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Thema: Corona Virus

  1. #1411
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    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Ein Teil deiner Frage ist in meinem oberen Post beantwortet. Zu dem Teil der dir unklar ist, willkommen im Club. Genau das weiss man nämlich nicht. Das ist die ehrliche Antwort, man muss sehen wie sich die Lage entwickelt. Vielleicht kommt der Impfstoff bald, vieleicht auch nicht. Vielleicht gehen die Fallzahlen runter, vielleicht steigen sie. Das ist das grosse Problem bei einer Pandemie, man kann immer nur reagieren.


    Auch hier, das ist ein Problem das aktuell irgendwie gelöst werden muss (so wie es halt gerade geht) und danach strukturell angegangen werden muss.
    Merci.
    Ist mir alles klar. Und ehrlich gesagt habe ich dieses Social (und jetzt Physical) Distancing schon vorher betrieben, bevor es einen englischen Namen hatte. Ich nannte es einfach "bin gerne alleine" :-) Insofern ist die aktuelle Situation keine grosse Belastung für mich und mit genügend Platz und Möglichkeit von Fern-Arbeit für mich und meine Frau steht auch die Ehe noch nicht vor der grossen Krise.
    Es gibt aber bereits jetzt diverse Personen die psychisch nicht so gut mit der Situation klarkommen.

    Mir fehlt in der aktuellen Diskussion einfach die Sicht über mehr als 2 Wochen raus.

    Wenn z.B. eine Ausgangssperre kommt (bzw. "Bundesrat verhängt DIE Ausgangssperre!" wie fick-dich 20min.ch titeln WüRDE) dann braucht es ein Ziel vor Augen. Es gibt aus diversen Städten/Ländern mit Ausgangssperren bereits Meldungen von Denunziantentum, Polizei welche Ihren Status ausnützt und Bürger drangsaliert, Rassismus usw. Wir sind nicht im geringsten drauf vorbereitet, auch wenn der Kommentar-Pöbel in den online-Medien danach ruft.

  2. #1412
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    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Wenn z.B. eine Ausgangssperre kommt (bzw. "Bundesrat verhängt DIE Ausgangssperre!" wie fick-dich 20min.ch titeln WüRDE) dann braucht es ein Ziel vor Augen. Es gibt aus diversen Städten/Ländern mit Ausgangssperren bereits Meldungen von Denunziantentum, Polizei welche Ihren Status ausnützt und Bürger drangsaliert, Rassismus usw. Wir sind nicht im geringsten drauf vorbereitet, auch wenn der Kommentar-Pöbel in den online-Medien danach ruft.
    Ja, das wird nicht lustig. All die verhinderten Blockwarte und Dorfpolizisten werden am Fenster kleben. Ich frage mich schon wie viele male ich dann erklären muss, dass der Garten um mein Haus rum auch zum Haus gehört.

  3. #1413
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Deine Lösung ist jetzt einfach "Der Bund soll zahlen". So toll ich das Bedingungslose Grundeinkommen finde. Woher kommt das Geld? Für wie lange? Diese Frage ist immer noch offen. Mit welchem Ziel machen wir diese ganze Übung jetzt? Bis die Ansteckung runter gehen? Oder Bis zur Impfung? Bis zum Medikament? Bis zum Sommer? Man kann nicht davon ausgehen, dass man das Virus ausrottet. D.h. ohne echte Lösung des Problems wird es immer wieder von Vorne losgehen.

    Dieser Teil ist mir aktuell wirklich unklar.
    Woher nehmen? Keine Ahnung. Dazu bräuchte es mehr Einblicke in das Finanzmindepartement. Die Idee kam ja bereits auf, nachdem erst 10 Milliarden gesprochen wurden. Hätte man sich schon da für diese Richtung entschieden, wären die restlichen 32 Milliarden anders verwendet worden. Wahrscheinlich liegen in der Mitte von Basel schon Rechenbeispiele zu den geschätzten Kosten rum. Je nach Dauer, müsste der Bund wahrscheinlich nochmal Geld locker machen.
    Der Bund bezahlt ja schon jetzt. Die Kosten sind zwar nur vom Bund verbürgte Darlehen, aber nicht alles wird zurückfliessen. Gehen die Unternehmen zu Grunde, kommt das Geld auch nicht wieder rein und muss abgeschrieben werden. Da die Zeitdauer der Massnahmen unbekannt ist, finde ich diesen Weg riskanter. Das Giralgeld entfernt sich noch weiter von der Realwirtschaft, die aufgewendeten Kosten sind höher und zahlen sich nur aus, wenn die Unternehmen a) überleben und b) die Last nach der Krise abstottern können. Dazu werden sie sparen müssen. Ob das nicht längerfristig zu mehr Arbeitslosen führt? Nicht alle Sektoren werden nach der Krise boomen, die meisten werden mit den Sparkursen und geringerer Risikobereitschaft konfrontiert sein. Ich bin immer noch überzeugt, dass es die Schweiz als Kollektiv günstiger kommt, wenn wir «Pause» drücken.

    Wie lange die Massnahmen dauern werden? Keine Ahnung. Dazu fehlen wichtige Daten. Die Anzahl Immunisierter wäre wichtig. Der serologische Test dazu soll in 1-2 Monaten für die Massen verfügbar sein. Zum anderen kommen erst langsam die Eindrücke zur Wirksamkeit der Massnahmen zum Vorschein, was auch ein wichtiger Faktor zum Abschätzen ist. Wirksamkeit und Verfügbarkeit von Impfstoffen und Medikamenten. Das sind zu viele Faktoren, um eine seriöse Prognose zur Gesamtlage zu machen. Aus genau dem Grund dieser Ungewissheit, bin ich ja für eine Form von Massnahmen, welche den geringsten Schaden über Zeit für die Gesellschaft bedeutet und somit am längsten Aufrecht erhalten werden könnte. China kann zwar wieder Wirtschaft treiben, aber normale Zustände und Lebensumstände sind das keine in China. Obwohl sie Autorität und Überwachung gewohnt sind, sie haben aktuell noch weniger Freiheiten als sonst, bis der Impfstoff oder das Medikament, idealerweise die Kombination verfügbar ist.

    Ich kann mir vorstellen, dass hier die Massnahmen langsam und sukzessive gelockert werden, je nachdem, wie sich die Kurve entwickelt. Die Branche, welche wohl am längsten von veränderten Umständen betroffen sein wird, ist vermutlich die Tourismusindustrie.


    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Fax und zu wenig Testkapazitäten sind nicht antiquiert sondern schlecht vorbereitet. Natürlich bringt es nix sich an diesen Fehlern aufzureiben. Aber woher nimmst du das Vertrauen, dass diejenigen, die im Normalmodus Ihre Arbeit nicht erledigen konnten, im Krisemodus das Richtige tun?
    Der Normalmodus verbirgt vieles. Der Krisenmodus offenbart den wahren Charakter. Ich nehme mein Vertrauen daraus, dass ich mitdenke und ihre Handlungen verstehe. In meinen Augen ergeben sie Sinn. Nicht immer, aber meistens. Weil sie sich nicht von einem Fehler aufhalten lassen, sondern aus dem Verfügbaren schöpfen und handlungsfähig bleiben. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie eine Fehler vertuschen wollen. Eher, dass sie sich daran nerven, dass die Journalisten so lange darauf herumreiten wollen, statt diese Kritik auf die Zeit nach der Krise aufzusparen. Und weil sie auch auf das Vertrauen der Bevölkerung setzen, eingestehen, dass sie ohne uns machtlos sind.

    Vertraust du nur denen, die den Anschein von Fehlerlosigkeit aufrecht halten können?
    Vormals rot|blau

  4. #1414
    Erfahrener Benutzer Avatar von Konter
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    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    - Warum haben wir so viele Fachkräfte aus dem Ausland? (dies nicht als Polemik, sondern als Anprangerung eines Gesundheitssystems mit immer mehr Privatisierung und Kostendruck)
    - Wieso haben die offensichtlich "systemkritischen" Berufe eine so schlechte Bezahlung, während die Hochbezahlten aktuell zuhause sitzen und Däumchen drehen?
    Die teils desolaten Zustände im Gesundheitsbereich werden nun gnadenlos aufgedeckt und es bleibt zu hoffen, dass wir aus dieser Krise die richtigen Lehren ziehen. Der Spardruck der letzten Jahrzehnte (der vor allem von bürgerlicher Seite kommt) setzte der Gesundheitsbranche massiv. Die Spitäler müssen gemäss NPM organisiert werden und "ökonomisch" arbeiten. Das bekam allen voran das Pflegepersonal zu spüren, das sich auch als wie mehr mit administrativen Aufgaben beschäftigen müssen, während dem man gleichzeitig für mehr Patienten zuständig sein musste pro Kopf. Gleichzeitig stagnierten die Löhne. Ich kenne dutzende Menschen die in der Gesundheitsbranche schaffen, von Psychologen über Ärzte zum Pflegepersonal und alle singen das gleiche Lied (und viele davon sind politisch eher bürgerlich).

    Auch Spitalschliessungen hüben wie drüben. Gerade jüngst hat der Kanton St. Gallen ja verkündet, dass sie ihre Spitäler um mehr als die Hälfte reduzieren.

    Das Gesundheitswesen muss unbedingt vor der weiteren Privatisierung geschützt werden. Sonst haben wir in 20-30 Jahren nur noch Privatkliniken mit hochspezialisierten Ärzten. Eine vernünftige Gesundheitspolitik muss massiv öffentliche Gelder in die Hand nehmen.
    Nid füre Lohn, für d'Region

  5. #1415
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Ich hoffe sehr, dass deine Fragen es ein wenig weiter wie das fcbforum.ch schaffen! Wenn wir etwas positives aus dem Ganzen ziehen können, dann wäre es die Werte neu zu ordnen.
    Leider habe ich meine Zweifel.
    Ich bin davon überzeugt. Warum? Weil die Pandemie uns zwingt, das komplexe Durcheinander der Vernetzung zu entwirren und zu verstehen, um richtig zu handeln. Weil wir durch die Pandemie gezwungen sind, unsere Werte zu hinterfragen.
    Vormals rot|blau

  6. #1416
    Erfahrener Benutzer Avatar von Tsunami
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    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Die teils desolaten Zustände im Gesundheitsbereich werden nun gnadenlos aufgedeckt und es bleibt zu hoffen, dass wir aus dieser Krise die richtigen Lehren ziehen. Der Spardruck der letzten Jahrzehnte (der vor allem von bürgerlicher Seite kommt) setzte der Gesundheitsbranche massiv. Die Spitäler müssen gemäss NPM organisiert werden und "ökonomisch" arbeiten. Das bekam allen voran das Pflegepersonal zu spüren, das sich auch als wie mehr mit administrativen Aufgaben beschäftigen müssen, während dem man gleichzeitig für mehr Patienten zuständig sein musste pro Kopf. Gleichzeitig stagnierten die Löhne. Ich kenne dutzende Menschen die in der Gesundheitsbranche schaffen, von Psychologen über Ärzte zum Pflegepersonal und alle singen das gleiche Lied (und viele davon sind politisch eher bürgerlich).

    Auch Spitalschliessungen hüben wie drüben. Gerade jüngst hat der Kanton St. Gallen ja verkündet, dass sie ihre Spitäler um mehr als die Hälfte reduzieren.

    Das Gesundheitswesen muss unbedingt vor der weiteren Privatisierung geschützt werden. Sonst haben wir in 20-30 Jahren nur noch Privatkliniken mit hochspezialisierten Ärzten. Eine vernünftige Gesundheitspolitik muss massiv öffentliche Gelder in die Hand nehmen.
    Es gilt auch hier eine Balance zu finden:
    Man kann nicht einerseits alle Spitalbetten und Äzte/ Pflegepersona abbauen, so dass man immer nahe an einer 100% Auslastung ist. Andererseits kann man nicht zu jeder Zeit die Kapazitäten so hoch fahren, dass das Gesundheitssystem auch für die schlimmsten Krankheits-/Virenausbreitungen gewappnet ist.

    Das wird im Nachgang zu dieser Krise ebenfalls diskutiert werden, wie so viele andere Dinge auch.

  7. #1417
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    @ rhybrugg
    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    … Ich weiss aber zB von Basel, dass man genügend Reagenzien für den selbst validierten Test hat. Das Problem wird vermutlich an anderer Stelle gelegen haben. …
    Du hattest Recht mit deinem Eindruck. Anscheinend waren die Testmöglichkeiten in der restlichen Schweiz doch limitiert. Meldung vom heute 09:14 auf SRF.

    Mangelware Testkits – Basler Unispital bietet Lösung an

    Ich bin davon ausgegangen, dass dieses Wissen um den eigenen Test eigentlich längst bei den anderen Labors angekommen worden wäre, wenn sogar ich über die Medien davon erfahren habe.
    Vormals rot|blau

  8. #1418
    Erfahrener Benutzer Avatar von BloodMagic
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    Also aktuell ist der Leerstand in den Spitälern immer noch so gross, dass wir Patienten aus den Nachbarländern aufnehmen.

  9. #1419
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    Zitat Zitat von Basilius Beitrag anzeigen
    Die Sendung Corona-Krise Spezial, die Telebasel heute abend ausgestrahlt hat, ist unbedingt zu empfehlen.

    https://telebasel.ch/2020/03/23/coro...channel=105100
    yep. danke.

  10. #1420
    Erfahrener Benutzer Avatar von Kurtinator
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    Zitat Zitat von BloodMagic Beitrag anzeigen
    Also aktuell ist der Leerstand in den Spitälern immer noch so gross, dass wir Patienten aus den Nachbarländern aufnehmen.
    Was absolut zu begrüssen ist. Jedes Leben zählt!
    Zitat Zitat von Falcão Beitrag anzeigen
    "Tradition ist nicht die Anbetung von Asche, es ist die Weitergabe des Feuers!"

  11. #1421
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    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Die teils desolaten Zustände im Gesundheitsbereich werden nun gnadenlos aufgedeckt und es bleibt zu hoffen, dass wir aus dieser Krise die richtigen Lehren ziehen. Der Spardruck der letzten Jahrzehnte (der vor allem von bürgerlicher Seite kommt) setzte der Gesundheitsbranche massiv. Die Spitäler müssen gemäss NPM organisiert werden und "ökonomisch" arbeiten. Das bekam allen voran das Pflegepersonal zu spüren, das sich auch als wie mehr mit administrativen Aufgaben beschäftigen müssen, während dem man gleichzeitig für mehr Patienten zuständig sein musste pro Kopf. Gleichzeitig stagnierten die Löhne. Ich kenne dutzende Menschen die in der Gesundheitsbranche schaffen, von Psychologen über Ärzte zum Pflegepersonal und alle singen das gleiche Lied (und viele davon sind politisch eher bürgerlich).

    Auch Spitalschliessungen hüben wie drüben. Gerade jüngst hat der Kanton St. Gallen ja verkündet, dass sie ihre Spitäler um mehr als die Hälfte reduzieren.

    Das Gesundheitswesen muss unbedingt vor der weiteren Privatisierung geschützt werden. Sonst haben wir in 20-30 Jahren nur noch Privatkliniken mit hochspezialisierten Ärzten. Eine vernünftige Gesundheitspolitik muss massiv öffentliche Gelder in die Hand nehmen.
    Damit hast du natürlich völlig Recht. Die Frage ist halt was kann man tun?

    Das Gesundheitssystem ist wahnsinnig teuer und wächst jedes Jahr weiter. Ohne allerdings dass ein Anbieter daraus übermässig Profit zieht.
    Spitäler machen kaum Gewinn, sowieso gehören sie in der Grundversorgung dem Kanton, der auch bei Verlusten einspringt.
    Krankenkassen überbieten sich in der Effizienz gegenseitig.
    Die Medikamentenkosten machen einen Bruchteil der ganzen Kosten aus. Natürlich könnte man hier die Pharmafirmen zu einem Verzicht auf ihre Milliardengewinne zwingen, allerdings wird das an den Gesamtkosten kaum was ändern.
    Ich sehe da wirklich keinen Hebel zum Ansetzen.

    Ich glaube das System ist halt einfach teurer geworden aufgrund Grösse und Qualität. Die Bevölkerungszahl ist gewachsen, dies braucht mehr Kapazität. Unkoordiniertes Wachtstum wieder führt zu viel Ineffizienz, z.B. viele Spezialisten.
    Man kann heute fast alles behandeln, fast alles am Körper ersetzen. Dies kostet. Manchmal halt ein teures Medikament, manchmal ein teurer Spezialist, manchmal ein teures Diagnostikgerät, manchmal halt einfach eine lange Behandlungsdauer. Das kostet einfach.

    Zum Schluss vielleicht doch noch ein Hebel. Den ich immer gerne hervornehme. Das BAG hat mal geschätzt, dass sich die Hälfte der Gesundheitskosten / besser Krankheitskosten mit einem gesunden Lebensstil der Bevölkerung einsparen lasse. Dazu ist Herr und Frau Schweizer dann aber wieder meist nicht bereit.
    Sowieso hat natürlich auch dieser Hebel länger, würden die Kosten für die AHV vermutlich weiter steigen wenn alle gesünder sind...
    Ich lasse mir meine Meinung nicht durch Fakten kaputt machen!

  12. #1422
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von Tsunami Beitrag anzeigen
    Es gilt auch hier eine Balance zu finden:
    Man kann nicht einerseits alle Spitalbetten und Äzte/ Pflegepersona abbauen, so dass man immer nahe an einer 100% Auslastung ist. Andererseits kann man nicht zu jeder Zeit die Kapazitäten so hoch fahren, dass das Gesundheitssystem auch für die schlimmsten Krankheits-/Virenausbreitungen gewappnet ist.

    Das wird im Nachgang zu dieser Krise ebenfalls diskutiert werden, wie so viele andere Dinge auch.
    Die Frage ist doch, was uns die Gesundheit wert ist und wie wir diesen Wert am Besten zum Wohle der Gemeinschaft aufteilen. Ob das Anreizsystem richtig eingestellt ist.

    Wenn man darauf vertraut, dass wirtschaftliches Denken diese Werte definieren soll, sind wir in der aktuellen Lage.

    Die Gesundheitskosten steigen. Zu viele wirtschaftlich rentable Dinge wie Röntgenapparate in fast jeder Dorfpraxis oder bei fast jedem Zahnarzt. Immer teurere Therapien, derzeitiger Gipfel: Gentherapie für 2 Millionen pro Patient. Zwangsmedikamentierte Alte, die gerne darauf verzichten würden. Pharmaunternehmen, welche mehr in Werbung als in Forschung und Entwicklung investieren. Unnötige, aber lukrative Verschreibungen. Mehr Spezialisten.

    Gleichzeitig aber auch ein Spardruck, der an den falschen Stellen ansetzt. Lokale Produktionen werden unrentabel und verschwinden zusehends. Personal muss zu laufend schlechterer Bezahlung, immer mehr Aufgaben erledigen. Für pflegerische Beziehungsarbeit bleibt kein Zeit, weil diese nicht abgerechnet werden kann. Sinnvolle Verschreibungen gehen zurück, weil sonst die Krankenkassen Druck wegen zu viel Verschreibungen machen, ohne dabei die demografischen Unterschiede der Patienten zu berücksichtigen. Weniger Allgemeinmediziner und Hausärzte.

    Unser Gesundheitssystem hat die Aufgabe für unsere Gesundheit zu sorgen.
    Warum wird es besser bezahlt, je mehr Leistungen es erbringen kann?
    Warum wird es nicht besser bezahlt, je gesünder wir sind?
    Geändert von Lällekönig (24.03.2020 um 10:48 Uhr)
    Vormals rot|blau

  13. #1423
    Erfahrener Benutzer Avatar von Pro Sportchef bim FCB
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    Hat sich eigentlich jemand den Pandemieplan vom BAG angesehen?

    Ich bin ein Laie. Finde den Plan an gewissen Punkten sehr umfangreich und praxisorientiert, sprich man kann ihn aus der Schublade herausnehmen und anwenden.

    An anderen Punkten lässt er viel Spielraum bzw. ist einfach zu unkonkret und lässt die Führung deshalb unvorbereitet.

    In gewissen Punkten hat sich die Führung aber einfach nicht an den Plan gehalten. So schreibt er z.B. ein Veranstaltungsverbote über 50 Personen vor (wir sind mit 1'000 gestartet und es gab viele Veranstaltungen die sich auf 900 Personen beschränkt haben) und die Lagerung von Schutzmasken, welche nicht erfüllt worde.

    Dann hat der Plan auch noch einige Mängel, so wird z.B. die Impfung als Hauptbekämpfung der Pandemie bezeichnet und man rechnet mit einer Bereitstellung von Impfstoffen 2-6 Monate nach Pandemieausbruch...

    Zu erwähnen ist noch, dass der Plan Influenza Pandemieplan heisst. Möglicherweise ist er also gar nicht geeignet für andere Viren. Dann wiederum würde der Einleitungssatz des Plans umso besser passen:
    If you fail to plan, you are planning to fail
    Ich lasse mir meine Meinung nicht durch Fakten kaputt machen!

  14. #1424
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    Ich habe mir die Tage noch überlegt, warum man nicht die Risikopatienten isolieren bzw. in den Lockdown setzen kann und den Rest der Bevölkerung nicht, um gleichzeitig Wirtschaft und Leben zu schützen.
    Bzw. ob dies dann der erste Schritt der Lockerung sein wird.

    Watson hat sich diesem Thema heute angenommen:
    https://www.watson.ch/schweiz/wirtsc...e-zu-isolieren
    Ich lasse mir meine Meinung nicht durch Fakten kaputt machen!

  15. #1425
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    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Es gibt aber bereits jetzt diverse Personen die psychisch nicht so gut mit der Situation klarkommen.
    Nun die meisten Menschen haben aktuell das Problem das sie sich mit dem auseinandersetzen müssen was sie am wenigsten gern tun: Mit sich selbst. Es gibt immer Ablenkung, immer ist etwas anderes wichtig. So wie du, bin auch ich gerne alleine oder bei meiner Familie, daher ist für mich die Situation eigentlich unverändert. Ich Arbeit, ich gehe nach Hause, ich gehe wieder Arbeiten. Kein Problem soweit. Corona ist die Zeit, in der asoziale wie ich der Standard sind, irgendwie interessant

    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Die teils desolaten Zustände im Gesundheitsbereich werden nun gnadenlos aufgedeckt und es bleibt zu hoffen, dass wir aus dieser Krise die richtigen Lehren ziehen. Der Spardruck der letzten Jahrzehnte (der vor allem von bürgerlicher Seite kommt) setzte der Gesundheitsbranche massiv. Die Spitäler müssen gemäss NPM organisiert werden und "ökonomisch" arbeiten. Das bekam allen voran das Pflegepersonal zu spüren, das sich auch als wie mehr mit administrativen Aufgaben beschäftigen müssen, während dem man gleichzeitig für mehr Patienten zuständig sein musste pro Kopf. Gleichzeitig stagnierten die Löhne. Ich kenne dutzende Menschen die in der Gesundheitsbranche schaffen, von Psychologen über Ärzte zum Pflegepersonal und alle singen das gleiche Lied (und viele davon sind politisch eher bürgerlich).

    Auch Spitalschliessungen hüben wie drüben. Gerade jüngst hat der Kanton St. Gallen ja verkündet, dass sie ihre Spitäler um mehr als die Hälfte reduzieren.

    Das Gesundheitswesen muss unbedingt vor der weiteren Privatisierung geschützt werden. Sonst haben wir in 20-30 Jahren nur noch Privatkliniken mit hochspezialisierten Ärzten. Eine vernünftige Gesundheitspolitik muss massiv öffentliche Gelder in die Hand nehmen.
    Ich bin selbst bürgerlich, aber ich habe immer angemahnt dass das so nicht gehen kann. Bei uns im BEO ist es dieselbe Diskussion. Da wurden x Spitäler geschlossen. Wir sind an einem Punkt an dem ein Verunfallter in der Lenk gesagt wird, das kein Krankentransport zur Verfügung steht. Das Resultat war ein Privattransport eines Schwerverletzten (Velounfall) ins Spital Zweisimmen. Aber auch dieses Spital stand schon zur Diskussion. Somit wäre Thun oder Spiez/Interlaken das nächstgelegen (das sind erbärmliche 40 Minuten Autofahrt). Auch die Geburtsabteilungen wurden geschlossen, aktuell Gebähren die Frauen in Thun wo aktuell aber auch Corona-Patienten versorgt werden müssten. Diese Zentralisierung ist gefährlich und unbedingt audzuhalten. Schluss mit diesen Privaten Spitälern, es muss eine Planung nach Sicherheit und Gesundheit erstellt werden und diese ist dann zu finanzieren. Alles andere ist ein Witz.
    FC Basel - Rasenmeister 2007

  16. #1426
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    Zitat Zitat von Pro Sportchef bim FCB Beitrag anzeigen
    Ich habe mir die Tage noch überlegt, warum man nicht die Risikopatienten isolieren bzw. in den Lockdown setzen kann und den Rest der Bevölkerung nicht, um gleichzeitig Wirtschaft und Leben zu schützen.
    Bzw. ob dies dann der erste Schritt der Lockerung sein wird.

    Watson hat sich diesem Thema heute angenommen:
    https://www.watson.ch/schweiz/wirtsc...e-zu-isolieren
    In Italien ist ein 22 Jähriger, nicht-Risikopatient an Corona gestorben.
    Nach dem Tod fand man heraus, dass er einen Tumor hatte (und somit wieder zur Risikogruppe gehörte).
    Manchmal weiss man einfach nicht ob man zur Gruppe gehört oder nicht.
    Auch hat niemand am anfang davon geredet, Raucher gehören auch zur Risikogruppe. Mittlerweile werden die Wissenschaftler schlauer und lauter, dass Raucher ebenfalls dem Risiko beiwohnen.
    EMBOLO <3

    Zitat Zitat von LeTinou Beitrag anzeigen
    ... Wenn du 100% vor allem geschützt werden willst kannst du dich gleich nach der Geburt in den Sarg legen und auf dem Tod warten.

  17. #1427
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    Zitat Zitat von LordTamtam Beitrag anzeigen
    In Italien ist ein 22 Jähriger, nicht-Risikopatient an Corona gestorben.
    Nach dem Tod fand man heraus, dass er einen Tumor hatte (und somit wieder zur Risikogruppe gehörte).
    Manchmal weiss man einfach nicht ob man zur Gruppe gehört oder nicht.
    Ich ging bislang eigentlich davon aus, dass Krebspatienten deshalb zur Risikogruppe gehören, weil deren Behandlung das Immunsystem extrem schwächt. Wenn der Tumor also nicht erkannt wurde, sprich nicht behandelt wurde, warum sollte so ein Patient dann der Risikogruppe angehört haben?

  18. #1428
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    Zitat Zitat von Pro Sportchef bim FCB Beitrag anzeigen
    Damit hast du natürlich völlig Recht. Die Frage ist halt was kann man tun?

    Das Gesundheitssystem ist wahnsinnig teuer und wächst jedes Jahr weiter. Ohne allerdings dass ein Anbieter daraus übermässig Profit zieht.
    Spitäler machen kaum Gewinn, sowieso gehören sie in der Grundversorgung dem Kanton, der auch bei Verlusten einspringt.
    Krankenkassen überbieten sich in der Effizienz gegenseitig.
    Die Medikamentenkosten machen einen Bruchteil der ganzen Kosten aus. Natürlich könnte man hier die Pharmafirmen zu einem Verzicht auf ihre Milliardengewinne zwingen, allerdings wird das an den Gesamtkosten kaum was ändern.
    Ich sehe da wirklich keinen Hebel zum Ansetzen.

    Ich glaube das System ist halt einfach teurer geworden aufgrund Grösse und Qualität. Die Bevölkerungszahl ist gewachsen, dies braucht mehr Kapazität. Unkoordiniertes Wachtstum wieder führt zu viel Ineffizienz, z.B. viele Spezialisten.
    Man kann heute fast alles behandeln, fast alles am Körper ersetzen. Dies kostet. Manchmal halt ein teures Medikament, manchmal ein teurer Spezialist, manchmal ein teures Diagnostikgerät, manchmal halt einfach eine lange Behandlungsdauer. Das kostet einfach.

    Zum Schluss vielleicht doch noch ein Hebel. Den ich immer gerne hervornehme. Das BAG hat mal geschätzt, dass sich die Hälfte der Gesundheitskosten / besser Krankheitskosten mit einem gesunden Lebensstil der Bevölkerung einsparen lasse. Dazu ist Herr und Frau Schweizer dann aber wieder meist nicht bereit.
    Sowieso hat natürlich auch dieser Hebel länger, würden die Kosten für die AHV vermutlich weiter steigen wenn alle gesünder sind...
    * Einheitskrankenkasse
    * Löhne von Ärzten kappen
    * Grundversicherung nur in öffentlichen Spitälern
    * Werbung für Gesundheitswesen verbieten
    * Werte neu ordnen (Gesundheit fördern, Bildung, weniger Stress bei der Arbeit)
    * Gesundheitszentren (wie es das in verschiedenen ländlichen Regionen auch schon gibt) anstelle von einzelkämpfer Praxen
    * Anreizsysteme verbessern (aktuell verdient der Arzt/Spital mehr, wenn ich mehr krank bin)
    * Effizienz in den Spitälern steigern (mein letzter Spitalbesuch war ein Musterbeispiel von Leerlauf. Das hat mich und das Spital und somit die Allgemeinheit gekostet). Damit meine ich aber nicht Ernst&Young oder McKinsey holen. Sondern aufs Personal hören.
    * Mehr Zeit für die Patienten anbieten (tönt Paradox. Wäre aber für das Personal und die Patienten besser)

    Das System ist kaputt und wird früher oder später kollabieren. Schon jetzt sind KK bei den grössten Schuldnern von Herr und Frau Schweizer. Nebst Steuern.

  19. #1429
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    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Du hast natürlich Recht und man muss genau dass tun was du nicht möchtest: Man muss es gegeneinander stellen. Es ist eine Güterabwägung, wie lange hält die Wirtschaft die getroffenen Massnahmen aus. Das genau ist das "piece de résistance" und hier gilt es einen guten Mittelweg zu finden.

    Um ehrlich zu sein, sind die getroffenen Massnahmen wohl kaum einzig zum Schutz der Risikogruppen zu verstehen. Wäre das der Fall, ware der aktuelle Ausnahmezustand der Standardfall, da die Risikogruppen immer gefärdet sind und daher immer eines zusätzlichen Schutzes bedürfen.
    Es gibt sehr wohl Schutzmassnahmen gegen die saisonale Grippe, nur werden diese von der Bevölkerung halt nicht wahrgenommen. Ein besonders schönes Beispiel in unserer Region ist der alljährliche Abendverkauf zur Weihnachtszeit im Einkaufszentrum Coop Ryfllihof in der Stadt Bern, der exklusiv für Senioren und Menschen mit Behinderung ist. Erstaunt bzw. enttäuscht bin ich, dass noch kein Grossverteiler wegen dem Coronovirus exklusive Einkaufszeiten für Risikogruppen eingeführt hat. Es ist ja leider nicht umsetzbar, Kindern unter 10 Jahren den Zutritt ins Coop bzw. in die Migros zu verbieten. Und so rennen auch weiterhin kleine Kinder munter durch den Einkaufsladen oder fahren dort sogar mit dem Trottinett herum.

  20. #1430
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    Zitat Zitat von LordTamtam Beitrag anzeigen
    In Italien ist ein 22 Jähriger, nicht-Risikopatient an Corona gestorben.
    Nach dem Tod fand man heraus, dass er einen Tumor hatte (und somit wieder zur Risikogruppe gehörte).
    Manchmal weiss man einfach nicht ob man zur Gruppe gehört oder nicht.
    Auch hat niemand am anfang davon geredet, Raucher gehören auch zur Risikogruppe. Mittlerweile werden die Wissenschaftler schlauer und lauter, dass Raucher ebenfalls dem Risiko beiwohnen.
    Natürlich gute Gründe, nicht nur die offensichtlichen Risikopatienten zu Hause zu behalten. Wie gesagt, ich sehe für alle Optionen Gründe.

    Andererheits haben die Spitäler ja Kapazität um die versteckten Risikopatienten zu behandeln.

    Fürs erste ist "sicher ist sicher" wohl schon besser. Die Frage ist wie lange.
    Ich lasse mir meine Meinung nicht durch Fakten kaputt machen!

  21. #1431
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    Zitat Zitat von Pro Sportchef bim FCB Beitrag anzeigen
    Ich habe mir die Tage noch überlegt, warum man nicht die Risikopatienten isolieren bzw. in den Lockdown setzen kann und den Rest der Bevölkerung nicht, um gleichzeitig Wirtschaft und Leben zu schützen.
    Bzw. ob dies dann der erste Schritt der Lockerung sein wird.

    Watson hat sich diesem Thema heute angenommen:
    https://www.watson.ch/schweiz/wirtsc...e-zu-isolieren
    Fuck, jetzt habe ich noch eine Ähnliche Meinung wie Köppel zu dem Thema. Das ist besorgniserregend :-)


    Es gibt auch die Überlegung die Kinder wieder in die Schule zu schicken. Nach dem was man bis jetzt weiss, sind eher nicht anfällig für schwere erkrankung. Sie stecken auch weniger Erwachsene an als Erwachsene selbst.

    Nebenbei ist es ein Scherz, dass ich mich nicht testen lassen kann. Hatte mal ein paar Symptome, aber sehr schwach.
    Evtl. hatte ich das Viech schon und bin nun (teilweise) Immun? Das würde viele Möglichkeiten eröffnen. Ich könnte vorübergehend in einem Systemrelevanten Bereich aushelfen oder so.

  22. #1432
    Erfahrener Benutzer Avatar von BloodMagic
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    Zitat Zitat von Fulehung Beitrag anzeigen
    Es gibt sehr wohl Schutzmassnahmen gegen die saisonale Grippe, nur werden diese von der Bevölkerung halt nicht wahrgenommen. Ein besonders schönes Beispiel in unserer Region ist der alljährliche Abendverkauf zur Weihnachtszeit im Einkaufszentrum Coop Ryfllihof in der Stadt Bern, der exklusiv für Senioren und Menschen mit Behinderung ist. Erstaunt bzw. enttäuscht bin ich, dass noch kein Grossverteiler wegen dem Coronovirus exklusive Einkaufszeiten für Risikogruppen eingeführt hat. Es ist ja leider nicht umsetzbar, Kindern unter 10 Jahren den Zutritt ins Coop bzw. in die Migros zu verbieten. Und so rennen auch weiterhin kleine Kinder munter durch den Einkaufsladen oder fahren dort sogar mit dem Trottinett herum.
    Fraglich - Risikogruppen sind ja auch die welche es am meisten übertragen. Scheinbar übertragen es kleine Kinder ja auch kaum - nur wenn man richtig daran erkrankt ist gibt man es auch weiter. Darum verstehe ich nicht wieso sich die Risikogruppen gegenseitig anstecken sollten. Kommt dazu, dass sich gerade eben die nicht an die abstandsregeln und an die hygiene Massnahmen halten. Also ich glaube das wäre richtig dumm...

  23. #1433
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    Zitat Zitat von Pro Sportchef bim FCB Beitrag anzeigen
    Hat sich eigentlich jemand den Pandemieplan vom BAG angesehen?

    Ich bin ein Laie. Finde den Plan an gewissen Punkten sehr umfangreich und praxisorientiert, sprich man kann ihn aus der Schublade herausnehmen und anwenden.

    An anderen Punkten lässt er viel Spielraum bzw. ist einfach zu unkonkret und lässt die Führung deshalb unvorbereitet.

    In gewissen Punkten hat sich die Führung aber einfach nicht an den Plan gehalten. So schreibt er z.B. ein Veranstaltungsverbote über 50 Personen vor (wir sind mit 1'000 gestartet und es gab viele Veranstaltungen die sich auf 900 Personen beschränkt haben) und die Lagerung von Schutzmasken, welche nicht erfüllt worde.

    Dann hat der Plan auch noch einige Mängel, so wird z.B. die Impfung als Hauptbekämpfung der Pandemie bezeichnet und man rechnet mit einer Bereitstellung von Impfstoffen 2-6 Monate nach Pandemieausbruch...

    Zu erwähnen ist noch, dass der Plan Influenza Pandemieplan heisst. Möglicherweise ist er also gar nicht geeignet für andere Viren. Dann wiederum würde der Einleitungssatz des Plans umso besser passen:
    If you fail to plan, you are planning to fail
    Kommt drauf an, was man plant. Man kann seinen Plan spezifisch halten, dass man damit zwangsläufig scheitern wird. Man kann seinen Plan aber auch so offen halten, dass er immer zur Anwendung kommen kann.

    Influenza-Impfstoffe lassen sich kurzfristiger herstellen, weil die Anlagen für die Vervielfältigung bereit stehen und schnell umgerüstet werden können. Biochemische Wirkstoffe werden sehr unterschiedlich produziert und nicht bloss durch Maschinen. Einige lassen sich in Hühnereiern vervielfältigen, andere nicht. Man kann nicht für jede Art eine Massenproduktion brach liegen haben oder genügend schnell umrüsten.

    Befolgst du nun blind den Plan, obwohl er auf ein 2-6 Monate Szenario ausgelegt ist? Oder passt du ihn an, damit er auch einem 12-18 Monate (das waren die anfänglichen Schätzungen der Experten) gerecht wird? Holst du nicht tiefer Luft, wenn du weisst, dass du eventuell dreimal länger abtauchen musst?

    Für wieviele fixfertige Szenarien hast du einen Plan in der Schublade? Wenn jetzt etwas leicht anders kommt oder es eine Überschneidung gibt? Aktuelles Erbeben plus Pandemie in Zagreb. Nach draussen rennen und sich in Gruppen versammeln oder eben nicht in Gruppen versammeln und Abstand halten? Oder gibt es dafür auch eine Eventualität? Am Schluss wird man immer auf den gesunden Menschenverstand angewiesen sein.

    Ich schätze die Erfahrung der asiatischen Länder wie Südkorea, Japan, Taiwan usw. mit Krisen wie Tsunamis, Erbeben, Fukushima, Bedrohung von China oder Nordkorea, etc. als sehr wertvoll. Weil dadurch Kommunikations- und Informationssysteme für die Bevölkerung installiert wurden und die Bevölkerung sich daran hält, ihr Verhalten rasch anpassen kann. Weil die unterschiedlichen Katastrophen gezeigt haben, was immer hilft und was nur spezifisch hilft.


    Meine Art der Planung
    Planung muss den Fokus auf die eigenen Möglichkeiten auslegen. Wie mobilisieren, wie kommunizieren, wie delegieren, wie kontrollieren, wie überprüfen, etc. Diese Dinge sind in jedem Szenario von Nutzen. Hier besteht meiner Meinnung nach der grösste Nachholbedarf.
    Planung sollte auch Dinge beinhalten, welche die Möglichkeiten erweitern. Erweiterte Befugnisse (EpG). Variabel einsetzbare Strukturen (zB. Armee). Sinnvolle, weil universell einsetzbare Vorräte (da gehörten beispielsweise die Masken rein). Etc. Dies Dinge sind multifunktional und können sich an Szenarien anpassen.
    Planung sollte sich nicht zu fest auf spezifische Szenarien einschiessen, weil dadurch spezifische Lösungen auf Vorrat gehalten werden, welche im ausserspezifischen Fall nicht zur Anwendung kommen können. Abgelaufene Tamiflu Vorräte oder einen spezifischen Influenza-Pandemieplan gehören meiner Meinung nach in diese Kategorie. Ich würde auf jeden Fall überprüfen, was bei spezifischen Fällen für Bedürfnisse auftauchen könnten, aber diese Bedürfnisse sollten möglichst universeller, als spezifischer abgedeckt werden können.

    Eine Planung, welche in einer Anleitung endet, halte ich für zum Scheitern verurteilt. Weil man beim Befolgen einer Anleitung entweder den eigenen Kopf ausschaltet oder sich situativ regelmässig der Anleitung widersetzt.
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  24. #1434
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    Zitat Zitat von Pro Sportchef bim FCB Beitrag anzeigen
    Ich habe mir die Tage noch überlegt, warum man nicht die Risikopatienten isolieren bzw. in den Lockdown setzen kann und den Rest der Bevölkerung nicht, um gleichzeitig Wirtschaft und Leben zu schützen.
    Du bist bereit die Freiheit anderer für das Wohl der Gesellschaft zu opfern, dass finde ich äusserst selbstlos von dir.
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  25. #1435
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    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    * Einheitskrankenkasse
    Hach, dieses Thema wieder, zum 27. Mal. Studien und Zahlen besagen, dass dies kaum etwas bringen wird. Punkt. Kann man das nicht mal belassen?

    * Löhne von Ärzten kappen
    Verliert man damit nicht Qualität? Weil Ärzte ins Ausland / zu Privaten abwandern? Bzw. gar nicht erst kommen?

    * Grundversicherung nur in öffentlichen Spitälern
    Grundsätzlich einverstanden. Nur, inwiefern unterscheidet sich das öffentliche Spital, wenn es dem Kanton gehört und dieser einen Gewinn vorschreibt?

    * Werbung für Gesundheitswesen verbieten
    Ist das für die Grundversicherung nicht schon so?

    * Werte neu ordnen (Gesundheit fördern, Bildung, weniger Stress bei der Arbeit)
    Absolut, siehe dazu mein vorherigen Kommentar bezüglich gesunden Lebensstil.

    * Gesundheitszentren (wie es das in verschiedenen ländlichen Regionen auch schon gibt) anstelle von einzelkämpfer Praxen
    Total einverstanden.

    * Anreizsysteme verbessern (aktuell verdient der Arzt/Spital mehr, wenn ich mehr krank bin)
    Das ist ein schwieriger Punkt. Irgendwoher gibt es doch das Zitat, dass man in einer anderen Kultur den Arzt bezahlt um gesund zu bleiben. Wir bezahlen den Arzt wenn wir krank sind.
    Etwas anderes ist halt der "Wettbewerb" zwischen Spital und Krankenkasse. Nach einer Behandlung versucht das Spital den Patienten so "krank" wie möglich zu kategorisieren, die Krankenkasse das Umgekehrte. Ich denke das wird sich also aufheben und somit werden hier nur ein paar wenige Milliönchen verlocht.

    * Effizienz in den Spitälern steigern (mein letzter Spitalbesuch war ein Musterbeispiel von Leerlauf. Das hat mich und das Spital und somit die Allgemeinheit gekostet). Damit meine ich aber nicht Ernst&Young oder McKinsey holen. Sondern aufs Personal hören.
    * Mehr Zeit für die Patienten anbieten (tönt Paradox. Wäre aber für das Personal und die Patienten besser)
    ABSOLUT!!! Das wird allerdings NIE passieren. Spital ist Hierarchie und Königreichtum, ganz übel. Das Personal ist zum Arbeiten nach Schema X da. Habe die letzten Jahre meine Erfahrungen als Arbeitnehmer im Spital gemacht. Vielleicht wird dies in 20-40 Jahren ändern. Stand jetzt ist dies eine Illusion. Zumindest die Umsetzung davon.

    Das System ist kaputt und wird früher oder später kollabieren. Schon jetzt sind KK bei den grössten Schuldnern von Herr und Frau Schweizer. Nebst Steuern.
    Einverstanden. Aber wo ansetzen? Bei Kosten von 70 Milliarden nützt es nichts, wenn Berset wieder mal frohmutig verkündet, man konnte die Medikamentenpreise senken und spart 300 Millionen. Und meint damit sei seine Arbeit gut erledigt. Wobei auch er natürlich kein System ändern kann, fair enough.
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  26. #1436
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Du bist bereit die Freiheit anderer für das Wohl der Gesellschaft zu opfern, dass finde ich äusserst selbstlos von dir.
    Nunja, die Freiheit anderer zu opfern für das Wohl der anderen. In erster Linie. So wäre das korrekt.

    Im Moment ist es ja genau wie du schreibst. Die Freiheit/Existenz nicht direkt Betroffener (z.B. junger KMU Besitzer) wird geopfert für das Wohl der Gesellschaft. Kann man so machen (mittlerweile keine Ahnung mehr, wo meine persönliche Meinung ist), man muss sich aber der Konsequenzen bewusst sein)
    Ich lasse mir meine Meinung nicht durch Fakten kaputt machen!

  27. #1437
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    Zitat Zitat von BloodMagic Beitrag anzeigen
    Fraglich - Risikogruppen sind ja auch die welche es am meisten übertragen. Scheinbar übertragen es kleine Kinder ja auch kaum - nur wenn man richtig daran erkrankt ist gibt man es auch weiter. Darum verstehe ich nicht wieso sich die Risikogruppen gegenseitig anstecken sollten. Kommt dazu, dass sich gerade eben die nicht an die abstandsregeln und an die hygiene Massnahmen halten. Also ich glaube das wäre richtig dumm...
    Wie kommst du zu diesen Aussagen? Tatsache ist doch, dass ein Grossteil der frühen Fälle in Schulen und Universitäten festgestellt wurden und nicht in Behindertenwerkstätten oder Altersheimen. Leute mit Vorerkrankungen wissen zudem seit Jahren, wie wichtig die richtige Hygiene für ihre Gesundheit ist. Kinder und Jugendliche haben dafür Null Gespür. Und ja, noch vor zehn Tagen habe ich (ergebnislos) Diskussionen mit Kindern und Jugendlichen geführt, dass sie doch die 2 Meter Abstand zu mir einhalten sollten. Selbst heute ist eine junge Velofahrerin auf dem Trottoir in knappem Abstand an mir als Fussgänger vorbeigefahren obwohl die Strasse daneben leer war.

  28. #1438
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    Die 95-jährige Alma Clara Corsini aus der Region Modena konnte nach gut zwei Wochen das Spital geheilt verlassen.

  29. #1439
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    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    * Einheitskrankenkasse
    * Löhne von Ärzten kappen
    * Grundversicherung nur in öffentlichen Spitälern
    * Werbung für Gesundheitswesen verbieten
    * Werte neu ordnen (Gesundheit fördern, Bildung, weniger Stress bei der Arbeit)
    * Gesundheitszentren (wie es das in verschiedenen ländlichen Regionen auch schon gibt) anstelle von einzelkämpfer Praxen
    * Anreizsysteme verbessern (aktuell verdient der Arzt/Spital mehr, wenn ich mehr krank bin)
    * Effizienz in den Spitälern steigern (mein letzter Spitalbesuch war ein Musterbeispiel von Leerlauf. Das hat mich und das Spital und somit die Allgemeinheit gekostet). Damit meine ich aber nicht Ernst&Young oder McKinsey holen. Sondern aufs Personal hören.
    * Mehr Zeit für die Patienten anbieten (tönt Paradox. Wäre aber für das Personal und die Patienten besser)

    Das System ist kaputt und wird früher oder später kollabieren. Schon jetzt sind KK bei den grössten Schuldnern von Herr und Frau Schweizer. Nebst Steuern.
    Deine Ansätze gefallen mir. Ich habe schon für einen Verband der Kassen und für einen der Ärzten gearbeitet und bin zu ähnlichen Schlüssen gekommen. Gute Absichten sind von beiden Seiten vorhanden. Leider wird das Handeln vom Wettbewerb um Geld bestimmt, statt von den guten Absichten.


    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Fuck, jetzt habe ich noch eine Ähnliche Meinung wie Köppel zu dem Thema. Das ist besorgniserregend :-)
    Das ist es in der Tat.

    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Es gibt auch die Überlegung die Kinder wieder in die Schule zu schicken. Nach dem was man bis jetzt weiss, sind eher nicht anfällig für schwere erkrankung. Sie stecken auch weniger Erwachsene an als Erwachsene selbst.

    Nebenbei ist es ein Scherz, dass ich mich nicht testen lassen kann. Hatte mal ein paar Symptome, aber sehr schwach.
    Evtl. hatte ich das Viech schon und bin nun (teilweise) Immun? Das würde viele Möglichkeiten eröffnen. Ich könnte vorübergehend in einem Systemrelevanten Bereich aushelfen oder so.
    Es gibt bereits breit verfügbare Lateral Flow Tests (ähnlich wie ein Schwangerschaftstest) zum Nachweis von Antikörpern. Diese sind aber zu wenig genau, d.h. sie könnten auch negativ zeigen, obwohl man bereits Antikörper hat. Meines Wissens, würde aber der umgekehrte Fall nicht eintreten. Aber da weiss vielleicht jemand anderes mehr dazu.

    Wenn meine Annahme stimmt, verstehe ich nicht, wieso man die Zeit bis zum serologischen Test nicht mit diesen bereits verfügbaren Tests überbrückt? So würde man zwar nicht alle Immunisierten finden, aber zumindest schneller einen Teil davon, welche in systemrelevanten Bereichen aushelfen könnten. Mir ist schon bewusst, dass die genaue Anzahl Immunisierter relevant wäre, um den Grad der Herdenimmunität einschätzen zu können. Aber wenn diese erst in 1-2 Monaten verfügbar sind, ist das halt so. Der Abtausch von Personal an systemrelevanten und exponierten Stellen wäre wichtig. Ich würde ohne zögern einen Teil meiner Zeit opfern, um Regale im Coop oder Migros auffüllen helfen oder Abstriche von zu Testenden nehmen.
    Vormals rot|blau

  30. #1440
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Deine Ansätze gefallen mir. Ich habe schon für einen Verband der Kassen und für einen der Ärzten gearbeitet und bin zu ähnlichen Schlüssen gekommen. Gute Absichten sind von beiden Seiten vorhanden. Leider wird das Handeln vom Wettbewerb um Geld bestimmt, statt von den guten Absichten.



    Das ist es in der Tat.


    Es gibt bereits breit verfügbare Lateral Flow Tests (ähnlich wie ein Schwangerschaftstest) zum Nachweis von Antikörpern. Diese sind aber zu wenig genau, d.h. sie könnten auch negativ zeigen, obwohl man bereits Antikörper hat. Meines Wissens, würde aber der umgekehrte Fall nicht eintreten. Aber da weiss vielleicht jemand anderes mehr dazu.

    Wenn meine Annahme stimmt, verstehe ich nicht, wieso man die Zeit bis zum serologischen Test nicht mit diesen bereits verfügbaren Tests überbrückt? So würde man zwar nicht alle Immunisierten finden, aber zumindest schneller einen Teil davon, welche in systemrelevanten Bereichen aushelfen könnten. Mir ist schon bewusst, dass die genaue Anzahl Immunisierter relevant wäre, um den Grad der Herdenimmunität einschätzen zu können. Aber wenn diese erst in 1-2 Monaten verfügbar sind, ist das halt so. Der Abtausch von Personal an systemrelevanten und exponierten Stellen wäre wichtig. Ich würde ohne zögern einen Teil meiner Zeit opfern, um Regale im Coop oder Migros auffüllen helfen oder Abstriche von zu Testenden nehmen.
    Wenn der Test nur "false negatives" anzeigt, dann ist das ja kein Problem für die Gesammtheit. Einfach für den Einzelnen, der eigentlich immun wäre, es aber nicht weiss wäre es unbequem, da er sich weiterhin isoliert.
    Aber wenn die Tests breit verfügbar wären, dann könnte man einfach einmal pro Woche einen machen und gut ist.
    Der umgekehrte Fall wäre gefährlich.

    Und das mit "gute Absichten" vs. "Geld/Wirtschaft": unser System funktioniert so, dass die Wirtschaft immer die Oberhand behält. Sobald man mit verlust von Arbeitsplätzen droht, gewinnt man Abstimmungen. Lobbyisten der Wirtschaftsverbände beackern die Politik mit viel Geld.
    Vielleicht führt die aktuelle Situation zu einem umdenken. Wie gesagt: ich zweifle dran.

    Ich hoffe auch, dass man beim Militär jetzt evtl. die prioritäten etwas anders setzt. Ich bezweifle, dass man die währen Gefahren dieses Jahrtausends mit einem Flugzeug bekämpfen kann.

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