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Thema: Corona Virus

  1. #991
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von Taratonga Beitrag anzeigen
    Interessant die Anfänge dieses Threads zu lesen...
    Ja. Da sind diverse Wandlungen festzustellen. Ich habe zu Beginn vor allem die Widersprüche aus medialer Kommunikation, Kommunikation der Regierung und Massnahmen wahrgenommen.

    Aus dem anfänglichen «Wir müssen unsere Gesundheit schützen», habe ich die Informationen danach gefiltert, wie COVID-19 mich selbst bedroht. Mein Schluss war, dass es mich und einen Grossteil der Bevölkerung kaum schwer bedroht.

    Danach wandelte die Kommunikation zu «Wir müssen die Alten und Risikogruppen schützen». Als ich die Massnahmen anschaute, sah ich, dass es effizientere Varianten dazu gäbe.

    Erst als die Kommunikation zu «Wir müssen unser Gesundheitssystem schützen» wechselte, verstand ich, was auf dem Spiel steht. Daher habe ich ja die Widersprüche von Kommunikation und Massnahme so stark kritisiert. Weil viel wertvolle Zeit verloren ging, das Ausmass dieser Pandemie zu verstehen. Wenn das Gesundheitssystem kollabiert, geht Vertrauen in unsere Institutionen verloren. Das könnte (muss nicht) verheerende Folgen für die Gesellschaft haben. Dies gilt es zu verhindern.
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  2. #992
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mundharmonika
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    Ich möchte hier einmal eine Lanze für User ayrton_michael_legends brechen. Für viele hier drin gilt er als Panikmacher, weil er das Gefühl hat, dass immer noch nicht genug gemacht wird. Ich glaube nicht, dass er damit diejenigen meint, die sich im Moment in den Spitälern den Arsch aufreissen und rund um die Uhr arbeiten, um diesen Virus und den damit verbunden Ansturm in den Griff zu kriegen, sondern er meint damit die Behörden.

    Ich teile in vielen Punkten seine Meinung, aber offenbar ist es zurzeit nicht en vogue, Entscheidungen unserer Regierung in Frage zu stellen, sonst wird man gleich einmal als Miesepeter abgestempelt. Im Moment sind Lobhudeleien angebracht. Ich bin trotzdem gleicher Meinung wie ayrton_michael_legends und meine, dass gewisse Massnahmen einfach zu spät verkündet wurden, dies auch, weil man auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung zählte. Aber was am Montag verkündet wurde, hätte man bereits am letzten Freitag verkünden können oder sogar müssen und vermutlich wird man in den nächsten Tagen auch noch eine Art Ausgangssperre anordnen, weil sich die Leute sonst einfach nicht daran halten, eine Massnahme, die man ebenfalls schon am Montag resp. eben schon am letzten Freitag hätte verkünden müssen.

    Und dass ein Land wie die Schweiz, wo einige der wichtigsten Pharma-Unternehmen der Welt zuhause sind, nicht genügend Schutzmasken zur Verfügung hat und nur eine beschränkte Anzahl Corona-Tests pro Tag durchführen kann, sollte man schon hinterfragen dürfen, ohne dass man gerade als Landesverräter angesehen wird.

    Es gibt aber durchaus auch erwähnenswerte positive Punkte wie z.B. die Informationspolitik der Regierung. Die Bundesräte und das BAG verstecken sich nicht, informieren fast täglich, stehen für Fragen Red und Antwort und übernehmen Verantwortung. Das muss man ihnen auf jeden Fall hoch anrechnen. Auch ihr unermüdlicher Einsatz während dieser Corona-Krise und das rasche und für Schweizer Verhältnisse unkomplizierte Handeln bei Beschlüssen, die KMUs und die arbeitende Bevölkerung unterstützen und schützen sollen. Ich bin zwar nicht immer einverstanden, mit dem was Daniel Koch vom BAG beschliesst oder sagt, aber auch ihn muss man für seinen Einsatz loben und dass er selbst bei unangenehmen Fragen der Presse nicht seine Contenance verliert und immer den Anstand und die Ruhe bewahrt.
    Geändert von Mundharmonika (19.03.2020 um 01:47 Uhr)

  3. #993
    Erfahrener Benutzer Avatar von Fredy H.
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    Zitat Zitat von andreas Beitrag anzeigen
    E Bereits heute gibt es in Mulhouse die Triage (alle über 70 werden nicht
    mehr behandelt und dürfen selber schauen).
    Hast du dafür eine Quelle, dass ü70 abgewiesen werden?
    Nur ich bleibe - wie Unkraut. Ich und Scott Chipperfield (VS 2011)

  4. #994
    Erfahrener Benutzer Avatar von Käppelijoch
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    Zitat Zitat von Mundharmonika Beitrag anzeigen
    Und dass ein Land wie die Schweiz, wo einige der wichtigsten Pharma-Unternehmen der Welt zuhause sind, nicht genügend Schutzmasken zur Verfügung hat und nur eine beschränkte Anzahl Corona-Tests pro Tag durchführen kann, sollte man schon hinterfragen dürfen, ohne dass man gerade als Landesverräter angesehen wird.
    Naja, da sind wir teilweise selber Schuld. Es hat sich eingebürgert, dass man die Gesundheitskosten einseitig über die Medikamentenpreise versucht zu senken. Das geht bis zu einem gewissen Grad gut, irgendwann nicht mehr. Und diesen Punkt haben wir längstens überschritten.

    Was ich meine:
    - Die Medikamente machen an den gestiegenen Gesundheitskosten einen einstelligen Prozentbereich aus.
    - Beispiele:
    20 Tabletten Paracetamol 500mg der Firma Mepha kosten CHF 2.40. Dafalgan 16 Tabletten CHF 2.45. Ein lächerlicher Preis. Vor 8 Jahren lag er noch bei CHF 3.-!
    So senkte das BAG immer mehr Preise. Und das teilweise mit krassen Folgen:
    -> Weitere Verlagerung der Hwerstellungsprozesse in Billigstlohnländern.
    -> Aufgabe der Herstelung der Grundwirkstoffe, v.a. bei Antibiotika. Folge: Herstellungsmonopole einzelner Firmen in China und Indien. Fällt jedoch ort die Fabrik zusammen etc. dann gibt es einen weltweiten Lieferengpass
    -> Medikamente gehen in der Schweiz ausser Handel, weil der vom BAG verordnete Preis knapp die Produktionskosten deckt. Krass war der Fall des Kinderantibiotikums-Sirup Nopil, welcher nur noch die Firma Mepha anbot. Das BAG senkte den Preis auf ziemlich genau die Produktionskosten, Mepha zog de Sirup daraufhin aus dem Handel, da sich die Herstellung nicht mehr rentierte. Während einem Jahr musste man entweder für die KInder Alternativen suchen oder das Zeugs halblegal aus dem Ausland importieren, zum doppelten Preis natürlich, wie VOR der Preissenkung. Erst nach dem Einlenken seitens des BAGs und einem doppelt so hohen Preis wie vor der Preissenkung, führte Mepha den Sirup wieder ins Sortiment ein für die Schweiz.

    Klar, man kann an der Kostenschraube mittels v.a. Senkungen bei den Medikamentenpreisen und Preise für Hilfsmittel wie Masken etc. beliebig runterdrehen. Nur die Folgen, deren müssen wir uns bewusst sein und diese erleben wir nun hautnah.

    Auch noch interessant: https://www.nzz.ch/visuals/coronavir...ist-ld.1546758
    Heusler.

    Alla sätt är bra utom de dåliga.

    "Zürich ist doppelt so gross wie der Wiener Zentralfriedhof - aber nur halb so lustig."

  5. #995
    Erfahrener Benutzer Avatar von Zuffi
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    Zitat Zitat von Zuffi Beitrag anzeigen
    Aber wird haben doch Events sehr früh abgesagt und auch andere Massnahmen frühzeitiger ergriffen als Italien die Chance hatte. Sollte das nicht ein Vorteil sein?

    Ausserdem sind die Todeszahlen in der Schweiz (ohne Tessin) und Deutschland noch sehr gering. Warum? Spanien und Frankreich haben da Italien viel schneller aufgeholt. Warum?
    Bitte diese Fragen beantworten. Hat niemand mehr die Hoffnung, dass wir nicht auf italienische Verhältnisse zusteuern?

  6. #996
    Erfahrener Benutzer Avatar von Heavy
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    Zitat Zitat von ayrton_michael_legends Beitrag anzeigen
    genau aus diesem grund ist es so wichtig, dass:

    a) sich alle älteren menschen endlich bewusst werden, wie gefährlich es für sie ist angesteckt zu werden und tägliche plausch einkäufe, gemütliches beisammensein ohne abstand draussen etc. per sofort einstellen.

    b) sich auch sekundäre risikogruppen (30-65/einfache vorerkrankungen/blutdruck/übergewicht/raucher) möglichst wenigen möglichkeiten zur ansteckung aussetzen, weil diese dann im fall einer triage den älteren schweren fällen den sauerstoff wegnehmen und somit die todesrate noch mehr ansteigt.

    Mir fiel auf, dass sich gestern vorwiegend alte Leute und sagen wir mal... eher die untere Bildungsschicht auf den Strassen bewegt haben.
    Ich meine damit nicht vor dem Altersheim alleine eine kurze Runde drehen, sondern geselliges Beisammensein und schwätzchen halten. Nicht wenige Familienclans 0 bis 100 waren gemeinsam unterwegs.

    Manchmal komm ich mir dann echt doof vor, Kundenkontakt minimieren, alles Hochsteril, alleine unterwegs etc. etc. und dann das.
    Auch dass die Polizei die Nutten im Stundentakt heimschickt im Minderen deutet für mich darauf hin, dass es ohne Ausgangssperre ncih geht, oder allenfalls ewigs lang andauern wird.

    Ich war jedenfalls schockiert, wieviele Leute farlässig unterwegs sind und sich dem Ernst der Lange nicht bewusst sind.

  7. #997
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    Was wir auch bedenken sollten: Wie gehen wir mit den Medikamentenvertriebskanäle um? Wenn man v.a. auf Versandapotheken und Auslandsapotheken setzt, muss man sich bewusst sein, dass dafür Apotheken schliessen werden. Und mit jeder geschlossenen Apotheke geht ein Labor verloren, welches im Notfall viele Medikamente selbst herstellen kann. Eine Onlineapotheke kann dies nicht und tut es auch nicht. Und ins Ausland kann man nicht, weil die Grenzen dicht. Und in einer Arztpraxis fehlt das Wissen und die Einrichtungen, um solche Herstellungen zu machen. Wir sollten uns diese Gedanken schon auch machen in der ganzen Situation.
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  8. #998
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    Zitat Zitat von Zuffi Beitrag anzeigen
    Aber wird haben doch Events sehr früh abgesagt und auch andere Massnahmen frühzeitiger ergriffen als Italien die Chance hatte. Sollte das nicht ein Vorteil sein?
    Ausserdem sind die Todeszahlen in der Schweiz (ohne Tessin) und Deutschland noch sehr gering. Warum? Spanien und Frankreich haben da Italien viel schneller aufgeholt. Warum?
    Die Massnahmen von heute sind die Resultate von Morgen. Erkrankungen von heute liegen in 7-10 Tagen in unseren Spitälern. Zusätzlich gilt es, nicht flächendeckend auf Corona zu testen sondern diese Tests den Risikogruppen bereit zu stellen.

    Und so sind die aktuellen Erkrankungzahlen aller Länder einfach mal Zahlen. Im diese korrekt zu interpretieren müsste man z.B. wissen wie viele Prozent der Bevölkerung als Risikopatienten gelten und wie viele davon getestet, geheilt oder bereits Tod sind. Das ist kaum zu bewältigen. Uns so bleibt es dabei, die Ansteckungskurve flach zu halten. Im Endeffekt werden 2/3 der Bevölkerung am Virus erkrankt gewesen sein. Ein Prozentsatz davon wird akute Probleme haben und Intensivpflege benötigen. Diese Fallzahlen gilt es über einen zeitlich möglichst langen Raum zu dehnen, damit in einer Zeitperiode immer nur eine dedizierte Anzahl Betroffene vorhanden sind.

    Welche Masnahmen hier jetzt am besten gewirkt haben wird sich wohl erst nach der Krise sagen lassen. Und dann wäre es an der Zeit auch ein paar schwierige Fragen zu stellen und zu beantworten z.B. jene Frage der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung vs. der Wirtschaftlichkeit und Privatisierung dieser Grundversorgung.
    FC Basel - Rasenmeister 2007

  9. #999
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    Zitat Zitat von Mundharmonika Beitrag anzeigen
    Ich möchte hier einmal eine Lanze für User ayrton_michael_legends brechen. Für viele hier drin gilt er als Panikmacher, weil er das Gefühl hat, dass immer noch nicht genug gemacht wird. Ich glaube nicht, dass er damit diejenigen meint, die sich im Moment in den Spitälern den Arsch aufreissen und rund um die Uhr arbeiten, um diesen Virus und den damit verbunden Ansturm in den Griff zu kriegen, sondern er meint damit die Behörden.

    vielen dank. es ist eine wechselwirkung zwischen behördlichen vorgaben und deren umsetzung resp. nicht umsetzung von teilen der bevölkerung.

    der bund und das BAG haben anfangs sehr gut reagiert, besser als viele andere länder in europa. die massnahmen wurden damals von den meisten scharf kritisiert und als übertrieben bewertet. nur in sachen striktere abgrenzung im tessin (z.b. schon früher nur noch grenzgänger/warenverkehr einlassen) war ich damals anderer meinung.

    in der folge aber, bereits bei den nächsten massnahmen hätten eventuell andere rückschlüsse gezogen werden können.

    es hat sich bereits dann gezeigt, dass die bevölkerung und auch die kantone und die wirtschaft zu einem beträchtlichen teil nicht in der lage waren, die weisungen entsprechend und sinnvoll umzusetzen. dieses muster hat sich bis heute bei jeder weiteren verschärfung wiederholt.

    mittlererweile stellt sich definitiv auch die frage, inwiefern ein teil der älteren bevölkerung sowie der gemischt-sprachlichen bevölkerung überhaupt gut genug informiert sind oder die massnahmen schlicht nicht verstanden haben. anders kann ich mir das immer noch sorglose verhalten eines teils der bevölkerung in den letzten tagen nicht mehr erklären.

    unbedingt möchte ich auch noch anmerken wie schwierig die ganze sache auch für den bund und das BAG ist.
    den grad der akzeptanz/umsetzung der massnahmen in der bevölkerung im voraus einzuschätzen ist unmöglich.

    alle beteiligten geben ihr bestes, davon bin ich vollends überzeugt. nichts desto trotz wird es leider nicht ohne rigorose verschärfungen/verbote gehen.

  10. #1000
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    Zitat Zitat von Zuffi Beitrag anzeigen
    Aber wird haben doch Events sehr früh abgesagt und auch andere Massnahmen frühzeitiger ergriffen als Italien die Chance hatte. Sollte das nicht ein Vorteil sein?

    Ausserdem sind die Todeszahlen in der Schweiz (ohne Tessin) und Deutschland noch sehr gering. Warum? Spanien und Frankreich haben da Italien viel schneller aufgeholt. Warum?
    Italien hat wohl eine sehr viel höhere Dunkelziffer, da sie einige Wochen im Dunkeln tappten. Spanien und Frankreich kann ich mir nicht erklären, vielleicht hatten die auch viel früher unentdeckte Herde.

    Ich bin für die Schweiz im Moment mittelfristig vorsichtig optimistisch: Wenn man die symptomlos Angesteckten (ich nehme mal 90%) berücksichtigt, dann hat man momentan wohl ca. 30'000 infizierte. Das sind bei 8 Mio Einwohnern ca. 375 Personen pro 100'000. Ich gehe davon aus, dass mit den momentanen Massnahmen die tatsächlichen (nicht gemeldeten, die werden weiter steigen) Ansteckungen stark gesenkt werden, so dass es mehr oder weniger bei den 30'000 ansteckenden Personen bleiben wird oder nur noch einen langsamen Anstieg gibt, da auch Menschen wieder genesen.

    Aber, selbst bei diesem aus meiner Sicht eher optimistischen Szenario hat man voraussichtlich einen Peak von 1'500 Patienten, die beatmet werden müssen (5% von 30'000). Da wird es wohl 2-3 Wochen sehr prekär werden mit den Beatmungsplätzen.

  11. #1001
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    Zitat Zitat von Mundharmonika Beitrag anzeigen
    Ich möchte hier einmal eine Lanze für User ayrton_michael_legends brechen. Für viele hier drin gilt er als Panikmacher, weil er das Gefühl hat, dass immer noch nicht genug gemacht wird. Ich glaube nicht, dass er damit diejenigen meint, die sich im Moment in den Spitälern den Arsch aufreissen und rund um die Uhr arbeiten, um diesen Virus und den damit verbunden Ansturm in den Griff zu kriegen, sondern er meint damit die Behörden.

    Ich teile in vielen Punkten seine Meinung, aber offenbar ist es zurzeit nicht en vogue, Entscheidungen unserer Regierung in Frage zu stellen, sonst wird man gleich einmal als Miesepeter abgestempelt. Im Moment sind Lobhudeleien angebracht. Ich bin trotzdem gleicher Meinung wie ayrton_michael_legends und meine, dass gewisse Massnahmen einfach zu spät verkündet wurden, dies auch, weil man auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung zählte. Aber was am Montag verkündet wurde, hätte man bereits am letzten Freitag verkünden können oder sogar müssen und vermutlich wird man in den nächsten Tagen auch noch eine Art Ausgangssperre anordnen, weil sich die Leute sonst einfach nicht daran halten, eine Massnahme, die man ebenfalls schon am Montag resp. eben schon am letzten Freitag hätte verkünden müssen.

    Und dass ein Land wie die Schweiz, wo einige der wichtigsten Pharma-Unternehmen der Welt zuhause sind, nicht genügend Schutzmasken zur Verfügung hat und nur eine beschränkte Anzahl Corona-Tests pro Tag durchführen kann, sollte man schon hinterfragen dürfen, ohne dass man gerade als Landesverräter angesehen wird.

    Es gibt aber durchaus auch erwähnenswerte positive Punkte wie z.B. die Informationspolitik der Regierung. Die Bundesräte und das BAG verstecken sich nicht, informieren fast täglich, stehen für Fragen Red und Antwort und übernehmen Verantwortung. Das muss man ihnen auf jeden Fall hoch anrechnen. Auch ihr unermüdlicher Einsatz während dieser Corona-Krise und das rasche und für Schweizer Verhältnisse unkomplizierte Handeln bei Beschlüssen, die KMUs und die arbeitende Bevölkerung unterstützen und schützen sollen. Ich bin zwar nicht immer einverstanden, mit dem was Daniel Koch vom BAG beschliesst oder sagt, aber auch ihn muss man für seinen Einsatz loben und dass er selbst bei unangenehmen Fragen der Presse nicht seine Contenance verliert und immer den Anstand und die Ruhe bewahrt.
    Es gibt im Moment verschiedene Perspektiven der Betrachtung.

    Vergangenheit
    Man kann seinen Fokus darauf legen, was in der Vergangenheit falsch oder richtig lief. Da gibt es einige Dinge, welche sich nicht mehr beeinflussen lassen (z.B. Zeitpunkt von Kommunikation und Massnahmen), welche systemischer Natur sind (z.B. Gewinnmaximierung/Kostenoptimierung und in der Folge die Verlagerung von Produktion ins Ausland, die Beschäftigung von Grenzgängern).

    Gegenwart
    Man kann seinen Fokus darauf legen, was gerade abgeht (wie die Kommunikation und Massnahmen der Vergangenheit anschlagen oder nicht, z.B. die noch immer unverständigen Leute jeden Alters), was die aktuelle Lage ist (z.B. die Tatsache, dass wir so schnell nicht an Masken kommen oder dass wir sehr abhängig von Grenzgänger Pflegepersonal sind).

    Zukunft
    Man kann seinen Fokus darauf legen, wie sich die Zukunft abspielen wird. Dabei ist es wichtig zu realisieren, wo man durch sein Handeln in der Gegenwart einen Einfluss ausüben kann und wo nicht.

    Systembedingte Fehler
    Kann man ansprechen, aber passende Verbesserungen können während der Krise nur bedingt behoben werden (z.B. die Bestellung von Maschinen zur Maskenproduktion, dauert aber bis Resultate sichtbar werden). Die Umstellung auf ein nachhaltigeres System (Klumpenrisiken vermeiden, auf lokalere Ressourcen zurückgreifen, Selbstversorgung, etc.) sind Fragen, die es nach der Krise unbedingt zur Erörtern gilt, aber im Moment sollten wir alles wie eine Ausnahmesituation betrachten und das Beste aus den beschränkten Ressourcen machen.

    Lob / Kritik an Verantwortlichen
    Ist beides berechtigt, aber vielleicht sollte man sich Fragen, was es im Moment bringt. War die Kommunikation zu unklar, kann man sie kritisieren, sollte aber gleichzeitig aktiv mithelfen, diese zu Verbessern. Werden die Massnahmen von der Bevölkerung zu lasch umgesetzt, gilt das Gleiche. Weil nur so die Ausgangslage verbessert wird, die Krise besser zu überstehen. Eine Kritik, die nicht davon begleitet wird, aktiv mitzuhelfen, wirkt sehr bequem und zeigt, dass man die Kernbotschaft der Solidarität und Mitverantwortung nicht verstanden hat.
    Diese Art des Kritisierens (ohne selbst an der Verbesserung beizutragen) kennen wir aus unserem politischen Alltag. Jetzt ist aber ein Ausnahmezustand und wir sollten diese auf später verschieben, weil es zur Zeit von den Handlungsmöglichkeiten ablenkt.

    «Hätte doch …» ist ein Weiterspinnen von Möglichkeiten, welche nicht mehr gegeben sind.
    «Hat …» oder «Hat nicht …» zeigt, dass man das Fakt akzeptiert hat und sich nun mit den Möglichkeiten auseinandersetzt.

    Dass Menschen Angst haben ist absolut normal und nichts, wofür man sich angesichts der Lage zu schämen braucht. Was auf uns zu kommt, hat kaum einer je erlebt. Wichtig ist aber, dass man dieser angsteinflössenden Lage in einer aktiven Rolle begegnet. Also Dinge in die Hand nimmt oder dahingehend kommuniziert, wo die Kommunikation etwas bewirken kann. Wenn man dieser Lage passiv begegnet, also seine eigenen Handlungsmöglichkeiten nicht wahrnimmt, kann aus der Angst eine Panik werden.

    Das Maskenbeispiel
    Hier drin haben sich viele Mühe gegeben, aufzuzeigen dass …
    • Social Distancing und Hygienemassnahmen den zusätzlichen Schutz einer Maske überflüssig machen.
    • Masken einen sehr beschränkten Wirkungsgrad haben.
    • Die Knappheit sich auf Grund der Pandemie (globales Ausmass) erklären lässt.
    • Das zur Zeit rare Gut sinnvoller an bestimmten Positionen (Gesundheitswesen) eingesetzt wird.
    • Das die heimische Produktion in die Wege geleitet wurde.
    • etc.

    Wenn ich ayrton_michael_legends auffordere, sich mit einer anderen Problematik auseinanderzusetzen, will ich ihn nicht zum Panikmacher abstempeln. Ich realisiere nur, dass er berechtigte Angst hat und versuche diese zu schmälern, indem ich seine Gedanken auf etwas zu lenken versuche, dass er selbst beeinflussen kann. Solange er sich weiterhin gedanklich mit den Masken beschäftigt, bleibt er passiv.
    Vormals rot|blau

  12. #1002
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von Käppelijoch Beitrag anzeigen
    Was wir auch bedenken sollten: Wie gehen wir mit den Medikamentenvertriebskanäle um? Wenn man v.a. auf Versandapotheken und Auslandsapotheken setzt, muss man sich bewusst sein, dass dafür Apotheken schliessen werden. Und mit jeder geschlossenen Apotheke geht ein Labor verloren, welches im Notfall viele Medikamente selbst herstellen kann. Eine Onlineapotheke kann dies nicht und tut es auch nicht. Und ins Ausland kann man nicht, weil die Grenzen dicht. Und in einer Arztpraxis fehlt das Wissen und die Einrichtungen, um solche Herstellungen zu machen. Wir sollten uns diese Gedanken schon auch machen in der ganzen Situation.
    Guter Punkt. Aber die Umstellung sollte noch breiter erfolgen. Ein Grossteil der Wirkstoffproduktion wurde nach China oder Indien ausgelagert. Wir sollten uns auf mögliche Engpässe einstellen und gewisse Produktionslinien die zur Zeit irrelevant sind, herunterfahren um Rohstoffe und Ressourcen zu sparen. Eventuell sogar darauf vorbereiten, kurzfristig eine Produktionsumstellung in die Wege leiten zu können.
    Vormals rot|blau

  13. #1003
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    Danke an die schöne Geste der FCB-Fans! Habe mich gestern über das Transparent beim UKBB gefreut - leider war es am Nachmittag schon wieder weg.

    Hebet sorg und bleibt gesund!

    https://sport.ch/fc-basel/525399/ung...dheitspersonal

  14. #1004
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von Zuffi Beitrag anzeigen
    Bitte diese Fragen beantworten. Hat niemand mehr die Hoffnung, dass wir nicht auf italienische Verhältnisse zusteuern?
    Dies kann dir niemand mit Gewissheit sagen. Modellierungsstudien gehen immer auch von Annahmen aus, die Schätzungen der wichtigen Parameter werden zwar von Experten vorgenommen, aber es bleiben Schätzungen. Gehe davon aus, dass es ein Stresstest für das Gesundheitssystem, aber auch für alle anderen Systeme unserer Gesellschaft wird.
    Vormals rot|blau

  15. #1005
    Erfahrener Benutzer Avatar von Pro Sportchef bim FCB
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    Bezüglich Masken gesteht sogar der Bund Fehler ein:
    https://www.srf.ch/news/schweiz/beso...asken-vorsorge

    «Das grosse Problem ist einfach, dass in normalen Situationen niemand bereit ist, wahnsinnig viel in Notsituationen zu investieren. Jetzt lernt man vielleicht daraus und kann am einen oder anderen Ort entsprechend reagieren». Eine Überlegung, sei, ob man in Zukunft mit Verpflichtungen statt mit Empfehlungen arbeiten müsse.
    Ich lasse mir meine Meinung nicht durch Fakten kaputt machen!

  16. #1006
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Aus Fasnachtsbier Desinfektionsmittel gebrannt

    Ein sehr schönes Beispiel, wie Menschen anfangen, den Default-Modus zu verlassen und lösungsorientiertes Thinking-outside-the-box betreiben.
    Vormals rot|blau

  17. #1007
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    Irgendwie will man ja nicht Panik schüren, aber das BAG ist doch gestört... Eigenverantwortung, Per Fax Fallzahlen eintöggelen, Defensivmodus bei allen Medienanfragen von Koch und Co. statt die ganze Macht des Staats gegen die Krise zu stemmen. Salamitaktik in den Massnahmen, so dasses nun ewig geht und widersprüchliche Aussagen bezüglich Effizienz von Masken, Verbreitung unter Kindern.

    Warum wird die eh halbwegs stillgelegte Wirtschaft nun nicht in Krisenmodus umgesteuert. Maximale Anzahl Beatmungsgeräte produzieren, Intensivspitäler hochziehen durchs Baugewerbe, Krankenpflegerinnen und Pfleger im Schnelldurchgang für einen Teil der Corona Pflege ausbilden. Klar sind das dann keine ausgebildeten Intensivpfleger, aber immer noch besser als zu wenig Pflegepersonal... Und für einen spezifischen Krankheitsverlauf sollte man wohl schneller ausbilden können, als alles was in der intensiv vorkommt.

    Falls diese Massnahmen bereits laufen, wurden sie mindestens nicht kommuniziert. Und natürlich ist mittlerweile die Zeit langsam knapp dafür, aber das ganze zeichnet sich jetzt doch schon seit mindestens zwei Wochen ab.
    Geändert von fcbblog.ch (19.03.2020 um 11:40 Uhr)

  18. #1008
    Erfahrener Benutzer Avatar von unwichtig
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    Italien verlängert Ausgangssperre und die sind uns 2 Wochen voraus. Ich glaube es ist sinnlos sich irgendein Datum für das Ende des Ausbahmezustandes zu setzen, zudem wir hier noch gar keinen Lockdown haben.

    https://www.spiegel.de/politik/ausla...c-bfeb5e94fb71
    Abstinenzler sind Leute, die niemals entdecken, was sie versäumen.

  19. #1009
    Erfahrener Benutzer Avatar von footbâle
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    Zitat Zitat von Heavy Beitrag anzeigen
    Mir fiel auf, dass sich gestern vorwiegend alte Leute und sagen wir mal... eher die untere Bildungsschicht auf den Strassen bewegt haben.
    Ich meine damit nicht vor dem Altersheim alleine eine kurze Runde drehen, sondern geselliges Beisammensein und schwätzchen halten. Nicht wenige Familienclans 0 bis 100 waren gemeinsam unterwegs.

    Manchmal komm ich mir dann echt doof vor, Kundenkontakt minimieren, alles Hochsteril, alleine unterwegs etc. etc. und dann das.
    Auch dass die Polizei die Nutten im Stundentakt heimschickt im Minderen deutet für mich darauf hin, dass es ohne Ausgangssperre ncih geht, oder allenfalls ewigs lang andauern wird.

    Ich war jedenfalls schockiert, wieviele Leute farlässig unterwegs sind und sich dem Ernst der Lange nicht bewusst sind.
    Deckt sich weitgehend mit meiner Wahrnehmung. Es gibt aber auch das andere Extrem, was ebenso wenig hilfreich ist.
    Entweder Panik oder Ignoranz. Die goldene Mitte ist unterbesetzt.

  20. #1010
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mundharmonika
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    Zitat Zitat von unwichtig Beitrag anzeigen
    Italien verlängert Ausgangssperre und die sind uns 2 Wochen voraus. Ich glaube es ist sinnlos sich irgendein Datum für das Ende des Ausbahmezustandes zu setzen, zudem wir hier noch gar keinen Lockdown haben.
    Ich habe heute mit einem Experten aus der Finanzwelt gesprochen. Er ist der Meinung, dass irgendwann (nach Ostern) der Zeitpunkt kommen wird, wo die Regierungen die im Moment verhängten Massnahmen nicht mehr länger aufrecht erhalten werden können, wenn sie nicht wollen, dass die ganze (Welt-) Wirtschaft kollabiert. Wenn die verhängten Massnahmen greifen, sollte dies dann aber auch zu einem Zeitpunkt geschehen, wo das Gröbste - zumindest auf unserem Kontinent - überstanden ist.

  21. #1011
    Erfahrener Benutzer Avatar von boroboro
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    Sehr interessant finde ich, dass easyjet eine der letzten Fluggesellschaften ist, die noch Personen zurück in die Schweiz fliegt. Unteranderem bieten sie Rückflüge aus Marokko oder Ägypten an: https://www.easyjet.com/de/policy/co...rescue-flights

  22. #1012
    Erfahrener Benutzer Avatar von footbâle
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    Zitat Zitat von Mundharmonika Beitrag anzeigen
    Ich habe heute mit einem Experten aus der Finanzwelt gesprochen. Er ist der Meinung, dass irgendwann (nach Ostern) der Zeitpunkt kommen wird, wo die Regierungen die im Moment verhängten Massnahmen nicht mehr länger aufrecht erhalten werden können, wenn sie nicht wollen, dass die ganze (Welt-) Wirtschaft kollabiert. Wenn die verhängten Massnahmen greifen, sollte dies dann aber auch zu einem Zeitpunkt geschehen, wo das Gröbste - zumindest auf unserem Kontinent - überstanden ist.
    Klingt plausibel. Die Frage ist, was als Zeichen eines Abklingens der ersten Welle gedeutet werden kann. Bereits eine Rückkehr von exponentiellem zu 'nur' linearem Wachstum der Neuinfektionen? Oder erst ein kontinuierlicher Rückgang der Neuinfektionen? Wann ist der Zeitpunkt gekommen, um halbwegs zum Courant Normal zurück zu rudern und die Massnahmen wieder zu lockern? Da würde mich die Sicht der Experten interessieren.
    Es besteht ja auch die Gefahr, dass die Öffentlichkeit mit der Zeit 'Corona-müde' wird und - pardon - den Scheiss irgendwann nicht mehr hören kann. Das sieht man immer wieder, wenn die Medien über längere Zeit mono-thematisch unterwegs sind ("Dulling Effect").

  23. #1013
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von Mundharmonika Beitrag anzeigen
    Ich habe heute mit einem Experten aus der Finanzwelt gesprochen. Er ist der Meinung, dass irgendwann (nach Ostern) der Zeitpunkt kommen wird, wo die Regierungen die im Moment verhängten Massnahmen nicht mehr länger aufrecht erhalten werden können, wenn sie nicht wollen, dass die ganze (Welt-) Wirtschaft kollabiert. Wenn die verhängten Massnahmen greifen, sollte dies dann aber auch zu einem Zeitpunkt geschehen, wo das Gröbste - zumindest auf unserem Kontinent - überstanden ist.
    Klingt plausibel. Das Wichtigste an der (Welt-)Wirtschaft ist der Warenaustausch. Die Finanzströme sind weniger wichtig, diese sollen lediglich sicherstellen, dass der Warenaustausch auch entsprechend vergütet wird.

    Wie im Fasnachtsbier zu Desinfektionsmittelbeispiel. Es gilt vorerst den Austausch der Waren sicherzustellen, über die Finanzen machen wir uns im Anschluss Gedanken.

    Nach gleichem Prinzip müsste auch die (Welt-)Wirtschaft im Krisenmodus funktionieren. Sich auf das Wesentliche fokussieren: den Warenaustausch zur Aufrechterhaltung unserer (Welt-)Gesellschaft. Wie die Rechnung dann aufgeteilt wird, kann man danach beurteilen.

    Wenn die Rechnung im Vordergrund steht, stockt der Warenfluss. Das wäre verheerend.
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  24. #1014
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    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Irgendwie will man ja nicht Panik schüren, aber das BAG ist doch gestört... Eigenverantwortung, Per Fax Fallzahlen eintöggelen, Defensivmodus bei allen Medienanfragen von Koch und Co. statt die ganze Macht des Staats gegen die Krise zu stemmen. Salamitaktik in den Massnahmen, so dasses nun ewig geht und widersprüchliche Aussagen bezüglich Effizienz von Masken, Verbreitung unter Kindern.

    Warum wird die eh halbwegs stillgelegte Wirtschaft nun nicht in Krisenmodus umgesteuert. Maximale Anzahl Beatmungsgeräte produzieren, Intensivspitäler hochziehen durchs Baugewerbe, Krankenpflegerinnen und Pfleger im Schnelldurchgang für einen Teil der Corona Pflege ausbilden. Klar sind das dann keine ausgebildeten Intensivpfleger, aber immer noch besser als zu wenig Pflegepersonal... Und für einen spezifischen Krankheitsverlauf sollte man wohl schneller ausbilden können, als alles was in der intensiv vorkommt.

    Falls diese Massnahmen bereits laufen, wurden sie mindestens nicht kommuniziert. Und natürlich ist mittlerweile die Zeit langsam knapp dafür, aber das ganze zeichnet sich jetzt doch schon seit mindestens zwei Wochen ab.
    Ich verstehe deine Kritik aber der Bundesrat möchte wohl so lange auf Armee/Ausgansperre verzichten wie möglich. Ebenfalls muss die Wirtschaft irgendwie weiter laufen und diese hat nicht gerade wenig Einfluss auf die Politik. Wäre die Politik schon von Anfang an aggresiver vorgegangen mit den Massnahmen, hätte man eine Kurve wie S.Korea hingekriegt. Nun ist es ein abwiegen zwischen Anzahl Toten & das wohle der Wirtschaft. Alle Statistiken lassen nichts gutes erahnen (bzgl. Gesundheit).

    Ich war auch bis vor kurzem eher kritisch und habe sogar ziemlich aktiv Fasnacht gemacht. Wir waren mit Freunden auf einer Sauftour und hatten ziemlich viel Spass. Jedoch war dies wohl nicht wirklich gut. Aktuell sehe ich immer noch viele ältere & junge Menschen welche das Leben so weiter leben wie vorher und so kommen wir nicht um eine totale Ausgangsperre herum.

  25. #1015
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    "Blibb dehei du Pfiffe!!!"

    Meint dr Dani von Wattenwyl

    Chapeau Monsieur

  26. #1016
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Irgendwie will man ja nicht Panik schüren, aber das BAG ist doch gestört... Eigenverantwortung, Per Fax Fallzahlen eintöggelen, Defensivmodus bei allen Medienanfragen von Koch und Co. statt die ganze Macht des Staats gegen die Krise zu stemmen. Salamitaktik in den Massnahmen, so dasses nun ewig geht und widersprüchliche Aussagen bezüglich Effizienz von Masken, Verbreitung unter Kindern.
    Was stört dich an der Eigenverantwortung? Die Fallzahlen müssen inhaltlich aufbereitet werden, um den Medien etwas zu bringen. Wo siehst du Defensivmodus? Gewisse Medienfragen erscheinen mir eher zu kurzsichtig und detailliert, am Wesentlichen vorbeigedacht. Aber eigentlich finde ich die Kommunikation offen. Die ganze Macht … dir ist schon bekannt, dass Druck immer Gegendruck erzeugt. Wieviel Druck verträgt es über lange Zeit?

    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Warum wird die eh halbwegs stillgelegte Wirtschaft nun nicht in Krisenmodus umgesteuert. Maximale Anzahl Beatmungsgeräte produzieren, Intensivspitäler hochziehen durchs Baugewerbe, Krankenpflegerinnen und Pfleger im Schnelldurchgang für einen Teil der Corona Pflege ausbilden. Klar sind das dann keine ausgebildeten Intensivpfleger, aber immer noch besser als zu wenig Pflegepersonal... Und für einen spezifischen Krankheitsverlauf sollte man wohl schneller ausbilden können, als alles was in der intensiv vorkommt.
    Hier hat es sehr gute Lösungsansätze drin. Es braucht diese neue Denkweise von vielen. Die Vernetzung und Koordination von Bedürfnissen und Lösungen muss verbessert werden. Die klassischen Baupläne von Beatmungsgeräten sind wahrscheinlich zu sehr auf Teile aus dem Ausland angewiesen. Aber Ingenieure könnten sich mit Alternativen beschäftigen. Neubauten nach unserem bekannten Standard sind kaum realistisch, aber vielleicht improvisierte Strukturen, etc. Gute Punkte.

    Zitat Zitat von fcbblog.ch Beitrag anzeigen
    Falls diese Massnahmen bereits laufen, wurden sie mindestens nicht kommuniziert. Und natürlich ist mittlerweile die Zeit langsam knapp dafür, aber das ganze zeichnet sich jetzt doch schon seit mindestens zwei Wochen ab.
    Man kann die Situation laufend verbessern und das Outcome positiv beeinflussen.
    Vormals rot|blau

  27. #1017
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    Das BAG meldet heute fast 4000 Fälle in der Schweiz:

    https://www.srf.ch/news/schweiz/aktu...in-geschaeften

  28. #1018
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    Zitat Zitat von ayrton_michael_legends Beitrag anzeigen
    vielen dank. es ist eine wechselwirkung zwischen behördlichen vorgaben und deren umsetzung resp. nicht umsetzung von teilen der bevölkerung.

    der bund und das BAG haben anfangs sehr gut reagiert, besser als viele andere länder in europa. die massnahmen wurden damals von den meisten scharf kritisiert und als übertrieben bewertet. nur in sachen striktere abgrenzung im tessin (z.b. schon früher nur noch grenzgänger/warenverkehr einlassen) war ich damals anderer meinung.

    in der folge aber, bereits bei den nächsten massnahmen hätten eventuell andere rückschlüsse gezogen werden können.

    es hat sich bereits dann gezeigt, dass die bevölkerung und auch die kantone und die wirtschaft zu einem beträchtlichen teil nicht in der lage waren, die weisungen entsprechend und sinnvoll umzusetzen. dieses muster hat sich bis heute bei jeder weiteren verschärfung wiederholt.

    mittlererweile stellt sich definitiv auch die frage, inwiefern ein teil der älteren bevölkerung sowie der gemischt-sprachlichen bevölkerung überhaupt gut genug informiert sind oder die massnahmen schlicht nicht verstanden haben. anders kann ich mir das immer noch sorglose verhalten eines teils der bevölkerung in den letzten tagen nicht mehr erklären.

    unbedingt möchte ich auch noch anmerken wie schwierig die ganze sache auch für den bund und das BAG ist.
    den grad der akzeptanz/umsetzung der massnahmen in der bevölkerung im voraus einzuschätzen ist unmöglich.

    alle beteiligten geben ihr bestes, davon bin ich vollends überzeugt. nichts desto trotz wird es leider nicht ohne rigorose verschärfungen/verbote gehen.
    Massnahmen bringen nur etwas, wenn die Bevölkerung sie versteht, akzeptiert und umsetzt.
    Darum Scheibchenweise immer mehr und immer strenger, so scheint es nicht so drastisch.
    Der Zeitpunkt der Kommunikation hat nur begrenzt etwas mit dem Beschluss einer Massnahme zu tun.


    Wer Ausgangssperren (ich nehme an, dass sind die rigoroseren Massnahmen, die du ansprichst) für mehrere Wochen fordert, hat ziemlich sicher keine Kinder und wenn doch, wohnt nicht in einer 4 Zimmer Wohnnung :-)
    Ich lebe auf dem Land. Ich kann aus dem Haus und kann spazieren gehen, Velofahren oder auf ner Wiese mit meinen Kindern kicken gehen OHNE, dass da ein Mensch in unsere Nähe kommt. Was bringt hier eine Ausgangssperre?

  29. #1019
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    Zitat Zitat von fixi Beitrag anzeigen
    Das BAG meldet heute fast 4000 Fälle in der Schweiz:

    https://www.srf.ch/news/schweiz/aktu...in-geschaeften
    das sind bestätigt Fälle.
    Dunkelziffer wird, je nach Quelle, auf Faktor 2-10 geschätzt.

  30. #1020
    Erfahrener Benutzer Avatar von Yazid
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    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Wer Ausgangssperren (ich nehme an, dass sind die rigoroseren Massnahmen, die du ansprichst) für mehrere Wochen fordert, hat ziemlich sicher keine Kinder und wenn doch, wohnt nicht in einer 4 Zimmer Wohnnung :-)
    Ich lebe auf dem Land. Ich kann aus dem Haus und kann spazieren gehen, Velofahren oder auf ner Wiese mit meinen Kindern kicken gehen OHNE, dass da ein Mensch in unsere Nähe kommt. Was bringt hier eine Ausgangssperre?
    Dir ist aber schon klar, dass nicht alle auf dem Land wohnen und eine Unterscheidung je nach Wohnort unmöglich umzusetzen ist?

    Zudem braucht es anscheinend für gewisse Leute Verbote/Strafen, damit sie den Anweisungen folgen.

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