Mir geht es nur darum, dass man dieses Anliegen separat offen und ehrlich ausdiskutieren soll.

    Diesen Punkt in einer Diskussionen, wie beispielsweise der Entlastung von Familien, als gegebenes Recht vorauszusetzen, empfinde ich entweder als vermessen oder heuchlerisch. Mir geht es doch nur darum, dass man offen über die Aspekte diskutieren kann, welche die Änderung des Bundesgesetzes mit sich bringen würde. Und da ist es meine Meinung, dass Dinge vermischt werden, welche nicht zwingend zusammengehören und sich separat aufrichtiger und offener diskutieren liessen. Mir würde es jedenfalls viel einfacher fallen, eine klare Stellung und Position gegenüber den einzelnen Punkten zu beziehen, als in dieser unsäglichen Mischrechnung.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    … und nicht die "Reichen", da Vermögens- und Erbschaftssteuern inexistent bis lächerlich sind. Das ist grundlegend falsch. Man sollte Leistung und Konsum fördern, nicht Besitz, Leistungsabstinenz und reine Vermögensverwaltung. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
    Auch hier bin ich absolut bei dir. Aber der Verweis auf diese Gegebenheiten, hat doch nichts mit der Sache zu tun, über die abgestimmt wird? Das geht in die Richtung eines Whataboutismus, da stehst du eigentlich drüber.


    Edit: Ich muss mich korrigieren. Beim letzten Punkt bin ich nicht bei der gesamten zitierten Passage einig, sondern lediglich darin, dass Vermögens- und Erbschaftssteuern im Vergleich zur Einkommenssteuern zu niedrig sind. Leistung fördern, statt Besitz, Leistungsabstinenz und Vermögensverwaltung: Ja. Konsum fördern: Nein.
    Ist schon sehr spät und habe dieses Detail übersehen.
    Geändert von Lällekönig (04.09.2020 um 02:42 Uhr)
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  5. #185
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Wer sind diese Ökonomen? Und sagen die wirklich, dass ein Wegfall der Bila I keine oder nur marginale BIP Einbussen zur Folge hätte?
    Reiner Eichenberger (Uni Freiburg) ist einer davon. Sehr intelligenter und weiser Mann. Ich kenne seine Parteizugehörigkeit nicht. Ich tendiere aber eher zu FDP als SVP.
    Das war und ist nicht meine Absicht. Es ist aber meine volle Überzeugung - und eben nicht nur meine - dass eine Annahme der BGI fatale Folgen für unsere Wirtschaft hätte. Wenn du das als Schwachsinn abtust, muss ich reagieren.
    Es geht mir noch immer nur um dieses eine Zitat von dir. Schwachsinnig und Märchenbuch bezieht sich einzig auf diese Zeilen (ich versuche dir das jetzt zum dritten Mal zu erklären).
    Zitat footbâle:
    «Die Schweiz würde bei einer Annahme und Umsetzung der Vorlage innerhalb von 10 Jahren wieder das Armenhaus Europas sein, wie bereits im 19. Jahrhundert.»

    Das ist schlicht Schwachsinn und Angstmacherei (die übliche Platte der Wirtschaftsverbände).

    Wir haben ein Milizsystem. Da wird natürlich Interessenpolitik gemacht. Wir können aber wählen, wen wir wollen. Es gibt ja links der Mitte genügend Politiker, die eher nicht von der Wirtschaft (Arbeitgeberseite) ferngesteuert sind.
    Milizsystem? Ein Parlamentarier bekommt jährlich ein Gehalt von 130'000 – 150'000 CHF inkl. Spesen. Wermuth und viele Linke Parlamentarier sind Berufsparlamentarier.
    Und wieso darf man als Wähler nicht wissen, wer von wem wieviel Kohle bekommt???
    Geändert von Aficionado (04.09.2020 um 05:50 Uhr)

  6. #186
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    Zitat Zitat von Goldust Beitrag anzeigen
    Glaub, was du willst. Aber die Realität sieht anders aus. Wir können uns ein frakturiertes Europa nicht mehr erlauben. Die Zeiten des kleingeistigen Nationalismus' sind vorbei! Auf allen (wirtschaftlich relevanten) Kontinenten herrschen wirtschaftliche Grossmächte, die sich in einer Nation konzentrieren (China, USA). Europa MUSS zwingend zusammenhalten, wenn wir nicht in eine ökonomische und dadurch in eine soziokulturelle Abhängigkeit geraten wollen. Wir sind - im Moment noch - jenseits der leider nicht sehr bedeutenden Staaten Kanada (wobei schon sehr von USA abhängig) und Australien/Neuseeland noch ein Bollwerk des demokratischen Liberalismus. Wir sind ohnehin bereits daran, diesen zu torpedieren. Ungarn, Polen und die Türkei sind die Paradebeispiele. Willst du diesem Mist wirklich folgen? Die SVP Initiantive wäre der nächste Schritt dazu. Sei nicht so kurzsichtig und nimm dafür in Kauf, dass wir unseren Reichtum vielleicht dafür mit etwas mehr Menschen teilen müssen. NEIN zur Begrenzungsinitiative.
    Lies meine Beiträge und du wirst bemerken, dass ich alles andere als ein klassischer SVP Wähler bin (ich bin teilweise linker eingestellt als die heutige SP und Grünen zusammen).
    Ich würde sogar eher noch einen EU Beitritt begrüssen als diesen bilateralen Quatsch (der nur der Wirtschaft was bringt). Bei einem Beitritt könnte auch das CH Volk von den Vorteilen, die ein Beitritt durchaus bieten kann, profitieren
    (Konsumentenschutz, Kartellsturz, tiefere Preise,...). Dass es eine starke EU braucht, um gegen die Grossmächte China, USA, Russland etwas ausrichten zu können, sollte jedem einleuchten.
    Die EU muss sich aber neu formatieren (auch zu diesem Thema habe ich mich schon geäussert). Innerhalb Europas braucht es eine Umverteilung. Es bringt nichts, wenn sich die gesamte Wirtschaft auf nur drei oder vier Länder konzentriert.
    Die Folge davon sind unnötige Völkerwanderungen und Lohndumping.

    Ich werde mich mit grosser Wahrscheinlichkeit enthalten bei der Abstimmung. Denn ich traue der SVP nicht zu, dass sie im Alleingang die Gespräche mit der EU in eine positive Richtung steuern kann.
    Geändert von Aficionado (04.09.2020 um 06:18 Uhr)

  7. #187
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Wenn der Abzug auf das steuerbare Einkommen gerechnet wird: ja.
    Wenn der Abzug auf die fällige Steuer gerechnet würde: nein.


    Richtig. Der Grundgedanke der Steuerprogression, nämlich einen Ausgleich zu schaffen, fällt nicht komplett weg. Er wird aber verringert. Darin bestand meine Kritik. Kannst du das arithmetisch widerlegen?


    Nein. Siehe Vorschlag oben.


    Da enttäuschst du mich ein wenig. Würdest du dich wirklich so fest für ein noch grösseres Auseinandergehen der Vermögensschere einsetzen? Oder würdest du dafür nur auf die Strasse gehen, wenn der Vermögensausgleich über andere Wege sichergestellt wäre, wie beispielsweise die weiter unten angedeutete Erhöhung von Vermögens- und Erbschaftssteuer? Je nach Grad, nach dem diese Dinge nämlich den Zweck des Ausgleiches erfüllen, könnte ich neben dir auf der Strasse stehen oder nicht. Einfach aus Prinzip oder im Status Quo ist dies aber unwahrscheinlich.


    Es wird durch Wiederholung nicht wahrer. Siehe oben. Ob man den Abzug eines Betrages am steuerbaren Einkommen oder an der fälligen Steuer geltend macht, ist der entscheidende Punkt. Würde er an der fälligen Steuer angesetzt, wäre das eine Entlastung, von welcher die Besserverdienenden nicht mehr, sondern im gleichen Ausmass profitieren würden. Wäre das falsch? Oder wäre es zu wenig? Und wenn ja, warum wäre es zu wenig? Du darfst mich gerne korrigieren, wenn ich bei meiner Überlegung von einer falschen Annahme ausgehe.


    Da bin ich absolut bei dir. Die Leistungsträger sollen belohnt werden. Reicht das höhere Einkommen dazu nicht aus? Dass man über den Grad ihrer Solidarität verhandeln kann, also wieviel der Zeche für die Nicht-Leistungsträger sie zu bezahlen haben, ist ein absolut legitimes Anliegen. Auch wenn ich voraussichtlich auf der anderen Seite stehen würde als du, würde ich eine Diskussion/Abstimmung zu ausschliesslich diesem Thema begrüssen. Mir geht es nur darum, dass man dieses Anliegen separat offen und ehrlich ausdiskutieren soll.

    Diesen Punkt in einer Diskussionen, wie beispielsweise der Entlastung von Familien, als gegebenes Recht vorauszusetzen, empfinde ich entweder als vermessen oder heuchlerisch. Mir geht es doch nur darum, dass man offen über die Aspekte diskutieren kann, welche die Änderung des Bundesgesetzes mit sich bringen würde. Und da ist es meine Meinung, dass Dinge vermischt werden, welche nicht zwingend zusammengehören und sich separat aufrichtiger und offener diskutieren liessen. Mir würde es jedenfalls viel einfacher fallen, eine klare Stellung und Position gegenüber den einzelnen Punkten zu beziehen, als in dieser unsäglichen Mischrechnung.


    Auch hier bin ich absolut bei dir. Aber der Verweis auf diese Gegebenheiten, hat doch nichts mit der Sache zu tun, über die abgestimmt wird? Das geht in die Richtung eines Whataboutismus, da stehst du eigentlich drüber.


    Edit: Ich muss mich korrigieren. Beim letzten Punkt bin ich nicht bei der gesamten zitierten Passage einig, sondern lediglich darin, dass Vermögens- und Erbschaftssteuern im Vergleich zur Einkommenssteuern zu niedrig sind. Leistung fördern, statt Besitz, Leistungsabstinenz und Vermögensverwaltung: Ja. Konsum fördern: Nein.
    Ist schon sehr spät und habe dieses Detail übersehen.
    Du gehst auch hier von falschen Prämissen aus. Wenn auf die Steuer abgezogen wird profitieren besser verdienende Familien genauso, da 40% aller abzugsberechtigten Familien in der Schweiz ohnehin bereits keine Bundessteuer bezahlen müssen.

    Auch das der Abzug nicht allgemein, sondern eben nur für Familien zählt - und die Folgen des jetzigen Systems blendest du aus. Zurzeit ist es für Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger einfacher sich Kinder zu leisten, als für Besserverdienende. Für Reiche (Vermögen) sowieso nie ein Problem.

    Was passiert nun demografisch und wer sind überhaupt git verdienende Eltern. Meistens sind das Menschen, die sich entweder hoch gearbeitet haben, durch Mehrleistung und viel Arbeitstätigkeit... Oder es sind Menschen die auf Bildung gesetzt haben, Studenten und Akademiker. Diese nagen aber im heutigen System bis kurz vor 30 (Studium, Praktikum, Einstiegsstelle) normalerweise am Hungertuch, können im Vergleich zum Lehrabgänger kaum Vermögen äufnen und Kinder sind ohne Erbe im Hintergrund oder Schulden fürs Studium kaum ein Thema.

    Genau diese Haushalte, die meist weniger Vermögen besitzen als jeder durchschnittliche Lehrabgänger würden am meisten unterstützt - was nur fair ist, für knapp 10 Jahre Einkommensverzicht für Bildung. Das sind stinknormale "angehende" Mittelstandsfamilien, die häufig kaum mehr Chancen haben in ihrem Leben (aufgrund der Steuerprogression) diese 10 Jahre weniger gegenüber dem durchschnittlichen Lehrabgänger aufzuholen, der sich auch bereits seit Jahren Kinder leisten könnte.

    Nun, demografisch bedeutet das, das ein gut gebildeter Mittelstand je länger je mehr verschwindet. Aber davon zu reden, dass die Schere auseinandergeht, wenn Familien allgemein gestützt werden, finde ich ziemlichen Habakuk.

  8. #188
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Wenn der Abzug auf das steuerbare Einkommen gerechnet wird: ja.
    Wenn der Abzug auf die fällige Steuer gerechnet würde: nein.


    Richtig. Der Grundgedanke der Steuerprogression, nämlich einen Ausgleich zu schaffen, fällt nicht komplett weg. Er wird aber verringert. Darin bestand meine Kritik. Kannst du das arithmetisch widerlegen?


    Nein. Siehe Vorschlag oben.


    Da enttäuschst du mich ein wenig. Würdest du dich wirklich so fest für ein noch grösseres Auseinandergehen der Vermögensschere einsetzen? Oder würdest du dafür nur auf die Strasse gehen, wenn der Vermögensausgleich über andere Wege sichergestellt wäre, wie beispielsweise die weiter unten angedeutete Erhöhung von Vermögens- und Erbschaftssteuer? Je nach Grad, nach dem diese Dinge nämlich den Zweck des Ausgleiches erfüllen, könnte ich neben dir auf der Strasse stehen oder nicht. Einfach aus Prinzip oder im Status Quo ist dies aber unwahrscheinlich.


    Es wird durch Wiederholung nicht wahrer. Siehe oben. Ob man den Abzug eines Betrages am steuerbaren Einkommen oder an der fälligen Steuer geltend macht, ist der entscheidende Punkt. Würde er an der fälligen Steuer angesetzt, wäre das eine Entlastung, von welcher die Besserverdienenden nicht mehr, sondern im gleichen Ausmass profitieren würden. Wäre das falsch? Oder wäre es zu wenig? Und wenn ja, warum wäre es zu wenig? Du darfst mich gerne korrigieren, wenn ich bei meiner Überlegung von einer falschen Annahme ausgehe.


    Da bin ich absolut bei dir. Die Leistungsträger sollen belohnt werden. Reicht das höhere Einkommen dazu nicht aus? Dass man über den Grad ihrer Solidarität verhandeln kann, also wieviel der Zeche für die Nicht-Leistungsträger sie zu bezahlen haben, ist ein absolut legitimes Anliegen. Auch wenn ich voraussichtlich auf der anderen Seite stehen würde als du, würde ich eine Diskussion/Abstimmung zu ausschliesslich diesem Thema begrüssen. Mir geht es nur darum, dass man dieses Anliegen separat offen und ehrlich ausdiskutieren soll.

    Diesen Punkt in einer Diskussionen, wie beispielsweise der Entlastung von Familien, als gegebenes Recht vorauszusetzen, empfinde ich entweder als vermessen oder heuchlerisch. Mir geht es doch nur darum, dass man offen über die Aspekte diskutieren kann, welche die Änderung des Bundesgesetzes mit sich bringen würde. Und da ist es meine Meinung, dass Dinge vermischt werden, welche nicht zwingend zusammengehören und sich separat aufrichtiger und offener diskutieren liessen. Mir würde es jedenfalls viel einfacher fallen, eine klare Stellung und Position gegenüber den einzelnen Punkten zu beziehen, als in dieser unsäglichen Mischrechnung.


    Auch hier bin ich absolut bei dir. Aber der Verweis auf diese Gegebenheiten, hat doch nichts mit der Sache zu tun, über die abgestimmt wird? Das geht in die Richtung eines Whataboutismus, da stehst du eigentlich drüber.


    Edit: Ich muss mich korrigieren. Beim letzten Punkt bin ich nicht bei der gesamten zitierten Passage einig, sondern lediglich darin, dass Vermögens- und Erbschaftssteuern im Vergleich zur Einkommenssteuern zu niedrig sind. Leistung fördern, statt Besitz, Leistungsabstinenz und Vermögensverwaltung: Ja. Konsum fördern: Nein.
    Ist schon sehr spät und habe dieses Detail übersehen.
    Du gehst auch hier von falschen Prämissen aus. Wenn auf die Steuer abgezogen wird profitieren besser verdienende Familien genauso, da 40% aller abzugsberechtigten Familien in der Schweiz ohnehin bereits keine Bundessteuer bezahlen müssen.

    Auch das der Abzug nicht allgemein, sondern eben nur für Familien zählt - und die Folgen des jetzigen Systems blendest du aus. Zurzeit ist es für Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger einfacher sich Kinder zu leisten, als für Besserverdienende. Für Reiche (Vermögen) sowieso nie ein Problem.

    Was passiert nun demografisch und wer sind überhaupt git verdienende Eltern. Meistens sind das Menschen, die sich entweder hoch gearbeitet haben, durch Mehrleistung und viel Arbeitstätigkeit... Oder es sind Menschen die auf Bildung gesetzt haben, Studenten und Akademiker. Diese nagen aber im heutigen System bis kurz vor 30 (Studium, Praktikum, Einstiegsstelle) normalerweise am Hungertuch, können im Vergleich zum Lehrabgänger kaum Vermögen äufnen und Kinder sind ohne Erbe im Hintergrund oder Schulden fürs Studium kaum ein Thema.

    Genau diese Haushalte, die meist weniger Vermögen besitzen als jeder durchschnittliche Lehrabgänger würden am meisten unterstützt - was nur fair ist, für knapp 10 Jahre Einkommensverzicht für Bildung. Das sind stinknormale "angehende" Mittelstandsfamilien, die häufig kaum mehr Chancen haben in ihrem Leben (aufgrund der Steuerprogression) diese 10 Jahre weniger gegenüber dem durchschnittlichen Lehrabgänger aufzuholen, der sich auch bereits seit Jahren Kinder leisten könnte.

    Nun, demografisch bedeutet das, das ein gut gebildeter Mittelstand je länger je mehr verschwindet. Aber davon zu reden, dass die Schere auseinandergeht, wenn Familien allgemein gestützt werden, finde ich ziemlichen Habakuk.

  9. #189
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    Nicht zu vergessen. Wie würde die Lage wohl aussehen, wenn der Bund die Kurzarbeitszeitkompensationen aufgrund Corona fallen liese? Die Wirtschaft würde nicht lange fackeln und meherere 100'000 auf die Strasse stellen. Die teureren 50 + und die ganz Jungen würde es noch stärker erwischen.

  10. #190
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Nicht zu vergessen. Wie würde die Lage wohl aussehen, wenn der Bund die Kurzarbeitszeitkompensationen aufgrund Corona fallen liese? Die Wirtschaft würde nicht lange fackeln und meherere 100'000 auf die Strasse stellen. Die teureren 50 + und die ganz Jungen würde es noch stärker erwischen.
    Beispiel Kanton SG :
    https://www.sg.ch/news/sgch_allgemei...em-niveau.html

    Ist ja wieder einmal typisch. Wenns wirtschaftlich nicht läuft, darf der Steuerzahler wieder bezahlen und nicht das Gewerbe.
    Geändert von Aficionado (04.09.2020 um 09:00 Uhr)

  11. #191
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Nicht zu vergessen. Wie würde die Lage wohl aussehen, wenn der Bund die Kurzarbeitszeitkompensationen aufgrund Corona fallen liese? Die Wirtschaft würde nicht lange fackeln und meherere 100'000 auf die Strasse stellen. Die teureren 50 + und die ganz Jungen würde es noch stärker erwischen.
    Ist so. Aber wir müssen uns auch im Klaren sein das Kurzarbeit ein Win-Win ist. Wer daran zweifelt darf sich gerne von einem Personaler vorrechnen lassen was eine Stellenneubesetzung (inkl. Einarbeitung) kostet. Für das Geld kann man einen MA locker 3 Monate im leeren drehen lassen.

  12. #192
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    Zitat Zitat von Faniella Diwani Beitrag anzeigen
    Ist so. Aber wir müssen uns auch im Klaren sein das Kurzarbeit ein Win-Win ist. Wer daran zweifelt darf sich gerne von einem Personaler vorrechnen lassen was eine Stellenneubesetzung (inkl. Einarbeitung) kostet. Für das Geld kann man einen MA locker 3 Monate im leeren drehen lassen.
    Das sind nichts anderes als Subventionen. Eine Stelle wird künstlich am Leben erhalten und ergibt streng genommen oekonomisch (volkswirtschaftlich) auf Dauer keinen Sinn.
    Geändert von Aficionado (04.09.2020 um 09:10 Uhr)

  13. #193
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Du gehst auch hier von falschen Prämissen aus. Wenn auf die Steuer abgezogen wird profitieren besser verdienende Familien genauso, da 40% aller abzugsberechtigten Familien in der Schweiz ohnehin bereits keine Bundessteuer bezahlen müssen.
    Wo genau gehe ich deiner Ansicht nach von einer falschen Prämisse aus?

    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Auch das der Abzug nicht allgemein, sondern eben nur für Familien zählt - und die Folgen des jetzigen Systems blendest du aus. Zurzeit ist es für Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger einfacher sich Kinder zu leisten, als für Besserverdienende. Für Reiche (Vermögen) sowieso nie ein Problem.
    Hast du meinen Vorschlag überhaupt verstanden? So wie ich es sehe, würden Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger, die keine direkte Bundessteuern zahlen, gar nicht von meinem Vorschlag profitieren (was in der aktuellen Fassung auch der Fall wäre), während die Besserverdienenden, die es nötig hätten, davon profitieren könnten und die Reichen (Vermögenden), für die es eh kein Problem ist, davon nur gleichviel statt mehr profitieren. Mein Vorschlag müsste doch auch in deinem Sinne sein?

    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Was passiert nun demografisch und wer sind überhaupt git verdienende Eltern. Meistens sind das Menschen, die sich entweder hoch gearbeitet haben, durch Mehrleistung und viel Arbeitstätigkeit... Oder es sind Menschen die auf Bildung gesetzt haben, Studenten und Akademiker. Diese nagen aber im heutigen System bis kurz vor 30 (Studium, Praktikum, Einstiegsstelle) normalerweise am Hungertuch, können im Vergleich zum Lehrabgänger kaum Vermögen äufnen und Kinder sind ohne Erbe im Hintergrund oder Schulden fürs Studium kaum ein Thema.
    Würden die denn nicht davon profitieren, wenn sie einen Abzug auf die fällige Steuer, statt auf ihr steuerbares Einkommen geltend machen können? Mit meinem Vorschlag will ich ja nicht diesen Menschen einen Kinderbetreuungsabzug vorenthalten. Ich will nur nicht, dass die schwerreichen und vermögenden Familien, die es gar nicht nötig hätten, automatisch weniger Steuern bezahlen müssen, weil man genau den von dir angesprochenen Familien, die es nötiger haben, eine Entlastung ermöglichen will.

    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Genau diese Haushalte, die meist weniger Vermögen besitzen als jeder durchschnittliche Lehrabgänger würden am meisten unterstützt - was nur fair ist, für knapp 10 Jahre Einkommensverzicht für Bildung. Das sind stinknormale "angehende" Mittelstandsfamilien, die häufig kaum mehr Chancen haben in ihrem Leben (aufgrund der Steuerprogression) diese 10 Jahre weniger gegenüber dem durchschnittlichen Lehrabgänger aufzuholen, der sich auch bereits seit Jahren Kinder leisten könnte.
    Und nochmals, ich will denen nichts vorenthalten. Über die Höhe des Abzuges auf die direkte Bundessteuer (statt steuerbares Einkommen) müsste man freilich diskutieren, er sollte so angesetzt sein, dass die von dir angesprochenen mittelständischen Familien davon profitieren können. Mir ist lediglich zuwider, dass damit einhergehen soll, dass die schwerreichen und vermögenden Familien automatisch noch mehr profitieren sollen als die mittelständischen. Die sollen sich damit zufrieden geben, dass sie «nur» den gleichen Betrag weniger an Steuern bezahlen als die mittelständischen, statt auf Grund ihres höheren Vermögens automatisch auch ein Anrecht auf eine höhere Steuersenkung zu erhalten.

    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Nun, demografisch bedeutet das, das ein gut gebildeter Mittelstand je länger je mehr verschwindet. Aber davon zu reden, dass die Schere auseinandergeht, wenn Familien allgemein gestützt werden, finde ich ziemlichen Habakuk.
    Halt! Ich trenne explizit zwischen Unterstützung von Familien und Untergrabung der Steuerprogression. Habakuk ist lediglich die Idee, diese beiden Aspekte zu verknüpfen. Genau das prangere ich ja an. Weil ich für eine Unterstützung der Familien und gegen eine Untergrabung der Steuerprogression bin. Die Untergrabung der Steuerprogression, nicht die Unterstützung von Familien, führt zu einem Auseinandergehen der Schere. Und es ist nicht zwingend, die Unterstützung von Familien mit der Untergrabung der Steuerprogression zu verknüpfen.
    Geändert von Lällekönig (04.09.2020 um 10:57 Uhr) Grund: Präzisierung
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  14. #194
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Das sind nichts anderes als Subventionen. Eine Stelle wird künstlich am Leben erhalten und ergibt streng genommen oekonomisch (volkswirtschaftlich) auf Dauer keinen Sinn.
    In dem Sinne ist auch Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Pensionskasse und AHV eine sinnlose Subvention.

    Klar, der Punkt ist "auf Dauer", aus diesem Grund ist die Laufzeit der Kurzarbeit auch beschränkt.

  15. #195
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    Zitat Zitat von Faniella Diwani Beitrag anzeigen
    In dem Sinne ist auch Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Pensionskasse und AHV eine sinnlose Subvention.

    Klar, der Punkt ist "auf Dauer", aus diesem Grund ist die Laufzeit der Kurzarbeit auch beschränkt.
    Im Prinzip schon. Mit einer durchdachten und nachhaltigen Personalpolitik (und nicht getrimmt auf Gewinnmaximierung) könnte man dieses Übel zulasten der STEUERZAHLER verhindern.

  16. #196
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Im Prinzip schon. Mit einer durchdachten und nachhaltigen Personalpolitik (und nicht getrimmt auf Gewinnmaximierung) könnte man dieses Übel zulasten der STEUERZAHLER verhindern.
    Pfui! Das wäre aber gar nicht Wirtschaftsliberal!

  17. #197
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    Zitat Zitat von Faniella Diwani Beitrag anzeigen
    Pfui! Das wäre aber gar nicht Wirtschaftsliberal!
    Für ALV, AHV und Pensionskassenbeiträge bezahlen wir ja auch schon genug. Der Arbeitgeber bezahlt aber mindestens die Hälfte (faire Lösung) . Aber die Sozialhilfe nach der ALV darf dann der Steuerzahler wieder übernehmen. Sorry, war in meinem vorletzten Post zu voreilig.
    Wenn es die Stelle braucht, kann bei den Sozialabgaben kaum von einer Subvention die Rede sein. Denn der Job bringt ja einen Mehrwert für Staat und Unternehmen.
    Geändert von Aficionado (04.09.2020 um 10:38 Uhr)

  18. #198
    Erfahrener Benutzer Avatar von händsche
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Aber die Sozialhilfe nach der ALV darf dann der Steuerzahler wieder übernehmen.
    Auch ein Arbeitgeber ist ein Steuerzahler.

  19. #199
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Lies meine Beiträge und du wirst bemerken, dass ich alles andere als ein klassischer SVP Wähler bin (ich bin teilweise linker eingestellt als die heutige SP und Grünen zusammen).
    Ich würde sogar eher noch einen EU Beitritt begrüssen als diesen bilateralen Quatsch (der nur der Wirtschaft was bringt). Bei einem Beitritt könnte auch das CH Volk von den Vorteilen, die ein Beitritt durchaus bieten kann, profitieren
    (Konsumentenschutz, Kartellsturz, tiefere Preise,...). Dass es eine starke EU braucht, um gegen die Grossmächte China, USA, Russland etwas ausrichten zu können, sollte jedem einleuchten.
    Die EU muss sich aber neu formatieren (auch zu diesem Thema habe ich mich schon geäussert). Innerhalb Europas braucht es eine Umverteilung. Es bringt nichts, wenn sich die gesamte Wirtschaft auf nur drei oder vier Länder konzentriert.
    Die Folge davon sind unnötige Völkerwanderungen und Lohndumping.

    Ich werde mich mit grosser Wahrscheinlichkeit enthalten bei der Abstimmung. Denn ich traue der SVP nicht zu, dass sie im Alleingang die Gespräche mit der EU in eine positive Richtung steuern kann.
    Aficionado, ich mag deinen Denkansatz sehr, weil er in den Möglichkeiten auch Chancen sieht, statt nur Ängste. Miteinbezieht, dass etwas Neues an die Stelle des Wegfallenden tritt, etc.
    Ich teile deine Ansichten über sehr weite Strecken.

    Nun ist mir beim Lesen der markierten Stellen etwas aufgefallen.

    Meiner Ansicht nach stehen beide, EU und Bilaterale unter dem Banner, dass sie Finanzen und Menschen in gleichem Masse dienen wollen. Schliesslich hängt beides auch irgendwie zusammen. Aber EU und Bilaterale messen beide den Finanzen mehr Gewicht zu als den Menschen.

    Siehst du die Bilateralen per se als Quatsch oder nur in der aktuellen Ausprägung?

    Ich halte die EU in der aktuellen Form auch noch nicht für das, was sie angegeben hat sein zu wollen (oder was sie sein könnte). Wäre es aber nicht einfacher, die Bilateralen neu zu gestalten (formatieren), statt darauf zu warten, dass die EU sich verändert? Wenn es der Schweiz gelänge, die Bilateralen dahingehend zu verändern, dass das Übergewicht der finanziellen Interessen abnimmt und in Balance zu den menschlichen Interessen rückt, dann könnte dies durchaus auch die EU zu einer Reform inspirieren.

    Ich würde den bilateralen Weg unter keinen Umständen gefährden wollen, auch wenn mir die aktuelle Ausprägung nicht passt. Ich finde aber, dass die Bilateralen sich in eine andere Richtung entwickeln sollen, um auf den vernachlässigten Interessensgebieten zu den finanziellen Interessen aufzuschliessen.

    Da du der SVP nicht zutraust, die Gespräche in eine positive Richtung zu steuern, glaubst du anscheinend auch an eine Fortsetzung der Gespräche. Somit auch an eine Form von bilateralen Verhandlungen. Sehe ich das richtig?
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  20. #200
    Erfahrener Benutzer Avatar von Pro Sportchef bim FCB
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    Puh, Seiler-Graf ist ja ultramühsam in der Arena.

    Und was will jetzt eigentlich die SP? Armee? Keine Armee? Armee nur mit Luftpolizei? Leonardo? Südkoreaner?
    Ich lasse mir meine Meinung nicht durch Fakten kaputt machen!

  21. #201
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Aficionado, ich mag deinen Denkansatz sehr, weil er in den Möglichkeiten auch Chancen sieht, statt nur Ängste. Miteinbezieht, dass etwas Neues an die Stelle des Wegfallenden tritt, etc.
    Ich teile deine Ansichten über sehr weite Strecken.
    Guete Morge Lällekönig, freut mich zu lesen. Schön zu wissen, dass es noch andere Zeitgenossen gibt, die daran zumindest interessiert und nicht abgeneigt sind, etwas am jetzigen System zu ändern.

    Nun ist mir beim Lesen der markierten Stellen etwas aufgefallen.
    Meiner Ansicht nach stehen beide, EU und Bilaterale unter dem Banner, dass sie Finanzen und Menschen in gleichem Masse dienen wollen. Schliesslich hängt beides auch irgendwie zusammen. Aber EU und Bilaterale messen beide den Finanzen mehr Gewicht zu als den Menschen.
    Siehst du die Bilateralen per se als Quatsch oder nur in der aktuellen Ausprägung?
    Ich halte die EU in der aktuellen Form auch noch nicht für das, was sie angegeben hat sein zu wollen (oder was sie sein könnte). Wäre es aber nicht einfacher, die Bilateralen neu zu gestalten (formatieren), statt darauf zu warten, dass die EU sich verändert? Wenn es der Schweiz gelänge, die Bilateralen dahingehend zu verändern, dass das Übergewicht der finanziellen Interessen abnimmt und in Balance zu den menschlichen Interessen rückt, dann könnte dies durchaus auch die EU zu einer Reform inspirieren.
    Ich würde den bilateralen Weg unter keinen Umständen gefährden wollen, auch wenn mir die aktuelle Ausprägung nicht passt. Ich finde aber, dass die Bilateralen sich in eine andere Richtung entwickeln sollen, um auf den vernachlässigten Interessensgebieten zu den finanziellen Interessen aufzuschliessen.
    Da du der SVP nicht zutraust, die Gespräche in eine positive Richtung zu steuern, glaubst du anscheinend auch an eine Fortsetzung der Gespräche. Somit auch an eine Form von bilateralen Verhandlungen. Sehe ich das richtig?
    Ich weiss, dass die bevorstehende Begrenzungsinitiative nicht zu Ende gedacht ist. Es enttäuscht mich auch sehr, dass m.E. die falsche Partei für mehr Lebensqualität, kleineren Verdrängungskampf im Arbeitsmarkt, weniger Zersiedelung und Überbauungen (die Schweiz ist das Land in Europa, mit den meisten Kanalisierungen von Gewässern!) einsteht. Die Linken sind jetzt schon überfordert, 8.5 Mio Menschen mit erneuerbarer Energie bis 2040 versorgen zu können. Windparks werden verhindert und Gewässerverunstaltungen gefördert. Wie soll die Versorgung erst möglich sein, bei 15 – 20 Mio Einwohnern?

    Wie kann man nur so dumm sein, dass Prinzip eines geschlossenen Systems (analog dazu dient die Fläche der Schweiz) nicht zu verstehen (es wird solange Druck aufgebaut, bis es zur Explosion führt)? Auch diese Seite ist nicht in der Lage, nachhaltig und langfristig zu denken und handeln. Jetzt in dieser Coronazeit wäre die Zeit für ein Umdenken gekommen. Hin zu weniger aber dafür in einer exzellenten Qualität, auf welche die globale Wirtschaft auch angewiesen ist (ein Produzent kann nicht von heute auf morgen die ganze Produktion ändern, wenn ihm ein bestimmtes Glied in der Produktionskette fehlt). Einem Pharmamulti ist es egal, aus welchem Land es die Lizenzen/Patente aus Forschung einkauft. Die Branchen mit Zukunft habe ich bereits erwähnt. Wir brauchen keine Pharma mit 50'000 Angestellten, davon 2/3 Grenzgängern und der Rest sind Expats/Trainees aus China, Indien, USA, UK, die für kurze Zeit hier wohnen und die Grundstückpreise in die Höhe treiben und oft auch ein Chaos im Betrieb hinterlassen. Was wir brauchen sind innovative Hightechdenkfabriken, Hightech in Nischengebieten (da sind wir schon stark, z.B. Weltraumforschung >>> Robotik). Kleine, äusserst spezialisierte Unternehmen in Pharma, LifeScience, Robotik, KI, IT, Mechanik, Elektrotechnik, Medizin und in den traditionellen Richtungen Banken, Versicherungen und übrige Dienstleistungen.
    Dazu noch Firmen, welche in einer Krise im Stande sind, essentielle Güter zu produzieren (insb. in der Medizin).

    Um an die Köpfe zu kommen, muss unser Schul/Bildungssysten revolutioniert werden. Das alles sollte eigentlich die Vision der Linken sein. Weniger ist mehr (und dazu muss man nicht den Kapitalismus abschaffen). Natürlich hat die aktuelle Begrenzungsinitiative nicht allzuviel mit diesen Themen zu tun. Bei einem kleineren Bedarf an "Fachkräften» und unqualifiziertem Personal würde sich die Zuwanderung automatisch regulieren. Und die besten Köpfe WELTWEIT sollen und müssen noch immer den Weg in die Schweiz finden können. Ist doch eigentlich vergleichbar mit Fussballern. Wir brauchen keinen Durchschnitt von extern.

    Die Linken haben aber eine andere Vision: Mehr Zuwanderung = höheren Wähleranteil (welche sonst. Vielleicht kann mich jemand aufklären?). Oder laufen irgendwelche Kompromissgespräche zwischen den Linken und den Wirtschaftsverbände im Hintergrund? Vielleicht streben sie auch einfach die totale Völkerdurchmischung an? Mag sein, dass sie ebenfalls von einem einheitlichen Europa träumen, aber die Richtung die sie gehen wollen ist komplett die falsche und ebenfalls nicht zu Ende gedacht. Der richtige Weg wäre gemeinsam mit der EU über eine Umverteilung der finanzstarken Konzerne nachzudenken. Möglich wäre dieses Szenario mit einer europaweit einheitlichen Unternehmenssteuer. Aber wie du richtig schreibst sind die EU-Funktionäre nicht interessiert, am Konstrukt EU etwas zu ändern (genauso wenig wie die Schweizer). Meine Visionen haben mit Realpolitik leider nichts zu tun. Folge davon sind immense Völkerwanderungen und Lohnabsprachen.

    Die Länder, welche jetzt schon extrem dicht besiedelt sind werden weiter unkontrolliert aufkonzentriert und andere Teile in Europa bleiben leer. In D scheint die Stimmung auch alles andere als positiv zu sein. Wie sonst schafft es eine Nazipartei (die AfD ist eine durchorganisierte Nazipartei mit unzähligen Ausläufern und Ablegern), in den Bundestag zu gelangen?
    Ja natürlich, es werden wieder mühsame bilaterale Gespräche geführt mit gefühlten 299 Unterbrüchen, bei welchen die Schweiz nur zweiter werden kann. Aber die Martullo würde schon nach 20 Min alleine am Tisch sitzen bei den Verhandlungen. ��

    Die Schweizer haben es leider verpasst, 1992 dem EWR beizutreten. Das war ein kapitaler Fehler.

    Bei einer Annahme und folgendem worst case hätten die Linken gewonnen. Der EU-Beitritt wäre dann noch Formsache (deshalb schwer nachvollziehbar ihre Strategie. Gehen sie doch von einem Erfolg der SVP-Strategie in Brüssel aus?).
    Ich persönlich bin für einen EU Beitritt. Österreich beweist, dass eine Zugehörigkeit absolut verkraftbar wäre. Das österreichische Volk kann ebenfalls von den Vorteilen der EU profitieren (denke mal nur schon an die Telekommunikation). AUT plus weitere kleinere Länder können innerhalb der EU auch Allianzen bilden (gute Chance für kleinere Länder, seine Anliegen durchzusetzen, anders als im Alleingang mit bilateralen Losergesprächen, welche von den Lobbyisten (Pharma, Banken, Versicherungen) diktiert werden. Wer etwas anderes glaubt ist einfach ungeheuerlich naiv.
    Geändert von Aficionado (05.09.2020 um 10:35 Uhr)

  22. #202
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Wo genau gehe ich deiner Ansicht nach von einer falschen Prämisse aus?


    Hast du meinen Vorschlag überhaupt verstanden? So wie ich es sehe, würden Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger, die keine direkte Bundessteuern zahlen, gar nicht von meinem Vorschlag profitieren (was in der aktuellen Fassung auch der Fall wäre), während die Besserverdienenden, die es nötig hätten, davon profitieren könnten und die Reichen (Vermögenden), für die es eh kein Problem ist, davon nur gleichviel statt mehr profitieren. Mein Vorschlag müsste doch auch in deinem Sinne sein?


    Würden die denn nicht davon profitieren, wenn sie einen Abzug auf die fällige Steuer, statt auf ihr steuerbares Einkommen geltend machen können? Mit meinem Vorschlag will ich ja nicht diesen Menschen einen Kinderbetreuungsabzug vorenthalten. Ich will nur nicht, dass die schwerreichen und vermögenden Familien, die es gar nicht nötig hätten, automatisch weniger Steuern bezahlen müssen, weil man genau den von dir angesprochenen Familien, die es nötiger haben, eine Entlastung ermöglichen will.


    Und nochmals, ich will denen nichts vorenthalten. Über die Höhe des Abzuges auf die direkte Bundessteuer (statt steuerbares Einkommen) müsste man freilich diskutieren, er sollte so angesetzt sein, dass die von dir angesprochenen mittelständischen Familien davon profitieren können. Mir ist lediglich zuwider, dass damit einhergehen soll, dass die schwerreichen und vermögenden Familien automatisch noch mehr profitieren sollen als die mittelständischen. Die sollen sich damit zufrieden geben, dass sie «nur» den gleichen Betrag weniger an Steuern bezahlen als die mittelständischen, statt auf Grund ihres höheren Vermögens automatisch auch ein Anrecht auf eine höhere Steuersenkung zu erhalten.


    Halt! Ich trenne explizit zwischen Unterstützung von Familien und Untergrabung der Steuerprogression. Habakuk ist lediglich die Idee, diese beiden Aspekte zu verknüpfen. Genau das prangere ich ja an. Weil ich für eine Unterstützung der Familien und gegen eine Untergrabung der Steuerprogression bin. Die Untergrabung der Steuerprogression, nicht die Unterstützung von Familien, führt zu einem Auseinandergehen der Schere. Und es ist nicht zwingend, die Unterstützung von Familien mit der Untergrabung der Steuerprogression zu verknüpfen.
    Und was ist der Sinn dahinter die Familien, die aufgrund Ihres hohen Einkommens keine subventionierten Krippenplätze erhalten (denn um diese Kosten geht es ja beim Betreuungsabzug), nicht mehr profitieren zu lassen?

    Kleiner Auszug aus den Krippenkosten in BS:
    Mit einem Netto-Einkommen von 100'000 kostet ein Krippenplatz pro Monat eine Zwei-Eltern Familie 975 Franken monatlich.
    Geht nun z.B. die Frau arbeiten und die Familie kommt auf 160'000 zahlt die gleiche Familie den vollen Betrag 2'200 für den Krippenplatz, also jährlich gut 15'000 Franken mehr.

    Du regst dich nun darüber auf, dass diese Familien von diesen ca. 15'000 Franken an jährlichen Mehrkosten, ca. 1000 Franken bei den Steuern mehr einspart gegenüber der anderen Familie?
    Geändert von fcbblog.ch (05.09.2020 um 10:16 Uhr)

  23. #203
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    Sodele. Ausgefüllt, unterschrieben und im Briefkasten der Gemeindeverwaltung. Ab sofort können die Kampagnen auf Hochtouren drehen, sie sind für mich nicht mehr relevant.

  24. #204
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Und was ist der Sinn dahinter die Familien, die aufgrund Ihres hohen Einkommens keine subventionierten Krippenplätze erhalten (denn um diese Kosten geht es ja beim Betreuungsabzug), nicht mehr profitieren zu lassen?

    Kleiner Auszug aus den Krippenkosten in BS:
    Mit einem Netto-Einkommen von 100'000 kostet ein Krippenplatz pro Monat eine Zwei-Eltern Familie 975 Franken monatlich.
    Geht nun z.B. die Frau arbeiten und die Familie kommt auf 160'000 zahlt die gleiche Familie den vollen Betrag 2'200 für den Krippenplatz, also jährlich gut 15'000 Franken mehr.

    Du regst dich nun darüber auf, dass diese Familien von diesen ca. 15'000 Franken an jährlichen Mehrkosten, ca. 1000 Franken bei den Steuern mehr einspart gegenüber der anderen Familie?
    Dein Vergleich zieht den zusätzlichen Faktor der subventionierten Krippenplätze hinzu. Wahrscheinlich spielt da ein wenig unterbewusster Neid mit, den ich aber durchaus gerechtfertigt finde. Stelle den gleichen Vergleich mal in die andere Richtung an. Also statt die 160k mit 100k zu vergleichen, mal mit 180k, 200k und noch viel höheren Einkommen vergleichen, bei welchen die Kosten für den Krippenplatz ebenfalls nicht mehr zunehmen. Dann fällt dir vielleicht auf, welchen Aspekt des vorgeschlagenen Lösungsansatzes ich nicht in Ordnung finde.

    Ich urteile nicht über diesen Neid, da er auch aus einem Bedürfnis entspringt, aber falsch interpretiert finde. Ich bin der Ansicht, dass man das Problem beim Namen nennen soll, dass nämlich auch eine mittelständische Familie eine Entlastung braucht, weil der Druck stetig zunimmt und auch sie langsam erreicht. Sie also zunehmend auch auf Subventionen angewiesen ist.

    Was spricht dagegen, das Prinzip, nach welchem Krippenplätze subventioniert werden, zu ändern? Dieser Verteilschlüssel liesse sich ganz einfach anpassen, ohne dass die Steuerprogression unterwandert werden müsste. Man kann beispielsweise anhand der Tabelle auf Seite 5 diskutieren, wie man die Zahlen zu setzen hätte, damit die von dir angesprochenen Familien, die auf eine stützende Familienpolitik angewiesen sind, auch davon profitieren können ohne dass Familien, welche nicht darauf angewiesen sind, gleichzeitig in einem höheren Ausmass davon profitieren müssen.
    Wäre so ein Ansatz nicht sachorientierter und zweckdienlicher?

    Ich sehe nämlich die Hauptursache des stetig zunehmenden Drucks darin, dass die Schere auseinander geht. Daher finde ich jeglichen Ansatz falsch, der dieses Auseinandergehen fördert. Würde man dieses Problem nicht via Steuern lösen, sondern direkt mit einer Änderung des Subventionsschlüssels, hätte die Allgemeinheit auf den ersten Blick zwar mehr Ausgaben, aber es fielen im Gegensatz zu der anderen Lösung auch keine Einnahmen weg. Unter dem Strich bliebe der Allgemeinheit mehr erhalten.
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  25. #205
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Dein Vergleich zieht den zusätzlichen Faktor der subventionierten Krippenplätze hinzu. Wahrscheinlich spielt da ein wenig unterbewusster Neid mit, den ich aber durchaus gerechtfertigt finde. Stelle den gleichen Vergleich mal in die andere Richtung an. Also statt die 160k mit 100k zu vergleichen, mal mit 180k, 200k und noch viel höheren Einkommen vergleichen, bei welchen die Kosten für den Krippenplatz ebenfalls nicht mehr zunehmen. Dann fällt dir vielleicht auf, welchen Aspekt des vorgeschlagenen Lösungsansatzes ich nicht in Ordnung finde.

    Ich urteile nicht über diesen Neid, da er auch aus einem Bedürfnis entspringt, aber falsch interpretiert finde. Ich bin der Ansicht, dass man das Problem beim Namen nennen soll, dass nämlich auch eine mittelständische Familie eine Entlastung braucht, weil der Druck stetig zunimmt und auch sie langsam erreicht. Sie also zunehmend auch auf Subventionen angewiesen ist.

    Was spricht dagegen, das Prinzip, nach welchem Krippenplätze subventioniert werden, zu ändern? Dieser Verteilschlüssel liesse sich ganz einfach anpassen, ohne dass die Steuerprogression unterwandert werden müsste. Man kann beispielsweise anhand der Tabelle auf Seite 5 diskutieren, wie man die Zahlen zu setzen hätte, damit die von dir angesprochenen Familien, die auf eine stützende Familienpolitik angewiesen sind, auch davon profitieren können ohne dass Familien, welche nicht darauf angewiesen sind, gleichzeitig in einem höheren Ausmass davon profitieren müssen.
    Wäre so ein Ansatz nicht sachorientierter und zweckdienlicher?

    Ich sehe nämlich die Hauptursache des stetig zunehmenden Drucks darin, dass die Schere auseinander geht. Daher finde ich jeglichen Ansatz falsch, der dieses Auseinandergehen fördert. Würde man dieses Problem nicht via Steuern lösen, sondern direkt mit einer Änderung des Subventionsschlüssels, hätte die Allgemeinheit auf den ersten Blick zwar mehr Ausgaben, aber es fielen im Gegensatz zu der anderen Lösung auch keine Einnahmen weg. Unter dem Strich bliebe der Allgemeinheit mehr erhalten.
    Nur ist man ab 200'000 und höher auch längst in der höchsten Einkommensstufe bei der Bundessteuer und profitiert nicht mehr grossartig mehr.

    Ausserdem finde ich es richtig, dass die Steuerprogression Familien (mit Kindern im Alter die zu einem Abzug berechtigen) viel weniger stark belastet als reiche Singles und Paare im höheren Alter.

    Denn genau diese haben massiv höhere Ausgaben für Wohnen, Essen, Ferien usw.

    https://www.swissinfo.ch/ger/betreuu...chen-/45948346

    Laut swissinfo würden 60 Prozent der Familien vom Abzug profitieren. Klar, die die bereits jetzt unverhltnissmässig viel mehr zahlen, profitieren auch mehr davon, da ja nur Betreuungskosten abgezogen werden können die auch anfallen.

    Die Steuervorlage ist eine Umverteilung von Nicht-Familien, hin zu Familien mit mittlerem und höherem Einkommen.

    Ich finde das richtig, denn genau diese Familien sorgen dafür, dass die Schweiz eine Zukunft hat und auch wirtschaftlich in Zukunft gut gebildete und in der Schweiz aufgewachsene Menschen für die hier anstehenden Herausforderungen und Arbeiten zur Verfügung stehen.

    Wenn man diese Familien (Plakativ: die Fleissigen und die Aufsteiger) nicht entlastet, sondern weiter unter finanziellen Druck setzt, geht die Schere zwischen Superreichen und Armen bis einem nur noch unteren Mittelstand viel stärker auseinander.

    Ob man es von der Steuer vom steuerbaren Einkommen oder wie auch immer abzieht ist mir scheissegal - in der Schweiz wurde lang genug familienfeindliche Politik betrieben, mit der Folge, dass der Mittelstand kaum noch Familien produziert. Man kann nun immer auf die perfekte Lösung warten, die vermeintlich noch ein bischen gerechter wäre - aber zu behaupten es würden nur Reichen zugute kommen, wenn 60% der Schweizer Familien profitieren ist ein schlechter Witz.

  26. #206
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    https://www.aargauerzeitung.ch/leben...gung-139109770

    Kein Problem für die Angestellten. Wir haben ja Fachkräftemangel.

    https://www.aargauerzeitung.ch/aarga...lten-139109542

    Dumm und naiv...
    Geändert von Aficionado (11.09.2020 um 12:05 Uhr)

  27. #207
    Erfahrener Benutzer Avatar von Tsunami
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Was sind denn das wieder für Fake News? So lange wir die Bilateralen haben gehen doch keine Arbeitsplätze mehr ins Ausland!

    PS: Dass GM die Arbeitsplätze dann ausgerechnet in Frankreich ansiedeln will zeigt, dass diese Mänätscher auch nicht viel Ahnung haben. Unter dem Strich werden sie mit diesem Standort schlechter fahren als wenn diese in der CH bleiben würden. Das werden sie spätestens in 3-4 Jahren bemerken. Aber uns nützt dies dann nix mehr. Weg ist weg.

  28. #208
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    Weiss nicht, ob es einen Wirtschaftsthread gibt. Wäre interessant, mal all die Drohungen aus Wirtschaft an Volk und Regierung zu sammeln. Man kann auch jeweils spüren, dass es der Wirtschaft immer nur um ihr Anliegen geht. Falls nötig mit der Brechstange. Ein nachhaltiges wirtschaften im Einklang mit der Gesellschaft ist für die hiesigen Wirtschaftskapitäne völlig irrelevant.

    Sollen sie sich doch verpissen:

    https://www.aargauerzeitung.ch/wirts...aben-139155373

    Auch interessant ist, dass S.Schwan, CEO von Roche UND Verwaltungsratspräsident der CS ist.

    Lustig auch die Reaktion, wenn es um die eigenen Köpfe geht (aus dem Artikel):

    ”Wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtet, ist das Fusionsthema bislang nicht konkret mit dem Topmanagement diskutiert worden. Dort sieht man gemäss CH-Media-Recherchen einen Zusammenschluss als chancenlos an. Womöglich auch deshalb, weil ein solcher auf der obersten Führungsstufe viele Jobs mit Spitzenlöhnen überflüssig machen würde.»
    Geändert von Aficionado (15.09.2020 um 10:54 Uhr)

  29. #209
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    Um zum Thema zurückzukommen. Was auffällt btrf. Begrenzungsinitiative: Personen mit Beamtenstatus, Juristen, Personen aus der Sozialwirtschaft, sprechen sich gegen die Initiative aus. Personen in meinem Umfeld, welche extrem dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, sind zumindest äusserst kritisch eingestellt. Woher das wohl kommen mag?

  30. #210
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    Zitat Zitat von Aficionado Beitrag anzeigen
    Um zum Thema zurückzukommen. Was auffällt btrf. Begrenzungsinitiative: Personen mit Beamtenstatus, Juristen, Personen aus der Sozialwirtschaft, sprechen sich gegen die Initiative aus. Personen in meinem Umfeld, welche extrem dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, sind zumindest äusserst kritisch eingestellt. Woher das wohl kommen mag?
    In meinem Umfeld verhält es sich so:

    Die Adler sind dagegen - die Tauben dafür.
    Manche Leute spüren den Regen. Andere werden einfach nur nass. (Bob Marley)

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