Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Ost-Vereine und was aus ihnen wurde

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Somnium
    Registriert seit
    13.12.2004
    Ort
    Bebbihausen
    Beiträge
    729

    Standard Ost-Vereine und was aus ihnen wurde

    Ost-Vereine
    *
    Mit Mielke und Maradona

    Von Thorsten Stegemann
    Wer einen guten Empfang hatte, konnte früher samstags vor der "Sportschau" die Spiele der DDR-Oberliga verfolgen. In einer dreiteiligen Serie zeigt SPIEGEL ONLINE, was aus einigen der sozialistischen Elite-Clubs wurde. Den Anfang machen ein umstrittener Rekordmeister, ein Kreisklassen-Kultverein und ein abgerüsteter Armeeclub.

    Mit einem neuen Trainer, den bis dato nur Insider kannten, begann in der Saison 1977/78 eine der größten Erfolgsgeschichten im DDR-Fußball. Jürgen Bogs führte den 1966 in Berlin gegründeten BFC Dynamo auf den dritten Platz, anschließend wurde der Verein, in dem auch die späteren Bundesligaspieler Falko Götz, Thomas Doll oder Andreas Thom aktiv waren, zehnmal nacheinander DDR-Meister.

    Der Lieblingsverein von Stasi-Chef Erich Mielke hatte im Rest der Republik jedoch einen denkbar schlechten Ruf, da die Berliner ganz offensichtlich begünstigt und Entscheidungen der Schiedsrichter gezielt beeinflusst wurden. "Schiebermeister BFC" skandierten die gegnerischen Fans, die sich nach dem Fall der Mauer in ihrem Argwohn bestätigt sahen. Ohne staatliche Rückendeckung geriet der hoch verschuldete Verein ins Trudeln, stürzte in die Verbandsliga ab und musste schließlich ein Insolvenzverfahren über sich ergehen lassen.

    Immer neue Schlagzeilen sorgten für weitere Unruhe beim Berliner Club. Eine Fernseh-Dokumentation nährte den Verdacht, dass der frühere BFC-Spieler Lutz Eigendorf, der sich 1979 in den Westen abgesetzt hatte, vier Jahre später von der Stasi ermordet wurde.

    Im November vergangenen Jahres wurde der ehemalige Torwart des BFC, Werner Lihsa, vom Landgericht Berlin zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Der 61-jährige Ex-Nationalspieler hatte seine zweite Ehefrau getötet. Das Gericht war überzeugt, dass der Auslöser für Lihsas Tat dessen Alkoholkonsum war, deshalb wurde das Delikt als ein minderschwerer Fall des Totschlags bewertet.

    Der BFC, der von 1990 bis 1999 FC Berlin genannt wurde, spielt heute wieder in der Oberliga, die in gesamtdeutscher Perspektive allerdings nur viertklassig ist. Mittelfristig sollen wieder höhere Regionen angepeilt werden.

    Die Erfolge des VfB Leipzig liegen noch länger zurück als die des BFC, sind aber ebenso unvergessen - und weniger umstritten. Mit einem 7:2 gegen den DFC Prag gewannen die Sachsen 1903 die erste deutsche Fußballmeisterschaft.

    Es folgten zwei weitere Meistertitel (1906 und 1913), ein Pokalsieg (1936) und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zahllose Umbenennungen. Allerdings waren die Verantwortlichen weder mit "SG Probstheida", "BSG Erich Zeigner Probstheida Leipzig", "BSG Einheit Ost", "SC Rotation Leipzig" noch mit der schlanken Bezeichnung "SC Leipzig" zufrieden. 1966 einigte man sich dann auf den 1. FC Lokomotive Leipzig.

    Unter dem neuen Vereinsnamen holte "die Loksche", wie der Club im Volksmund hieß, viermal den FDGB-Pokal, drei Vizemeisterschaften und erreichte mit Topstürmer Olaf Marschall 1987 sogar das Finale im Europapokal der Pokalsieger. Der Aufstieg in die Bundesliga 1993 war für den Traditionsclub der Höhepunkt. Zehn Jahre später war der VfB bankrott.

    Im Dezember 2003 entschloss sich der Koch Steffen Kubald dann zur Aufsehen erregenden Neugründung des 1. FC Lok Leipzig. Der spielt als Neuling zwar vorerst nur in der elften Liga, hat aber jede Menge Spaß und schickt beim regulären Punktspiel auch schon mal die 62-jährige Vereinslegende Henning Frenzel ins Rennen. Beim Comeback der Lokomotive kamen fast 13.000 Zuschauer ins Leipziger WM-Stadion. Demnächst soll sogar der westdeutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus das Trikot des sächsischen Kultclubs überstreifen - und Europameister Otto Rehhagel für ebenfalls ein Spiel auf der Trainerbank Platz nehmen.

    Nöldner, der "DDR-Puskas"

    Für weitaus weniger Aufsehen sorgt derzeit der Nachfolger eines anderen Traditionsvereins: Viktoria Frankfurt an der Oder. Im Mai 2003 stiegen die Brandenburger in die Oberliga auf, doch dort hielt sich der Club nicht lange: Nach nur einem Jahr mussten die Frankfurter wieder den Rückweg antreten und setzen sich nun einmal mehr mit Luckenwalde, Altlüdersdorf und dem BSV Guben Nord auseinander.

    Den älteren Zuschauern läuft es dabei kalt den Rücken herunter, denn der Armeesportklub ASK Vorwärts Berlin, aus dem der FC Vorwärts Frankfurt "nach einem Beschluss der Leitung des Ministeriums für Nationale Verteidigung" 1971 hervorgegangen war, wurde immerhin sechsmal DDR-Meister und holte zwei Pokalsiege.

    Als überragender Vorwärts-Spieler gilt der heutige "Kicker"-Redakteur Jürgen "Kuppe" Nöldner. Der hoch talentierte "DDR-Puskas", so der ehemalige Nationaltrainer Karoly Soos, schoss 1965 gegen Österreich das schnellste Länderspieltor der ostdeutschen Auswahl aller Zeiten und wurde 1966 Fußballer des Jahres.

    Für den nach Frankfurt an der Oder abkommandierten Nachfolger, bei dem unter anderem der spätere Nationalspieler und BVB-Profi Jörg Heinrich unter Vertrag stand, reichte es in den achtziger Jahren noch zu einer Vizemeisterschaft.

    Im zweiten Teil der Serie lesen Sie am Donnerstag, dem 17. Februar 2005, was aus Jena, Brandenburg und der SG Planitz wurde.

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,druck-336279,00.html

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Somnium
    Registriert seit
    13.12.2004
    Ort
    Bebbihausen
    Beiträge
    729

    Standard

    Ost-Vereine
    *
    Wo der Stahl gehärtet wurde

    Von Thorsten Stegemann

    Sie strahlten einst und sind inzwischen von der Bildfläche verschwunden. Im zweiten Teil der Serie stellt SPIEGEL ONLINE drei weitere Legenden der DDR-Oberliga vor - ein Team, das nicht um die Deutsche Meisterschaft spielen durfte, einen ewigen Tabellenführer und einen Verein, der nach der Wende buchstäblich demontiert wurde.

    Glorreich war einst der FC Carl Zeiss Jena. Mit Roland Ducke (1970), Peter Ducke (1971), Bernd Bransch (1974), Hans-Ulrich Grapenthin (1980/81) und Rüdiger Schnuphase (1982) stellte der Club gleich sechsmal den DDR-Fußballer des Jahres. Nur Dynamo Dresden brachte es auf einen Ehrentitel mehr.

    Der 1903 gegründete Verein aus Jena hat seinen Namen seit 1966 nicht mehr ändern müssen, was im DDR-Sport keinesfalls selbstverständlich war. Der FC Carl Zeiss feierte insgesamt drei Meisterschaften und vier Pokalsiege. In der ewigen Tabelle der DDR-Oberliga steht Jena zudem vor dem BFC Dynamo und Dynamo Dresden an erster Stelle.

    In den neunziger Jahren spielte das Team, dem sich noch immer rund 150 Fanclubs verbunden fühlen, fast durchgängig in der zweiten Fußball-Bundesliga, doch mittlerweile regiert auch in Jena der graue Oberliga-Alltag. Unter dem 39-jährigen Trainer Heiko Weber, der zehn Spielzeiten lang selbst für den FC aktiv war, könnte allerdings endlich die Rückkehr in die Drittklassigkeit gelingen. Jena ist derzeit souveräner Tabellenführer und stellt obendrein den mit Abstand besten Sturm der NOFV-Oberliga Süd.

    Der spektakulärste Auftritt der laufenden Saison gelang den Thüringern Ende September beim Heimspiel gegen den FV Dresden Nord, das nach 90 einseitigen Minuten 8:1 endete. Vorsicht ist trotzdem geboten: In der vergangenen Saison wurden die Jenenser auf der Zielgeraden noch vom VFC Plauen überholt.

    Eine Klasse tiefer, in der Verbandsliga, kämpft seit vielen Jahren der FC Stahl Brandenburg ums Überleben, der einst zu den festen Größen im DDR-Fußball zählte. Zwar war die BSG Stahl Brandenburg erst seit 1984 in der Beletage vertreten, doch schon kurze Zeit später sorgten die "Stählernen" für ein Novum: Als erster Oberligist qualifizierte man sich bereits nach zwei Jahren in der höchsten Spielklasse der DDR für den Uefa-Cup.

    Mit der Wende kamen die ersten finanziellen Probleme. Das Stahl- und Walzwerk, wichtigster Arbeitgeber der Stadt und größter Trägerbetrieb der Blau-Weißen, wurde demontiert. Sportlich lief es dagegen zunächst gut, Stahl spielte 1991/92 immerhin in der zweiten Bundesliga - doch der Abstieg folgte bereits nach einer Saison. 1994 kam es vor der Aufstiegsrunde zur zweiten Liga zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb des Vorstands. Sie endeten mit dem Rückzug des Hauptsponsors, der den Club bis dahin mit gut zwei Millionen Mark unterstützt hatte.

    Von nun an ging es steil bergab, seit 1996 sieht man im altehrwürdigen Stadion am Quenz nur noch Verbandsliga-Fußball. Trost für die Fans: Pro Jahr stehen zwei Duelle mit dem alten Lokalrivalen Brandenburger SC Süd 05 auf dem Programm. Der erfolgreichste Stahl-Export war übrigens Steffen Freund. Der heute 35-Jährige, der inzwischen seine aktive Laufbahn beendet hat, wurde 1996 Europameister und holte mit Borussia Dortmund 1997 die Champions League.

    49 Jahre zuvor, im Sommer 1948, hatte die SG Planitz den ersten Ostzonentitel geholt und sich damit für das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Doch aus dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg und die Chance auf die gesamtdeutsche Fußballkrone wurde nichts - Planitz bekam von der sowjetischen Besatzungsmacht keine Spielgenehmigung und schied kampflos aus. Aus Planitz wurde später die ZSG Horch Zwickau, die sich dann BSG Motor Zwickau und schließlich BSG Sachsenring Zwickau nannte.

    In der Vereinschronik finden sich neben einer weiteren Meisterschaft im Jahr 1950 drei nationale Pokalsiege. Außerdem wurde der Torhüter Jürgen Croy gleich dreimal zum DDR-Fußballer des Jahres gewählt, der Keeper setzte sich 1972, 1976 und 1978 durch (so häufig siegte nur noch Hans-Jürgen "Dixie" Dörner). Nach der Wende gelang dem neu gegründeten FSV Zwickau der Sprung in die zweite Fußball-Bundesliga.

    Gerd Schädlich, heute Coach des Zweitligisten FC Erzgebirge Aue (vormals Wismut), führte Zwickau in der Spielzeit 1995/96 sogar auf den fünften Tabellenplatz. Das ist lange her, heute spielt das Team zwei Klassen tiefer. Doch mittelfristig soll die Rückkehr in den bezahlten Fußball gelingen. Die vereinseigene Homepage ist bereits mindestens zweitligareif, und auch das Credo des Sponsors, einer Großbrauerei, verspricht bessere Zeiten: "Alles im grünen Bereich. Alles."

    Im dritten und letzten Teil der Serie lesen Sie am nächsten Donnerstag, was aus Fortschritt Meerane, Waggonbau Dessau, Schifffahrt Hafen Rostock und dem HFC Chemie wurde.

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,341885,00.html

  3. #3
    Benutzer
    Registriert seit
    13.12.2004
    Beiträge
    53

    Standard

    interessante story von Spiegel. Freue mich auf den dritten Teil.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von Somnium
    Registriert seit
    13.12.2004
    Ort
    Bebbihausen
    Beiträge
    729

    Standard

    OST-VEREINE

    König Richard und die Feuerzangenbowle

    Von Thorsten Stegemann

    Sie strahlten einst und sind inzwischen von der Bildfläche verschwunden. Zum Abschluss der dreiteiligen Serie stellt SPIEGEL ONLINE vier weitere Legenden des DDR-Fußballs vor - darunter ein Team, das den Fortschritt im Namen trug, einen Club, bei dem die Chemie stimmte, und einen Verein, der zum 100. Geburtstag einen Traum hat.

    Meerane belegt zwar immerhin Platz 25 der ewigen Tabelle der DDR-Oberliga, doch der Ruhm war kurz und schnell verblasst. Nachdem Meerane 07 in den zwanziger Jahren bereits durch den Gewinn lokaler Meisterschaften und Pokalwettbewerbe auf sich aufmerksam gemacht hatte, verbrachten die Sachsen in den späten vierziger und frühen fünfziger Jahren fünf Spielzeiten in der Oberliga.

    Über Platz neun kam der Verein allerdings nie hinaus. Häufige Trainer- und Spielerwechsel machten eine konstante Aufbauarbeit nahezu unmöglich, und 1955 musste man sich nach fünf Siegen, drei Unentschieden und 18 Niederlagen endgültig aus der Erstklassigkeit verabschieden.

    Die alte Spielstätte "Roter Hügel", der später "Karl Liebknecht-Sportplatz" hieß, gibt es schon lange nicht mehr. Seit 1956 spielten die Meeraner im "Stadion der Freundschaft", das heute nach Richard Hofmann benannt ist. Der 25-fache Nationalspieler (24 Tore) mit dem Spitznamen "König Richard" war von 1913 bis 1928 für Meerane 07 aktiv - ist aber nicht der berühmteste Sohn der 18.000-Einwohner-Stadt.

    In Meerane wurde auch der Komponist Werner Bochmann geboren, der neben der Filmmusik zur "Feuerzangenbowle" auch den unverwüstlichen Schlager "Der Theodor im Fußballtor" schrieb. Weniger Interessantes gibt es allerdings über den einheimischen Fußballverein zu berichten, denn der Meeraner SV - wie er heute heißt - kickt nur noch in der Staffel 2 der Bezirksklasse Chemnitz.

    Der ganz große Durchbruch gelang auch dem SV Hafen Rostock 61 nie, insofern ist der jetzige Aufenthalt in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern nicht angenehm, aber zu verkraften. Die BSG Schifffahrt und Hafen Rostock beeindruckte zu DDR-Zeiten vor allem durch die Hartnäckigkeit, mit der sie versuchte, wenigstens einmal den Sprung in die Oberliga zu schaffen. Das gelang nicht, aber Hafen Rostock hat sich im Laufe der Jahrzehnte als erstklassige Nachwuchsschmiede einen Namen gemacht.

    1999 wurde der Verein vom Deutschen Sportbund mit dem "Grünen Band für vorbildliche Talentförderung" ausgezeichnet, mit dem derzeit gegen den Abstieg kämpfenden Bundesligisten Hansa Rostock gibt es seit April 2004 eine Kooperationsvereinbarung. Die Stadt hinderte das allerdings nicht daran, das alte Sportgelände am Richtfunkturm an die Wohnungsgesellschaft Wiro zu verkaufen.

    "Ich bekomme einen dicken Hals, wenn ich höre, dass sich Rostock um die olympischen Segelwettbewerbe 2012 bemüht, andererseits aber seine eigenen Vereine wie den letzten Dreck behandelt", wetterte Fußball-Abteilungsleiter Harald Jargow zu Zeiten der Leipzig-Rostocker Bewerbung. Mittlerweile teilt sich der SV Hafen Rostock 61 den Sportpark am Damerower Weg mit dem Polizeisportverein und anderen lokalen Sportclubs.

    Wosz, Nachtweih, Meißner und Tretschok

    Die ZSG Union Halle schaffte es 1949, die BSG Turbine Halle 1952, doch dem 1966 gegründeten Nachfolgeverein Hallescher FC Chemie war kein Meistertitel mehr beschieden. Trotzdem spielte der Club eine hervorragende Rolle in der Oberliga, qualifizierte sich zweimal für den Uefa-Cup und stellte mit Bernd Bransch zweimal den Fußballer des Jahres (1968 und 1974). Nach dem Mauerfall versuchten sich die Hallenser in der zweiten Fußball-Bundesliga, wurden jedoch schnell durchgereicht und landeten schließlich in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt.

    In all den Jahren blieb der Verein trotzdem seinem Motto treu: "Bei uns stimmt die Chemie", heißt es in der Vereinshymne. Neben guter Stimmung gab es in Halle aber vor allem immer eins: eine herausragende Jugendarbeit, was die prominente Liste ehemaliger HFC-Akteure zeigt. Zu ihnen gehört Norbert Nachtweih ebenso wie Dariusz Wosz, aber auch Silvio Meißner und Réne Tretschok schnürten einst in Halle ihre Fußballschuhe.

    Zurzeit spielt der Hallesche FC in der Oberliga, Staffel Nordost Süd. Manager Lutz Lindemann, der nebenbei auch Cheftrainer ist, will mit seinem aus jungen Spielern und ehemaligen Zweitligaprofis gemischten Team zwar gern aufsteigen - doch angesichts der starken Konkurrenz aus Jena und Plauen mutet das Unterfangen reichlich schwierig an. Auf der Internetseite des Vereins heißt es zum Saisonziel deshalb salomonisch: Platz 3 soll es, bitte schön, sein. Da muss der HFC aber noch zulegen, derzeit ist der Club nur Achter.

    Hoffen in Dessau

    Sehr weit zurück liegen auch die Erfolge des jetzigen HFC-Ligarivalen SV Dessau 05. Schon in den dreißiger Jahren nahm der Club mehrfach an den Endrunden zur Deutschen Meisterschaft teil. Nach Kriegsende, als die sowjetischen Militärbehörden den alten Vereinsnamen verboten, ging der Club als "BSG Waggonfabrik Dessau" auf Torejagd. Noch im selben Jahr gewannen die Dessauer den ersten Ostzonenpokal gegen Wismut Gera-Süd und qualifizierten sich damit für die DDR-Oberliga, in der sie bis 1954 - erneut unter verschiedenen Vereinsnamen - vertreten waren.

    Doch dann wurde es still um den beschaulichen Schillerpark, bis Dessau in den neunziger Jahren ein unerwartetes Comeback startete. 1994 gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Landesliga Sachsen-Anhalt, vier Jahre später spielte sie in der Verbandsliga, und 2004 machte sie noch einen Sprung in die Oberliga. In der vierthöchsten deutschen Spielklasse wollen die Sachsen-Anhaltiner ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum erleben. Das Fest könnte zu einer Trauerfeier werden. Derzeit ist Dessau Tabellen-14., der Vorsprung auf den Letzten beträgt nur vier Punkte.

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,343390,00.html

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •