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Thema: Corona Virus

  1. #1861
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    Zitat Zitat von JohnFranklin Beitrag anzeigen

    Aber nun: Ich habe zunehmend den Eindruck, dass wir in einer Situation sind, die unserer Verfassung und unserem Gesellschaftsentwurf, unserer Demokratie widerspricht. Nochmals: Logisch, der Bundesrat musste schnell handeln, das ging nicht anders. Aber mittlerweile sind ein paar Wochen vorbei. Ich sehe immer mehr Massnahmen, bei denen ich mir denke: Die müssten demokratisch ganz normal diskutiert und abgestützt werden, ohne Scheuklappen. Ein paar Wochen reichen aus, um das Parlament mit sachlichen Argumenten und ganz normalen Entscheidgrundlagen zu bedienen. Um zu diskutieren, ob und wie Regeln für Gartencenter gelten, braucht es kein Notrecht. Unsere offene Gesellschaft muss in einem ganz normalen, offenen Rahmen, ohne Drohungen und Kriegsrhetorik diskutieren können, wie weit welche Massnahmen gehen sollen.
    Meine ich auch.
    Aber wer will sich jetzt schon öffentlich die Finger verbrennen und nachher allenfalls dafür behaftet werden?
    Und da man diese einschränkenden Massnahmen einmal getroffen hat, macht man halt noch ein wenig weiter.
    So hat man auf alle Fälle recht, denn niemand wird je beweisen können, dass es auch anders gegangen wäre.
    Im Leben ist letztlich alles immer eine Sache der Strategie. Ein Strategiewechsel braucht Mut und kann als Schwäche ausgelegt werden. Die Entscheidung für eine hohe Gewichtung des Überlebens gegenüber anderen Werten ist bereits vor drei Wochen gefallen. Irgendjemand bezahlt sowieso immer den Preis.
    Ich hoffe, dass der Spuk in einem Monat vorbei ist, und dann kommt die andere Schadensrechnung.

  2. #1862
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    Unsere Demokratie ist stark genug, das auszuhalten.
    Von allen Seiten wird versucht, Druck auf den Bundesrat aufzubauen. Ich halte es für fahrlässig und unvernünftig, und nicht für mutig, nicht weiter auf die Einschätzung der Fachleute aus dem medizinischen Sektor zu vertrauen. Die wissen schon, was sie tun und um die Auswirkungen auf andere Bereiche. Im Moment gibt immer noch dieser kleine leblose Partikel den Takt vor.
    Die Lockerungen werden kommen, wenn es Zeit dafür ist - viel Druck wird das nicht beschleunigen, weil es unverantwortbar ist, die ganzen erreichten Erfolge aufs Spiel zu setzen.

  3. #1863
    Erfahrener Benutzer Avatar von Konter
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    Zitat Zitat von JohnFranklin Beitrag anzeigen
    Ich würde gerne mal ein neues Thema anreissen und dazu die Meinung des allwissenden Forums hören:

    Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass der Bundesrat aus einer Not heraus handelte. Im Vergleich zu anderen Staaten hat der Bundesrat sogar Augenmass gewahrt.

    Aber nun: Ich habe zunehmend den Eindruck, dass wir in einer Situation sind, die unserer Verfassung und unserem Gesellschaftsentwurf, unserer Demokratie widerspricht. Nochmals: Logisch, der Bundesrat musste schnell handeln, das ging nicht anders. Aber mittlerweile sind ein paar Wochen vorbei. Ich sehe immer mehr Massnahmen, bei denen ich mir denke: Die müssten demokratisch ganz normal diskutiert und abgestützt werden, ohne Scheuklappen. Ein paar Wochen reichen aus, um das Parlament mit sachlichen Argumenten und ganz normalen Entscheidgrundlagen zu bedienen. Um zu diskutieren, ob und wie Regeln für Gartencenter gelten, braucht es kein Notrecht. Unsere offene Gesellschaft muss in einem ganz normalen, offenen Rahmen, ohne Drohungen und Kriegsrhetorik diskutieren können, wie weit welche Massnahmen gehen sollen.

    Es ist mir klar, dass es für Bürokraten bequem ist, wenn man einfach mal schnell die Demokratie ausschaltet. Viele Leute haben in Krisensituationen einfach Panik und Sehnsucht nach starker Führung. Um nicht zu sagen: Da kommen, selbst in meinem Freundeskreis, ungeahnte, faschistoide Züge hervor.

    Aber, wie es irgendein Rechtsprofessor gesagt hat: Die Demokratie macht keine Pause. Wir dürfen uns jetzt nicht von Militärköpfen und Technokraten unterkriegen lassen.

    Um es klar zu stellen: Ich bin für alle Ergebnisse der demokratischen Diskussion offen. Wenn mich die Mehrheit einsperren will und das sauber in unserem Rechtsstaat legitimiert, so be it. Aber wir befinden uns nun in einer Lage, in der wir wieder normal diskutieren können und verhindern müssen, dass unsere offene Gesellschaft stirbt. Die Zeit dafür ist jetzt da. Wir sind nicht im Krieg. Und die Frage nach der Verhältnismässigkeit und Verfassungsmässigkeit wird sich in den nächsten Wochen, wenn sich die Lage weiter beruhigt, mit voller Kraft stellen.

    Und kommt mir nicht mit Technokratenargumenten. Unsere Demokratie ist sehr wohl in der Lage dazu, allerlei technisch komplizierte Fragen sauber zu lösen.


    Wie steht Ihr dazu?
    Das ist einfach nur libertäre Träumerei. Ich bin in so einem Fall wie jetzt absolut pro Technokratie. Was interessiert es mich oder das Virus, was mein ungebildeter Nachbar über diese Sache denkt.

    Und das Parlament tagt ja bald wieder.

    Edit:

    Das ist überhaupt der absolute Schwachpunkt der Demokratie. In Krisensituation bietet sie kaum Lösungen und ist der perfekte Nährboden für Despoten. Das erkannte auch Aristoteles.
    Geändert von Konter (07.04.2020 um 18:25 Uhr)
    Nid füre Lohn, für d'Region

  4. #1864
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    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Das ist einfach nur libertäre...
    Weder bin ich libertär noch hat das etwas mit Libertarismus zu tun.

    Findest Du also, der weise Xi Jinping hat es besser gemacht? Monatelang hat der seine Ärzte zum Schweigen gebracht, bedroht und damit das ganze Debakel erst ausgelöst. Xi hat gewusst (und beinahe zu spät bemerkt) dass ihn sein Versagen selbst in einem autoritären Staat den Kopf kosten kann. Gerade deshalb musste er danach mit aller Härte agieren und ohne Rücksicht auf Verluste Kritiker zum Schweigen bringen.

    Das genaue Gegenteil ist Demokratie. Sie steht für Offenheit und vorausschauendes Handeln. Und dann müssen wir auch ihre Instrumente gerade jetzt nutzen und autoritäre Figuren in die Schranken weisen. Es spricht für die kommunikative Leistung der Chinesen, dass nun Westler glauben, in einer solchen Lage sei eine autokratische Diktatur legitimiert.

    Nochmals: Der Bundesrat hat richtig gehandelt. Aber das mit der Verhältnismässigkeit wird langsam aber sicher kritisch.

  5. #1865
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    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Das ist überhaupt der absolute Schwachpunkt der Demokratie. In Krisensituation bietet sie kaum Lösungen und ist der perfekte Nährboden für Despoten. Das erkannte auch Aristoteles.
    Mitunter auch ein Grund warum die römische Republik das Amt des Diktators kannte. Mit klaren Regeln wie es zu beenden war. Bei Krise wurde vom Senat ein Diktator eingesetzt und für eine klar beschränkte Zeit mit den notwendigen (fallbeschränkten) Machtmitteln ausgestattet. An sich nicht viel anders als das was nun der Bundesrat macht. Notregime ist OK wenn es klar beschränkt ist.

  6. #1866
    Erfahrener Benutzer Avatar von Kurtinator
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    Zitat Zitat von JohnFranklin Beitrag anzeigen

    Nochmals: Der Bundesrat hat richtig gehandelt. Aber das mit der Verhältnismässigkeit wird langsam aber sicher kritisch.
    In wiefern siehst du die Verhältnismässigkeit kritisch?

    Im Vergleich zu anderen Ländern herrscht bei uns keine Ausgangssprerre und die Bevölkerung nimmt m.E. ihre Eigenverantwortung (Empfehlungen des BAG`s einhalten) grösstenteils wahr.

    Aktuell herrscht eine ausserordentliche Lage und der Bundesrat wendet entsprechendes Epidemiegesetz an. Im stetigen Austausch mit Experten und Wissenschaftlern versuchen sie das Schiff so gut wie möglich durch die Krise zu steuern und den Kollateralschaden (Ansteckungen, tote Menschen, Wirtschaft) so gering wie möglich zu halten. Hierfür braucht es schnelle Entscheidungen.

    Verstehe mich nicht falsch. Ich will auch lieber gestern als morgen aus dieser Lage aber wie Konter schon geschrieben hat, ist "Geschwindigkeit" ein elementarer Faktor um das Virus in Schach zu halten.

    Natürlich sind nach dieser Krise Debatten über Verhältnismässigkeiten unbedingt angebracht um ggf. Anpassungen vorzunehmen.
    Geändert von Kurtinator (08.04.2020 um 08:29 Uhr)
    Zitat Zitat von Falcão Beitrag anzeigen
    "Tradition ist nicht die Anbetung von Asche, es ist die Weitergabe des Feuers!"

  7. #1867
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    Zitat Zitat von JohnFranklin Beitrag anzeigen
    Quelle?
    Lies irgend eine Zeitung. Die vielen Möchtegern Experten kann man bald nicht mehr von den Richtigen Experten auseinander halten

    Zitat Zitat von JohnFranklin Beitrag anzeigen
    Es ist nicht einfach eine Sachlage. Vielmehr haben wir eine sehr vielschichtige, komplexe Lage. Menschen, die erkranken. Menschen, die sterben (und deren Tod vermieden werden soll). Aber auch Menschen, die wegen der Massnahmen ihre Stelle oder gar ihre Existenz verlieren. Und auch Menschen (z.B. psychisch kranke Menschen), die schlimmstenfalls durch die indirekten Folgen in den Tod getrieben werden.

    Ich glaube, unser Parlament, unsere Demokratie ist sehr wohl in der Lage, diese komplexe Lage differenziert zu diskutieren. Die Idee, dass uns eine Expertokratie autokratisch regiert finde ich für wenige Wochen akzeptabel, danach unerträglich.
    Die ganze Situation ist unerträglich, nicht nur das Politische.
    Es ist einfach Fahrlässig unserer Landesregierung irgendwelche bösen Absichten zu unterstellen (oder Autokratisch regieren zu wollen blablabla). Würde ich jetzt in DE oder sonstwo leben, hätte ich Angst, dass dies der Dauerzustand bleibt.
    Ich bin mir jedoch sicher, dass nach dieser Krise, politisch gesehen alles wieder zum alten zurück kommt.
    EMBOLO <3

    Zitat Zitat von LeTinou Beitrag anzeigen
    ... Wenn du 100% vor allem geschützt werden willst kannst du dich gleich nach der Geburt in den Sarg legen und auf dem Tod warten.

  8. #1868
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    Zitat Zitat von PadrePio Beitrag anzeigen
    Wer bestimmt wer ein richtiger Experte ist? Der Staat, die Zeitungen, du??
    Welch absurde Frage.
    Wer Experte ist bestimme ganz alleine ich.

  9. #1869
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    Zitat Zitat von LordTamtam Beitrag anzeigen
    Lies irgend eine Zeitung. Die vielen Möchtegern Experten kann man bald nicht mehr von den Richtigen Experten auseinander halten



    Die ganze Situation ist unerträglich, nicht nur das Politische.
    Es ist einfach Fahrlässig unserer Landesregierung irgendwelche bösen Absichten zu unterstellen (oder Autokratisch regieren zu wollen blablabla). Würde ich jetzt in DE oder sonstwo leben, hätte ich Angst, dass dies der Dauerzustand bleibt.
    Ich bin mir jedoch sicher, dass nach dieser Krise, politisch gesehen alles wieder zum alten zurück kommt.
    Zu glauben, dass man besser ist als Andere, ist immer ein Fehler. Macht korumpiert.
    Warum du jetzt als erstes DE erwähnst, verstehe ich nicht. Ein Fingerzeig nach Ungarn wäre naheliegender, meiner Meinung nach.
    Oder z.B. ein Blick in die USA, wo wir gerade das Stück "Untergang des Römischen Reiches" in einer Neufassung sehen dürfen.

    Dass die Chancen auf einen Diktator Berset doch eher überschaubar sind, möchte ich dann auch nicht unerwähnt lassen.

  10. #1870
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    Zitat Zitat von PadrePio Beitrag anzeigen
    Wer bestimmt wer ein richtiger Experte ist? Der Staat, die Zeitungen, du??
    Die Richtigen Experten, wage ich mal zu behaupten, sind diejenigen, welche beim BAG arbeiten. Oder Leute mit einem Doktortitel auf dem Gebiet der Epidomologie oder auf Corona-Viren.
    Und nicht Herr Böhni vom Blick (als metapher) oder irgendwelche Parteipräsidenten.

    Zitat Zitat von rhybrugg Beitrag anzeigen
    Zu glauben, dass man besser ist als Andere, ist immer ein Fehler. Macht korumpiert.
    Warum du jetzt als erstes DE erwähnst, verstehe ich nicht. Ein Fingerzeig nach Ungarn wäre naheliegender, meiner Meinung nach.
    Oder z.B. ein Blick in die USA, wo wir gerade das Stück "Untergang des Römischen Reiches" in einer Neufassung sehen dürfen.

    Dass die Chancen auf einen Diktator Berset doch eher überschaubar sind, möchte ich dann auch nicht unerwähnt lassen.
    Ich hätte genau so gut Japan, Russland, Finnland, Kanada, Brasilien, Lichtenstein, Nord Korea, Fitschi oder sonst ein Land erwähnen können.
    Ich wollte damit lediglich sagen, dass die Warscheinlichkeit einer Diktatur in der Schweiz sehr sehr sehr sehr sehr Unwarscheinlich ist. Wieso manche Menschen unseres Politisches System in Gefahr sehen, ist mir unbegreiflich.
    EMBOLO <3

    Zitat Zitat von LeTinou Beitrag anzeigen
    ... Wenn du 100% vor allem geschützt werden willst kannst du dich gleich nach der Geburt in den Sarg legen und auf dem Tod warten.

  11. #1871
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    Zitat Zitat von JohnFranklin Beitrag anzeigen
    Ich würde gerne mal ein neues Thema anreissen und dazu die Meinung des allwissenden Forums hören:
    Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass der Bundesrat aus einer Not heraus handelte. Im Vergleich zu anderen Staaten hat der Bundesrat sogar Augenmass gewahrt.

    Aber nun: Ich habe zunehmend den Eindruck, dass wir in einer Situation sind, die unserer Verfassung und unserem Gesellschaftsentwurf, unserer Demokratie widerspricht. Nochmals: Logisch, der Bundesrat musste schnell handeln, das ging nicht anders. Aber mittlerweile sind ein paar Wochen vorbei. Ich sehe immer mehr Massnahmen, bei denen ich mir denke: Die müssten demokratisch ganz normal diskutiert und abgestützt werden, ohne Scheuklappen. Ein paar Wochen reichen aus, um das Parlament mit sachlichen Argumenten und ganz normalen Entscheidgrundlagen zu bedienen. Um zu diskutieren, ob und wie Regeln für Gartencenter gelten, braucht es kein Notrecht. Unsere offene Gesellschaft muss in einem ganz normalen, offenen Rahmen, ohne Drohungen und Kriegsrhetorik diskutieren können, wie weit welche Massnahmen gehen sollen.

    Es ist mir klar, dass es für Bürokraten bequem ist, wenn man einfach mal schnell die Demokratie ausschaltet. Viele Leute haben in Krisensituationen einfach Panik und Sehnsucht nach starker Führung. Um nicht zu sagen: Da kommen, selbst in meinem Freundeskreis, ungeahnte, faschistoide Züge hervor.

    Aber, wie es irgendein Rechtsprofessor gesagt hat: Die Demokratie macht keine Pause. Wir dürfen uns jetzt nicht von Militärköpfen und Technokraten unterkriegen lassen.

    Um es klar zu stellen: Ich bin für alle Ergebnisse der demokratischen Diskussion offen. Wenn mich die Mehrheit einsperren will und das sauber in unserem Rechtsstaat legitimiert, so be it. Aber wir befinden uns nun in einer Lage, in der wir wieder normal diskutieren können und verhindern müssen, dass unsere offene Gesellschaft stirbt. Die Zeit dafür ist jetzt da. Wir sind nicht im Krieg. Und die Frage nach der Verhältnismässigkeit und Verfassungsmässigkeit wird sich in den nächsten Wochen, wenn sich die Lage weiter beruhigt, mit voller Kraft stellen.

    Und kommt mir nicht mit Technokratenargumenten. Unsere Demokratie ist sehr wohl in der Lage dazu, allerlei technisch komplizierte Fragen sauber zu lösen.

    Wie steht Ihr dazu?
    Einfach ausgedrückt: Alle Massnahmen sind gemäss der geltenden Gesetze begründet und umgesetzt.
    * Die Bundesverfassung SR 101
    * Das darauf gestützte Epidemiegesetz SR 818.101
    * Die darauf gestützte COVID-19-Verordnung 2 SR 818.101.24
    All diese Gesetze geben dem BR eben für solche Zeiten die notwendigen Kompetenzen temporäre Verordnungen wie die COVID-19-Verordnung 2 zu erlassen. Wichtig dabei ist auch der Artikel 12:
    Zitat Zitat von COVID-19-Verordnung 2, Art 12 Inkrafttreten und Geltungsdauer
    1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt von Absatz 2 am 13. März 2020 um 15.30 Uhr in Kraft.
    2 Artikel 5 tritt am 16. März 2020 um 06.00 Uhr in Kraft.
    3 Diese Verordnung gilt unter dem Vorbehalt der nachfolgenden Absätze höchstens für die Dauer von 6 Monaten ab Inkrafttreten nach Absatz 1.1
    4 Artikel 4a gilt bis zum 15. Juni 2020.2
    5 ...3
    6 Die Massnahmen nach dem 3. Kapitel (Art. 5–8) sowie Artikel 10f Absätze 1, 2 Buchstabe a und 3 gelten bis zum 19. April 2020.4
    Es ist eine Auszeichnung unserer Demokratie, das vorgehend dieser Fall geregelt wurde um im Krisenfall die notwendigen Massnahmen umzusetzen. Ebenfalls eine Auszeichnung ist, dass nach 6 Monaten sowieso das Parlament über die Fortsetzung dieser Massnahmen beraten muss. Ebenfalls ist z.B. das Hilfspaket mitnichten einfach vom BR geschnürt worden, hier hatte die finanzpolitische Komission des Rates ebenfalls Mitsprache. All dies verhindert irgendwelches Notrecht oder Notstandsrecht, bei welchem in einer Krise ohne rechtliche Grundlage entschieden werden muss.
    Ich komme trotzdem mit dem Technokratenargument weil es eben hier durchaus zieht. Wenn du mit einem Herzinfarkt im Spital liegst willst du auch die Fachmeinung eines Kardiologenteams und keine Abstimmung des gesamten Krankenhauspersonals. Hat man wie hier den Fall eines Problems aus einem dedizierten Fachbereich, so sollen auch die Fachleute dieses Gebiets ihre Empfehlungen aussprechen. Es ist auch keineswegs so, dass zum Beispiel Koch von BAG die Massnahmen beschliesst, er gibt lediglich Empfehlungen an den BR. Die Empfehlungen werden vom Stab von Koch erarbeitet aufgrund der Faktenlage und der Erfahrung dieser Spezialisten.

    Den Teufel den z.B. eine SVP hier wieder an die Wand malen will ist lediglich Polemik und Machtgehabe. Sorry aber willst du wirklich dass ein Aeschi entscheidet anstelle eines Koch? Ich auf keinen Fall. Entscheiden tun weiterhin die demokratisch gewählten Mitglieder unserer Landesregierung auf Empfehlung der Fachleute. Die Parteien und deren Exponenten sollen aktuell allesamt die Fresse halten, auch Aussagen meiner Partei der FDP kann ich nicht ernst nehmen. Lasst die Exekutive ihre Arbeit machen so wie es das Gesetz vorgesehen hat. Alles andere ist billige politische Meinungsmache.
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  12. #1872

  13. #1873
    Erfahrener Benutzer Avatar von Somnium
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  14. #1874
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    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Einfach ausgedrückt: Alle Massnahmen sind gemäss der geltenden Gesetze begründet und umgesetzt.
    * Die Bundesverfassung SR 101
    * Das darauf gestützte Epidemiegesetz SR 818.101
    * Die darauf gestützte COVID-19-Verordnung 2 SR 818.101.24
    All diese Gesetze geben dem BR eben für solche Zeiten die notwendigen Kompetenzen temporäre Verordnungen wie die COVID-19-Verordnung 2 zu erlassen. Wichtig dabei ist auch der Artikel 12: ....
    Es ist eine Auszeichnung unserer Demokratie, das vorgehend dieser Fall geregelt wurde um im Krisenfall die notwendigen Massnahmen umzusetzen. Ebenfalls eine Auszeichnung ist, dass nach 6 Monaten sowieso das Parlament über die Fortsetzung dieser Massnahmen beraten muss. Ebenfalls ist z.B. das Hilfspaket mitnichten einfach vom BR geschnürt worden, hier hatte die finanzpolitische Komission des Rates ebenfalls Mitsprache. All dies verhindert irgendwelches Notrecht oder Notstandsrecht, bei welchem in einer Krise ohne rechtliche Grundlage entschieden werden muss.
    Ich komme trotzdem mit dem Technokratenargument weil es eben hier durchaus zieht. Wenn du mit einem Herzinfarkt im Spital liegst willst du auch die Fachmeinung eines Kardiologenteams und keine Abstimmung des gesamten Krankenhauspersonals. Hat man wie hier den Fall eines Problems aus einem dedizierten Fachbereich, so sollen auch die Fachleute dieses Gebiets ihre Empfehlungen aussprechen. Es ist auch keineswegs so, dass zum Beispiel Koch von BAG die Massnahmen beschliesst, er gibt lediglich Empfehlungen an den BR. Die Empfehlungen werden vom Stab von Koch erarbeitet aufgrund der Faktenlage und der Erfahrung dieser Spezialisten.
    Den Teufel den z.B. eine SVP hier wieder an die Wand malen will ist lediglich Polemik und Machtgehabe. Sorry aber willst du wirklich dass ein Aeschi entscheidet anstelle eines Koch? Ich auf keinen Fall. Entscheiden tun weiterhin die demokratisch gewählten Mitglieder unserer Landesregierung auf Empfehlung der Fachleute. Die Parteien und deren Exponenten sollen aktuell allesamt die Fresse halten, auch Aussagen ... der FDP kann ich nicht ernst nehmen. Lasst die Exekutive ihre Arbeit machen so wie es das Gesetz vorgesehen hat. Alles andere ist billige politische Meinungsmache.
    Exakt.

  15. #1875
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    Zitat Zitat von PadrePio Beitrag anzeigen
    Wer bestimmt wer ein richtiger Experte ist? Der Staat, die Zeitungen, du??
    Experte: Person, die sich auf einem bestimmten Gebiet gut auskennt
    Somit müssten folgende Grundlagen erfüllt sein: Eine fundierte Ausbildung auf diesem Gebiet, eine ensprechende langjährige Erfahrung oder beides.
    z.B. Daniel Koch
    Studium der Medizin an der Universität Bern
    Arbeit als Assistenzarzt für mehree Jahre
    1988 - 2002 Jahre Arzt für das rote Kreuz
    - Einsätze in Sierra Leone, Uganda, Südafrika, Peru
    1997 Nachdiplom Master in Öffentlicher Gesundheit (MPH) an der John Hopkins University, Baltimore
    2002 - heute im BAG
    2002 - 2006 Leiter Sektion Impfungen
    2006 - 2008 Leiter Sektion Pandemievorbereitung
    2008 - 2020 Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten
    Zudem Mitglied der Taskforce SARS-Krise, Vogelgrippe und Pandemievorbereitung

    Würde ich jetzt als krisenerprobte, weitgereistente und fachkunde Person definieren. Somit kann man ihn durchaus als Experten bezeichnen.
    FC Basel - Rasenmeister 2007

  16. #1876
    Erfahrener Benutzer Avatar von Konter
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    Man fürchtet nun, dass nach dieser Krise, die Grundrechte, evtl. nicht so wieder da sein werden, wie vorher. Und ja das ist durchaus eine reelle Gefahr, aber ganz ehrlich da kann ich nur darüber lachen. Der Volkssouverän in der Schweiz beschneidet seine Grundrechte ja regelmässig selber und das ganz ohne Krise.
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  17. #1877
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    Zitat Zitat von Somnium Beitrag anzeigen
    Sieben eingeschränkte Grundrechte:

    https://www.bzbasel.ch/schweiz/der-b...fahr-137535169
    der Artikel ist, sorry für die Wortwahl, purer Bullshit:
    * Art. 10 Recht auf Leben und auf persönliche Freiheit
    ** Abs 2: Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit.
    Ja die Bewegungsfreiheit wurde teilweise eingeschränkt um aber das ebenfalls garantierte Recht auf körperliche Unversehrtheit zu schützen

    * Art. 15 Glaubens- und Gewissensfreiheit
    1 Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist gewährleistet.
    2 Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen.
    3 Jede Person hat das Recht, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen.
    4 Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.
    Was genau wurde hier eingeschränkt? Im weitesten Sinne vielleicht das Recht "religiösem Unterricht zu folgen". Dieser kann aber auch Remote erfolgen, das hier ist pure Polemik.

    * Art. 19 Anspruch auf Grundschulunterricht
    Der Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht ist gewährleistet.
    Meine Nichte hat Hausaufgaben erhalten, das erreichen der Lernziele müssen dem Lehrer mitgeteilt werden, bei Problemen hilft der Lehrer remote. Unentgeldlich bleibt er weiterhin ...

    * Art. 22 und 23. Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit
    Hier wurde klar eingeschränkt, aber wiederum um Art. 10 zu schützen. Man kann nach der Krise auch nur Versammlungen besuchen wenn man noch lebt, anders herum wird es schwieriger.

    * Art. 27 Wirtschaftsfreiheit
    1 Die Wirtschaftsfreiheit ist gewährleistet.
    2 Sie umfasst insbesondere die freie Wahl des Berufes sowie den freien Zugang zu einer privatwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit und deren freie Ausübung.
    Auch hier wurde die Freiheiten nur in Bezug auf Art. 10 eingeschränkt. Ausfälle werde versucht zu kompensieren.

    Art. 17 Medienfreiheit
    Zitat Zitat von Artikel
    Die Medien erhalten zurzeit zwar viel Lob für ihre Berichterstattung und verzeichnen Rekord-Einschaltquoten. Sie werden aber gleichzeitig «moralisch unter Druck gesetzt, freiwillig Zensur auszuüben», wie selbst Nationalrat Fluri feststellt. Nach dem Motto: Krisenzeit ist nicht Kritikzeit.
    Bezug zur Verordnung des Bundes? Ja vielleicht finden es Menschen (wie zum Beispiel ich) mühsam in solchen Zeiten reisserische Beiträge wie diese zu lesen und sich zu Fragen, warum sich hier wieder ein schlecht recherchierter Artikel mit Probleme auseinandersetzt die jeder freie Bürger in diesem Land problemlos einordnen kann. Hier hat der Redaktor dieses Artikel eine geistige Fehlleistung vollbracht: Die Meinungsfreiheit garantiert nur, dass die der Staat nicht für deine geäusserte Meinung verfolgt. Er beklagt sich hier aber dass die Leute solche Artikel scheisse finden. Naja, dass ist nunmal meine Meinungsfreiheit.

    Zitat Zitat von Artikel
    Eine Umfrage der Mediengewerkschaft Impressum bei Journalisten zeigt, dass die Medien aber auch mit ernsthaften Einschränkungen kämpfen. «In den Antworten wird von Zugangssperren über Aussageverweigerungen bis zu handfester Zensur alles berichtet», sagt Impressum-Geschäftsführer Urs Thalmann.
    Beispiele, Fakten, nicht irgendwelches Gemümmel aus Umfragen die zu einem staatspolitische Problem hochgefahren werden. Ich kann mir schon solche Fälle vorstellen: Blick-Reporter will nach der offiziellen PK nich ein Interview mit Koch. Koch sagt er müsse weg. Blick-Reporter macht daraus eine Aussageverweigerung.

    Zitat Zitat von Artikel
    Der Bundesrat hat nun mit der Swisscom mit einer Auswertung anonymer Handy-Bewegungsdaten aus der Vergangenheit begonnen. Sie soll zeigen, ob die Bevölkerung die Massnahmen der Regierung umsetzt.
    Ja das hat er, er hat das aber auch transparent kommuniziert. Der BR insgesamt ist aktuell sehr transparent bei seinen Massnahmen. Und er ist sich seiner Verantwortung gegenüber der Demokratie durchaus bewusst. Solche Artikel sind das Papier oder die Elektronen nicht wert.

    Nachtrag: Mit dem Ausserkraftsetzen der COVID-19-Verordnung 2 werde sämtliche rechtlichen Grundlagen für obengenannte Massnahmen ebenfalls ausser Kraft gesetzt. Wo genau sind hier die Spätfolgen wenn sich die Exekutive selbst und freiwillig die Rechte welche diese Massnahmen rechtfertigen wieder wegnimmt?
    Geändert von Lusti (08.04.2020 um 12:19 Uhr)
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  18. #1878
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von uranus3 Beitrag anzeigen
    Für die Interessierten noch ein paar Details/Updates aus einer heutigen Online-Fortbildung mit Prof. Philip Tarr, Infektiologe am Kantonsspital Baselland

    Problem Antikörpertests:
    •Spezifität (andere Coronaviren können zu falsch positiven Resultaten führen) --> noch nicht genügend validiert
    •Lieferbarkeit
    •Unterscheidung akute/abgelaufene Infektion noch nicht klar (typisch wäre: Akute Infektion --> IgM-Antikörper positiv, im Verlauf --> IgG positiv)
    •IgM-Tests oft falsch positiv (müssen mit einem spezifischeren Test bestätigt werden) und sie brauchen ein paar Tage um positiv zu werden.
    False-Positive Meldungen sind ein grosses Problem. Hoffe, dass da bald ein vernünftiger Test gefunden wird. Die Kreuzreaktion mit anderen Coronaviren (klassische Erkältungsviren) habe ich schon mitbekommen. Dieser Problematik könnte man wohl durch bessere Validierung begegnen. Ist die Sache mit den IgM-Antikörpern ein Problem des Tests oder ist es eine atypische Immunreaktion?

    Zitat Zitat von uranus3 Beitrag anzeigen
    Problem PCR-Tests (Nasopharynx-Abstrich)
    •teilweise falsch negativ z.B. falls Viren nur in Lunge vorhanden
    CT-Bilder würden die Anwesenheit des Virus in der Lunge während dieses Stadiums gut sichtbar machen können. Die Reproduktionsverlagerung soll ein relativ verbreiteter Verlauf sein. Neue Studien, in welchen die Oberflächen der in Patienten-Zimmer untersucht wurde (Wischproben), habe auch festgestellt, dass die Anzahl aktiver Viren (also nicht bloss RNA-NAchweis) abnimmt, sobald das Virus nicht mehr in den oberen Atemwegen reproduziert.

    Zitat Zitat von uranus3 Beitrag anzeigen
    Ein Detail aber noch: Prof Tarr hat heute zum x-ten Mal erwähnt, dass die üblichen Masken schützen, und zwar in beide Richtungen. Und dass selbstgemachte Masken allenfalls (auch je nach Gewebe) den gegenteiligen Effekt haben könnten, v.a. wenn man sie als Selbstschutz macht (Viren können je nach Gewebe und Feuchtigkeit in der "Maske" hängenbleiben und so zu grösserer eintretender Virenzahl führen können als ohne Maske).
    Hierzu gibt es anscheinend eine Vielzahl von Studien, Konsens bildet sich nun langsam heraus. Aktive Virensubstanz konnte auch in Tröpfchen unter 5µm nachgewiesen werden, was eine Übertragung via Aerosol möglich macht. Während einfache Masken als Selbstschutz gegen diese Form der Übertragung kaum nützen, konnte aber festgestellt werden, dass auch die Luft um maskentragende Patienten weniger aktive Viren beinhaltet. Das ist eine spannende Feststellung.
    Interessanter Beitrag zu diesem Thema. Mehr Studien unter realen Bedingungen könnten weitere Erkenntnisse liefern.

    Zitat Zitat von uranus3 Beitrag anzeigen
    E sunnige Tag!

    S Edith meint no:
    Ich war gestern auf meinem Stück Land im Fricktal Sträucher schneiden und habe mit meinem Schatz eine Wurst gebrutzelt. Ich nehme an, dass ich niemanden angesteckt habe und vice versa
    (Wurst war sehr fein )
    Vielen Dank für deinen sachlichen Beitrag. Hoffe, dass du deinen Ausflug genossen hast. Klingt mir jedenfalls danach.
    Vormals rot|blau

  19. #1879
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen

    Sie kennen nur vier Aggregatzustände: Neid, wenn es jemand anderem gut geht, oder Schadenfreude, wenn es ihm schlecht geht. Plus Selbstmitleid, wenn es ihnen (wahrgenommen) selber schlecht geht, und Überheblichkeit, wenn es ihnen gut geht. Eigentlich ein höchst erbärmliches Volk. …
    Daraus liesse sich ableiten: Viele wissen nicht, wie sie sich selbst gerade fühlen. Geht es ihnen gut? Geht es ihnen schlecht? Darum greifen sie auf Vergleiche mit anderen zurück und meinen, aus diesen Vergleichen ableiten zu können, wie es ihnen geht (resp. gehen müsste).
    Vormals rot|blau

  20. #1880
    Erfahrener Benutzer Avatar von Käsebrot
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    Verschiedentlich wurde ja kritisiert, dass in der Schweiz zu wenig getestet wird. Im internationalen Vergleich steht man mit ca. 20'000 Tests pro 1 Mio. Personen sehr gut da (die Länder, die noch mehr testen sind i.d.R. kleiner): https://www.worldometers.info/coronavirus/

  21. #1881
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    Zitat Zitat von PadrePio Beitrag anzeigen
    Da bin ich absolut einig mit dir. Er ist ein Experte und es gibt weltweit noch viele weitere Experten auf diesem Gebiet.
    Er ist vor allem sehr unaufgeregt. Das gefällt. Und er ist weder Politiker noch Marketingheini, d.h. ich glaube was er sagt.

  22. #1882
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    Zitat Zitat von Faniella Diwani Beitrag anzeigen
    Er ist vor allem sehr unaufgeregt. Das gefällt. Und er ist weder Politiker noch Marketingheini, d.h. ich glaube was er sagt.
    Wenn man sich seine Geschichte ansieht ist das nicht weiter verwunderlich. In Sierra Leone hat er als Arzt für das Internationale Rote Kreuz Kindersoldaten behandelt denen die Hände abgehackt worden sind, weil sie nicht "richtig" gekämpft haben. Auch in Uganda hat er Menschen behandelt, denen Gräueltaten angetan wurde, die wir uns glücklicherweise nicht einmal vorstellen können.

    Dies zeigte sich auch, als man Koch auf die Aussage des französischen Staatschefs Emmanuel Macron ansprach, der sagte, die Welt befinde sich seit Corona im Krieg. «Der Stressfaktor ist vielleicht ähnlich hoch. Und die Tatsache, dass wir immer wieder überrascht werden von Ereignissen. Aber zum Glück sind wir von kriegsähnlichen Zuständen weit entfernt.»

    Das ist keine Floskel, das ist die Aussage eines Mannes der schlimmeres gesehen hat als die aktuelle Krise. Sein Verhalten ist deswegen auch angepasst, streng aber ruhig. Er gilt als überzeugter Anhänger von Fakten, wird teilweise als geradezu stoisch und auch stur beschrieben. Er mag bisweilen hart wirken, aber wir brauchen in einer solchen Situation wie du es ansprichst kein Marketing oder Schönfärberei sondern einen Fachmann der die Probleme beim Namen nennt und auch bereit ist, die Tatsachen und Empfehlungen auszusprechen die manch ein Politiker und Bürger nicht hören mag. Wie mehrfach gesagt, ich fühle mich in der aktuellen Lage mehr als Kompetent regiert und beraten und wenn man sich die Zustände in den USA als vergleich hinzuzieht, dann sieht man was passiert wenn eine ignoranter und machbessesener Demagoge die Entscheidungen trifft.
    FC Basel - Rasenmeister 2007

  23. #1883
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    Heute schnellt die Zahl der Infizierten wieder einmal richtig in die Höhe. Gerade der Kanton Waadt scheint ein heftiges Problem zu haben.

  24. #1884
    Erfahrener Benutzer Avatar von Zuffi
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    Zitat Zitat von Gauer Beitrag anzeigen
    Heute schnellt die Zahl der Infizierten wieder einmal richtig in die Höhe. Gerade der Kanton Waadt scheint ein heftiges Problem zu haben.
    Woher hast du diese Infos?

  25. #1885
    Erfahrener Benutzer Avatar von stacheldraht
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    Zitat Zitat von Gauer Beitrag anzeigen
    Heute schnellt die Zahl der Infizierten wieder einmal richtig in die Höhe. Gerade der Kanton Waadt scheint ein heftiges Problem zu haben.
    Dasch mr friener scho im Militär klar gsi, dass die Russe e Problem sin.....
    Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. Johann Wolfgang von Goethe

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  26. #1886
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    Zitat Zitat von Zuffi Beitrag anzeigen
    Woher hast du diese Infos?
    https://kickstart.ch/interaktive-coronavirus-karte/

    Edit: Zahlen aus der Waadt waren falsch, wurde wieder angepasst.
    Geändert von Gauer (08.04.2020 um 16:18 Uhr)

  27. #1887
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    Zitat Zitat von Gauer Beitrag anzeigen
    https://kickstart.ch/interaktive-coronavirus-karte/

    Edit: Zahlen aus der Waadt waren falsch, wurde wieder angepasst.
    Ha scho dänkt. Für das sie vor ere wuche no +-200 kha hän sinn 80 sicher nit alzuschlächt.

  28. #1888
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    https://www.merkur.de/welt/coronavir...-13642458.html


    https://www.handelsblatt.com/arts_un.../25724140.html

    googlen: corona, gabriel, handelsblatt // dann gehts zum lesen. interessante thematik wird hier angesprochen wie ich finde.
    Geändert von ayrton_michael_legends (09.04.2020 um 05:58 Uhr)
    STAYTHEFUCKSAFE!!!

    ... erkennt die gefährlichkeit des virus aber lasst euch nicht von all den unseriösen prognosen der experten verunsichern...

    ... eine kurz- oder mittelfristige lösung dieser pandemie und infodemie ist utopisch...

  29. #1889
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    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Den Teufel den z.B. eine SVP hier wieder an die Wand malen will ist lediglich Polemik und Machtgehabe. Sorry aber willst du wirklich dass ein Aeschi entscheidet anstelle eines Koch? Ich auf keinen Fall. Entscheiden tun weiterhin die demokratisch gewählten Mitglieder unserer Landesregierung auf Empfehlung der Fachleute. Die Parteien und deren Exponenten sollen aktuell allesamt die Fresse halten, auch Aussagen meiner Partei der FDP kann ich nicht ernst nehmen. Lasst die Exekutive ihre Arbeit machen so wie es das Gesetz vorgesehen hat. Alles andere ist billige politische Meinungsmache.
    Du hast leider meinen Beitrag nicht richtig gelesen: Ich sage ja, dass der Bundesrat seine Arbeit gut gemacht hat bis jetzt. Aber ich sorge mich um unsere demokratischen Institutionen.

    Dein Argument mit Aeschi zeigt das schön auf: Aeschi kann überhaupt nichts allein entscheiden, wie Du suggerierst. Denn im Parlament ist er eine Stimme unter vielen und dort wird durchaus differenziert demokratisch abgewogen.

    Der Punkt ist gerade: Aeschi könnte heute Bundesrat sein, er war Kandidat. In einer Lage wie heute würde er ziemlich vieles allein oder mit ihm genehmen Leuten entscheiden. Siehst Du meinen Punkt?

    Das Parlament würde bereit diskutieren und Herausforderungen von verschiedener Seite beleuchten. Die Expertokratie hingegen entscheidet ziemlich einsam, umgeben meistens von genehmen Leuten. Wer dort nicht spurt, wird undemokratisch entlassen (siehe heute Kantonsarzt Zürich - sein Abgang hatte womöglich mit einer abweichenden Meinung zu tun).

    Das eine ist die Demokratie, die mir Sorgen bereitet. Das andere ist, dass Entscheidendprozesse, wie sie jetzt laufen, sehr oft zu schlechteren Entscheiden führen. Wer mag, der kann gern mal nach psychologischen Phänomenen wie „Groupthink“ und dergleichen googeln, die sehr gut wissenschaftlich erforscht sind.

    Fürs Protokoll: auch Daniel Kochs Arbeit und Auftreten finde ich ausgezeichnet, Respekt. Aber: Es gibt keinen Menschen, keine kleine Gruppe von Menschen, die in ihrer Qualität die Vielfalt der Perspektiven ersetzen kann, die unsere Demokratie abbildet.

    Deshalb: Der Notstand war richtig, aber er sollte nun rasch zu einem Ende kommen. Bei noch rund zehn neuen Fällen pro Tag in Basel kann man kaum rechtfertigen, dass der Bundesrat noch die volle Macht bei sich hat wie im Krieg... Denkbar wollte zum Beispiel auch eine sofortige Rückkehr zur „besonderen Lage“ gemäss Gesetz.

  30. #1890
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    Zitat Zitat von JohnFranklin Beitrag anzeigen
    Der Punkt ist gerade: Aeschi könnte heute Bundesrat sein, er war Kandidat. In einer Lage wie heute würde er ziemlich vieles allein oder mit ihm genehmen Leuten entscheiden. Siehst Du meinen Punkt?
    Eine unterstellung die du jedem Extrem-Politiker unterstellen kannst. Nur OB das den auch Wahr gewesen wäre, daran Zweifle ich.
    Nichts ausser stimmungsmache gegen einzelne Personen/Parteien. Und das in einer Zeit, in der das überhaupt nicht Wichtig ist.
    EMBOLO <3

    Zitat Zitat von LeTinou Beitrag anzeigen
    ... Wenn du 100% vor allem geschützt werden willst kannst du dich gleich nach der Geburt in den Sarg legen und auf dem Tod warten.

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