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Thema: Hass thread!

  1. #12241
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Deine Gefühle zum Fall Maddie kann ich gut nachvollziehen. Was so ein Täter den Opfern, aber auch deren Angehörigen für Schmerz bereitet, ist schier unbeschreiblich und unerträglich. Dass der Täter diesen Schmerz erst selbst empfinden muss, um das Ausmass seiner Tat verstehen zu können, ist logisch. Ich bin nur nicht der Ansicht, dass es an mir liegt, ihm diesen Schmerz zuzufügen. Wenn er die Tat einsieht und ehrlich bereut, also nicht bloss als Lippenbekenntnis, sondern selbst an dem verursachten Schmerz leidet und beinahe zu Grunde geht, würde ich vielleicht Mitleid empfinden und verzeihen können.

    Eine Gefängnisstrafe sollte meiner Meinung nach zur Einsicht führen und nicht an eine fixe Anzahl Jahre gekoppelt sein. Wer keine Einsicht für ein kleines Delikt zu generieren vermag, wird es nach der Entlassung mit höherer Wahrscheinlichkeit wiederholen, als einer, der Einsicht bewiesen hat und noch Jahre abzusitzen hätte. Wer sich an einem Kind vergriffen hat, ist wahrscheinlich viel zu feige und schwach, dem verursachten Leid ins Auge zu blicken und sich dem Nachempfinden zu stellen. Wenn ein Täter es vorzieht, in der Zelle zu verrotten oder sich das Leben zu nehmen, hätte ich keine Mühe damit.

    Ich weiss, dass dieser Gedanke einfach gefasst ist, solange ich nicht in so einer Situation stecke. Ich hätte aber auch Verständnis für mich, wenn ich von Emotionen überwältigt aus Rache handeln würde. Darum entspricht das auch eher einem nüchtern gefassten Wunsch, wie ich von mir erwarte und hoffe zu handeln, sollte ich tatsächlich mal in so eine schlimme Lage geraten. Ob ich dazu in der Lage wäre, werde ich hoffentlich nie herausfinden müssen. Aber ich finde, dass es nicht schadet, sich mit den eigenen Erwartungen an sich selbst auseinanderzusetzen.

    Und was die psychologische Gutachten betrifft. Diese sollten meiner Ansicht nach dazu dienen, einen Täter zu verstehen und ihm einen einfacheren Zugang zur Einsicht zu ermöglichen. Nicht um eine Tat zu rechtfertigen oder eine Strafe abzumildern. Diese Ansätze finde ich falsch. Dass psychologische Hilfe für Straftäter besser und zugänglicher ist, als für die breite Bevölkerung, wirkt störend.
    Ich kann durchaus nachvollziehen dass unser Rechtssystem ein Täterstrafrecht ist und die Resozialisierung des Straftäters im Fokus stehen soll. Langfristig ist das für das System und den Täter sinnvoller als der Wunsch nach Rache und Vergeltung. Alle sinnvoll und nachzuvollziehen. Auch nachvollziehbar ist, das ein Päderast oder Vergewaltiger in einem psychologischen Gutachten eine Störung nachgewiesen wird. Hoffentlich, den dieses Verhalten kann ja nicht einem gesunden Geist entspringen.

    Schwierig wird es, wenn diese Abnormalität als strafmildernd gewertet wird. Die verminderte Schuldfähigkeit ist ja mittlerweile eine gängige Praxis. Erst einmal wird ein Freispruch angestrebt. Falls das nicht geht dann die Schuldunfähigkeit. Ich weiss nicht ob du Vater bist, aber exakt dort ziehe ich die Linie. Wer sich an meinen Kindern vergreift wird nie mehr die Möglichkeit haben, diese Schmerz anderen Familien und Kindern zuzufügen. Wenn weder der Staat noch das geltende Rechtssystem in der Lage ist, diese Zustand zu garantieren, so nehme ich mir das Recht heraus, diesen Misstand zu korrigieren. Ich habe z.B. die Argumentation im Parlament hinsichtlich der Verjährung von Kindsmissbrauch exakt verfolgt. Da wurde mit dem Recht auf Vergessen argumentiert, speziell aus den Rängen der CVP. Das war schockierend mitanzusehen, speziell weil man in diesem Land bisweilen länger für Betrug einsitzt als für die Vergewaltigung eines Kindes. So oder so, ich bin ziemlich gesetzestreu, sei dies Privat oder im Beruf. Aber wie gesagt, meine Linie ist gezogen und keinesfalls ein Lippenbekenntniss.
    FC Basel - Rasenmeister 2007

  2. #12242
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    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Da wurde mit dem Recht auf Vergessen argumentiert, speziell aus den Rängen der CVP.
    Vor dem historischen Hintergrund dieser Partei verwundert das nicht. Die Kirche schützt den Hirten der sich an seinen Schäfchen vergreift. Das kann immer wieder beobachtet werden. Abt reiben geht nur in zwei Worten...
    Geändert von Faniella Diwani (04.06.2020 um 16:16 Uhr)

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