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teutone
01.02.2005, 16:58
jo ich weiss isch uss em Fäggts :eek:

Deutschlands Bundesliga gilt als taktisch veraltet, bieder und gesichtslos. Doch sie ist stark vertreten in Champions League und Uefa-Cup. Sie wirtschaftet europaweit am geschicktesten und hat am meisten Zuschauer. Die WM 2006 im eigenen Land gibt zusätzlichen Kick.


Peter Blunschi

Wer hätte das gedacht? «Die Liga boomt», jubelt Werner Hackmann, Präsident der Deutschen Fussballliga, im Fachblatt «Kicker». Zum Start der Bundesliga-Rückrunde am Wochenende schlägt die Stunde der Höhenflieger. Was ist passiert? Erstmals seit sieben Jahren haben alle drei deutschen Vereine u2013 Werder Bremen, Bayern München, Bayer Leverkusen u2013 die Vorrunde der Champions League überstanden. Auch im Uefa-Cup konnten sich drei Klubs für die Sechzehntelfinals qualifizieren: Schalke 04, der VfB Stuttgart und das zweitklassige Alemannia Aachen.





«Kicker» machte noch im letzten März auf Sarkasmus und titelte: «Tschüss, Europa ». Zum zweiten Mal in Folge hatte sich kein Bundesliga-Klub für die Viertelfinals der Champions League qualifiziert. Und im Sommer dann der Knock-out: Die deutsche Nationalelf blamierte sich an der EM in Portugal bis auf die Hosen. Der Teutonenkick war am Boden.

Nun geht es ihm besser, und die Bundesliga ist nicht nur sportlich im Aufwind. In der letzten Saison überholte sie mit einem Schnitt von 35 048 Zuschauern pro Spiel die englische Premier League und setzte sich an die Spitze Europas. In der laufenden Spielzeit dürfte dieser Rekord überboten werden. Bereits in der Hinrunde wurden zwei Prozent mehr Tickets verkauft als in der gleichen Vorjahresperiode.

Jahrelang hatte die einst beste Liga der Welt immer mehr Terrain gegenüber der Konkurrenz verloren. Taktisch hinter dem Mond, ohne Stars und Glamour verkam die Bundesliga zur Biederliga. Einzig der «Sonderfall» Bayern München vermochte sich in Europas Elite zu halten. Jetzt soll auf einmal alles anders sein?

Unbegründet ist die Jubelstimmung nicht. Der deutsche Fussball ist besser als sein Ruf. «Wirtschaftlich gehört die Bundesliga zu den besten, deutlich vor Frankreich, Italien und Spanien. Sportlich ist sie nicht brillant, aber sehr ausgeglichen», sagt René C. Jäggi, früher Präsident des FC Basel und heute Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern. Martin Andermatt siehts ähnlich. Der Schweizer Trainer des FC Vaduz und von Liechtensteins Nationalteam war beim SSV Ulm und bei Eintracht Frankfurt tätig. Obwohl er an beiden Orten entlassen wurde, änderte das nichts an Andermatts hoher Meinung vom deutschen Fussball: «Spanien ist die Topliga in Europa, aber gleich dahinter folgt Deutschland.» Während es in England eine grosse Lücke zwischen den besten fünf, sechs Klubs und dem Rest der Premier League gebe, sei das Gefälle in Deutschland weniger deutlich.

Skeptischer urteilt Christian Gross, der als Trainer bei Wolfsburg und Schalke 04 im Gespräch war und mit dem FC Basel zuletzt im Uefa-Cup bei Schalke ein 1:1 erreichte: «In England wird der attraktivste, in Spanien der beste Fussball gespielt. Dahinter folgen Deutschland, Frankreich und Italien auf etwa gleicher Höhe». Man dürfe die Bundesliga nicht glorifizieren.

«Boden gutgemacht»
Ähnlich sieht es der ehemalige Nationalund VfB-Stuttgart-Spieler Adrian Knup: «Das Niveau wird stärkergeredet, als es ist.» Doch auch Knup glaubt, dass der deutsche Fussball «in den letzten zwei Jahren Boden gutgemacht hat». Das gilt einmal für die Taktik. Allzu lange vertrauten die Deutschen auf ihre Tugenden, auf Kampfkraft und Manndeckung, und verloren darob den Anschluss an die europäische Konkurrenz. Als Ottmar Hitzfeld vor seinem Dienstantritt bei Bayern München 1998 laut über die Einführung der Viererabwehrkette nachdachte, sorgte dies für Rauschen im Blätterwald. «Die Deutschen sahen sich als Nabel der Fussballwelt. Jetzt öffnen sie sich, und das kann ihnen nur gut tun. Taktisch haben sie sich gesteigert », sagt Adrian Knup.

Aufwärts geht es auch bei der Nachwuchsförderung, einem weiteren düsteren Kapitel der jüngeren Vergangenheit. Der Mangel an Talenten sorgte jahrelang für Wehklagen, woran die Vereine stark mitschuldig waren. Während englische Klubs keine Hemmungen hatten und haben, junge Spieler gezielt zu fördern und schon früh in der ersten Mannschaft aufzustellen, setzte die Bundesliga lieber auf Routine. So kam es, dass deutsche Talente wie Robert Huth (Chelsea) und Moritz Volz (Fulham) auf die Insel geholt wurden, bevor ihre Namen in der Heimat einem breiten Publikum ein Begriff waren.

teutone
01.02.2005, 16:59
Marcel Koller löste während seiner kurzen Zeit beim 1. FC Köln eine kleinere Revolution aus, als er Lokalheld Dirk Lottner ausmusterte und den Youngster Lukas Podolski spielen liess. «Beim Nachwuchs können die Deutschen immer noch von uns Schweizern lernen», stichelt Knup. Immerhin: «Man hat die Zeichen der Zeit erkannt», glaubt Vaduz-Trainer Andermatt, junge Spieler würden in den Vereinen vermehrt eine Chance erhalten. Auch in der Nationalmannschaft setzt Bundestrainer Klinsmann mit Spielern wie Bastian Schweinsteiger und Robert Huth auf die Jugend.

Doch die Entwicklung hat eine Kehrseite: Der enorme Medienrummel und der immense Stellenwert des Fussballs setzen junge Spieler unter Druck. Talente wie Philipp Lahm, Kevin Kuranyi oder Schweinsteiger werden allzu schnell zu Superstars emporgejubelt, was nicht allen gut bekommt. Der als «Jahrhunderttalent» apostrophierte Sebastian Deisler, 25, musste sich wegen Depressionen behandeln lassen. «Das Business ist enorm kurzlebig geworden, die Jungen haben keine Zeit mehr zu reifen», kritisiert Christian Gross. Eine Folge davon sei, dass es an Persönlichkeiten fehle. Fast wehmütig denkt der FCBTrainer an das WM-Team von 1974 mit Beckenbauer, Breitner, Hoeness oder Müller. Nach wie vor zählen sie zu den Grossen im deutschen Fussball. Heute gibt es mit Ausnahme von Oliver Kahn oder Michael Ballack fast nur graue Mäuse.

Wo prägnante Spielertypen fehlen, müssen andere ran. Keiner erfüllt die Rolle der Vorzeigefigur derzeit besser als Jürgen Klinsmann. Der Wahlamerikaner räumt als «Cleansman» auf. «In Deutschland klammert man sich noch zu oft an die Tradition », kritisierte er im «Stern» und machte sich daran, Akzente zu setzen. Er musterte Denkmal und Goalietrainer Sepp Maier aus und zog einen Sportpsychologen bei. Resolut verlangt der Bundestrainer von den Klubs, das Gartenzaundenken aufzugeben und sich auf das eine, alles überragende Ziel zu fokussieren: 2006 vor eigenem Publikum den Weltmeistertitel zu holen.

Klinsmanns Arbeit beurteilen 82,2 Prozent der Fans gemäss einer «Kicker»- Umfrage als «gut bis sehr gut». Die WM wirkt als gewaltiger Motor, der auch der Liga neuen Schub verleiht. «Das wird ein Fussballfest», schwärmt Gross. Der FCBTrainer ist überzeugt, dass die Bundesliga dank diesem «Wettbewerbsvorteil» gegenüber der europäischen Konkurrenz weiter zulegen wird. Besonders wirtschaftlich wird der deutsche Fussball profitieren. Allerorten werden neue oder erneuerte Stadien eröffnet, in der laufenden Saison in Berlin, Hannover und Mönchengladbach. Kaiserslautern-Chef Jäggi ist überzeugt, dass mit den neuen Arenen sowohl bei den Zuschauerzahlen als auch bei den Sponsoringeinnahmen noch einiges möglich ist. Dabei ist Deutschland in diesen Bereichen bereits heute die Nummer eins in Europa.

Ganz anders sieht das Bild bei einer anderen gewichtigen Einnahmequelle aus: den Fernsehgeldern. Die Bundesliga kassiert jährlich 300 Millionen Euro, die zur Hauptsache von der ARD und dem Pay-TVSender Premiere bezahlt werden. Damit ist die Bundesliga das Schlusslicht unter den grossen Ligen Europas. Die englische Premier League erhält mehr als doppelt so viel, und sogar die Liga im vergleichsweise kleinen Frankreich konnte kürzlich einen mit 500 Millionen Euro pro Jahr dotierten Vertrag abschliessen. Dabei wäre Deutschland der grösste TV-Markt Europas. Kein Wunder, ist dieses Missverhältnis Bayern- Manager Hoeness ein Dorn im Auge: «Wir müssen die Fernseheinnahmen beim nächsten Vertragsabschluss 2006 auf mindestens 500 Millionen Euro bringen», sagte er und forderte eine Gebührenerhöhung: «Zehn Cent mehr, was ist denn schon dabei?» Hoenessu2019 Kollege Jäggi sieht keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Sein FCK erhalte je nach Tabellenlage 12 bis 15 Millionen Euro pro Jahr, «im Vergleich zur Schweiz ist das paradiesisch». Man könnte indes die TV-Gelder verstärkt leistungsbezogen ausrichten: «Wer sich für einen eruopäischen Wettbewerb qualifiziert, soll mehr erhalten.»

Jäggis Forderung macht Sinn. Die vergleichsweise geringen TV-Einnahmen haben die deutschen Klubs gezwungen, das Geld effizient einzusetzen. «Es ist wie beim Sackgeld für Kinder: Je weniger man hat, umso kreativer muss man damit umgehen », sagt Jäggi. Das gelingt den Bundesligisten gut. Gemäss dem jährlichen Bericht der Wirtschaftsprüfer von Deloitte & Touche über die Finanzlage der europäischen Ligen erwirtschafteten die deutschen Vereine in der Saison 2002/03 einen Gewinn von 115 Millionen Euro und eine Umsatzrendite von zehn Prozent. Einzig die Premier League kann als finanzstärkste Liga ebenfalls einen Gewinn erwirtschaften. Die Bilanzen von Frankreich, Italien und Spanien jedoch weisen rote Zahlen aus.

Trotz der rosigen Finanzlage fehlt es der Bundesliga an grossen Stars. «Die Vereinsmanager gehen das Risiko eines Fehleinkaufs nicht ein», sagt Jäggi. Obwohl Bayern einer der reichsten Klubs der Welt ist, verzichten die Münchner auf Glamour- Typen wie Beckham oder Ronaldo, die Real Madrid 56 und 67 Millionen Franken kosteten. Erste Priorität ist, dass ein Spieler in die Mannschaft passt. Roy Makaay passte. Der Holländer kam für 27 Millionen Franken von La Coruña und hat mit regelmässiger Torproduktion bewiesen, dass er jeden Cent wert ist.

Nicht auszuschliessen ist, dass die Bundesliga in Zukunft wieder vermehrt Stars anlocken kann, «weil die Vereine solid geführt sind und der Lohn pünktlich kommt», wie Ex-Bundesliga-Söldner Adrian Knup sagt. Zumal andernorts TVAnstalten, die überrissene Vergütungen für Übertragungsrechte entrichteten, in Schieflage geraten oder kollabiert sind, so in England und Italien. Vereine wie Lazio und AS Rom, Parma oder Valencia sind jetzt deshalb hoch verschuldet und kämpfen ums Überleben.

Allerdings ist auch in Deutschland nicht alles Gold, was glänzt. Die Bundesliga hat ihre schwarzen Schafe. Schalke 04 hat Schulden von über 100 Millionen Euro, aber eine schmucke, neue und meist volle Arena und sportlichen Erfolg. Nur deshalb können sich die Knappen über Wasser halten. Finsterer ist die Situation im benachbarten Dortmund. 1997 gewann die Borussia die Champions League, 2001/02 wurde sie zum sechsten Mal deutscher Meister. Heute ist der BVB nur noch bei den Zuschauern top. Mehr als 70 000 strömen durchschnittlich pro Spiel ins Westfalenstadion, was in Europa nur von Barcelona übertroffen wird.

Vor Brasilianern platziert
Sportlich sind die Schwarzgelben auf Talfahrt; gleiches gilt für den Kurs der BVB-Aktie. Die finanzielle Situation ist undurchschaubar, die genaue Höhe der Schulden unklar. Auf der Chefetage findet derzeit ein gegenseitiges Zerfleischen statt, ein türkischer Geschäftsmann und Waffenhändler bringt sich als Retter ins Spiel. Es sind Zustände, die mehr an die Schweizer Super League erinnern denn an die stolze Bundesliga.

Borussia Dortmund mag die Ausnahme sein von der Regel, wonach es mit dem deutschen Fussball aufwärts geht. Doch wie nachhaltig der viel beschworene Aufschwung ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Vor allem an der WM 2006 im eigenen Land. Laut einer Umfrage des «Kicker» tippen mittlerweile 37,1 Prozent von 234 befragten Bundesliga-Profis auf Deutschland als Weltmeister, vor Brasilien mit 33,8 Prozent. Noch im letzten Jahr glaubten nur 3,2 Prozent an einen deutschen EM-Titel. In Deutschland ist der Weg vom Katzenjammer zur Euphorie wirklich kurz.

nogomet
02.02.2005, 10:54
teutone, was willst du damit sagen?

el presidente
02.02.2005, 11:58
Fazit? FC Bayern ist scheisse!

Master
02.02.2005, 13:16
danke für den text...


auch wenn ich gewisse aussagen schlecht finde

teutone
02.02.2005, 13:44
teutone, was willst du damit sagen?

Ich will gar nix damit sagen....soll lediglich Lesestoff für die Winterpause sein

Chris Climax
02.02.2005, 14:05
Aber hed scho bitz öpis de Artikel...
So schlächt wie d'BuLi do inne teilwiis gmacht wird isch sie nämlich nid.
Vor de Franzose und Italiener müen sich d'Schwoobe bestimmt nid verstecke.

BloodMagic
02.02.2005, 14:07
Aber hed scho bitz öpis de Artikel...
So schlächt wie d'BuLi do inne teilwiis gmacht wird isch sie nämlich nid.
Vor de Franzose und Italiener müen sich d'Schwoobe bestimmt nid verstecke.

Vor de Franzose nid .. vor de Italiener scho

Chris Climax
02.02.2005, 14:10
Vor de Franzose nid .. vor de Italiener scho

Na ja, villicht vor Juve, Milan & Inter, aber nach dene drei chunt au nüm viel vernünftigs in Italie...

BloodMagic
02.02.2005, 14:14
Na ja, villicht vor Juve, Milan & Inter, aber nach dene drei chunt au nüm viel vernünftigs in Italie...

Roma würdi so über d johr gseh au no drzue zelle ... aber ich mein ... die mannschafte würde alli d Bayern und co. wägputze ... in dütschland gits jo usser bayern kei mannschaft (meh) wo über johre konstant guet isch gsi (au international)

teutone
02.02.2005, 14:16
Roma würdi so über d johr gseh au no drzue zelle ... aber ich mein ... die mannschafte würde alli d Bayern und co. wägputze ... in dütschland gits jo usser bayern kei mannschaft (meh) wo über johre konstant guet isch gsi (au international)

Man hat gesehen wie Roma Loserkusen wegeputzt hat :p

BloodMagic
02.02.2005, 14:16
Man hat gesehen wie Roma Loserkusen wegeputzt hat :p

Naja ... das ist ein anderes Thema ... :D

el presidente
02.02.2005, 14:52
Man hat gesehen wie Roma Loserkusen wegeputzt hat :p

Klar, Wunder geschehen auch in Deutschland! ;)

el presidente
02.02.2005, 14:53
Na ja, villicht vor Juve, Milan & Inter, aber nach dene drei chunt au nüm viel vernünftigs in Italie...
...aber au nüt dütsches!