Schumi macht sich im Waadtland unbeliebt

Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher verärgert die Einwohner seiner neuen Heimatgemeinde: Um den Zugang zum See allein für sich zu haben, liess er einen bisher öffentlichen Weg über sein Grundstück mit Barrieren dichtmachen.
Versteckt im Wald bei Gland versperrt seit kurzem ein noch in Folie gepackter Schlagbaum einen Weg zum Genfersee. Direkt daneben steht die Erklärung auf einem Schild: «Propriété privée, passage interdit» u2013 «Privatbesitz, Durchgang verboten». Der Eigentümer des Grundstücks, Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schuhmacher, hatte wohl genug von den Fischern und badefreudigen Waadtländern. «Es ist nicht mehr möglich dem See entlangzugehen», nervt sich Spaziergängerin Marie. «All die Reichen reissen sich die Seeufer unter den Nagel.»

Besonders brisant an diesem Fall: Bei der Gemeinde hat man angeblich nichts von der Sperrung gewusst. «Niemand war informiert», so Gemeindeverwalter Gérald Cretegny. Es sei aber schliesslich Schuhmachers Besitz, also habe er auch das Recht, den Zugang zu verbieten. Dies ist erstaunlich, da laut dem Leitplan der Gemeinde ein durchgehender Weg am Rand des Sees den Zugang zu den Ufern erlauben müsste. Dies bestätigt Victor von Wartburg, Präsident der Vereinigung öffentliche Ufer.

Der Kanton habe kürzlich erklärt, dass die Gemeinde deshalb aktiv werden müsse. Schumacher wird also seine Barrieren vermutlich wieder entfernen müssen.