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Thema: Hass thread!

  1. #12391
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lällekönig
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    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Aber ich hoffe du gehst immerhin mit mir einig, dass die Basis und die grosse Gefahr von Rassismus eben diese Abneigung gegen unbestimmte Ausländer und Volksgruppen als anonyme Grösse ist. In der persönlichen Bekanntschaft sieht das häufig anders aus, da es dann auch für den grössten Rassisten offensichtlich ist, dass der Charakter eines Individuum eben nicht ausschliesslich von dessen Herkunft rührt sondern lediglich ein Bestandteil vom Wesen eines Menschens ist.

    Dass es leider auch bei Linken (vor allem in grün-esoterischen Kreisen) Rassisten gibt ist klar, denn unsere Gesellschaft ist voll von Rassismus und kein Teil der Gesellschaft ist davon nicht betroffen. Von kleinen Beschimpfungen bis zum systematischen Rassismus in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, genau das ist ja das Argument aus linker Sicht. Und ich denke du würdest daher auch nicht abstreiten welche etablierte politische Partei daher das Sammelbecken für die allermeisten von diesen Menschen ist.
    Wenn du von einer «Gefahr» redest, bist du an der Grenze zu einem Narrativ, weil du damit schon auf ein mögliches Ende der Geschichte Bezug nimmst. Das ist aber völlig normal, weil wir in Narrativen erklären. Ich hinterfrage mich daher immer wieder, was meine Narrative prägt.

    Nüchtern betrachtet haben wir in der Schweiz verschiedene Probleme. Ein unbewusste Diskriminierung, welche sich auch strukturell manifestiert und weite Teile der Bevölkerung betrifft. Und eine bewusste Diskriminierung in Folge rassistischer Motive, welche wohl von einer kleineren Menge als der vorangegangenen ausgeht.

    Ich sage vor allem, dass man diese beiden Dingen nicht vermischen soll. Die meiste Ablehnung geht darauf zurück, dass man etwas nicht oder zu wenig gut kennt. Ob man sich dann gleich eine Theorie dazu herleiten muss, um mit dieser Einstellung leben zu wollen oder ob man einfach noch keine Gelegenheit hatte, durch einen persönlichen Eindruck seine Einstellung zu revidieren, würde ich auf jeden Fall unterscheiden.

    Die rassistische Ideologie hingegen würde ich auf jeden Fall verurteilen und deren Verbreitung zu verhindern suchen. Ich wähle dafür halt einfach die Diskussion und Argumente. Aber niemals käme es mir in den Sinn, gleich allen diese Ideologie zu unterstellen, auch wenn sich der Effekt für die Betroffenen ähnlich auswirken kann.

    Die nicht ideologisch bedingte Diskriminierung auf Grund mangelnder Kenntnis liesse sich durch simples Kennenlernen bekämpfen. Weil dadurch Vorurteile abgebaut werden. Dies würde nicht nur die Situation der Betroffenen massiv verbessern, es entzieht auch gleichzeitig der Ideologie den Nährboden, weiterzuwachsen.

    Wirft man hingegen alles in einen Topf und packt das Label «Rassismus» drauf, macht man es sich nicht nur unnötig schwer, man erzeugt auch eine Form der Solidarisierung jener, die sich zu Unrecht dieser Ideologie beschuldigt fühlen mit den echten Rassisten. Weil diese den Eindruck gewinnen, dass ihre eigene, an und für sich gemässigte Haltung, bereits als rassistisch gelten würde, somit Rassismus ja gar nicht zwingend schlecht sein muss.

    Die letzten beiden Abschnitte sind meine Narrative. Eines geht in Richtung Deeskalation das andere in Richtung Eskalation. Aber ich hoffe, dass sie nicht auf einer Ideologie basieren, sondern auf Vernunft und der Beobachtung menschlichen Verhaltens und Gruppendynamiken. Der letzte Abschnitt beschreibt auch ungefähr die Mechanik, die dazu geführt hat, wie die neue Rechte an Stimmen gewinnt. Weil (rechts)bürgerliche Positionen und nationalsozialistischen Positionen in den gleichen Topf geworfen werden, statt sie zu unterscheiden. DAS finde ich gefährlich. Das Gleiche Spiel läuft übrigens auch in die andere Richtung mit der undifferenzierten Betrachtung von (links)sozialen Positionen und linksextremen Positionen. Oder warum glaubst du, dass jetzt neuerdings allem eine Nähe zur Antifa nachgesagt wird?
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  2. #12392
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    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Was aber auch die SP-Eltern nicht zu Rassisten macht. Zugegeben war deren "Begründung" unsensibel.
    Habe ich auch nicht behauptet. Ich wollte nur zeigen, dass die Verletzungen auch von Vorurteilen ausgehen können, die nicht zwingend einen fremdenfeindlichen oder rassistischen Hintergrund haben müssen. Und um diese Verletzungen und Ausgrenzungen zu mindern, sollte es uns doch in erster Linie gehen.


    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Lustigerweise scheinen aber auch Schwarze in der Schweiz nicht von Vorurteilen gefeiht zu sein. Heute hab ich wieder gehört, dass die Frage "wo kommst du her" als rassistisch gilt. Da haben aber die gefragten das Vorurteil, dass diese Frage per se als Abgrenzung gemeint ist. Ich glaube wir sollten aufhören, den Rassismus nur in Worten und Sätzen zu suchen. Der Rassismus existiert in Denkschemata und in Handlungen, er äussert sich eventuell in Worten, da ist er aber schlecht erkennbar, ausser es handelt sich um klar formulierte und nicht interpretierbare Inhalte. Frage ich einen Schwarzen in den ersten 30 Sekunden "wo kommst du den her?" kann das schon missverstanden werden. Unterhalten wir uns aber ein wenig, ist diese Frage völlig anders zu werten. KONTEXT meine Damen und Herren, der KONTEXT ist entscheidend. Ich lasse mir mein Interesse an anderen Menschen und deren Herkunft nicht als Rassismus taxieren.
    Stimme dir zu. Aber weil es so schön zur Frage «Wo kommst du her?» passt:
    Händsche hat dazu ein sehr gutes MaiLab Video verlinkt.


    Zitat Zitat von Lusti Beitrag anzeigen
    Und so verlieren wir in dieser eigentlich wichtigen Diskussion wieder den Fokus (also nicht wir hier, aber die Gesellschaft als ganzen). Aber das passiert ganz automatisch, wenn die politische Meinung mitschwingt. Rechts möchte das Problem nicht lösen sondern weiterhin bearbeiten und ausschlachten. Und Links möchte gleich die Gesellschaft auf Sozialismus, Gruppendenken und Equality of Outcome umstellen. Also wollen beide Huckepack auf einem real existierenden Problem ihre politische Agenda durchboxen. Dasselbe macht die Linke übrigens auch mit der Feminismusbewegung, es geht auch dort nicht mehr um Frauenrechte sondern um Gruppendenken und Equality of Outcome. Sorry, so werden wir die grundlegenden Probleme niemals lösen.
    Genau. Wo kein Druck herrscht, ist man zu bequem etwas zu verändern zu wollen und wo Druck herrscht, ist man empfänglich für alles, was Abhilfe verspricht. Die extremsten Positionen, jener die eine Veränderung herbeisehnen oder fürchten, nutzen dann die Gelegenheiten jeweils dazu, eine politische Agenda durchzusetzen, indem sie von den eigentlichen Probleme, die den Druck erzeugen, ablenken und sie mit einem ideologischen Spin versehen. Das war bei den Pegida Demonstrationen nicht unähnlich.

    Die ganze Feminismusdebatte habe ich schon seit frühester Jugend ziemlich differenziert wahrgenommen. Da gab es immer wieder sehr gute und nachvollziehbare Positionen und sehr konstruierte. Aber auch hier würde ich den Lösungsansatz darin sehen, nicht alle Menschen mit einem gleichgestalteten Chromosomensatz in einen Topf zu werfen, sondern als Individuen zu betrachten und versuchen zuzuhören, miteinander statt übereinander reden und gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  3. #12393
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    Zitat Zitat von Käppelijoch Beitrag anzeigen
    Richtig.
    Ja wie bei der AfD. Trotzdem ist man gezwungen sie zu wählen wenn man die Länder in ihrer alten Form behalten möchte.

  4. #12394
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    Zitat Zitat von STING GCZ 1886 Beitrag anzeigen
    Ja wie bei der AfD. Trotzdem ist man gezwungen sie zu wählen wenn man die Länder in ihrer alten Form behalten möchte.
    Gezwungen bist du nicht. Du kannst dieses an und für sich konservative Anliegen auch an eine konservative Partei herantragen. Ihr erklären, dass dir dieses Anliegen sehr am Herzen liegt und sie bitten, es stärker zu berücksichtigen. Aktiv dafür weibeln.

    Aber zwingen tut dich weder dein Anliegen, noch deine bisherige Partei. Das sind höchstens Ausreden für deine Bequemlichkeit, nicht aktiv in die Politik deiner Partei eingreifen zu wollen, indem du deine Stimme erhebst oder dafür, einer Ideologie wie jener der AfD näher zu stehen, als du es dir eingestehen willst.

    Klar kannst du dich auch für die AfD entscheiden, wenn du gewillt bist, den ideologischen Überbau in Kauf zu nehmen. Aber dann würde ich auch dazu stehen, statt zu jammern, dass ich dazu gezwungen würde. Das klingt schon sehr verzweifelt, beinahe armselig.

    OK, du magst auch den GCZ, vielleicht ist man dort so drauf.
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  5. #12395
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Gezwungen bist du nicht. Du kannst dieses an und für sich konservative Anliegen auch an eine konservative Partei herantragen. Ihr erklären, dass dir dieses Anliegen sehr am Herzen liegt und sie bitten, es stärker zu berücksichtigen. Aktiv dafür weibeln.

    Aber zwingen tut dich weder dein Anliegen, noch deine bisherige Partei. Das sind höchstens Ausreden für deine Bequemlichkeit, nicht aktiv in die Politik deiner Partei eingreifen zu wollen, indem du deine Stimme erhebst oder dafür, einer Ideologie wie jener der AfD näher zu stehen, als du es dir eingestehen willst.

    Klar kannst du dich auch für die AfD entscheiden, wenn du gewillt bist, den ideologischen Überbau in Kauf zu nehmen. Aber dann würde ich auch dazu stehen, statt zu jammern, dass ich dazu gezwungen würde. Das klingt schon sehr verzweifelt, beinahe armselig.

    OK, du magst auch den GCZ, vielleicht ist man dort so drauf.
    Aber eine gewisse Tradition kannst du dem GCZ ja auch nicht abstreiten?
    Nennt mich einen Ewiggestrigen aber mir bedeutet unsere Werte, Kultur und Traditionen halt etwas.
    Etwas was ich bei den Linken und Grünen nicht erkennen kann.
    Zugegeben, manchmal kommt auch von linker Seite aus mal was gescheites.
    Ist schon nicht so als stimme ich immer nur das was die SVP mir empfehlt.

  6. #12396
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    Zitat Zitat von STING GCZ 1886 Beitrag anzeigen
    Aber eine gewisse Tradition kannst du dem GCZ ja auch nicht abstreiten?
    Nennt mich einen Ewiggestrigen aber mir bedeutet unsere Werte, Kultur und Traditionen halt etwas.
    Etwas was ich bei den Linken und Grünen nicht erkennen kann.
    Zugegeben, manchmal kommt auch von linker Seite aus mal was gescheites.
    Ist schon nicht so als stimme ich immer nur das was die SVP mir empfehlt.
    Ich dachte primär an die Furcht vor der Veränderung durch Ausländer und euren neuen Investor.

    Alle Parteien haben sich aus der Vertretung von durchaus wertvollen Anliegen gebildet und alle Parteien vertreten diese zum Teil katastrophal und/oder mit falschen Argumenten und aus falsch hergeleiteten Gründen. Ich sehe dabei keine Partei ohne Fehler. Ich bin froh über und stolz auf unser Konkordatssystem, weil die Parteien so zu Zusammenarbeit gezwungen sind. Denn dadurch werden gemeinsame Lösungen erarbeitet.

    Aber dieses jämmerliche Sich-nicht-klar-positionieren-wollen oder seine Handlungen hinter einer Opferrolle zu verstecken geht mir ziemlich auf den Sack. Das ist nur Ausdruck von Unselbständigkeit und Schwäche. Da bleibt nicht viel mehr Handlungsspielraum, als auf einen Investor oder Führer zu warten.
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  7. #12397
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    OK, du magst auch den GCZ, vielleicht ist man dort so drauf.
    Dein letzter Satz triggert mal eine ganz andere Sicht: Rassismus i.w.S. gab es schon immer und wird es immer geben. Der Mensch funktioniert nunmal so: Es gibt Kriterien, welche "uns" von den "anderen" unterscheiden. Es ist ein natürliches, wenn auch befremdendes Bedürfnis der menschlichen Spezies, sich abzugrenzen. Das geht weit über die Hautfarbe hinaus und hängt vom situativen Wertesystem ab. Jeder Fussballfan kennt das. Ein Weissbrot im FCZ Trikot, randalierend, ist auch für einen 'Hautfarbe-sensitiven' FCB Fan viel übler, als ein friedlicher Mensch afrikanischer Abstammung im FCB Trikot.

    Rassismus beginnt dort, wo man sich und seinesgleichen aufgrund welcher Kriterien auch immer für etwas besseres hält als andere und ihresgleichen. Da geht es nicht nur um 'grosse' Themen wie Ethnie und Religion, sondern auch um Muttersprache, wirtschaftliche und Gender Themen, Kantonszugehörigkeit, Dialekt, Automarken ("die BMW Fahrer") und noch viel dämlicheren Scheiss.

    Aus meiner Sicht ist die ganze BLM Bewegung völlig für die Tonne. Alleine deshalb, weil es keine weit verbreitete Anti-These gibt. Hat irgendwann irgend jemand das Gegenteil behauptet? ('BLDM') Vielleicht irgend welche KKK Spinner und andere Geisteskranke. Kann man aber an einer Hand abzählen.

    Was da in Mini-Apple passiert ist, ist eine Straftat, die von Gesetzes wegen verfolgt und geahndet wird. Offenbar persönlich motiviert, da sich Täter und Opfer kannten. Was als Folge darauf an Straftaten unter dem BLM Deckmantel, quasi mit moralischer Legitimation, verübt wurde, ist eine ganz andere Nummer. Blinde Zerstörungswut, Gewalt, Anarchie. Wozu soll das gut sein. Das verhärtet dort Fronten, wo sie bereits bestehen, und verpufft dort wirkungslos, wo sie nicht bestehen. Ein ansehnlicher Teil dieser Bewegung instrumentalisiert den Tod von George F. um die PD's zu destabilisieren. Das ist nicht im Sinne der US-Bürger. Recht und Ordnung ist manchmal problematisch, aber Unrecht und Unordnung kann nicht die Alternative sein.

    Ich habe sehr viel Zeit in den USA verbracht, beruflich und privat. Ich würde gerne wissen, ob folgendes Statement rassistisch ist oder nicht: 4 von 5 meiner Kontakte waren Weisse. Aber in den Fällen, wo ich willkürlich und strafrechtlich relevant angegangen wurde, war das Gegenüber in 4 von 5 Fällen ein Afro-Amerikaner. Das ist einfach nur ein Tatsachenbericht. Ist das rassistisch? Vielleicht wäre es OK, die Wahrheit für mich zu behalten, und zu Rassismus wird sie erst, wenn man sie öffentlich äussert.

    Die meisten der Empörten in 90% der Länder, wo jetzt Demos en vogue sind, haben keinen Schimmer, wovon sie überhaupt sprechen. Keinen Bezug, keine Berührungspunkte.

  8. #12398
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Dein letzter Satz triggert mal eine ganz andere Sicht: Rassismus i.w.S. gab es schon immer und wird es immer geben. Der Mensch funktioniert nunmal so: Es gibt Kriterien, welche "uns" von den "anderen" unterscheiden. Es ist ein natürliches, wenn auch befremdendes Bedürfnis der menschlichen Spezies, sich abzugrenzen. Das geht weit über die Hautfarbe hinaus und hängt vom situativen Wertesystem ab. Jeder Fussballfan kennt das. Ein Weissbrot im FCZ Trikot, randalierend, ist auch für einen 'Hautfarbe-sensitiven' FCB Fan viel übler, als ein friedlicher Mensch afrikanischer Abstammung im FCB Trikot.
    Schwieriges Beispiel. Der GCZ-Fan kann sein Trikot ausziehen, dann ist er nur noch Zürcher und mit etwas Glück sogar einer den ich nicht mal unsympathisch finde. Was passiert bei derselben Aktion beim FCB-Fan mit afrikanischen Wurzeln? Welche Vorurteile kicken bei uns ein wenn der ohne Trikot vor uns steht?

    Mach mal ein Gedankenexperiment: Zu jedem Wort das unten steht zählst du spontan 5 Dinge auf die dir dazu einfallen. Dann gehst du die mal durch und guckst ob die Mehrzahl positiv oder zumindest neutral ist.

    - Zürcher
    - Wallisser
    - Thurgauer
    - Engländer
    - Schotte
    - Ire
    - Portugiese
    - Nordmazedonier
    - Algerier
    - Japaner
    - Chinese

    Wo beginnt ein nationalistisches Vorurteil? Und wann wird es rassistisch? Ist es bereits grenzwertig wenn mir beim Wallisser "Inzucht" in den Sinn kommt oder erst wenn ich beim Japaner an den Automaten mit der gebrauchten Unterwäsche denken muss?
    Geändert von Faniella Diwani (15.06.2020 um 21:25 Uhr)

  9. #12399
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Dein letzter Satz triggert mal eine ganz andere Sicht: Rassismus i.w.S. gab es schon immer und wird es immer geben. Der Mensch funktioniert nunmal so: Es gibt Kriterien, welche "uns" von den "anderen" unterscheiden. Es ist ein natürliches, wenn auch befremdendes Bedürfnis der menschlichen Spezies, sich abzugrenzen. Das geht weit über die Hautfarbe hinaus und hängt vom situativen Wertesystem ab. Jeder Fussballfan kennt das. Ein Weissbrot im FCZ Trikot, randalierend, ist auch für einen 'Hautfarbe-sensitiven' FCB Fan viel übler, als ein friedlicher Mensch afrikanischer Abstammung im FCB Trikot.
    Das sind tribale Abgrenzungs- und Verhaltensmechaniken. Ja, dafür besitz der Mensch eine über soziokulturelle Evolution erlangte und verankerte Veranlagung. Das macht uns nicht zu einem Rassisten, dafür brauchen wir uns nicht schämen, das ist völlig normal.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Rassismus beginnt dort, wo man sich und seinesgleichen aufgrund welcher Kriterien auch immer für etwas besseres hält als andere und ihresgleichen. Da geht es nicht nur um 'grosse' Themen wie Ethnie und Religion, sondern auch um Muttersprache, wirtschaftliche und Gender Themen, Kantonszugehörigkeit, Dialekt, Automarken ("die BMW Fahrer") und noch viel dämlicheren Scheiss.
    Das Anliegen der meisten Demonstranten besteht darin, aufgrund eines unveränderlichen Merkmales diskriminiert zu werden, dass auf den ersten Blick erkennbar und abzustreifen ist. Während man die Religion wechseln, eine Sprache erlernen, einen Wohnort verändern, Dialekte antrainieren oder eine Automarke kaufen kann, bleibt man wörtlich in seiner Haut gefangen. Wenn man nicht gerade der King of Pop ist, kann man die Hautfarbe nicht wechseln. Die Betroffenen sind in dieser benachteiligten Gruppe gefangen und erleben regelmässig kleinere und grössere Diskriminierung. Meistens aus einem harmlosen Vorurteil heraus, zum Teil auch begleitet von einer offenen rassistischen Haltung. Aber auch die kleinen Benachteiligungen summieren sich, schlagen auf's Gemüt oder schaffen in der Summe einen massive Verschlechterung der Ausgangsbedingungen. Darin bleiben sie über Generationen gefangen.

    Das IST für diese Menschen ein unerträglicher Zustand. Wäre er erträglich, würden sie sich nicht so lautstark melden.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Aus meiner Sicht ist die ganze BLM Bewegung völlig für die Tonne. Alleine deshalb, weil es keine weit verbreitete Anti-These gibt. Hat irgendwann irgend jemand das Gegenteil behauptet? ('BLDM') Vielleicht irgend welche KKK Spinner und andere Geisteskranke. Kann man aber an einer Hand abzählen.
    Den Fehler, den die Bewegung meiner Ansicht nach macht, ist diese Diskriminierung einzig am Rassismus festzumachen. Weil die Ursachen viel komplexer sind, als eine tumbe Ideologie.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Was da in Mini-Apple passiert ist, ist eine Straftat, die von Gesetzes wegen verfolgt und geahndet wird. Offenbar persönlich motiviert, da sich Täter und Opfer kannten. Was als Folge darauf an Straftaten unter dem BLM Deckmantel, quasi mit moralischer Legitimation, verübt wurde, ist eine ganz andere Nummer. Blinde Zerstörungswut, Gewalt, Anarchie. Wozu soll das gut sein. Das verhärtet dort Fronten, wo sie bereits bestehen, und verpufft dort wirkungslos, wo sie nicht bestehen. Ein ansehnlicher Teil dieser Bewegung instrumentalisiert den Tod von George F. um die PD's zu destabilisieren. Das ist nicht im Sinne der US-Bürger. Recht und Ordnung ist manchmal problematisch, aber Unrecht und Unordnung kann nicht die Alternative sein.
    Genau. Weder macht es Sinn, sich auf das auslösende Ereignis zu beschränken, noch auf die Gewalt in den Reaktionen. Beides lenkt vom eigentlichen Problem ab.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Ich habe sehr viel Zeit in den USA verbracht, beruflich und privat. Ich würde gerne wissen, ob folgendes Statement rassistisch ist oder nicht: 4 von 5 meiner Kontakte waren Weisse. Aber in den Fällen, wo ich willkürlich und strafrechtlich relevant angegangen wurde, war das Gegenüber in 4 von 5 Fällen ein Afro-Amerikaner. Das ist einfach nur ein Tatsachenbericht. Ist das rassistisch? Vielleicht wäre es OK, die Wahrheit für mich zu behalten, und zu Rassismus wird sie erst, wenn man sie öffentlich äussert.

    Die meisten der Empörten in 90% der Länder, wo jetzt Demos en vogue sind, haben keinen Schimmer, wovon sie überhaupt sprechen. Keinen Bezug, keine Berührungspunkte.
    Statt über Rassismus und vor allem dessen Definition zu streiten, sollte man die Diskriminierung ernst nehmen und nach Lösungen suchen.

    Du selbst scheinst ja selbst mit der Definition von Rassismus zu ringen. Dir nicht ganz schlüssig zu sein. Ist es der alltägliche Abgrenzungsmechanismus am Anfang und somit eine zu akzeptierende unveränderliche Tatsache? Die Anti-These in der Mitte und somit eine statistisch vernachlässigbare Grösse? Oder deine persönlich gesammelte und statistisch ausgewertete Erfahrung am Ende und somit ein subjektive Wahrnehmung?

    Aber würdest du behaupten, dass Schwarze in den USA die gleich hohen Wahrscheinlichkeiten auf gute Bildung, einen guten Job, eine Krankenversicherung, auf den gleichen Wohlstand haben?

    Und würdest du behaupten, dass Schwarze in der Schweiz in der Schweiz nicht öfter ausschliesslich wegen ihrer Hautfarbe zu den «anderen» gerechnet und regelmässig dafür benachteiligt werden?

    Und findest du das gerecht?
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  10. #12400
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    Zitat Zitat von Faniella Diwani Beitrag anzeigen
    Wo beginnt ein nationalistisches Vorurteil? Und wann wird es rassistisch? Ist es bereits grenzwertig wenn mir beim Wallisser "Inzucht" in den Sinn kommt oder erst wenn ich beim Japaner an den Automaten mit der gebrauchten Unterwäsche denken muss?
    Gibt es Automaten mit gebrauchter Unterwäsche? Holy shit...
    Zur Frage: Von mir ein klares Nein. Jeder darf über die Walliser und Japaner denken, was er will. Um dein Beispiel zu ergänzen: Es ist dann auch nicht rassistisch, wenn dir beim Schwarzafrikaner Bananen einfallen. Ich sagte ja - was wir unter Rassismus verstehen, ist letztlich eine Form der Abgrenzung zwischen dir und dir ähnlichen Menschen und anderen, dir unähnlichen Menschen. Aufgrund welcher Kriterien auch immer. Da spielen auch persönliche Erfahrungen eine Rolle und die gesamte Sozialisierung inkl. geerbten bzw. gelernten Vorurteilen.

    Dieses Bedürfnis der Abgrenzung gab es schon immer und wird es immer geben. Das kann niemand weg demonstrieren. Wir sind einfach alle dazu aufgerufen, einzuschreiten, wenn dabei Grenzen überschritten, sprich Gesetze übertreten und rechtsstaatliche Grundsätze verletzt werden. Egal wen es betrifft. Denn Tote bei Demos gegen Rassismus zählen genau so wie die Opfer jener Vorfälle, die zum Anlass genommen wurden, überhaupt zu demonstrieren.

    M.E. sollte die ganze ethisch / moralisch gefärbte Diskussion auf die strafrechtliche Dimension reduziert werden. Straftaten gehören verfolgt und sanktioniert, egal wer fallweise Täter und Opfer ist. Schwarz oder weiss, Muslim oder Christ, mit oder ohne Uniform.

    Und, damit das auch noch gesagt ist, Confiseurs (Schokokuss vs. Mohrenkopf) haben damit m.E. rein gar nichts zu tun..

  11. #12401
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Aber würdest du behaupten, dass Schwarze in den USA die gleich hohen Wahrscheinlichkeiten auf gute Bildung, einen guten Job, eine Krankenversicherung, auf den gleichen Wohlstand haben?

    Und würdest du behaupten, dass Schwarze in der Schweiz in der Schweiz nicht öfter ausschliesslich wegen ihrer Hautfarbe zu den «anderen» gerechnet und regelmässig dafür benachteiligt werden?

    Und findest du das gerecht?
    Interessante Antwort. Danke dafür. Ich werde mich dazu morgen äussern, wenn ich etwas mehr Zeit habe als jetzt. Promesso.

  12. #12402
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Interessante Antwort. Danke dafür. Ich werde mich dazu morgen äussern, wenn ich etwas mehr Zeit habe als jetzt. Promesso.
    Danke. Freut mich, dass du dir Zeit für diese Fragen nimmst. Bin gespannt auf deine Antwort.
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  13. #12403
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    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Danke. Freut mich, dass du dir Zeit für diese Fragen nimmst. Bin gespannt auf deine Antwort.
    Ich beginne mal damit:
    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Die Betroffenen sind in dieser benachteiligten Gruppe gefangen und erleben regelmässig kleinere und grössere Diskriminierung. Meistens aus einem harmlosen Vorurteil heraus, zum Teil auch begleitet von einer offenen rassistischen Haltung. Aber auch die kleinen Benachteiligungen summieren sich, schlagen auf's Gemüt oder schaffen in der Summe einen massive Verschlechterung der Ausgangsbedingungen. Darin bleiben sie über Generationen gefangen.
    Das IST für diese Menschen ein unerträglicher Zustand. Wäre er erträglich, würden sie sich nicht so lautstark melden.
    Ich weiss auch wovon die Rede ist, da ich zusammen mit vielen anderen als Tschinggenkind (Mutter aus Kampanien) den Charme der Ära Schwarzenbach erleben durfte. Den Kontext liefert diese Seite.
    https://www.srf.ch/kultur/gesellscha...iener-verboten
    Die Verlierer der Abstimmung 1970 wurden nach der Niederlage noch fanatischer und militanter. Mein älterer Bruder und ich haben auf dem Schulhof auch ab und zu gepflegt eins auf die Fresse gekriegt, weil wir zusammen italienisch gesprochen haben. Die erste Reaktion war Trotz und Provokation, dadurch noch mehr Ärger. Später dann lernte man, zu akzeptieren, dass man anders war, dann sich zu arrangieren, und dann sich zu integrieren. Viele der bleichgesichtigen Jungs, die mich früher wegen der Herkunft meiner Mutter verdroschen haben, dürften mir heute nicht mal mehr die Schuhe putzen. Die habe ich weit hinter mir gelassen. Über diese Zeit könnte ich seitenweise schreiben. Geschenkt. Nur soviel: Ich weiss, wie sich das anfühlt. Und gerade als Kind versteht man das eher schlecht. Aber man muss lernen, dort zu überleben, wo man sich gerade aufhält - indem man Abgrenzung durch Anpassung überwindet.

    Zitat Zitat von Lällekönig Beitrag anzeigen
    Aber würdest du behaupten, dass Schwarze in den USA die gleich hohen Wahrscheinlichkeiten auf gute Bildung, einen guten Job, eine Krankenversicherung, auf den gleichen Wohlstand haben?
    Und würdest du behaupten, dass Schwarze in der Schweiz in der Schweiz nicht öfter ausschliesslich wegen ihrer Hautfarbe zu den «anderen» gerechnet und regelmässig dafür benachteiligt werden?
    Und findest du das gerecht?
    Gerechtigkeit gibts im Himmel. Auf der Erde gibt es Rechte und Gesetze, sofern man das Privileg hat, in einem Rechtsstaat zu leben. In den USA haben es viele Schwarze auf legalem Weg mit Fleiss, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit zu Sicherheit, Wohlstand und Einfluss gebracht. Chancengleichheit jedoch ist eine Utopie. Und die Grenze verläuft nicht entlang der Hautfarben, sondern entlang der ökonomischen Voraussetzungen. "White trash" irgendwo in einer Industriewüste in Detroit hat auch schlechtere Chancen als die Kinder eines afroamerikanischen Zahnarztes in San Diego. Im übrigen gibts in vielen US Unternehmen "Diversity Policies", die schon beinahe absurd sind.

    Bezüglich der Schweiz - wir haben Art. 261bis im Strafgesetzbuch. Rassismus geht hier nicht. Für 'regelmässige Benachteiligungen', wie du sie nennst, habe ich keine Evidenz. Und wenn es sie gibt, dann würde ich das auf Augenhöhe sehen mit der Benachteiligung von Frauen, Migranten, älteren Arbeitnehmern, Behinderten etc. Ich billige keine dieser Benachteiligungen, aber die perfekte Welt gibt es nicht, und es wird sie nie geben. Was ich für ganz übel halte, ist die Tendenz, dass auch völlig korrekte Vorgänge suspekt werden, weil jemand betroffen ist, der potentiell benachteiligt werden könnte. Beispiel: Der Mann kriegt den Job statt die Frau, weil er geeigneter ist. Das riecht dann gleich nach einem Gender Thema. Oder: Ich habe vor einem halben Jahr mal in Genf erlebt, dass im vollen Tram eine alte, stark gehbehinderte Frau den erstbesten bat, ihr den Platz zu überlassen. Der war zufällig Afrikaner, vermutlich Ivorer, und sagte sowas wie "ok, je sais pourquoi c'est moi qui est demandé à se lever.." Es ist dann sofort jemand anderes aufgestanden. Aber wenn solche Leute einfach immer und überall einen Bezug zu ihrer Herkunft und Hautfarbe herstellen, dann nerven sie.

    Abschliessend: Was Cops wie dieser Chauvin abziehen ist unter aller Kanone. Wäre es auch mit einem weissen Opfer. Aber es sind krasse Einzelfälle, denn es gibt gegen eine Million Verhaftungen in den USA - pro Monat. Aus dem Fehlverhalten von Einzelnen abzuleiten, dass die ganze US Gesellschaft Rassismus-verseucht ist, und deswegen Häuser abzufackeln und ganze Strassenzüge zu plündern, ist aber Unsinn und durch nichts zu entschuldigen. Das hilft keinem, weder direkt noch indirekt, weder kurz- noch langfristig.

  14. #12404
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    Eine generelle Entwicklung, mit Ursprung in den Staaten, die mir im Zuge der ganzes Rassismus, Sexismus und anderen Ismus-Debatten der letzten Jahre ziemlich auf den Sack geht: Das Schubladen-Denken und sich nur noch über irgendwelche Gruptitäten zu identifizieren und die Tendenz sich auf diese Gruppenidentität noch etwas einzubilden, bzw. als Argument dafür zu nutzen, dass die Erfahrungen und Meinungen bestimmter Gruppen (natürlich machen alle Menschen dieser Gruppe, die praktisch gleichen Erfahrungen...) mehr wert sind zum jeweiligen Thema, als andere Meinungen.
    Als ob der Mensch nur noch durch Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen zu definieren sei - gefährlich, gefährlich.

    Erich Kästner meinte zu diesem Thema mit Bezug auf die Schwulenszene Berlins in den 20ern: "Nur weil ihr hintenrum verkehrt, seid ihr noch lange nicht Genies, nun das wäre dies."

    So ähnlich sehe ich das auch...

  15. #12405
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    Danke für deine ausführliche Antwort.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Ich weiss auch wovon die Rede ist, da ich zusammen mit vielen anderen als Tschinggenkind (Mutter aus Kampanien) den Charme der Ära Schwarzenbach erleben durfte. Den Kontext liefert diese Seite.
    https://www.srf.ch/kultur/gesellscha...iener-verboten
    Die Verlierer der Abstimmung 1970 wurden nach der Niederlage noch fanatischer und militanter. Mein älterer Bruder und ich haben auf dem Schulhof auch ab und zu gepflegt eins auf die Fresse gekriegt, weil wir zusammen italienisch gesprochen haben. Die erste Reaktion war Trotz und Provokation, dadurch noch mehr Ärger. Später dann lernte man, zu akzeptieren, dass man anders war, dann sich zu arrangieren, und dann sich zu integrieren. Viele der bleichgesichtigen Jungs, die mich früher wegen der Herkunft meiner Mutter verdroschen haben, dürften mir heute nicht mal mehr die Schuhe putzen. Die habe ich weit hinter mir gelassen. Über diese Zeit könnte ich seitenweise schreiben. Geschenkt. Nur soviel: Ich weiss, wie sich das anfühlt. Und gerade als Kind versteht man das eher schlecht. Aber man muss lernen, dort zu überleben, wo man sich gerade aufhält - indem man Abgrenzung durch Anpassung überwindet.
    Da hast du eine schlimme Phase der Italiener-Diskriminierung erlebt, das war bestimmt hart. Aber du hast auch einen Wandel erlebt. Vor allem hast du auch die Möglichkeit des persönlichen Aufstieges erlebt. Bestimmt wurden dir auch ständig Steine in den Weg gelegt, aber irgendwie war es schlussendlich möglich. Wie wäre es aber, wenn jetzt der beobachtete Wandel nur in den Gesetzen stattgefunden hätte? Also den Italiener Zutritt gewährt werden muss und die rechtliche Diskriminierung verboten wäre, aber die strukturelle weiterhin bestand hielte? Wie würdest du denken, wenn man sich hier Italienischstämmigen gegenüber noch immer gleich verhielte, wie dir damals? Wäre das nicht frustrierend? Und wenn du hörst, dass dies schon seit x Generationen so anhalten würde?

    Ja. Man muss sich auch anpassen können. Da stimme ich dir zu. Aber in den USA existiert eine Art Klassengrenze, die man nicht so einfach überwinden kann, wie beispielsweise hier, wo schon alleine das Schulsystem für Anpassungsmöglichkeiten sorgt.



    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Gerechtigkeit gibts im Himmel. Auf der Erde gibt es Rechte und Gesetze, sofern man das Privileg hat, in einem Rechtsstaat zu leben. In den USA haben es viele Schwarze auf legalem Weg mit Fleiss, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit zu Sicherheit, Wohlstand und Einfluss gebracht. Chancengleichheit jedoch ist eine Utopie. Und die Grenze verläuft nicht entlang der Hautfarben, sondern entlang der ökonomischen Voraussetzungen. "White trash" irgendwo in einer Industriewüste in Detroit hat auch schlechtere Chancen als die Kinder eines afroamerikanischen Zahnarztes in San Diego. Im übrigen gibts in vielen US Unternehmen "Diversity Policies", die schon beinahe absurd sind.
    Wer das Paradies im Jenseits wähnt, rechtfertigt sich bereits, das Diesseits als Hölle belassen zu dürfen. Ich würde das jetzt nicht unbedingt auf dich zuschreiben, aber auf deinen ersten Satz dieses Abschnitts. Ich habe bewusst nach der Wahrscheinlichkeit gefragt, weil es im Einzelfall selbstverständlich möglich ist, diese Grenze zu überwinden.

    Natürlich gibt es bei dieser Klassengrenze auch White-Trash im unteren Teil, die niemals die Chance haben, nach oben zu gelangen. Die richten ihre Wut dann gegen das Establishment und wählen Trump. Aber weil die Schwarzen sehen, dass sie mit signifikanter Mehrheit seit Generationen unter dieser Grenze liegen und nur den Sprung schaffen, nehmen sie das exakt gleiche Problem auch als rassistisches Problem wahr, nur wählen die halt nicht Trump und wettern gegen das Establishment, sondern gegen Rassisten. Und weil die unter dieser Grenze viel eher in der Kriminalität landen, ist die Chance, dass ein junger Schwarzer eben auch ein krimineller ist höher, als bei einem jungen Weissen. Der Weisse muss differenzierter betrachtet werden, White-Trash oder aus der bröckelnden Mittelschicht oder gar Oberschicht? Beim Schwarzen braucht es diesen Blick nicht, weil die weniger Mittel- oder Oberschicht-Schwarzen gar nicht in dieser Gegend wohnen. Da braucht man als Polizist nicht unbedingt von einer rassistischen Ideologie geprägt zu sein, die erlebte Statistik des Alltags kann schleichend zu so einem Vorurteil und in dessen Folge auch diskriminierendem Verhalten führen.

    Von «Diversity Policies» und Quoten in Privatunternehmen halte ich übrigens wenig, wer sich sowas auferlegt, gesteht sich bereits ein, anders nicht vorurteilsfrei entscheiden zu können. Als internen Richtwert können sie diese sehr gerne anstreben und zur Selbstkontrolle verwenden. Dazu muss man sich die HR aber auch mal zur Brust nehmen, sollte sie weiterhin von vorurteilsbelastet einstellen. Eine ernsthafte funktionierende Policy kann kaum anders, als absurd formuliert werden, denn eigentlich sind sie meist nur Botschaften nach aussen, aber müssen genügend Freiheiten gewähren, um als Unternehmen wirtschaftlich zu bleiben.

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Bezüglich der Schweiz - wir haben Art. 261bis im Strafgesetzbuch. Rassismus geht hier nicht. Für 'regelmässige Benachteiligungen', wie du sie nennst, habe ich keine Evidenz. Und wenn es sie gibt, dann würde ich das auf Augenhöhe sehen mit der Benachteiligung von Frauen, Migranten, älteren Arbeitnehmern, Behinderten etc. Ich billige keine dieser Benachteiligungen, aber die perfekte Welt gibt es nicht, und es wird sie nie geben. Was ich für ganz übel halte, ist die Tendenz, dass auch völlig korrekte Vorgänge suspekt werden, weil jemand betroffen ist, der potentiell benachteiligt werden könnte. Beispiel: Der Mann kriegt den Job statt die Frau, weil er geeigneter ist. Das riecht dann gleich nach einem Gender Thema. Oder: Ich habe vor einem halben Jahr mal in Genf erlebt, dass im vollen Tram eine alte, stark gehbehinderte Frau den erstbesten bat, ihr den Platz zu überlassen. Der war zufällig Afrikaner, vermutlich Ivorer, und sagte sowas wie "ok, je sais pourquoi c'est moi qui est demandé à se lever.." Es ist dann sofort jemand anderes aufgestanden. Aber wenn solche Leute einfach immer und überall einen Bezug zu ihrer Herkunft und Hautfarbe herstellen, dann nerven sie.
    Genau. Die Demonstrationen in der Schweiz richten sich auch kaum gegen die gemäss Strafgesetzbuch ausgedrückten Rassismus. Der ist hierzulande gefühlt, kein grosses Problem. Es sind eher die kleinen Formen von Ausgrenzung und Benachteiligung. Die, wie du sagst, auch Frauen, Migranten, Ältere, Behinderte und was-weiss-ich treffen. Rechtlich sind wir sehr fortschrittlich, aber ein Gesetz löst nicht das Problem in den Köpfen. Darum würde ich ja die vorurteilsbasierende Diskriminierung angehen. Denn daran leiden die Betroffenen vermutlich mehr, als an der Namensgebung eines Süssgebäcks.

    Der tribale Abgrenzungsmechanismus, wir-vs-andere funktionierte wunderbar, als Verdrängungskampf, solange noch Platz zum weiterziehen, andere Ressourcen zu jagen und ernten existierten. Jetzt, da aller Boden und die meisten Ressourcen schon in Besitz sind, es kaum Möglichkeiten gibt, weiterzuziehen, wird die Sache halt ein wenig brenzliger. Der Druck nimmt zu, weil er nicht entweichen kann und gelegentlich entlädt sich dieser in einem kleinen Knall. Jetzt kann man die Zeichen so deuten und versuchen, etwas zu unternehmen, dass dieser Druck abnimmt oder man kann sie ignorieren und den Deckel à la Dampfkochtopf fixieren. Aber mich würde es nicht wundern, wenn es in den USA bald zu einem gewaltigen Knall kommen wird.


    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Abschliessend: Was Cops wie dieser Chauvin abziehen ist unter aller Kanone. Wäre es auch mit einem weissen Opfer. Aber es sind krasse Einzelfälle, denn es gibt gegen eine Million Verhaftungen in den USA - pro Monat. Aus dem Fehlverhalten von Einzelnen abzuleiten, dass die ganze US Gesellschaft Rassismus-verseucht ist, und deswegen Häuser abzufackeln und ganze Strassenzüge zu plündern, ist aber Unsinn und durch nichts zu entschuldigen. Das hilft keinem, weder direkt noch indirekt, weder kurz- noch langfristig.
    Klar. Über die Gewalt von Polizisten oder von Demonstranten brauchen wir nicht zu diskutieren. Ich sage nur, dass beides Ausdruck eines vorherrschenden Problems ist. Das Problem sind die Vorurteile, resp. der Kampf/Streit/Wettbewerb um Wohlfahrt. Wer nicht deinem Stamm angehört, den brauchst du nicht teilhaben zu lassen. Würde Wohlfahrt zugänglicher sein, würden Unterschiede und Vorurteile zwar weiterbestehen, aber die Last wäre weniger bedrohlich und erdrückend. Und man könnte lernen, zuerst nebeneinander und später miteinander zu leben. Wie mit den Italienern.

    Und verstehe das bitte nicht als kommunistische Gleichstellung. Ich sehe es eher wie Piketty. Unterschiede sind gut und nützlich, sind ein guter Antrieb. Aber der Wettbewerb darf nicht soweit gehen, dass es den Untersten ernsthaft an die Substanz geht, während die Obersten einen Reichtum generieren, der jenseits jeglicher Vorstellung ist. Wieviele Könige hatten Reichtümer, wie beispielsweise ein Jeff Bezos? Sie herrschten zwar über gigantische Ländereien, aber sie besassen sie nicht. Was heute an Vermögen durch Schulden generiert und der Mehrheit immer unzugänglicher wird, erzeugt diesen Druck, der von Andersartigkeit zu Vorurteilen zu Diskriminierung und Ausgrenzung zu Rassismus / Sexismus / Antisemitismus / und x-beliebieg anderen Grabenkämpfen führt. Denn wenn ein Gut nicht mehr für alle auszureichen scheint, muss man die Grenze derer, die man zu den Seinen zählt, enger definieren. Man kann dann nicht mehr gönnen.

    Sorry, falls ich ein wenig abgeschweift bin. Da spricht auch ein wenig Alkohol aus mir.
    Meine Vision des FCB: Die heterogene Einheit.

  16. #12406
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen

    Gerechtigkeit gibts im Himmel. Auf der Erde gibt es Rechte und Gesetze, sofern man das Privileg hat, in einem Rechtsstaat zu leben. In den USA haben es viele Schwarze auf legalem Weg mit Fleiss, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit zu Sicherheit, Wohlstand und Einfluss gebracht. Chancengleichheit jedoch ist eine Utopie. Und die Grenze verläuft nicht entlang der Hautfarben, sondern entlang der ökonomischen Voraussetzungen. "White trash" irgendwo in einer Industriewüste in Detroit hat auch schlechtere Chancen als die Kinder eines afroamerikanischen Zahnarztes in San Diego. Im übrigen gibts in vielen US Unternehmen "Diversity Policies", die schon beinahe absurd sind.
    Eine ziemlich nihilistische Sichtweise auf ethische oder moralische Werte. Nur weil man die vollständige Chancengleichheit konzeptuell nie erreichen wird, sollte man doch trotzdem nach der bestmöglichen Variante streben. Und ich weigere mich einzusehen, dass wir aktuell in Bezug auf Chancengleichheit die bestmögliche Variante erreicht haben.

    Und du hast Recht. Im kapitalistischen Amerika leben nicht nur arme Schwarze, da hat es auch arme Weisse, das grundlegende Problem ist folglich, dass es einfach per se viele Arme hat. Aber dennoch gibt es auch unterschiedliche Diskriminierung nicht nur entlang der Klasse, sondern auch auf Grund des Geschlechts oder einer ethnischen Zugehörigkeit. Dass es aber auch Schwarze schaffen, wie du schreibst ist irrelevant, wichtig sind statistische Daten.

    In der Soziologie nennt man diese verwobenen Formen von Ungleichheit und Diskriminierung Intersektionalität. So lässt sich bspw. erklären weshalb das Median-Vermögen von weissen Uniabsolventen um den Faktor 7.2 höher ist, als bei schwarzen Uniabsolventen. Sogar das Median-Vermögen von weissen ohne Schulabschluss ist höher, als jenes von schwarzen Uniabsolventen. Das ist White Privilege und hat enorm viel mit der historischen und aktuellen Diskriminierung von Afroamerikanern zu tun, welche die Weissen so nie erlebt haben und noch erleben.

    http://www.demos.org/sites/default/f...0Whiteness.pdf

    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Abschliessend: Was Cops wie dieser Chauvin abziehen ist unter aller Kanone. Wäre es auch mit einem weissen Opfer. Aber es sind krasse Einzelfälle, denn es gibt gegen eine Million Verhaftungen in den USA - pro Monat. Aus dem Fehlverhalten von Einzelnen abzuleiten, dass die ganze US Gesellschaft Rassismus-verseucht ist, und deswegen Häuser abzufackeln und ganze Strassenzüge zu plündern, ist aber Unsinn und durch nichts zu entschuldigen. Das hilft keinem, weder direkt noch indirekt, weder kurz- noch langfristig.
    Selbst wenn man zynisch behaupten will, dass es nur Einzelfälle sind (das ganze Problem vom over-policing in afroamerikanischen Communities ist dann nochmals eine ganz andere Büchse der Pandora aber gut lassen wir diese mal geschlossen), dann ist zumindest das systematische Problem vorhanden, dass diese einzelnen "Bad Apples" so gut wie nie zur Rechenschaft gezogen werden. Die Cops decken sich meist untereinander und die Staatsanwaltschaft führt einen halbherzigen Prozess, so dass es möglichst zu keiner Verurteilung kommt.

    Auch der aktuelle Fall von George Floyd wäre so gelaufen, hätte es nicht zum Glück dieses 10-minütige Video gegeben. Man muss dazu nur den ersten Polizeibericht zum entsprechenden Vorfall lesen und dann der Autopsiebericht. Da kommt einem einfach nur die Kotze hoch. Und Chauvin würde noch heute, wie nach seinen anderen dutzend abgewiesenen Beschwerden die Bevölkerung in seiner Uniform schikanieren.
    Geändert von Konter (17.06.2020 um 11:42 Uhr)
    Nid füre Lohn, für d'Region

  17. #12407
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    Was mich einfach brutal aufregt ist nicht die Tatsache, dass andere meine Ansicht nicht teilen, sondern vielmehr die unnötigen Sticheleien von Möchtegernidealisten, die alles als Angriff sehen. Ich kann nicht mal mehr sagen "Ich finde Arch Enemy Scheisse" ohne dass irgend ein Pisser die Geschlechtsgleichstellung aufwirft.

  18. #12408
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    Ich finde das sexistisch!

  19. #12409
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    Wann fordert die Linke die Beseitigung von Marx-Denkmälern?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zur_Judenfrage#Rezeption
    Heusler.

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    "Zürich ist doppelt so gross wie der Wiener Zentralfriedhof - aber nur halb so lustig."

  20. #12410
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    Zitat Zitat von Käppelijoch Beitrag anzeigen
    Wann fordert die Linke die Beseitigung von Marx-Denkmälern?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zur_Judenfrage#Rezeption
    Räumen wir zuerst Martin Luther weg?

    „Jawohl, sie halten uns in unserem eigenen Land gefangen, sie lassen uns arbeiten in Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen, sitzen dieweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl von unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und speien uns an, das wir arbeiten und sie faule Juncker lassen sein […] sind also unsere Herren, wir ihre Knechte.“
    Geändert von Faniella Diwani (17.06.2020 um 19:07 Uhr)

  21. #12411
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    Zitat Zitat von Faniella Diwani Beitrag anzeigen
    Räumen wir zuerst Martin Luther weg?
    Alles muss weg, verbrennt die Bücher, stürtzt die Denkmäler.....
    Heusler.

    Alla sätt är bra utom de dåliga.

    "Zürich ist doppelt so gross wie der Wiener Zentralfriedhof - aber nur halb so lustig."

  22. #12412
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    Zitat Zitat von Käppelijoch Beitrag anzeigen
    Alles muss weg, verbrennt die Bücher, stürtzt die Denkmäler.....
    Richtig, wenn nichts mehr an Rassismus erinnert, werden wir nicht mehr wissen was Rassismus ist. Dann gibt es ihn nicht mehr.

  23. #12413
    Erfahrener Benutzer Avatar von Käppelijoch
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    Zitat Zitat von Faniella Diwani Beitrag anzeigen
    Richtig, wenn nichts mehr an Rassismus erinnert, werden wir nicht mehr wissen was Rassismus ist. Dann gibt es ihn nicht mehr.
    Ich bin stark dafür, dass wir alle Rassisten und alten, weissen Männer in Lager konzentrieren. Dann wird die Welt eine Bessere sein.
    Heusler.

    Alla sätt är bra utom de dåliga.

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  24. #12414
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    Zitat Zitat von Käppelijoch Beitrag anzeigen
    Ich bin stark dafür, dass wir alle Rassisten und alten, weissen Männer in Lager konzentrieren. Dann wird die Welt eine Bessere sein.
    Und die Neger! Weil die erinnern uns an unseren Rassismus!

  25. #12415
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    Zitat Zitat von kogokg Beitrag anzeigen
    Was mich einfach brutal aufregt ist nicht die Tatsache, dass andere meine Ansicht nicht teilen, sondern vielmehr die unnötigen Sticheleien von Möchtegernidealisten, die alles als Angriff sehen. Ich kann nicht mal mehr sagen "Ich finde Arch Enemy Scheisse" ohne dass irgend ein Pisser die Geschlechtsgleichstellung aufwirft.
    Solange du nicht sagst, Du findest Ihren Gesang scheisse aber Sie sieht geil aus, ist alles gut :P

  26. #12416
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    Zitat Zitat von Blackmore Beitrag anzeigen
    Solange du nicht sagst, Du findest Ihren Gesang scheisse aber Sie sieht geil aus, ist alles gut :P
    Die singt?

  27. #12417
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    Zitat Zitat von Käppelijoch Beitrag anzeigen
    Ich bin stark dafür, dass wir alle Rassisten und alten, weissen Männer in Lager konzentrieren. Dann wird die Welt eine Bessere sein.
    Es ist Zeit für Reich!

  28. #12418
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    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Eine ziemlich nihilistische Sichtweise auf ethische oder moralische Werte. Nur weil man die vollständige Chancengleichheit konzeptuell nie erreichen wird, sollte man doch trotzdem nach der bestmöglichen Variante streben. Und ich weigere mich einzusehen, dass wir aktuell in Bezug auf Chancengleichheit die bestmögliche Variante erreicht haben.
    Wer ist 'wir' ?
    Und ist es zielführend, Häuser anzuzünden und Geschäfte zu plündern, um nach der 'bestmöglichen Variante' von Chancengleichheit zu streben?

    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    Dass es aber auch Schwarze schaffen, wie du schreibst ist irrelevant, wichtig sind statistische Daten.
    Nope. Der Normalbürger kümmert sich einen Scheiss um Statistik. Vermögenszentralwerte... das interessiert die wenigsten. Wichtig ist die öffentliche Wahrnehmung. Und durch diese Aktionen hat es die BLM Bewegung verpasst, das Momentum zu nutzen. Wenn der Farmer in Oklahoma oder der Bauarbeiter in Louisiana Bilder von Schwarzen sieht, die mit Fernsehern auf den Schultern aus Geschäften rennen, wird das kaum helfen.

    Zitat Zitat von Konter Beitrag anzeigen
    So lässt sich bspw. erklären weshalb das Median-Vermögen von weissen Uniabsolventen um den Faktor 7.2 höher ist, als bei schwarzen Uniabsolventen. Sogar das Median-Vermögen von weissen ohne Schulabschluss ist höher, als jenes von schwarzen Uniabsolventen.
    Ich habe das diagonal durchgelesen. Weshalb wurden nicht die Einkommen untersucht? Die wären noch etwas aussagekräftiger als die Vermögen. Die beinhalten nämlich auch Erbschaften, und vor 50 Jahren gab es überhaupt keine reichen Schwarzen. Im weiteren müsste man innerhalb der Fachrichtung vergleichen. Ein Uni Abschluss ist per se noch lange keine Garantie für Einkommen und Reichtum. Und schliesslich müsste man die Zeitspanne seit dem Schulabschluss berücksichtigen. Das Elaborat ist hoch tendenziös. Nach dem Motto: Wie muss ich vorgehen, um das zu beweisen, was ich sagen will. Aber, ok, median wealth. Und was wäre hier der Problemlösungsansatz? Weisse zu Gunsten von Schwarzen zu enteignen? Das kann man nicht wollen. Und das wird nicht passieren.

    Bzgl. Chauvin Case bin ich mit dir d'accord. Ob es da eine nennenswerte Dunkelziffer gibt, kann aber niemand mit Sicherheit sagen. Jeder Amerikaner hat ein Smart Phone. Es wären also ziemlich viele solcher Videos im Umlauf, wenn es täglich tausende solcher Fälle gäbe.

  29. #12419
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    Zitat Zitat von footbâle Beitrag anzeigen
    Wer ist 'wir' ?
    Und ist es zielführend, Häuser anzuzünden und Geschäfte zu plündern, um nach der 'bestmöglichen Variante' von Chancengleichheit zu streben?
    Wie lange muss man nett drum bitten bis man sich das Recht nehmen darf Steine zu schmeissen?

  30. #12420
    Erfahrener Benutzer Avatar von footbâle
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    Faniella - mal sehen was es bringt, Steine zu schmeissen.
    Aus meiner Sicht primär Wählerstimmen für Trump.

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